Archiv für den Monat: Juni 2016

Sommerloch

Moin miteinander,

die Zwischenprüfung liegt zwar schon einige Wochen zurück, aber interessant ist das Thema für angehende Tischler natürlich trotzdem.

Bei uns bestand die Prüfung aus zwei Teilen, einem zweistündigen Theorieteil, und einer ungefähr sechsstündigen Arbeitsprobe. Ich muss gestehen, mich hat dann auf den letzten Metern doch noch ein bisschen die Angst gepackt, wie sich herausgestellte allerdings unbegründet. Ich will mich zwar jetzt nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen, da die Ergebnisse noch nicht da sind, aber ich war von der Prüfung wirklich positiv überrascht.

Zum einen hat mir die Verknüpfung der zwei Prüfungsteile sehr gut gefallen. Statt einer bloßen Wissensabfrage ohne Kontext, waren die Aufgaben des theoretischen Teils  alle auf das in der Arbeitsprobe zu fertigende Werkstück und einen darum konstruierten fiktiven Auftrag bezogen, was ihn logisch besser erschließbar gemacht hat.

Zum anderen war die Zeit, besonders für die Arbeitsprobe, meiner Meinung nach gut ausreichend. In den Erzählungen höherer Lehrjahre und einiger Gesellen klang das oft anders, aber ich denke, wer sich in den ersten eineinhalb Jahren ein gutes Arbeitstempo angeeignet und in der Schule ein bisschen aufgepasst hat, sollte hier keine Probleme kriegen. Aber wir warten mal die Ergebnisse ab.

In den Wochen nach der Schule und der Prüfung erwartete uns im allgemeinen in der Firma relativ geringe Betriebsamkeit, und mich im besonderen viele wechselnde Tätigkeiten. Da das Projekt in dem ich vorher beschäftigt war, während unserer Schulzeit ausgelaufen ist, habe ich immer mal hier mal dort ausgeholfen und erledigt, was sonst noch so anstand.

Ab dieser Woche bin ich allerdings fest im Deckenbau eines anderen Schiffes eingeplant. Ein neues Aufgabenfeld, auf das ich schon sehr gespannt bin. Ich hoffe, ich kann zumindest von einigen Unterkonstruktionen Fotos machen, damit ihr einen Eindruck von den Abmessungen kriegt. Der Aufbau und das Ausrichten der Gerüste hat alleine schon mehrere Tage gedauert. Aber auf den genauen Ablauf der einzelnen Arbeitsschritte gehe ich ein, wenn ich selbst mehr Einblick hatte.

Bis dahin,

Ole

 

Kultur & Handwerkskunst

Am vergangenen Freitag präsentierten wir uns als Schreinerei auf der Landesgartenschau in Öhringen. Hier zeigten wir, welche Möglichkeiten man heute in unsere Branche hat, stellten aber auch die Ausbildung zum Schreiner vor, was zu meinem Aufgabenbereich gehörte.

Werkstücke 1 Lehrjahr + Referenzen

Werkstücke 1 Lehrjahr
+ Referenzen  A

Auf den orangefarbenen Würfeln stehen die Projekte, die wir in der einjährigen Berufsfachschule (1 Lehrjahr) hergestellt haben. Die Besucher waren breit gestreut: jedes  Alter von 8 Jahren bis 80 Jahren war vertreten. Durch Werkstücke, wie z.B. dem Nähkasten, konnte man mit älteren Leuten ein Gespräch aufbauen, was immer gut ankam. Auf der Hobelbank, die ihr auf dem Foto sehen könnt, ist ein Bild, dass die Jagstberger Kirche darstellt. Dieses hat mein Bruder, der ebenfalls Schreiner ist , mit der CNC angefertigt.

Das war unser Auftritt auf der LAGA in Öhringen als Schreinerei Ehrler.

So nun steht schon die…>> Zwischenprüfung an!
Am Samstag um 8 Uhr geht es in Schwäbisch Hall in der Schule los.
In jedem Lehrjahr muss jeder Azubi eine Zwischenprüfung ablegen, in der Theorie- & Praxisstand getestet wird. Im Theorieteil wird alles über die letzten zwei Lehrjahre abgefragt, hauptsächlich Zeichnen und Rechnen. In der Werkstatt, also in der Praxis, werden wir wahrscheinlich eine Eckverbindung zinken. Da es nur noch 5 Tage bis Samstag sind, habe ich einmal nach Feierabend geübt. Auch das muss sein, wenn es klappen soll in der Prüfung 🙂 .

Zinken aussägen

Zinken aussägen

Perfekt?

Perfekt?

Wenn meine Ecken am Samstag bei der Prüfung genauso gut sind, bin ich mit mir zufrieden.

Aber jetzt muss ich noch ein wenig lernen 🙂
Ihr könnt mir ja die Daumen drücken 🙂
Euch noch eine schöne Woche.

 

Es gibt Tage, da könnte man… :)

Was war das für eine Woche!

Am Anfang der Woche ging ich noch voller Motivation in die Arbeit, was auch bis Mittwoch noch anhielt. In diesen drei Tagen habe ich ein „Möbel“ gebaut. Dies kommt äußerst selten vor bei einem Fensterbauer 😉 . Es war jetzt kein hochwertiges Möbelstück, aber dennoch war es einmal etwas anderes, als ich sonst immer gemacht habe. In den Korpus habe ich drei Schubkästen verbaut, wie ihr unten sehen könnt.

Zunächst habe ich die Materialien nach der Größe sortiert. Danach habe ich die vier Teile für den Korpus herausgesucht und so angerissen wie diese nachher zusammen gehören. Als ich damit fertig war, nahm ich die Lamellofräse um die Verbindung herzustellen. Nach diesem Arbeitsgang startete ich sofort mit dem Verleimen. Als der Kleber dann trocken war, konnte ich die Schubkästen messen und herstellen. Die Verbindung der Schubkästen habe ich mit der Tischfräse angefertigt. Hier fräste ich eine Nut & Feder, die ich kurz danach verleimte.
Jetzt hatte ich einen Korpus und die dazugehörigen Schubkästen aber der Schubkastenauszug fehlte noch. Zunächst musste ich schauen, wie ich ihn setzten möchte, danach konnte er sofort verschraubt werden. Als dann erstaunlicherweise alles passte, konnte ich das Doppel auch gleich montieren. Dieses habe ich einfach mit dem Schubkasten verschraubt.

Naja jetzt hab ich genug erzählt 🙂 … Ihr wollt ja auch Bilder sehen!?

1

Schubkasten

3

Baustelle: …..

Und die restlichen 2 Tage ging es abwärts…auf der Baustelle  🙂
Der Geselle und ich gingen auf Fenstermontage. Hier mussten wir als erstes die Löcher richten,  in die die Fenster hineinkamen. Als ich dann an der Leibung entlang schnitt mit der Tigersäge  war die …… am Dampfen :/ .

Der Heizungsbauer hatte eine Wandheizung montiert, was wir nicht wussten… dies ging über das Holzfachwerk hinaus und war vom Putz verdeckt. Aber der Putz musste weg, sonst hätte das Fenster nicht hineingepasst. So und ich hatte in die Heizleitung geschnitten…! Als ich das dem Heizungsbauer sagte, war der natürlich sehr erfreut, dass er wieder eine neue Baustelle hatte. Klar ich hätte genau schauen können,  aber warum legt man die Leitungen so weit heraus?
Naja ist halt blöd gelaufen 😉 ….
Aber er wird es schon wieder hinbringen!

Trotz dieser kleinen Panne, mussten noch einige Fenster moniert werden und alles hat gut geklappt.

 

4

Fenster mit Klappläden

Die Zeit läuft!

Was war denn das für eine Woche?

Letzten Sonntag tobte dieses heftige Unwetter hier bei uns im Hohenlohekreis sowie in vielen weiteren Gebieten der Bundesrepublik.  Auch wir waren betroffen, wir hatten jetzt zwar keinen Meter Wasser in der Werkstatt aber 10 cm können dann auch schon viel sein.
Dennoch hatten wir sehr viel Glück, dass bei uns nur ein kleiner Sachschaden entstand. Meine Mitschüler berichteten, was bei ihnen alles passiert war und wie viel „Freude“ es ihnen bereitete, den Schlamm zu schaufeln :/ .

Letzte Woche machten wir die Baustelle in Neckarwestheim fertig. Hier haben wir ca. 40 Eichenfenster eingebaut. Die meisten waren Kippflügel und hatten einen elektronischen Öffner mit Motor. Die anderen waren Drehkippfenster sowie Festfelder.

Meine Aufgabe auf der Baustelle war hauptsächlich die Montage von den Festfeldern. Diese waren im Fachwerk eines alten Gebäudes einzupassen. Auf der Außenseite habe ich als erstes Leisten montiert,  so dass das Fenster dicht und anständig im Fachwerkbereich sitzt. Hier habe ich die Leisten zuerst mit der Kappsäge auf Gehrung schneiden und diese in das Feld einpassen müssen. Danach stellte ich das Festfeldelement in das „Loch“ und richtete die Außenleisten aus,  so dass das Fenster im Wasser stand und die Leisten bündig am Rahmen anlagen. Als die Leisten dann passten, nahm ich das Fenster wieder heraus und machte die Außenleisten fest,  so dass ich das Fenster endlich montieren konnte. Und zu guter Letzt kamen innen noch die Leisten darauf und das erste Fenster war fertig 🙂 .

Und so durfte ich dann weitere 15 Stück montieren.
Aber auch „normale Fenster“, sprich Drehkippflügel, habe ich 2 Rahmen montiert.

Eichenleiste Außenseite

Eichenleiste Außenseite

Fachwerk mit Festfeldern

Fachwerk mit Festfeldern

Eingebaute Festfelder

Eingebaute Festfelder

Eichenfenster

Eichenfenster

Das war wahrscheinlich eine von meinen letzten großen Fenstermontagen im zweiten Lehrjahr. Denn bald ist es ja auch geschafft 🙂 und ich bin ein 3er Stift!

Dann wünsch ich euch noch eine einigermaßen schöne Woche und ein gutes Aufräumen den Betroffenen des Hochwassers!
Natürlich auch den anderen einen schöne Woche 🙂