Archiv für den Monat: April 2017

Das Gestell wird „geschlitzt“

Jetzt haben wir alle Stücke gesägt und es ist soweit die rohen Teile abzurichten und auf Breite zu hobeln.

Alles ist soweit vorbereitet, dass wir damit beginnen können, das Gestell mit der ersten Holzverbindung herzustellen.
Bei dem Gestell haben wir uns für eine klassische Schlitz-Zapfen-Verbindung entschieden, die in Handarbeit hergestellt wird.

Die fertig ausgearbeiteten Verbindungen …

… passen ganz gut zusammen.

Ebenso haben wir hier auch gedübelt und Formfedern (auch Flachdübel genannt, das ist ein linsenförmiges Holzplättchen) eingefräst, um die beiden Rahmen zu verbinden.
Nun wird nur noch alles zusammengeleimt und angepasst.

Nach dem Verleimen ist es sehr stabil.

 

Die Abschlussarbeit steht vor der Tür

Nun ist es so weit, die Abschlussarbeit des ersten Lehrjahres steht an.
Nur leider können wir nicht alles genauso so wie auf der Zeichnung dargestellt übernehmen, denn wir benutzen  zur Vorlage Massivholz anstelle von furnierten Plattenwerkstoffen.

Somit müssen wir uns erst einmal Gedanken machen, welche Holzverbindungen gewählt werden müssen, damit alles hält.
Für welche Verbindungen wir uns entschieden haben, seht ihr später.

Wie immer muss zuerst ein Aufriss gemacht werden, damit wir alle Maße von diesem abnehmen können. Das heißt also, dass wir so genau wie möglich zeichnen müssen…..
Hierfür benötigen wir die originale Zeichnung mit den Maßen.
Nachdem wir alle Lägen wissen, können wir unser Holz reinhohlen und mit etwas Überstand zum bearbeiten ablängen.

Als nächstes mussen die Abschnitte auf Breite geschnitten werden.
Dafür müssen die Bretter besäumt werden, um die Baumkante zu entfernen.

Aufteilen des Holzes in sinnvolle Abschnitte

… die Besäumten und auf Breite geschnittenen Bretter

Büro- und Werkstattarbeit?

In einem Betrieb fallen nicht nur einige Werkstattarbeiten, sondern auch eine Menge Arbeiten im Büro an. Um alle Aufgabenfelder kennen zu lernen und in diesen auch ausgebildet zu werden, habe ich mich für das triale System entschieden. Somit arbeite ich nicht nur in der Schreinerei, sondern gehe nach der Arbeit und am Wochenende zusätzlich zur Uni. Nach einem achtstündigen Arbeitstag fällt es auch mir nicht immer leicht um 21 Uhr noch den Kopf zusammen zu halten. Doch wenn man weiß, dass man dies für seine Zukunft macht, schafft man es erstaunlicherweise doch immer irgendwie…
Da ich zur Zeit leider nicht all zu viel Zeit habe, zeige ich euch mal einen kleinen Blick in die Welt der Bilanzen. Für das Unternehmen spielt dieser Bereich eine sehr wichtige Rolle. In den folgenden Bildern seht ihr einmal verschiedene Buchungssätze. Dies sind nichts anderes als Einnahmen und Ausgaben, die ein- bzw. ausgebucht werden müssen.

Hier sind ein paar Buchungssätze zu sehen…

Hier sieht man das Journal des Jahres, in dem ich die Buchung vorgenommen habe.

Vom Baum zum Badezimmerschrank

Diese Woche hatten wir eine Baustelle bei einem Kunden mit speziellem Wunsch. Er besitzt ein riesiges Feld mit entsprechend vielen Bäumen. Eine dieser Eichen musste vor ca. 8 Jahren von ihm gefällt werden und der Kunde hat den Baum nicht nur selbst gefällt, sondern auch eigenhändig aufgetrennt und zu Bohlen verarbeitet. Ein paar dieser Bohlen hat er uns vor einigen Wochen zur Verfügung gestellt, um ihm daraus unter anderem einen Badezimmerschrank und einen Massivholz-Tisch zu bauen, hier ist das Ergebnis!

Ein guter Kontrast zwischen Natur und lackierter Oberflächen.

Den äußeren Teil nennt man „Waldkante“.

Wie ein Raum entsteht…

Diese Woche hatten wir Ferien. Ich habe die Zeit für Arbeiten im Ausbildungsbetrieb genutzt. Da ich noch Vollzeit Schülerin bin (bei uns in Baden-Württemberg ist das Ausbildungssystem so), ist es für mich  interessant und vor allem abwechslungsreich, arbeiten zu gehen, um das Gelernte umzusetzen.

An meinem letzten Arbeitstag durfte ich beim Trockenbau  helfen. Unser Blogger Stefan hat seinen Urlaubstag  dafür genutzt, mir einiges zu zeigen und zu erklären. Für mich war das sehr interessant, da man nicht jeden Tag dabei ist, wenn „Wände entstehen“. Die Konstruktionen für die Ständerwände waren schon alle gestellt, das heißt die groben Raumabteilungen waren schon gegeben. Wir haben dann noch die OSB-Platten angebracht, bevor die Gipskartonplatten aufgeschossen wurden. Warum? So bekommt man einen etwas höheren Schallschutz und die Wände werden zudem stabiler.

Hier haben wir keine OSB-Platten verwendet.

Stefan schießt hier gerade die Platten mit einem Druckluft-Nagelgerät an die Konstruktion der Ständerwände.

Dass wir in der Schule unseren TSM1 angefangen haben, habe ich euch ja erzählt. Beim Arbeiten hat mir die Übung in der Schule schon einmal einen großen Vorteil verschafft, da ich mich mit der Handkreissäge und ihren Gefahren schon auskannte. So durfte ich auch gleich die OSB-Platten ausmessen und ablängen. 🙂

-> Hier könnt ihr im Hintergrund auch nochmal die Ständerwände-Konstruktionen sehen, auf die wir unsere OSB-Platten aufgeschossen haben.

Holz: Immer wieder für eine Überraschung gut!

Durch die Lagerung und Trocknung von Holz im Freien kommt es oft zu Bewitterung und zu Verfärbungen.

Als ich vor Kurzem ein abgelagertes Stück Pflaume aufsägte, war ich wieder einmal darüber erstaunt, was für ausgefallene Maserungen und Färbungen  in einem scheinbar schlichten Stück Holz stecken können.

Oben: Färbung von Außen; Unten: Färbung aufgesägt.

Überraschender Fund auf der Baustelle

Letzte Woche haben wir im Garten eines Kunden einen rechteckigen Grund aus Terassendielen gebaut. Auf diesen Platz wird er bald seine Hollywood-Schaukel stellen. Die Dielen bestehen aus thermisch-modifizierten Holz, das einen besonders hohen Witterungsschutz aufweist und sich daher perfekt für den Garten eignet.

Der Grund aus Thermoholz.

Das interessante an der Geschichte ist, dass wir beim Ebnen des Grunds einen alten Ehering gefunden haben! Der Ring gehört nicht der Kundin, sie vermutet, dass er dem Ehepaar gehören könnte, das vorher dort gelebt hat. Sie wird versuchen, Kontakt mit ihnen aufzunehmen und hält uns dann auf dem Laufenden 🙂

Bis zum letzten Schliff

Langsam nimmt die Truhe Form an. Es müssen nur noch kleine Leisten gefertigt werden, damit der Deckel bündig aufliegt und beim Schließen eine Führung bekommt. Schnell noch den Boden anfasen, Lamellos (Flachdübel) fräsen, schleifen und verleimen. Lediglich die Füße werden noch gefertigt und geleimt. Zum Schluss nur noch Schleifen und Ölen und fertig ist die Kiste.

Die Fertige Truhe