Alle Artikel von Cathrin Brüstle

DIY – TV Board

Der sogenannte ‚used-look‘ ist heute im Möbelbau nicht mehr wegzudenken. Vergangenen Woche habe ich mich mit einem TV board, das ich in diesem Stil gestalten wollte, beschäftigt. Dafür habe ich aus meinem Betrieb zwei Paletten gekauft. Diese sind aus Kiefernholz in den klassischen Maßen der Europaletten.
Zu Beginn habe ich mit einer Handkreissäge einen Teil der Paletten abgesägt.

Von dem abgesägten Teil habe ich im Folgenden drei der Zwischenklötze entfernt, um diese zwischen die beiden Paletten zu setzten. Somit gewinnt das TV Board an Höhe und an Stauraum.
Vor der Montage ging es nun an die Oberfläche. Dafür habe ich alle Flächen geschliffen und sowohl herausstehende Nägel als auch Thackernadeln entfernt. Nun habe ich alle Teile in einem dunklen braun lasiert, damit sich das Möbel in den Raum farblich einfügt.
Nachdem die Lasur vollständig getrocknet ist, habe ich die Teile mittels Leim und Schrauben aneinander fixiert.
Nun bietet das TV Board die Fläche für einen Fernseher und genügend Stauraum für weitere Medien.

Holz – mehr als nur Baumaterial

Für uns Schreiner ist Holz selbstverständlich das beste Material, um Möbel zu bauen oder Räume und Außenbereiche zu gestalten.
Aber der vielseitige Werkstoff kann noch viel mehr!
In einer Zeit, in der wir uns um die Klimabilanz Gedanken machen und längst offenbar ist, dass Rohstoffe wie Gas und Erdöl endlich sind, kommt Holz als Energieträger wieder zunehmend eine  größere Bedeutung zu. Denn Holz sieht nicht nur als Möbel verarbeitet gut aus, sondern es kann auch unsere Häuser mit Wärme versorgen. Das Tolle daran: Holz verbrennt klimaneutral und ist somit nicht an der Entstehung des Treibhauseffektes beteiligt. Das beim Verbrennen freigesetzte Kohlenstoffdioxid wird von den Bäumen wieder aufgenommen und mittels Fotosynthese in Sauerstoff umgewandelt. Somit ist das Heizen mit Holz durchaus nachhaltig, vorausgesetzt, dass es nachhaltig gewonnen wurde und wieder nachwachsen kann.

Die Holzgewinnung selbst ist recht schweißtreibend und anstrengend. Natürlich kann man sich fertige Holzscheite liefern lassen, allerdings hat solch ein Service seinen Preis.
Also haben wir letztes Wochenende selbst losgelegt und die gelieferten Baumstämme erst mit der Motorsäge in ein Meter lange Stämme gesägt und sie danach mit einem hydraulischen Holzspalter zerteilt.

Zum Schluss haben wir die Spalten gestapelt. Jetzt muss das Holz noch rund zwei Jahre trocknen, damit ein gutes Brennergebnis erzielt werden kann.

Ab auf die Piste!

Vergangene Woche ging es für mich und meine Schülergruppe vom technischen und sozialwirtschaftlichen Gymnasium auf in die Schweiz nach Hasliberg.
Treffpunkt war kurz vor halb sechs vor unserer Schule in Emmendingen, um halb sechs fuhren wir dann los. Nach rund drei Stunden Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht. Jetzt konnte es losgehen! Die meisten von uns stürzten sich mit Skiern oder Snowboards die Pisten hinab, wir aber wollten unsere selbst gebauten Schlitten einweihen.
Hasliberg ist bekannt für seine Schlittenwege, die durch zauberhafte Winterlandschaften führen.
Zunächst ging es erst mal mit der Gondel den Berg hinauf, um zu den für Schlitten ausgewiesene Pisten zu gelangen. Unser Lehrer empfahl uns eine bestimmte Strecke, um den Schlitten einzufahren und lenken zu lernen. Bei einer Linkskurve ist es zum Beispiel wichtig, den rechten Fuß auf das Gestell zu drücken, das Körpergewicht nach links zu verlagern und die linke Hand am Boden entlangzuführen.
Auf den geraden Strecken kam es  zu unserem Leidwesen auch durchaus vor, dass wir den Schlitten ein Stück weit ziehen mussten. Aber das tat dem Riesenspaß,  den wir an diesem Tag hatten, keinen Abbruch.
Nach einiger Zeit hatten wir unsere Schlitten schließlich unter Kontrolle und wagten uns auf steilere Pisten.

Wirklich erstaunlich, wie viel Tempo man bei der Abfahrt draufkriegt!  Das liegt zum einen natürlich am Streckenverlauf, zum anderen aber auch an der Bauweise der Rennrodel. Näheres zu der genauen Herstellung werde ich euch in einem meiner nächsten Beiträge verraten.

Keshiki selbst gemacht!

Es geht weiter mit der Herstellung unserer eigenen Werkzeuge. Parallel zu der Produktion unserer Gestellsäge haben wir das sogenannte Keshiki gebaut. Es handelt sich hierbei um das japanische Streichmaß, welches sich in Form und Anwendung vom deutschen Streichmaß unterscheidet.
Zu Beginn hat jeder eine Holzkombination bekommen; man konnte zwischen Ulme und Wenge oder Paduk und Weißbuche wählen. Ich habe mich für Ulme und Wenge entschieden. Im nächsten Schritt hat jeder mit einer Schablone die Rundung und Bohrungen auf das Holz gezeichnet, danach wurden die Bohrungen gebohrt und die mittig liegende ausgestemmt.
Anschließend haben wir mittels Raspel und Feile an der oberen Kante eine Rundung geformt.
Wichtig dabei war, die äußeren Kanten nicht zu verletzen, damit das Keshiki bei der Verwendung richtig angelegt werden kann. Dann haben wir an den beiden äußeren Kanten Winkel gesägt, die man später dazu nutzen kann, Schwalbenschwanzzinkungen anzureißen.
Nun fehlte noch der Stab, der durch das ausgestemmte Loch geführt wird. Dieser wurde von uns zugesägt, geschliffen und an einer Seite gerundet, während auf der anderen Seite nur die Kanten gebrochen wurden. Am Ende haben wir einen schmalen Streifen gebohrt, um das spitze Messer hindurchzustecken.
Schließlich haben noch aus Holz einen Würfel gefertigt, mit dem sich die Schraube verstellen lässt.
Nach dem zweifachen Ölen haben wir das Keshiki zusammengebaut.

Die Gestellsäge

Wie ihr in einem meiner letzten Beiträge lesen konntet, beschäftigen wir uns in der Schule mit der Herstellung unserer eigenen Werkzeuge. Nach dem Klüpfel folgt nun die Gestellsäge.
Zu Beginn haben wir dafür die Form mit einer Schablone auf amerikanisches Nussbaumholz gezeichnet, um daraus die Griffe an der Bandsäge herauszusägen. Die engen Rundungen haben wir im Vorfeld gebohrt. Die oberen Enden haben wir nun mit dem Hobel, der Raspel und der Feile verjüngt und die Kanten gerundet.

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Das Vesperbrett

In einer unserer ersten Berufsfachkunde-Schulstunden haben wir uns mit dem Zeichnen und Bemaßen eines Vesperbrettes beschäftigt.
Hierbei durften wir uns eine beliebige Form aussuchen, jedoch musste sie Rundungen enthalten. Die individuellen Bretter sollten nun mittels Lineal und Zirkel konstruiert werden.
In den letzten Berufspraxiskunde-Stunden widmeten wir uns der Herstellung dieser Vesperbretter.
Zu Beginn wählten wir das Holz aus. Dabei entschieden wir uns für stabiles Ahornholz. Dieses längten wir ab, besäumten es, hobelten eine Seite plan und fügten eine Kante an. Die übrigen Flächen und Kanten hobelten wir ebenfalls aus.
Nun begann jeder, sich mit seiner Form zu beschäftigen. Ich hatte mich für die Form einer Ananas entschieden, die ich dann auf das Holz zeichnete. Im Anschluss sägte jeder sein Brett mit der Bandsäge in die gewünschte Form.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, beschäftigten wir uns mit der Oberfläche. Dabei fügten wir die Kanten rechtwinklig zu den Flächen an. Dazu verwendeten wir die Raspel sowie die Feile. Zum Schluss haben wir alle Seiten geschliffen, um eine noch geschmeidigere Oberfläche zu erhalten.


Am Ende hatten wir noch die Möglichkeit, in unser Vesperbrett etwas einzubrennen. Hierbei zeichneten wir uns die Linien, die hervorgehoben werden sollten, mit dem Bleistift an, um sie dann mit dem Lötkolben nachzufahren.

Der Klüpfel

In unserem Hauptfach „Berufspraxiskunde“ beschäftigen wir uns gerade mit der Herstellung von verschiedenen Werkzeugen.

Im Folgenden möchte ich berichten, wie ein Klüpfel hergestellt wird.
Der Klüpfel ist japanisch angelehnt und gestaltet sich als wuchtiger Holzhammer.  Als Erstes formten wir die Stäbe des Griffs aus Eschenholz. Dazu haben wir den Griff in circa vier Teile eingeteilt. Das dritte Viertel sollte dabei schmaler gehobelt werden als der Rest des Griffs. Mittels Raspel, Feile und Schleifpapier wurde er dann gerundet und glatt geschliffen. Am unteren Ende haben wir noch ein Loch hineingebohrt, um ihn nach der Fertigstellung aufhängen zu können.

Dann machten wir uns an die Herstellung des Hammerkopfs und wählten dafür ein Stück stabiles Akazienholz. Wir hobelten es von allen Seiten und formten die obere Seite rund. Nun fügten wir an alle Kanten Fasen von fünf Millimetern an.

Um die beiden Teile zusammenzufügen, bohrten wir in die Mitte des Hammerkopfs ein Loch, das wir im Anschluss mit dem Stemmeisen quadratisch ausstemmten. Das Loch auf der Unterseite soll jedoch kleiner als das auf der Oberseite. Dieser Hohlraum sollte nun bestenfalls dieselbe Größe haben wie das schmale Viertel des Griffs.
Somit wurde nun der Griff durch das Loch geführt, bis er fest saß.
Um eine optimale Haptik und Oberfläche zu schaffen, wässerten wir die Griffe und schliffen sie nach dem Trocknen erneut.
Zum Schluss stempelte jeder seine Initialen in das Hirnholz.

Nicht nur Praxis

Wie in jeder Berufsausbildung geht es auch in der Schreinerlehre nicht ohne Theorie. In der einjährigen Berufsfachschule für Holztechnik haben wir jede Woche sechs Unterrichtsstunden in Berufsfachkunde. In diesem Fach schreiben wir regelmäßig Tests und nächste Woche unsere 2. Klausur in diesem Halbjahr. Thematisch geht es diesmal um Werkstoffplatten sowie deren Kurzbezeichnungen. Außerdem wird das Thema Furnier vertieft. Dabei müssen wir uns sowohl mit der Herstellung als auch mit den Besonderheiten der verschiedenen Furnierarten auseinandersetzen.
Eine weitere Aufgabe wird sein, eine dimetrische Zeichnung – also eine dreidimensionale Zeichnung –,  die in einem bestimmten Winkel zum Betrachter steht, in eine Dreitafelprojektion umzuwandeln und umgekehrt. Die Dreitafelprojektion ist eine Zeichnung, bei der ein Möbelstück von der Vorderansicht, der linken Seitenansicht sowie von der Draufsicht gezeichnet wird.
In der Regel haben wir neunzig Minuten Zeit, um die gestellten Klausuraufgaben zu lösen.

Und so verbringt man dann seine Freizeit zwischen Büchern und Zeichnungen. 😀