Alle Artikel von Cathrin Brüstle

Keshiki selbst gemacht!

Es geht weiter mit der Herstellung unserer eigenen Werkzeuge. Parallel zu der Produktion unserer Gestellsäge haben wir das sogenannte Keshiki gebaut. Es handelt sich hierbei um das japanische Streichmaß, welches sich in Form und Anwendung vom deutschen Streichmaß unterscheidet.
Zu Beginn hat jeder eine Holzkombination bekommen; man konnte zwischen Ulme und Wenge oder Paduk und Weißbuche wählen. Ich habe mich für Ulme und Wenge entschieden. Im nächsten Schritt hat jeder mit einer Schablone die Rundung und Bohrungen auf das Holz gezeichnet, danach wurden die Bohrungen gebohrt und die mittig liegende ausgestemmt.
Anschließend haben wir mittels Raspel und Feile an der oberen Kante eine Rundung geformt.
Wichtig dabei war, die äußeren Kanten nicht zu verletzen, damit das Keshiki bei der Verwendung richtig angelegt werden kann. Dann haben wir an den beiden äußeren Kanten Winkel gesägt, die man später dazu nutzen kann, Schwalbenschwanzzinkungen anzureißen.
Nun fehlte noch der Stab, der durch das ausgestemmte Loch geführt wird. Dieser wurde von uns zugesägt, geschliffen und an einer Seite gerundet, während auf der anderen Seite nur die Kanten gebrochen wurden. Am Ende haben wir einen schmalen Streifen gebohrt, um das spitze Messer hindurchzustecken.
Schließlich haben noch aus Holz einen Würfel gefertigt, mit dem sich die Schraube verstellen lässt.
Nach dem zweifachen Ölen haben wir das Keshiki zusammengebaut.

Die Gestellsäge

Wie ihr in einem meiner letzten Beiträge lesen konntet, beschäftigen wir uns in der Schule mit der Herstellung unserer eigenen Werkzeuge. Nach dem Klüpfel folgt nun die Gestellsäge.
Zu Beginn haben wir dafür die Form mit einer Schablone auf amerikanisches Nussbaumholz gezeichnet, um daraus die Griffe an der Bandsäge herauszusägen. Die engen Rundungen haben wir im Vorfeld gebohrt. Die oberen Enden haben wir nun mit dem Hobel, der Raspel und der Feile verjüngt und die Kanten gerundet.

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Das Vesperbrett

In einer unserer ersten Berufsfachkunde-Schulstunden haben wir uns mit dem Zeichnen und Bemaßen eines Vesperbrettes beschäftigt.
Hierbei durften wir uns eine beliebige Form aussuchen, jedoch musste sie Rundungen enthalten. Die individuellen Bretter sollten nun mittels Lineal und Zirkel konstruiert werden.
In den letzten Berufspraxiskunde-Stunden widmeten wir uns der Herstellung dieser Vesperbretter.
Zu Beginn wählten wir das Holz aus. Dabei entschieden wir uns für stabiles Ahornholz. Dieses längten wir ab, besäumten es, hobelten eine Seite plan und fügten eine Kante an. Die übrigen Flächen und Kanten hobelten wir ebenfalls aus.
Nun begann jeder, sich mit seiner Form zu beschäftigen. Ich hatte mich für die Form einer Ananas entschieden, die ich dann auf das Holz zeichnete. Im Anschluss sägte jeder sein Brett mit der Bandsäge in die gewünschte Form.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, beschäftigten wir uns mit der Oberfläche. Dabei fügten wir die Kanten rechtwinklig zu den Flächen an. Dazu verwendeten wir die Raspel sowie die Feile. Zum Schluss haben wir alle Seiten geschliffen, um eine noch geschmeidigere Oberfläche zu erhalten.


Am Ende hatten wir noch die Möglichkeit, in unser Vesperbrett etwas einzubrennen. Hierbei zeichneten wir uns die Linien, die hervorgehoben werden sollten, mit dem Bleistift an, um sie dann mit dem Lötkolben nachzufahren.

Der Klüpfel

In unserem Hauptfach „Berufspraxiskunde“ beschäftigen wir uns gerade mit der Herstellung von verschiedenen Werkzeugen.

Im Folgenden möchte ich berichten, wie ein Klüpfel hergestellt wird.
Der Klüpfel ist japanisch angelehnt und gestaltet sich als wuchtiger Holzhammer.  Als Erstes formten wir die Stäbe des Griffs aus Eschenholz. Dazu haben wir den Griff in circa vier Teile eingeteilt. Das dritte Viertel sollte dabei schmaler gehobelt werden als der Rest des Griffs. Mittels Raspel, Feile und Schleifpapier wurde er dann gerundet und glatt geschliffen. Am unteren Ende haben wir noch ein Loch hineingebohrt, um ihn nach der Fertigstellung aufhängen zu können.

Dann machten wir uns an die Herstellung des Hammerkopfs und wählten dafür ein Stück stabiles Akazienholz. Wir hobelten es von allen Seiten und formten die obere Seite rund. Nun fügten wir an alle Kanten Fasen von fünf Millimetern an.

Um die beiden Teile zusammenzufügen, bohrten wir in die Mitte des Hammerkopfs ein Loch, das wir im Anschluss mit dem Stemmeisen quadratisch ausstemmten. Das Loch auf der Unterseite soll jedoch kleiner als das auf der Oberseite. Dieser Hohlraum sollte nun bestenfalls dieselbe Größe haben wie das schmale Viertel des Griffs.
Somit wurde nun der Griff durch das Loch geführt, bis er fest saß.
Um eine optimale Haptik und Oberfläche zu schaffen, wässerten wir die Griffe und schliffen sie nach dem Trocknen erneut.
Zum Schluss stempelte jeder seine Initialen in das Hirnholz.

Nicht nur Praxis

Wie in jeder Berufsausbildung geht es auch in der Schreinerlehre nicht ohne Theorie. In der einjährigen Berufsfachschule für Holztechnik haben wir jede Woche sechs Unterrichtsstunden in Berufsfachkunde. In diesem Fach schreiben wir regelmäßig Tests und nächste Woche unsere 2. Klausur in diesem Halbjahr. Thematisch geht es diesmal um Werkstoffplatten sowie deren Kurzbezeichnungen. Außerdem wird das Thema Furnier vertieft. Dabei müssen wir uns sowohl mit der Herstellung als auch mit den Besonderheiten der verschiedenen Furnierarten auseinandersetzen.
Eine weitere Aufgabe wird sein, eine dimetrische Zeichnung – also eine dreidimensionale Zeichnung –,  die in einem bestimmten Winkel zum Betrachter steht, in eine Dreitafelprojektion umzuwandeln und umgekehrt. Die Dreitafelprojektion ist eine Zeichnung, bei der ein Möbelstück von der Vorderansicht, der linken Seitenansicht sowie von der Draufsicht gezeichnet wird.
In der Regel haben wir neunzig Minuten Zeit, um die gestellten Klausuraufgaben zu lösen.

Und so verbringt man dann seine Freizeit zwischen Büchern und Zeichnungen. 😀

Ein Haus im Wald

Die vergangene Woche verbrachten meine Klasse, unsere Lehrer und ich im Waldhaus in Freiburg, genauer gesagt in der dortigen Grünholzwerkstatt. Das Waldhaus Freiburg wurde im November 2008 eröffnet und bietet Weiterbildungen zum Thema Umwelt, Nachhaltigkeit und Forstwirtschaft.

In der Grünholzwerkstatt wird frisch geschlagenes Holz verarbeitet. Es bietet den Vorteil, dass es leichter zu bearbeiten ist als getrocknetes Holz. Um es richtig verarbeiten zu können, eignet sich ein Schneidesel und ein Ziehmesser.

Wir haben an diesen beiden Tagen mit der Herstellung eines Stuhls für jeden Schüler begonnen. Hierfür haben wir zu Beginn Holz gespalten, um es im Folgenden 8-Eckig zu formen. Diese Stäbe bieten Stabilisierung für die Stuhlbeine. Außerdem haben wir die Stäbe für die Ränder der Sitzfläche geformt, an denen Stoff gespannt wird.

Währenddessen haben wir mit der Fertigung von Schlitten angefangen. Dafür haben wir das Holz mittels Wasserdampf erhitzt, um es dann für die Kufen zu runden. Hierbei war sowohl unser Geschick als auch unsere Schnelligkeit gefordert.

Auf diesem Video kann man sehen, wie das Holz mittels Schraubzwingen in seine Form gezwungen wird.