Alle Artikel von Johannes Bänsch

Alle Türen stehen offen

Meine Idee war es, euch einen genauen Einblick in die Berufswettbewerbe und dem damit verbundenen Training zu geben. Leider hat dieses Jahr aufgrund der derzeitigen Lage, nur der Landeswettbewerb stattfinden können.  Damit sind auch die Vorbereitungen, die ich mit dem diesjährigen sächsischen Meister geplant  habe, ins Wasser gefallen. Nichtsdestotrotz möchte ich meine und die Begeisterung der Teilnehmer weitergeben und allen, die Bock auf mehr als „nur Malochen“ haben, zeigen, was noch alles so geht!

Wenn man seine Gesellenprüfung abgelegt hat und unter den besten des Kammerbezirkes landet, qualifiziert man sich für den Landeswettbewerb. Allein die Teilnahme bringt euch einen enormen Mehrwert.

Ähnlich wie in der praktischen Prüfung müsst ihr ein Werkstück in einer vorgegebenen Zeit fertigen. Unter Druck und Anspannung leistet man Enormes, in den letzten Minuten des Wettbewerbes kann man die Luft schneiden und einige sind so im Modus, dass sie Bäume ausreißen. In den Pausen und auch nach dem Wettbewerb entwickeln sich jedes mal gute Gespräche, bei denen Kontakte geknüpft werden und nebenbei gibt es keine bessere Bewerbungsunterlage als solch eine Teilnehmerurkunde.

Bei der sächsischen Meisterschaft haben zehn Junggesell*innen sieben Stunden um den Sieg gekämpft und die Punkteverteilung war wirklich sehr eng. Die Aufgabe war, einen Hängeschrank mit traditionellen Holzverbindungen und einer Klappe in Rahmenbauweise zu fertigen. Bewertet wurde mit maximal 100 Punkten nach Maßhaltigkeit, Passen der Verbindungen, Oberflächengüte und Arbeitsablauf.

Für mich als ehemaliger Kandidat, mittlerweile Trainer in Sachsen und helfende Hand in der Jury, ist es immer wieder total spannend, und ich bin froh, dass wir so viele gute Nachwuchskräfte im Handwerk haben.

Was ich damit sagen will: ranklotzen lohnt sich! Nicht nur eure beruflichen Skills entwickeln sich weiter, sondern auch eure persönlichen und mentalen Fähigkeiten wachsen.

Die einfachsten Dinge sind die besten

Gerade herrscht wieder etwas Flaute bei uns und ich möchte euch einen kleinen, aber feinen Helfer vorstellen, den ihr in einer freien Minute ganz simpel selber herstellen könnt.

Alles, was ihr dafür benötigt, findet ihr in der Resterecke. Ein Stück Multiplex oder Spanplatte beispielsweise von einem Küchenarbeitsplatten-Ausschnitt, dieses sollte ca. 40 mm stark und 300 x 300 mm breit sein. Das Stück wird von zwei Seiten eingeschnitten, sodass ein Winkel mit zwei Schenkeln entsteht. Jetzt wird nur noch die Spitze 45 Grad abgesetzt und fertig ist das Helferlein.

Bei mir kommt er vorrangig beim Verleimen von Korpen mit mehreren Zwischenböden zum Einsatz. Damit hat man den Vorteil, dass schon vor dem Verleimen einiges vorbereitet werden kann, und der eigentliche Prozess nicht im Chaos endet. Ihr werdet ab sofort niemanden mehr zum Halten schmaler Teile benötigen und könnt ausschließen, dass ein Schaden durch z. B. eine umgefallene Seite entsteht. Gleichzeitig härtet der Korpus im rechten Winkel aus, was für die spätere Montage essenziell ist.

         

Außerdem bietet dieser Winkel einige Spannmöglichkeiten wenn ihr nur einen Arbeitstisch und keine Hobelbank mit Spannzange habt. In diesem Fall lässt sich die Bügelkannte einfacher aufbringen wenn das Werkstück senkrecht steht, der Winkel verhindert das umkippen.

                                             

 

Urlaub zu Hause!

Im letzten Jahr hatte ich leider wenig Zeit für meinen Garten und es ist einiges auf der Strecke geblieben. Die vergangenen Urlaubswochen habe ich genutzt, die Steinhütte im Garten zu renovieren und auszubauen. Angefangen habe ich damit, die alte und heruntergekommene Wand- und Deckenverkleidung herauszureißen. Als die Dachbalken freigelegt waren, erkannte man, dass zwei Stück völlig hinüber waren und ausgetauscht werden mussten. Dabei hat mir ein bekannter Zimmermann geholfen, und das Problem war schnell gelöst.

       

Anschließend haben wir die Decke mit lackiertem OSB verkleidet und die Wände mit einem Kalkanstrich versehen, um Feuchtigkeit und Schimmel vorzubeugen. Die Laube besteht aus zwei Etagen, in denen wir Laminat verlegt haben, welches von einer Baustelle übrig geblieben war. 🙂

Ziel für dieses Jahr ist noch die jetzige Treppe, die eher einer Hühnerstallleiter ähnelt, zu erneuern.

 

 

 

 

 

 

 

Nebenbei wachsen wieder zahlreiche Nutzpflanzen und fürs Auge ist natürlich auch was dabei.

 

Werkstatt oder Baustelle ?

Seit drei Wochen bin ich mit zwei weiteren Arbeitskollegen in Österreich auf Montage. Unsere Aufgabe ist hier, ein Showhaus für EGGER (Spanplattenhersteller) ausbauen. Zuvor wurden die Möbel und Verkleidungen von uns in der heimischen Werkstatt gefertigt und so weit es ging vormontiert.

Wir haben in jedem Raum verschiedenes Laminat, Dekor und Plattenwerkstoffe verwendet. So ist zum Beispiel ein Raum mit Vollkern möbeln und -verkleidung versehen, ein anderer wiederum mit MDF-Hochglanz.

Diese Schowküche ist mit motorisierten Möbelbeschlägen ausgestattet, die durch Touch bedient werden und sich von selbst öffnen.

Mir persönlich gefällt die Teamarbeit, ohne die so eine anspruchsvolle Aufgabe nicht zu schaffen wäre. Außerdem kommt man mit anderen Gewerken in Kontakt und gerade als Junggeselle mit wenig Baustellenerfahrung lernt man jeden Tag etwas Neues dazu.

Der etwas bittere Beigeschmack ist die lange, körperlich anstrengende Arbeit und die etwas einseitige Ernährung vom Baustellengrill 😉

Und schon geht’s wieder los!

Nach langer Zeit des Stillstandes habe ich diese Woche endlich wieder an einem Kundenauftrag gearbeitet. Dabei handelt es sich um einen Massivholztisch aus Eiche, dessen Platte eine Stärke von 50 mm hat.

Der Unterschied zwischen Holz und Tischler? Holz arbeitet! 🙂

Genau dort fängt der Spaß an, vorausgesetzt man beachtet ein paar einfache Regeln. Es empfiehlt sich bereits beim Holzkauf für ein solches Projekt, darauf zu achten, Mittelbretter oder noch besser Kernbretter, also Holz mit stehenden Jahrringen auszusuchen. So kann man sich mit geschultem Blick schon viel Ärger ersparen. Nach dem Grobzuschnitt des Holzes solltet ihr euren Ofen mit Markröhre, Splint und einem 20 cm Anschnitt füttern, sonst könnt ihr eine gerade, rissfreie Platte vergessen. Das Verleimen ist immer ein Knackpunkt! Kern an Kern und Splintseite an Splintseite ist genauso wichtig, wie auf den Wuchs und die Maserung der einzelnen Teile zu achten. Mit ein paar Lamellos zwischen den Stößen spart ihr viel Zeit beim Hobeln und Schleifen.

Wenn sich die Hektik vom Verleimen gelegt hat, ist es noch nicht vorbei. Ich habe die Tischplatte auf der Unterseite, mit der Handkreissäge längs geschlitzt, um der 50 mm Eiche Kraft zu nehmen. Außerdem wurde ein L-Stahl eingelassen und verschraubt, um die Platte gerade zu halten.

Selbst mit all den Maßnahmen lässt es sich nicht zu 100% verhindern, dass das Holz arbeitet, auch wenn wir im Homeoffice sind.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Da unser Betrieb durch die derzeitige Situation kaum Aufträge bekommt, kann ich euch leider wenig Einblick in meinen Berufsalltag geben, dafür umso mehr über eigene Projekte berichten.

In der vergangenen Woche war wieder etwas Zeit, um aus Restholz etwas Schönes zu schaffen. Meiner Wohnung fehlte im Eingangsbereich noch ein Spiegel, den ich beim Glaser in dem von mir benötigten Maß bestellte. Diesen kombinierte ich mit Baumkanten die ich zunächst von der Rinde befreit, danach gefälzt, geschliffen und mit Hartwachsöl versiegelt habe. Anschließend wurde der Spiegel mit entsprechendem Kleber im Falz der Baumkanten fixiert. Das fertige Stück habe ich mit Hängeleisten an der Wand  befestigt.

        

Zusätzlich habe ich noch eine kleine Schuhablage gefertigt, diese besteht aus vier Seiten auf Gehrung und einem Boden aus Siebdruck-Multiplex und wurde mit Quarzsteinen aufgefüllt.

       

Zu Hause bleiben, leichtgemacht!

Um das Beste aus euren Projekten herauszuholen, ist gutes Werkzeug das A und O. Lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und das Arbeiten fällt viel leichter. Der Plan geht aber nur mit sorgfältiger Pflege, Benutzung und Lagerung auf.

Ich habe die Tage zu Hause genutzt und mein Werkzeug geschärft, dazu gehören alle Stecheisen, Hobelmesser und Anreißwerkzeuge. Dies sollte immer nass und stufenweise durchgeführt werden. Ich beginne bei starker Abnutzung am Tormek, danach folgen drei Steine bis zu einer Körnung von 8000 , mit der man eine perfekte Gebrauchsschärfe erreicht. Außerdem benutze ich eine Schleifhilfe, um die jeweiligen Winkel für verschiedene Arbeiten anzuschleifen. Es empfiehlt sich, alle Schneiden dünn mit Kamelienöl einzustreichen, um Flugrost oder Verschmutzungen zu vermeiden.

Die Metallhobel finden bei mir ihren Platz in Anti-Rost-Socken und Stemmeisen in Lederrolltaschen. Super geeignet wäre auf Ölpapier, obwohl das hin und wieder einreißt.

 

Schafft was aus der Resterecke

Mit meinem Umzug habe ich mich einiger „IKEA-Möbel“ entledigt und nun gilt es, neue eigene zu bauen. Ein paar Sachen sind schon fertig und heute zeige ich euch meinen Waschbeckenunterschrank.

Er besteht komplett aus Restplatten und -kanten, die von einem riesigen Auftrag übrig geblieben sind. Bei Möbeln in Feuchträumen ist es wichtig, „wasserfeste“ (grüne) Plattenwerkstoffe zu verwenden. Nach einem kleinen Aufmaß, ein paar Skizzen und ca. drei Tagen Arbeit ist schon das Ergebnis zu sehen.

Da mir modernes Design sehr zusagt, habe ich Eiche mit Grau kombiniert und eine grifflose Möbelfront gewählt. Die Schräge am Schrank ergibt sich durch den Öffnungswinkel der Duschtür. Im Korpus sind Tip-ons (Druckschnäpper) und Topfbänder mit Dämpfung verbaut, damit sich die Türen elegant öffnen und schließen lassen.