Archiv für den Monat: Januar 2018

CNC-Programmierung 1.0

Diese Woche durften wir in der Berufsschule das erste Mal die CNC-Maschine selbst programmieren und das Werkstück natürlich auch fräsen/sägen/bohren lassen.

Alle von uns waren sehr angespannt und auch ein Stück weit aufgeregt, ob das Programm, das jeder von uns selbst geschrieben hat, auch wirklich funktioniert.
Meine Gruppe hat als Programmieraufgabe ein Schränkchen mit einem schrägen Boden bekommen. Da wir die „Sägefunktion“ an der CNC testen wollten, haben wir natürlich gleich ausprobiert, ob wir die Gehrung auch gut hin bekommen. Hier könnt ihr ein interessantes Video über die Programmierung von meiner Gruppe sehen.

Es gab zum Glück keine „Unfälle“ auf der CNC und es hat alles super geklappt! 🙂
Jetzt sind wir der CNC FACHKRAFT ein Stückchen näher.

 

Wieder ein Unikat mehr in Planung

Wir machen in unserer Firma oft extravagante und außergewöhnliche Stücke. Wir fertigen demnächst beispielsweise eine Küche für einen Kunden an, der uns ein etwa 150 Jahre altes Tor mitgegeben hat – daraus sollen wir die einzelnen Bretter herausschneiden und Fronten für die Küche fertigen. Beim Zuschnitt der Bretter musste ich besonders darauf achten, nichts zu zerstören, durch Druck zu verfärben und das Meiste aus den Stücken herauszubekommen. Das Tor wurde damals einfach mit überlangen Nägeln zusammengezimmert, das Entfernen der Nägel erwies sich als schwierig, da sie hinten einfach umgehauen wurden und alles ziemlich zerbrechlich war. Die alte Farbe war besonders empfindlich, bei Druck wurde sie direkt dunkel und auffällig matt. Ich habe mich dann dafür entschieden, die Bretter auszumessen und herauszusägen.

Ich hoffe, ich kann  demnächst ein Bild der fertigen Küche ergattern und anschließend hier zeigen 🙂

Edler Griff

Da in der letzten Woche in der Schule nichts Spektakuläres geschehen ist, zeige ich euch heute mal wieder ein kleines privates Projekt.
Vor einer Weile habe ich mir ein altes Rasiermesser organisiert und es neu geschärft.
Leider hat es nur einen Plastikgriff, doch das lässt sich schnell ändern.

Bei alten Möbeln hatte ich schon oft gesehen, dass auch Intarsien aus Metall möglich sind. Deshalb entschied ich mich bei dem Messer für einen Griff aus Ebenholz und Messing.

Doch wie die Intarsien ausarbeiten?
Dafür habe ich Ebenholz und Messing übereinander verleimt und dann alles mit einer Laubsäge ausgesägt.
Dabei gingen zwar mehrere Blätter kaputt, aber am Ende hat alles geklappt …
Hier einmal der Zwischenstand.

Wie die Zeit doch fliegt …

Anfangs war das Gesellenstück noch so weit entfernt, doch mittlerweile kommt auch diese Herausforderung immer näher. Natürlich habe ich zwischendurch immer mal wieder an das Stück gedacht und Ideen gesammelt. Doch so wirklich konkret wurde dies bis vor Kurzem nicht, erst als die Genehmigung zum Gesellenstück anstand. Dort muss man erste Entwürfe und Konstruktionsdetails darstellen und hoffen, dass das Stück genehmigt wird 😉 Da die ersten Ideen schon im Kopf waren und somit grob feststand, was es denn werden soll, war das alles nur halb so wild … Aber viel Arbeit ist es dennoch!

Ja, was soll es denn genau werden?

Es soll eine Formverleimung sein, die furniert wird. Das ganze Teil soll später mit einer Schattenfuge an der Wand aufgehangen werden. So wirkt es, als würde es schwebend an der Wand befestigt sein. Einfach, aber elegant! Die Formverleimung soll den Korpus darstellen. Vor diesem kommt eine furnierte Klappe mit einer kleinen Glasluke. So soll man später schon auf den Inhalt spähen können. Das Innenleben besteht aus einer Ablagefläche und einem Schubkasten. Der eingenutete Zierrücken besteht aus einem LED Flächenlicht, das eine vorstehende bedruckte Glasscheibe beleuchtet.
Vorstellbar? Wahrscheinlich eher nicht, oder? 😉
Damit Ihr Euch einen ersten Eindruck machen könnt, folgen gleich die Bilder 🙂
Nachdem ich mir die Proportionen und Maße überlegt und schon einmal grob skizziert habe, ging es los …

Viel Arbeit liegt vor mir und es geht endlich los!

Eine 3 Tafel Projektion.

Und die Schnitte …

Kleiner Tipp: Die Zeichnungen sind nicht für die spätere Abgabe und entsprechen somit nicht der DIN und sind nicht vollständig! Aber für die Genehmigung reicht es trotzdem aus und ich habe meinen Stempel erhalten! 🙂
Weitere Bilder vom Stück erhaltet Ihr natürlich, sobald ich die Zeichnungen im März DIN-gerecht abgegeben habe und mit dem Stückbau beginnen werde.

EV 36?!

Da wir in unserem Betrieb in der Regel keine klassischen Fenster oder Türen bauen, haben wir vor einiger Zeit einmal ein einzelnes Fenster gebaut, um einen kleinen Einblick zu bekommen

EV 36 – Was heißt das?
EV steht hier für „einfach verglast“. Somit wird nur eine Scheibe in dem Fenster verbaut und nicht mehrere hintereinander, so wie es heutzutage der Fall ist. Es wird zudem auch von einer einfachen, dünnen Scheibe ausgegangen, also alles so simpel wie möglich.

Die „36“ steht für ein Standardmaß. Es bezieht sich auf die Stärke der Rahmenhölzer und der Sprossen des Fensters. Denn so ist es möglich, diese in drei gleich große Teile einzuteilen.
Daraus ergeben sich dann die Höhe des Falzes mit 12 mm, die Einteilung der Schlitz-Zapfen-Verbindung mit je 12 mm und die Einteilung der einzustemmenden Zapfen an den Sprossen.

Als wir mit dem Fenster fertig waren, mussten wir feststellen, dass es sich nicht lohnt, ein einzelnes Fenster zu bauen, da der Fräser so oft verstellt werden muss, um die ganzen verschiedenen Fälze und Schrägen zu fräsen.
Sinnvoller ist es gleich einen ganzen Schwung zu produzieren, da man dann alle Teile hintereinander fräsen kann, dann die Maschine wieder verstellt und weiterfräst.

Schließprobe

 

Ein kleines Nebenprojekt

Hallo liebe Leser,

ich hoffe, ihr hattet eine schöne Weihnachtszeit und dass ihr gut ins neue Jahr gekommen seid! Ich habe vor kurzem ein Schneidebrett aus übrig gebliebenen Holzresten gebastelt, das ich euch gerne zeigen möchte. Das Projekt zeigt ganz gut, was man auch aus kleinen Überresten und dem richtigen Werkzeug noch basteln kann!

Übrig geblieben waren ein Ausschnitt einer Arbeitsplatte aus Buche, ein paar Steifen Räuchereiche und ein etwas dickeres Stück Eiche.

Spülbeckenausschnitt Buche, Räuchereiche und Eiche

Erst habe ich mir ein paar Gedanken über Maße, Stärke und Design gemacht. Dann habe ich die Buche gehobelt, da sie mir mit 40mm zu dick war, und mir ein Rechteck aus dem Stück geschnitten.

Designüberlegung – Trocken

Nachdem ich mit dem Design zufrieden war, habe ich die Teile zusammengeleimt und den überschüssigen Leim mit einem feuchten Tuch weggewischt.

Nachdem der Leim getrocknet war, habe ich das Stück noch einmal  gehobelt, um eine gerade Fläche zu erhalten.

Die Kanten habe ich mit dem Kantenfräser gefast, weil ich es schöner fand, als sie nur zu brechen oder zu Runden.

Danach wurde das Brettchen von allen Seiten fein geschliffen, etwas mit Wasser besprüht (damit sich die Fasern aufstellen) und nochmal fein geschliffen, damit diese Fasern sich nicht beim ersten Waschen des Brettes aufstellen.

Nun blieb mir nichts mehr anderes übrig als das Stück zu Ölen und kleine Gummifüße drunter zu schrauben, damit das Brett nicht rutscht oder gar von unten nass wird und sich kesselt 🙂

Das Projekt hat mir Spaß gemacht und wird hoffentlich länger halten als die günstigen Schneidebretter vom Discounter 🙂

Von der Bohle zum Tisch

Es ist wieder soweit! Ein neues Jahr hat begonnen und es hängen wieder jede Menge Auftragszettel an der Wand …
Mein erster Auftrag dieses Jahr war die Herstellung einer Eichentischplatte mit den Maßen 900x900x50 mm. So, der Auftrag ist dann schon einmal bekannt.
Zuerst habe ich die Eichenbohle besäumt und aufgetrennt. Für alle, die es nicht mehr so ganz auf dem Schirm haben: beim Besäumen wird einfach nur die Waldkante vom Rest der Bohle getrennt 😉 Danach habe ich mir drei Riegel mit Übermaß geschnitten. Diese wurden anschließend auf Maß gehobelt und auf genaues Maß geschnitten. Die Kanten der Innenseiten habe ich dann noch flott mit einer 3mm-Fase versehen. Danach ging es auch schon ans Verleimen … über Nacht getrocknet ging es am nächsten Tag den Außenkanten an den Kragen. Jetzt mussten nur noch Löcher in die Unterseite der Tischplatte gebohrt werden. Danach habe ich die Rampa-Muffen in die Löcher eingesetzt. Dort wird später ein individuell angefertigtes Stahltischgestell montiert. Naja, jetzt kam ,,nur noch“ die Oberflächenbehandlung. Und das wichtigste für die Oberflächenbehandlung ist?
Richtig, es ist die genaue Schleifarbeit, die später ein schöne Lack- oder Öloberfläche ermöglicht. Nachdem dies also auch erledigt war, wurde die Eichenplatte nur noch geölt …

Die Löcher für das spätere Gestell sind an der exakt angegebenen Stelle gebohrt.

Die Rampa Muffen sind drin.

Achtung! Frisch geölt 😉