Archiv für den Monat: September 2015

Wo ist nur die Zeit geblieben?

Moin zusammen,

hiermit melde ich mich zurück aus der, zugegeben etwas längeren, Sommerpause!

Schon ist ein Jahr rum und ich bin, wie Stefan auch, seit Ende August im zweiten Lehrjahr. Ich kann euch sagen, es fühlt sich echt gut an! In meinem Betrieb bringt der Wechsel vom ersten ins zweite Lehrjahr einige Veränderungen mit sich. Unsere Zeit in der Lehrwerkstatt ist mit der Ankunft des neuen Jahrgangs an Lehrlingen vorbei und wir werden jetzt in der regulären Produktion eingesetzt.

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Aber ich muss sagen, so spannend wie das erste Jahr auch war, habe ich mich am Ende sehr darauf gefreut mehr Einblicke in das Tagesgeschehen zu erhalten und an echten Projekten mitzuarbeiten. Wegen der Größe unseres Betriebs wurden wir auf verschiedene Projektmeister aufgeteilt, die uns jetzt innerhalb ihrer jeweiligen Projekte einsetzen. Meist wird man für einige Zeit einem bestimmten Gesellen zur Seite gestellt, der einen dann in seine Arbeit einführt und Aufgaben zuteilt.

Mir gefällt das Ganze bis jetzt sehr gut, da man einen Einblick in verschiedene Bereiche erhält und unterschiedliche Herangehensweisen aufgezeigt bekommt. Nachdem wir die letzten zwei Wochen in der Schule verbracht haben, bin ich seit Montag in der Oberflächenabteilung, wo ich zum Beispiel im Zwischenschliff aushelfe, oder selber Teile vorbereite und dann lackiere. Ich hoffe, ich kann euch die Tage noch ein paar Fotos nachreichen.

In diesem Sinne einen schönen Abend und besten Gruß aus Dresden!

Etwas andere Aufgaben :)

Früh morgens ging es los. Als erste Aufgabe am Morgen, musste ich das Lärchen -Massivholz zuschneiden. Bei dieser Aufgabe versuchte ich den Verschnitt ziemlich gering zu halten, was mir manchmal schwer viel.

Rinde entfernen & ablängen

Danach habe ich die zurechtgeschnittenen Bretter durch den Vierseiter (Hobelmaschine) gelassen damit sie rechtwinklig und sauber sind. Alle Einstellungen habe ich selbst gemacht sowie durchgeführt. Als ich dann fertig war, verleimte ich die gehobelten Bretter zu einem „großem Brett“.

Nach dem Verleimen habe ich mit unserer Hightech Fräse 🙂 eine Feder an das Brett gefräst. Für die, die nicht wissen was ich meine, die Grafik unten zeigt es 🙂 .
Die Feder wurde am verleimten Brett angebracht. Das Holz mit der Nut (Holzart: Eiche) mit dem Grund, dass sich das verleimte Brett nicht verzieht oder sich wölbt.
Und für die, die jetzt verzweifeln und unbedingt wissen wollen um was es geht oder was ich hergestellt habe: mehrere Fensterläden 🙂 für den Außenbereich.

Flächig, also auf dem Fensterladen, wurde noch eine Gradleiste „eingeleimt“ beziehungsweise eingepasst, was sehr viel Zeit in Anspruch nahm. Gradleiste

Fensterladen

Als ich danach die Gradleiste bündig geschnitten hatte, begann ich mit dem Schleifen. Und es gab viel zu schleifen 😉 . Als ich dann fertig war, strich ich die Fensterläden mit Leinöl ein, was das Holz vor Schädlingen schützen soll.

Ja, soviel zur meiner Woche 😉

 

 

Nun kann ich mich als 2er Stift schimpfen :)

So, heute ging es auch wieder in der Berufsschule los, worauf ich mich schon sehr freute. Ich persönlich finde, es ist eine schöne Abwechslung zwischen Betrieb und Schule. Man lernt, aber man kann auch Spaßmit seinen Mitschülern haben. Wie es am Anfang des Schuljahres so ist, wurden wir wieder mit Infos überhäuft. Jetzt im zweiten Lehrjahr macht man 2-3 Kurse ÜBA (Überbetriebliche Ausbildung) in Heilbronn. Zu diesen Kursen zählen der TSM2 sowie der TSO1.

Was bedeutet TSM2?  Tischler Schreiner 2 Maschienenkurs
In diesem Kurs wird uns Schreinern hauptsächlich die Tischfräse geschult.   

TSO1? Tischler Schreiner 1 Oberflächenkurs
Hier werden  uns die Grundlagen des Lackierens erläutert sowie viele weitere Versuche gestartet.

Da man uns nicht den ganzen Tag mit Infos füllen kann, mussten wir auch etwas produktive Arbeit in Deutsch sowie Wirtschaftskunde machen. Soviel zu meinem Schultag heute 😉

Am Sonntag hatte unsere Berufsschule die Meisterstück- & Gesellenausstellung, wo man sehr viele interessante Möbel anschauen konnte. Ich war natürlich bei dieser Veranstaltung um zu schauen was in einem Jahr auf mich zukommt 😉 aber auch um viele weitere Eindrücke zu sammeln. Hier konnte man sehr gut mit den Gesellen und Meisteranwärtern ins Gespräch kommen. So eine Veranstaltung ist meiner Meinung nach fast schon ein Pflichtprogramm für jeden interessierten Holzwurm. Infos zur Arbeitsweise und Tipps wie ich etwas mache sind unbezahlbar und kosten mich kein Lehrgeld 🙂 .

Schreibtisch

Gesellenstück 2015 Markus Ehrler

Eckverbindung gezinkt

Nussbaum Schubkasten des Schreibtischs

Barschrank

Meisterstück 2015 Markus Hagner

Zigarrenlager ;)

Schubkastenauszug des Barschranks

Hier habe ich für euch zwei gute Stücke herausgesucht zu denen ich ein kurzes Wort sagen möchte.

Gesellenstück:
Für mich wichtig bei einem Möbel ist es einen Kontrast, zum Beispiel hell und dunkel zu erzeugen. Dies wurde hier hervorragend gemacht mit den weißen Doppel und dem dunklen Nussbaum. Aber nicht nur die Holzkonstruktion machte er super, sondern auch den Metallbau, sprich das Gestell das in den Holzfüßen versteckt ist.
Meisterstück:
Edles Säulenmöbel aus Eiche in dem sehr viel Technik verbaut ist. Wenn man seine Bar vor seiner Frau verstecken möchte, kann man diese zusammen fahren und es ist ein unscheinbarer Eichenklotz. Herr Hagner erzählte mir wieviel Mühe er in seine Arbeit hinein gesteckt hatte. Er erzählte mir auch wie er die Plattenkanten so glänzend hinbekommen hat und welche Tricks man da anwenden kann.

JA so viel zu den letzten Tagen 🙂

 

Nächstes Lehrjahr…-> 2. Lehrjahr :)

Am ersten September 2014 legte ich den Grundstein in meiner beruflichen Laufbahn als Schreiner. Mit dieser Entscheidung habe ich bis jetzt alles richtig gemacht, was man bei der Jobauswahl richtig machen kann 😉

Nun habe ich heute das  zweite Lehrjahr mit Erfolg erreicht, worauf ich sehr stolz bin. Wie schon angekündigt, habe ich meinen Betrieb gewechselt. Ich arbeite jetzt in der Nachbargemeinde bei einer kleineren Schreinerei beziehungsweise einem Fensterbauer.

Zur Zeit arbeiten dort acht weitere Mitarbeiter.

Welche stationären Maschinen haben wir?
– Kreissäge
– Abricht & Fügemaschine
– Vierseiter
– Langlochbohrmaschine
– sowie viele weitere Kleinmaschinen

Bankraum/MaschienraumFensterbaufräße

Was ist das Spezialgebiet des Betriebs?
Fenster und Türen für Altbauten im Sanierungsbereich

Zu meinem ersten Tagesablauf als „2er Stift“: Es war sehr interessant zu sehen wie in anderen Schreinereien gearbeitet wird. Ich kenne ja bislang nur unsere Schreinerei zu Hause. Heute habe ich mit meinem Ausbilder angefangen an einer Haustür zu arbeiten. Hier habe ich selbstständig die Friese beziehungsweise die Hölzer gerichtet, sprich zugesägt und gehobelt, daraufhin geschliffen und verleimt. Gleich am ersten Tag bemerkte ich wieder das Schöne am Holz: der Geschmack 🙂 – wie es duftet! Diesen Duft hat man leider heutzutage immer weniger in der Nase, da auch viel mit Plattenwerkstoffen gearbeitet wird.

Ja, soviel zu meinem neuen Betrieb und meinem ersten Tag. Werde euch natürlich noch viele weitere Sachen berichten, was ich jetzt alles noch erfahren und lernen darf.

Aber jetzt muss ich ins Bett, dass ich morgen wieder fit bin, wünsche euch allen noch einen schönen Abend 🙂