Archiv für den Monat: Juni 2017

Zirikote …

In letzter Zeit musste ich leider feststellen, dass meine Handyhülle immer schlechter aussieht und langsam Kratzer bekommt und ihre Farbe verliert.
Um das zu ändern wollte ich versuchen, es mit Zirikote zu verschönern….
Was soll das denn sein?
Zirikote, ist ein  Furnier des gleichnamigen Baumes aus Amerika.
Es ist wild gemasert, sehr dunkel und besitzt einen gelben Splintholzbereich.
Aber schaut selbst:

Kleine Spielerei am Rande

Vor Kurzem habe ich zusammen mit meinem Vater nach der Arbeit eine Idee gehabt. Da wir gerne Gitarre spielen und mittlerweile so einige nette Instrumente haben, sollte ich einen weiteren Gitarrenständer entwerfen. Irgendwie bin ich allerdings von der Idee des Baus eines Gitarrenständers zu einem kompletten Gitarrenkorpus gelangt. Um mich nochmal mit unseren technischen Highlights zu befassen, habe ich mich dazu entschieden, eine der E-Gitarren mit Hilfe unseres 3D-Aufmaß-Systems zu vermessen. So erhalte ich die genaue Kontur der Gitarre und diese zugleich als digitale Polylinie. Nach einigem Ausprobieren habe ich nun die Kontur als digitale Polylinie auch auf dem Rechner. Jetzt wird die Polylinie mithilfe eines Zeichenprogramms auf dem Computer noch einmal bearbeitet. Danach wird die Kontur in ein CNC-Fräsprogramm umgeschrieben. Nach erfolgreicher Programmierung, muss die Kontur nur noch auf der CNC gefräst werden. Leider bin ich dazu noch nicht gekommen. Aber es werden bestimmt bald erste Fräsversuche in MDF folgen. MDF wird natürlich nur zum Ausprobieren der Fräskontur gewählt 😉

Es kann los gehen mit dem digitalen erfassen der Gitarre

Die grobe Kontur der Gitarre habe ich nun schon, aber es ist noch viel Arbeit nötig, damit die Kontur so ist, wie ich sie mir vorstelle… Aber als Grundlage nicht schlecht 😉

Auch das 1. Lehrjahr muss bestanden werden

Das erste Lehrjahr neigt sich dem Ende. Da wir im ersten Lehrjahr komplett in der Schule sind, müssen wir auch hier eine Prüfung ablegen. Diese  Prüfung steht bei uns Anfang Juli an.

Die Prüfung besteht überwiegend aus praktischen Aufgaben. Um genau zu sein aus:

  • einem kleinen schriftlichen Teil (ein paar Fragen beantworten)
  • einer Arbeitsablaufplanung
  • einer Fertigung eines Werkstücks
  • einer Maschinen-Prüfung (TSM1)
  • einem Fachgespräch

Insgesamt haben wir für unsere Prüfung, d.h. für alle aufgezählten Punkte außer dem Fachgespräch, nur 12 Stunden Zeit (auf zwei Tage verteilt). Da muss man echt schauen, dass wir nicht zu langsam arbeiten, sonst wird die Zeit wirklich knapp.
Wir bekommen also von unseren Lehrern bzw. vom  Land Baden-Württemberg eine Zeichnung vorgelegt und müssen dieses Werkstück dann herstellen. Davor müssen wir jedoch eine Arbeitsablaufplanung erstellen, dass man sieht, ob wir uns gut organisieren können. Um im folgenden Lehrjahr einen Teil an den Maschinen fertigen zu dürfen, machen wir in diesen 12 Stunden auch unsere Maschinen Prüfung. Bei der müssen wir alles über deren Einstellung bis hin zu den spezifischen Gefahren wissen. Nach den 12 Stunden findet noch ein Fachgespräch mit unserem Lehrer statt, in dem wir uns auf fachlicher Ebene über das gefertigte Werkstück unterhalten.

Ich bin mal gespannt, was wir fertigen dürfen!

Arbeit & Stress als Subunternehmer

Momentan sind wir ziemlich beschäftigt, wir haben einen sehr großen Auftrag an Land gezogen, über den ich euch später berichten werde. In den letzten paar Tagen jedoch haben wir etwas anderes gemacht: Wir haben als Subunternehmer drei Zimmer in einem großen Hotel in der Innenstadt aufgebaut. Die Arbeit als Subunternehmer ist interessant und beherbergt einige Schwierigkeiten. In unserem Fall war es so, dass eine große Schreinerei in Hessen eine Partnerschaft mit der Hotelkette hat, für die wir die Zimmer hergerichtet haben. Das heißt also, dass die Schreinerei die ganzen Möbel, wie das Bett, Schränke und Kommoden in Hessen baut und diese dann ins Hotel liefert. Für die Montage wird dann an ein Subunternehmen aus der Region beauftragt. Dies ist meist kostengünstiger als die eigenen Monteure für die Anfahrt, Verpflegung und Unterbringung zu bezahlen. Für den Subunternehmer kann es allerdings schwierig sein, wenn die Kommunikation nicht stimmt, beispielsweise wenn die einzelnen Teile nicht ausreichend beschriftet sind. Auch kann es passieren, dass man dann Überstunden machen muss, da man nur eine bestimmte Anzahl an Tagen hat, um fertig zu werden und eine Pauschale für den ganzen Auftrag vereinbart ist. Wir waren ziemlich im Stress und haben  ein bisschen länger gebraucht als erhofft, doch sind noch rechtzeitig fertig geworden! Die drei Zimmer waren quasi eine Probe, im August werden wir ganze acht Zimmer aufbauen! Leider durfte ich keine Fotos des Auftrages hochladen :/

Im Kistenwahn…..

Gleich nach den schwarzen Kisten aus Wenge habe ich mir auch noch eine Kiste aus Pflaume in DIN A4-Größe gebaut.

Zum Schluss habe ich sie fein geschliffen und mit einer Schellackpolitur versehen, so dass sie jetzt schön glänzt.

Die frische noch unlackierte Kiste.

Nach der Schellack-Politur ist ein klarer Glanz zu erkennen.

Kleinen Hilfsmittel mit großer Wirkung

Ich berichte euch heute über unser neustes Projekt. Hierbei dürfen wir von der Planung bis zur Durchführung alles selbst in die Hand nehmen. Unser Auftrag ist es, ein Flur-Organizer mit verschiedenen Vorgaben zu fertigen.

Die Vorgaben sind:
– Maße des Wandboards:  1000 mm x 600 mm
– Schubkasten + Korpus  (aus fertig beschichtetem Material)

Zuerst sollten wir eine Skizze mit unseren Ideen entwerfen , die wir auch gemeinsam in der Schule besprochen haben. Bei dem ein oder anderen traten dann Probleme auf, wie dass die Anordnung nicht passend, der Flur-Organizer überfüllt ist oder es einfach zu viele unterschiedliche Werkstoffe waren.
Damit wir uns den Flur-Organizer besser vorstellen und auch verschiedene Anordnungen probieren können, sollten wir ein Modell fertigen im Maßstab 1:5.

Mein Modell im Maßstab 1:5.

Ich habe mich  bei meinem Modell für verschiedene Werkstoffe entschieden. Die Grundplatte ist aus Ahorn. Meine Pinnwand (Kreis) soll aus Metall sein, da ich Magnete anheften möchte.  Die Ablage über den Haken soll auch aus Metall sein. Da der Schubkasten farblich dazu passen soll, möchte ich als fertig beschichtetes Material eine dunkelgraue/anthrazitfarbene Front haben. Die Ablage oben rechts ist für Handys oder andere Utensilien gedacht. Da in solchen Fächern meistens einfach alles rein geworfen wird und man irgendwann keine Ahnung mehr hat, was sich darin befindet, mache ich meine Front aus Acrylglas, so dass man immer einen Überblick hat. Die Haken unten links können dann als Ablage für den Schlüssel oder auch als Kleiderhaken oder Ähnliches verwendet werden.

… von der Seite.

Hier sieht man mein Modell von oben.

Mir hat es geholfen, dass ich ein Modell gemacht habe, denn ich habe ein paar Teile noch an die Größe angepasst und geändert. Aus Karton kann man sich also viel selbst Helfen, um das eigene Vorstellungsvermögen zu fördern.

 

Nachwuchsförderung

Leider entsteht mit der Zeit ein immer größerer Fachkräftemangel und es wird immer schwieriger neue gute Arbeitskräfte zu finden. Um junge Menschen für das Tischlerhandwerk zu begeistern, wurde dieses Jahr in Aachen der ,,Check in Day“ eingeführt. Als Auszubildender war auch ich an diesem Projekt beteiligt. Es kamen viele verschiedene Schüler und Schülerinnen aus Aachens Schulen zu uns. Sie wurden über den Alltag des Tischlers informiert und durften sich mal eine Werkstatt von innen ansehen. Damit die jungen Menschen nicht durch zu viel Gerede einschlafen und den Spaß an dem tollen Handwerk verlieren oder wir das Interesse erst gar nicht wecken können, waren wir Auszubildenden zuständig. Unter Aufsicht von uns durften die Schüler/-innen ihre ersten Rahmenecken ausprobieren. Desweiteren haben sie ihre ersten kleinen Kisten bauen dürfen. Durch die verschiedenen Stationen, lernten die Schüler genaues Anreißen, Gestellsägen, Japansägen, Stechbeitel, Bohrmaschinen, Akkuschrauber, Stichsägen und Dübelverbindungen kennen.

Erst zuschauen, dann selber ausprobieren …

Viele begeisterte und  talentierte junge Menschen, die hoffentlich den Weg zu unserem tollen Handwerk finden.

Pause muss auch mal sein. ..

Das ganze wurde von einem Fernsehteam des WDRs begleitet und kann sich gerne unter folgendem Link angeschaut werden:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-lokalzeit-aus-aachen-1260.html

Es rappelt in der Kiste….

In der vergangenen Woche haben wir ein paar kleine Kisten gebaut.
Sie sind so groß, dass man sie als Stiftebox mit praktischem Schiebedeckel verwenden kann.
Da wir noch einige Holzreste hatten, die für diese kleine Arbeit gut geeignet waren, fertigten wir unsere Kisten aus Wenge.

Optisch ein sehr schönes Holz,….

Aber fängt man an seine Linien auf dem schwarzen Holz anzuzeichnen, stellt man fest, dass man echt gute Augen braucht, um nicht daneben zu sägen.

Am Ende hat es irgendwie doch geklappt und das Ergebnis ist auch ok.

Interessante Aufträge und Kooperationen

Als Tischler arbeitet man oft mit externen Betrieben zusammen. Meistens sind dies Elektriker oder Glaserien, wir mussten jedoch vor kurzem eine Einbau-Wohnlandschaft herstellen und brauchten daher einen Polsterer. Ein Sofa war Neuland für uns und daher eine neue Herausforderung, die wir aber erfolgreich gemeistert haben. Zu dem Sofa wollte der Kunde auch einen Einbauschrank, dadurch hat der gesamte Auftrag ca. 2 Tage Einbauzeit gedauert, doch das Ergebnis lässt sich sehen!

Leider habe ich erst gegen Ende des Auftrags daran gedacht, Fotos zu knipsen.

Hier waren wir schon fast fertig!

Ein erfolgreicher Auftrag!

Auch der Polsterer hat ganze Arbeit geleistet 🙂

Mein Sitzhocker: Der letzte Schritt

Jetzt passen endlich alle Teile zusammen und das große Schleifen kann beginnen. Jede Delle und jede dreckige Stelle wird entfernt, bis die Oberfläche wirklich absolut einwandfrei ist.
Das sollte man nicht unterschätzen, denn da können locker mal ein paar Stunden drauf gehen …

Um das ganze zu komplettieren folgen noch zwei Aufträge Öl.

Die Bänder machen einen großen Teil der Kosten aus.

Der Innenraum der Kiste.

So sieht das ganze dann fertig aus.

Nur noch eine „Sitzprobe“ und „bestanden“!