Archiv für den Monat: Februar 2015

HANDS UP 2015 – die Ausbildungsmesse/Stuttgart

Heute und morgen ist die große Ausbildungsmesse des Stuttgarter Handwerks:

Einfach mal Handwerksluft schnuppern und 130 spannende Handwerksberufe kennenlernen, sich über die hervorragenden Karrierechancen im Handwerk informieren und persönlich Kontakte zu Ausbildungsbetrieben knüpfen.
Hier bietet sich Schülern sowie allen anderen Interessenten rund um Stuttgart die Chance sich über den Schreinerberuf zu informieren. Die Schreinerinnung Stuttgart wird euch sicher gute Informationen mit auf den Weg geben.

Was wird sonst noch so dort geboten?                                
• DAS HANDWERK LIVE!
• AZUBI-SPEED-DATING!
• MAPPENCHECK!
• BEWERBUNGSFOTOS!
• SPANNENDE WORKSHOPS!
Wo? Stuttgart Rathaus
Am Freitag & Samstag von 10-17 Uhr – Eintritt frei!

Ausbildungsmesse Stuttgart 
Schreinerazubis der Firma Kiess

Furnieren/Intarsien

Gestern haben wir, um wieder in den Schulalltag hereinzukommen, ein schönes neues Projekt angefangen, das sofort jeden begeistert hat. Als uns das Projekt vorgestellt wurde, war mir sofort klar, um was es geht.
Furnieren/Intarsien

Mich wunderte es zunächst ein wenig, dass Silke das erst im zweiten Lehrjahr gemacht hat. So verschieden kann die Ausbildung in den Bundesländern sein.
Wie gesagt, ich habe im ersten Lehrjahr die einjährige Berufsschule, in der ich die handwerklichen Dinge in der Berufschulwerkstatt lerne (Montag-Mittwoch). An den restlichen Tagen der Woche haben wir Theorieunterricht.

 Aufgabenstellung = Erstellen eines Schach- sowie Mühlebretts mit vorgegebenen Maßen                                                    (40/40), Furnier-Zusammensetzung je nach Wunsch möglich.

Arbeitsablauf:

  1. Furnier heraussuchen (Esche, Ahorn, Nussbaum, Mahagoni)
  2. Furnier schneiden mit der Furniersäge (Maschinell)
    ➡ Furnier-Schmalflächen bearbeiten (hobeln, schleifen)
  3. Streifen aneinander kleben mit Kreppklebeband (Ahorn, Nuss)
  4. Esche Furnier als Umrandung schneiden

Da man zum Furnieren immer einen Gegenzug braucht, damit sich die Platte nicht verzieht, stellen wir noch ein Mühlebrett als Gegenzug für unser Spielbrett her, das ihr auf dem unteren Bild erkennen könnt.

Sobald es fertig ist, bekommt ihr das Ergebnis zu sehen.

Schachbrett

Furnieren des Mühlebretts

Wünsche euch noch eine schöne Woche und ein gutes Gelingen 😀

 

Neues Gesicht im Blog

Hallo alle miteinander,

meine Name ist Ole. Ich bin 23 Jahre alt und habe im September vergangenen Jahres meine Tischlerlehre bei den Deutschen Werkstätten Hellerau in Dresden angefangen. Ursprünglich komme ich aus dem schönen Lübeck und bin 2011 nach Dresden gezogen,  um dort zu studieren – aber dazu und zu meinem Weg zur Lehre eventuell an anderer Stelle mehr.

Mein Betrieb hat insgesamt um die 200 Mitarbeiter, davon gut 60 Tischler plus 19 Lehrlinge. Wir sind im hochwertigen Innenausbau unter anderem von privaten Yachten und Häusern tätig. Für mich ausschlaggebend bei der Ausbildungssuche war die Tatsache, dass mein Betrieb über eine Lehrwerkstatt verfügt, in der ich das komplette erste Lehrjahr absolviere, und wir Lehrlinge permanent von unserem Ausbilder betreut werden. Dadurch haben wir viel Zeit, die traditionelle Seite des Handwerks von Grund auf zu lernen und anzuwenden, was nach Erzählungen meiner Berufsschulkollegen in vielen Betrieben heutzutage leider etwas zu kurz kommt, da oft die Zeit fehlt.

Ich möchte auch direkt damit anfangen, euch eins der Projekte aus dem Herbst, und unser aktuellstes Werkstück, mit dem ich heute begonnen habe, kurz vorzustellen.

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Oben seht ihr das Bein eines Hockers aus Sapeli, den ich im Oktober gebaut habe. Dafür musste ich sämtliche Hölzer von Hand auf das richtige Maß hobeln und die Zapfenlöcher und Zapfen ausstemmen beziehungsweise absetzen. Auch die Sitzplatte wurde von Hand gefügt.

Foto 23.02.15 15 17 14

Und hier der fertige Hocker, eins unserer spannendsten Werkstücke bis jetzt, wie ich finde.

Heute habe ich mit dem Bau einer kleinen Truhe aus Koto, einem afrikanischen Laubholz, begonnen. Zunächst musste ich mit Hilfe der Zeichnung, die ihr unten seht, einen Aufriss anfertigen. Da ich ihn auf einer Sperrholzplatte gezeichnet habe, kommt er leider auf Fotos nicht gut zur Geltung, aber die Zeichnung vermittelt schon einen recht guten Eindruck, denke ich. Danach habe ich angefangen, die Hölzer für die Seiten auf das richtige Maß zu hobeln und die entsprechenden Winkel anzuhobeln.

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Wie es mit der Truhe weitergeht, seht ihr am Ende der Woche. Ich hoffe, sie bis dahin weitestgehend fertig zu haben.

In diesem Sinne, euch allen einen schönen Abend. Ich freue mich auf die Zeit hier im Blog, und wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, schießt einfach los.

Euer Ole

Fortsetzung der Intarsie Mühlebrett

Hallo ihr Lieben,

wie bereits vor einigen Wochen berichtet, machen wir in der Schule ein Schach-/Mühlebrett. Wie man ein Schachbrett herstellt, habe ich euch ja bereits erläutert. Im Prinzip ist das Vorgehen bei dem Mühlebrett nicht viel anders. Man muss sich auch vorher genau überlegen: Wie groß soll das Mühlebrett werden? Welches Furnier will ich haben? Wie breit soll mein Rand werden? Wie viel muss das Furnier über dem Trägermaterial stehen?

Die Arbeitsutensilien sind auch dieselben.

Bei dem Mühlebrett muss man jetzt allerdings darauf achten, dass die breiten Streifen und die schmalen Streifen immer versetzt sind, sodass man am Schluss einen Gehrungswinkel daran legen kann und es mit diesem fluchtet. Das ist wichtig, weil man nach dem Verkleben, die einzelnen Teile zu 4 Dreiecken (auf Gehrung) zuschneidet.

Mühlebrett

Mühlebrett

Die Randteile werden so verklebt, dass die Ecken sich überlappen. Dies ist wichtig, weil man die im  Anschluss auch auf Gehrung schneidet. Würde man sie nicht überlappen lassen, hätte man eine Fuge. Im besten Falle ist alles in einer Flucht. Danach leimt man die einzelnen Felder auf die Vorder- und Rückseite der FPY auf. Wichtig ist, dass man nie nur eine Seite (egal bei welchem Werkstoff) furniert. Würde man kein sogenanntes Gegenfurnier aufbringen, würde sich das Trägermaterial verziehen. Weiterhin ist zu beachten, dass man nicht zu viel (Leimschlag) und auch nicht zu wenig Leim (Kürschner) aufbringt.

Anschließend wird die Platte in die Presse gelegt. Hat man zum Beispiel unterschiedlich dicke Furniere, sollte man eine Weichfaserplatte dazu legen. Nach dem Pressen muss die Platte erst einmal eine Zeit abkühlen. Im nächsten Arbeitsschritt wird das überstehende Furnier mit einem Furnierkantenschneider bündig geschnitten.

Kantenbearbeitung

Kantenbearbeitung

Hier bügelt Luca (ein Klassenkamerad) gerade die Kanten auf.

Das zuvor ausgesuchte Furnier wird ca. 5 mm größer und ca. 10 mm länger zugeschnitten und mit Weißleim aufgebügelt. Mit einem Furniermesser wird die Überlänge bündig geschnitten und mit Hilfe einer Feile bearbeitet. Ganz zum Schluss werden die Kleberreste mit Hilfe eines Rutschers oder einer Langbandschleifmaschine abgeschliffen. Hierbei ist ganz besondere Vorsicht geboten, weil ganz schnell mal das Furnier durchgeschliffen ist.

In der Firma können wir uns dann aussuchen, ob wir die Oberflächen lackieren, beizen oder ölen wollen.

Flugzeug-Innenausbau

Diese Woche hatten wir keine Berufsschule, da ja bei uns Faschingsferien sind. In den Ferien sind wir (also die Azubis im ersten Lehrjahr) im Betrieb, um dort Berufserfahrung zu sammeln. Hier könnt ihr mal so einen Unterrichtsplan von meiner Schule sehen 😉

Unterichtsplan

Unterrichtsplan

Aber nicht das ihr jetzt denkt, als Azubi im Schreinerhandwerk hat man keinen Urlaub 😉 Ich habe auch 30 Tage Urlaub, wie jeder andere Azubi :D.

Wie ist dieser Plan zu verstehen?
Striche = Betrieb
W = Werkstatt
T = Theorie

Okay, soviel zu meinem Unterrichtsplan im ersten Lehrjahr.

Letzte Woche haben wir einen Auftrag von einem Motorflieger bekommen, der sein Flugzeug überarbeiten möchte. Er gab uns die Aufgabe, sein Instrumentenbrett mit einem Nussbaumwurzelfurnier neu zu belegen . Gestern kurz vor Feierabend haben wir zuerst die Trägerplatte aus Aluminium abgeschliffen, damit wir Halt mit unserem Kleber haben.

IMG_1102

Danach habe ich mit meinem Meister den Kleber vorbereitet und aufgetragen. Dann haben wir das Furnier aufgelegt und gepresst. Am nächsten morgen habe ich die Oberflächen abgeschliffen, um sie für die Oberflächenbehandlung vorzubereiten. Über die weitere Bearbeitung werde ich euch ein anderes Mal etwas erzählen 😉

Spaß bei der Arbeit :D

Super Woche!

Jedes Jahr Anfang Februar ist an unserer Schule eine Lehrlingsunterweisung. Kurze Erläuterung was das ist:

In Schwäbisch Hall ist ja auch eine Meisterschule. Dort haben die Schüler die Prüfungsaufgabe, einem Azubi (meist aus dem 1. Lehrjahr) einen Arbeitsgang zu erläutern und zu zeigen. Diese Aufgabe wird durch zwei Prüfer beobachtet und benotet. Montagmorgens um 8 Uhr besuchte ich die erste Unterweisung (Thema: Topfbänder einstellen),  in der ich bestens über den Vorgang informiert wurde. Nun kann ich jetzt im Betrieb schon diese Aufgabe eigenständig durchführen, worüber sich mein Meister auch freut. Am Ende bekam ich sogar eine kleine Dokumentation über die Vorgehensweise.

An den anderen Tagen, also im Betrieb, habe ich mit unserem Altmeister Schalungen zum Betonieren für eine Baufirma in unserer Nähe gebaut. Diese Schalung wird für ein Schwimmbad sein. Normalerweise können das die Maurer selbst. Diesmal musste die Schalung ganz genau sein 😉 , aufgrund der Anforderungen vom Planungsbüro. Die Platten haben wir gefräst und zugeschnitten. Danach durfte ich die Schalung zusammenbauen, was mir sehr gefiel.

Schalungsbau/ Wasserrinne

Schalungsbau/ Wasserrinne

 

Hausumbau

Letztes Jahr hat sich Herr Nau (mein Chef) ein kleines, aber sehr schönes Ferienhaus gekauft. Nun will er es sich es so richtig gemütlich machen. Dazu muss es allerdings noch ein wenig umgebaut werden.

Wie ihr seht, ist bereits die Wohnküche an ihrem Bestimmungsort angekommen. Herr Nau hat das ganze Ferienhaus neu gestaltet. Das heißt, dass es eine neue Wandverkleidung aus Tanne, einen neuen Vinyl-Fußboden, eine eigens entworfene Wohnküche mit beleuchteten Hängeschränken sowie eine Garderobe, Schlafzimmereinrichtung u.v.m. bekommt.

So weit wie ich es mitbekommen habe, wird auch alles in unserer Firma gebaut und vorbereitet, dass es nach Möglichkeit nur noch eingebaut werden muss.

KücheIch durfte bei der Wandverkleidung einen Teil der Schleif- und Fräsarbeiten  mit einem unserer Meister zusammen machen.

Im Haus selber darf ich den Fußboden verlegen und konnte auch die Küche mit Herrn Nau zusammen aufbauen. Auf der Theke ist noch ein Regal angebracht worden, sodass nichts herunter fallen kann und mehr Stauraum vorhanden ist. Im Moment bauen wir die untere Etage (EG) um. Danach kommt das Obergeschoss mit den Gästezimmern dran.

Schuhputzkasten

Wie versprochen 😀

Letzte Woche bekamen wir einen neuen Arbeitsauftrag von unserem Werkstattlehrer, auf den wir sehr gespannt waren.

Projektbeschreibung

Projekt:    Schuhputzkasten
Material: Eschenholz
Aufgabe: Erstellen einer Holzkiste mit einer Zinkenverbindung
Holzfüße mit Schlitz- und Zapfenverbindung.
Zeit:            3 Tage

Nach der Projektvorstellung legten wir erstmal mit dem Holzzuschnitt los. Am Anfang war ich von der Holzauswahl nicht so begeistert, da meines Erachtens, Buchenholz leichter zu sägen und zu stemmen ist. Aber am Ende des Projektes war ich erleichtert, weil meine Verbindungen doch ganz gut geworden sind, oder?  🙂
Dieses Projekt hat mir echt viel Spaß gemacht, weil wir nicht nur Zapfenverbindungen hergestellt haben (Beine), sondern auch Schwalbenschwanzverbindungen (Korpusseiten).

Bilder von der Projektarbeit:

IMG_0962 IMG_0963 IMG_0966 Draufsicht

Berufsinfomesse

Am Freitag durfte ich im Betrieb bleiben, um in der Gemeinde Mulfingen kommenden Azubis von unseren Beruf zu berichten. Wir waren vor der Messe schon sehr gespannt, wie die Schüler unseren Stand wahrnehmen und ob sie der Beruf interessiert.

Als es dann um 10 Uhr begann, wurden wir (also ich und ein Azubi unserer Firma) mit vielen Fragen überhäuft, die wir gerne beantwortet haben. So ergaben sich im Laufe des Tages viele interessante Gespräche mit den Schülern. Viele waren sehr überrascht, mit welcher Technik ein Schreiner heute arbeitet. Viele fragten sogar, ob sie bei uns ein Praktikum machen könnten. Am Ende des Tages waren wir sehr beeindruckt von dem Interesse der Schüler am Schreinerhandwerk und hoffen, dass auch der ein oder andere von ihnen bei uns einmal reinschnuppert. 😉

Aber nicht nur die Schüler zeigten starkes Interesse: Eltern und sogar die Zeitung kamen an unseren Stand. Jetzt gibt es einen kleinen Bericht von uns in der Zeitung  🙂 Gut für unser Image in der Firma. Das gefiel auch meinem Chef sehr gut. 😀

Sry, kann gerade keine Bilder bloggen 😛 da mein Handy kaputt ist…
Aber diese folgen noch 😉Beratungsgespräch

Am Wochenende werde ich euch meinen Schuhputzkasten vorstellen, den wir in den letzten zwei Wochen gemacht haben 🙂