Alle Artikel von Deniz Güclüoglu

Gesellenstücke 2017 und das 2. Lehrjahr

Heute hatten wir den letzten Tag in der Berufsschule und sind dadurch so gut wie im 2. Lehrjahr. Kaum zu glauben, dass es schon ein Jahr her ist, seit ich mit der Ausbildung angefangen habe! Gestern haben wir uns die Gesellenstücke der Azubis im 3. Lehrjahr ( also jetzt Gesellen) angeschaut, dabei gibt es echt fantastische Stücke! Ich habe leider nur ein paar Fotos machen können, doch ich bin mir sicher, das die ganzen Fotos bald auch online sein werden! Ich hoffe, dass ich in 2 Jahren etwas auch nur halb so Schönes anfertigen kann 😀

Mal etwas anderes – in Betonoptik.

Mit drehbarem Weinfassbrett.

Die Maserung des Furniers ist schön beibehalten

Integrierter Plattenspieler!

Aufwendigste Furnierarbeit!

Halb modern halb Europalette – sehr schick!

Recycling aus betrieblichen Resten

Wir haben vor kurzem Badezimmermöbel für einen Kunden hergestellt. Für die Fronten haben wir mit Eiche furnierte Tischlerplatten benutzt. Was Furnier eigentlich ist, hat euch Jonas bereits in einem älteren Artikel erklärt. Nach dem Auftrag waren einige Reste übrig, die ich mir fix unter den Nagel gerissen habe, bevor sie in der Tonne landen! Ein guter Freund von mir hatte Geburtstag und fand meine Düsseldorfer Skyline Idee aus Wolle und Nägeln schön. Daher habe ich die Gelegenheit genutzt und ihm zum Geburtstag etwas Ähnliches gebastelt. Die Reste habe ich erst zurechtgeschnitten und mit Eichenkanten versehen. Das Ganze habe ich dann fein geschliffen, gerundet und anschließend geölt, damit die Maserung etwas angefeuert wird. Zuhause habe ich dann das Motiv ausgedruckt, mittig positioniert und mit Klebeband befestigt um dann die Konturen zu nageln. Ich bin dann mit der Wolle im Zufallsprinzip um die Nägel gegangen um das Motiv auszufüllen. Zum Schluss habe ich Buchstaben mit weißem Lack versehen, um das Wort „Underground“ zum Vorschein zu bringen. Mein Kumpel hat sich sehr gefreut!

Das fertige Bild an der Wand.

Jetzt kann es mit der Wolle weitergehen!

Das Nageln ist ziemlich zeitaufwendig.

Arbeit & Stress als Subunternehmer

Momentan sind wir ziemlich beschäftigt, wir haben einen sehr großen Auftrag an Land gezogen, über den ich euch später berichten werde. In den letzten paar Tagen jedoch haben wir etwas anderes gemacht: Wir haben als Subunternehmer drei Zimmer in einem großen Hotel in der Innenstadt aufgebaut. Die Arbeit als Subunternehmer ist interessant und beherbergt einige Schwierigkeiten. In unserem Fall war es so, dass eine große Schreinerei in Hessen eine Partnerschaft mit der Hotelkette hat, für die wir die Zimmer hergerichtet haben. Das heißt also, dass die Schreinerei die ganzen Möbel, wie das Bett, Schränke und Kommoden in Hessen baut und diese dann ins Hotel liefert. Für die Montage wird dann an ein Subunternehmen aus der Region beauftragt. Dies ist meist kostengünstiger als die eigenen Monteure für die Anfahrt, Verpflegung und Unterbringung zu bezahlen. Für den Subunternehmer kann es allerdings schwierig sein, wenn die Kommunikation nicht stimmt, beispielsweise wenn die einzelnen Teile nicht ausreichend beschriftet sind. Auch kann es passieren, dass man dann Überstunden machen muss, da man nur eine bestimmte Anzahl an Tagen hat, um fertig zu werden und eine Pauschale für den ganzen Auftrag vereinbart ist. Wir waren ziemlich im Stress und haben  ein bisschen länger gebraucht als erhofft, doch sind noch rechtzeitig fertig geworden! Die drei Zimmer waren quasi eine Probe, im August werden wir ganze acht Zimmer aufbauen! Leider durfte ich keine Fotos des Auftrages hochladen :/

Interessante Aufträge und Kooperationen

Als Tischler arbeitet man oft mit externen Betrieben zusammen. Meistens sind dies Elektriker oder Glaserien, wir mussten jedoch vor kurzem eine Einbau-Wohnlandschaft herstellen und brauchten daher einen Polsterer. Ein Sofa war Neuland für uns und daher eine neue Herausforderung, die wir aber erfolgreich gemeistert haben. Zu dem Sofa wollte der Kunde auch einen Einbauschrank, dadurch hat der gesamte Auftrag ca. 2 Tage Einbauzeit gedauert, doch das Ergebnis lässt sich sehen!

Leider habe ich erst gegen Ende des Auftrags daran gedacht, Fotos zu knipsen.

Hier waren wir schon fast fertig!

Ein erfolgreicher Auftrag!

Auch der Polsterer hat ganze Arbeit geleistet 🙂

Wer kann’s? Der Tischler

Vor einigen Wochen hatten wir einen etwas anderen Auftrag. Der Kunde wollte eine Gartenhütte, in der er sein Fahrrad etc. abstellen kann. Dabei mussten wir verschiedene Aspekte beachten, wie beispielsweise die Verankerung und die Witterung.

Als Tischler arbeitet man mit vielen Materialien: So besteht das Gerüst aus massiven Balken, die Seiten aus Siebdruckplatten und die Verkleidung aus Kunstoffpaneelen. Die Balken haben wir in der Firma mit einer speziellen Lasur überzogen, um das Holz witterungsbeständig zu machen. Zudem haben wir uns dafür entschieden, das Gerüst so zu konstruieren, dass man es zusammenstecken muss (das erkennt man gut auf dem ersten Bild). Der Auftrag war anstrengend, da alles sehr genau werden musste, und vor allem das Schloss brachte einige Schwierigkeiten mit sich. Doch nachdem alles stand, waren wir doch auch sehr stolz 🙂

So haben wir morgens angefangen..

Während des Aufbaus.

Fast fertig!

Das Gelernte privat einsetzen

In den letzten paar Wochen war ich ziemlich beschäftigt: Wir mussten die Wohnung meiner Mutter renovieren, weil ihr damaliger Mieter einen Saustall hinterlassen hat, in dem man nicht mehr wohnen konnte. Mitunter musste ich Sachen machen, die ich auf der Arbeit gelernt habe, wie beispielsweise Silikon- und Acrylfugen ziehen, Möbel und Lampen richtig anbringen und Fußleisten passgerecht sägen.  Ich durfte mir Werkzeug von der Arbeit mitnehmen um an den Wochenenden und nach der Arbeit an der Wohnung zu arbeiten, was sehr hilfreich war.

Wir mussten uns auch an neuen Sachen versuchen, wie Wände verputzen und Tapezieren, was sich schwieriger anhört als es ist.  Ich habe dabei Unterstützung von der Familie  und Freunde erhalten, wofür ich sehr dankbar bin. Ohne Hilfe wäre ich wahrscheinlich noch am Anfang! Es ist vor allem zeitaufwändiger als man denkt, wenn man es denn ordentlich machen möchte! Zu guter Letzt musste alles gestrichen werden, jeder der mich kennt weiß, dass ich Streichen hasse! Die Wohnung ist jetzt aber endlich wieder beziehbar.

Diese Wand musste verputzt und tapeziert werden.

Hier musste ich die Silikonfugen um das Waschbecken sowie als Wandabschluss ziehen. Irgendwann muss ich noch Sockelleisten sowie Passblenden anbringen.

Die Aluprofile dienen zur optischen Verbesserung.

Eine frisch verputzte Wand.

Vom Baum zum Badezimmerschrank

Diese Woche hatten wir eine Baustelle bei einem Kunden mit speziellem Wunsch. Er besitzt ein riesiges Feld mit entsprechend vielen Bäumen. Eine dieser Eichen musste vor ca. 8 Jahren von ihm gefällt werden und der Kunde hat den Baum nicht nur selbst gefällt, sondern auch eigenhändig aufgetrennt und zu Bohlen verarbeitet. Ein paar dieser Bohlen hat er uns vor einigen Wochen zur Verfügung gestellt, um ihm daraus unter anderem einen Badezimmerschrank und einen Massivholz-Tisch zu bauen, hier ist das Ergebnis!

Ein guter Kontrast zwischen Natur und lackierter Oberflächen.

Den äußeren Teil nennt man „Waldkante“.

Überraschender Fund auf der Baustelle

Letzte Woche haben wir im Garten eines Kunden einen rechteckigen Grund aus Terassendielen gebaut. Auf diesen Platz wird er bald seine Hollywood-Schaukel stellen. Die Dielen bestehen aus thermisch-modifizierten Holz, das einen besonders hohen Witterungsschutz aufweist und sich daher perfekt für den Garten eignet.

Der Grund aus Thermoholz.

Das interessante an der Geschichte ist, dass wir beim Ebnen des Grunds einen alten Ehering gefunden haben! Der Ring gehört nicht der Kundin, sie vermutet, dass er dem Ehepaar gehören könnte, das vorher dort gelebt hat. Sie wird versuchen, Kontakt mit ihnen aufzunehmen und hält uns dann auf dem Laufenden 🙂

Woher kommt eigentlich das Holz, das wir benutzen?

Die meisten Tischlereien bauen immer seltener Möbel aus massivem Holz, was ich persönlich schade finde. Meist wird eine Spanplatte furniert, dabei kommt auf die Spanplatte eine sehr dünne Schicht Holz drauf, um den Effekt einer massiven Platte zu simulieren.

Ich habe das Glück, in einer Tischlerei zu arbeiten, die häufig mit Massivholz arbeitet! Diese Bohlen kann man vom Lieferanten kaufen und meistens wird es auch bis in die Firma gefahren. Es kann aber auch vorkommen, dass man die Bohlen selbst abholen muss. Das ist natürlich relativ umständlich, da sie oft sehr schwer sind. Heute musste ich mit unserem Lkw ein paar schwere Bohlen abholen und in die Firma fahren. Dabei ist zu achten, das man diese richtig im Lkw sichert, sonst kann es bei einer Kontrolle der Polizei zu Bußgeldern kommen oder im schlimmsten Fall zu einem Unfall, wenn man plötzlich stark bremsen muss.

Ganz schön dreckig.

Die bereits abgeladenen Bohlen: ca. 2m lang und sauschwer!

Wichtig beim Lagern der Bohlen ist, dass man zwischen den einzelnen Bohlen einen Abstandshalter legt, damit sie von allen Seiten Luft bekommen. Und eine davon wird für einen Waschtisch verwendet werden, den seht ihr dann demnächst 🙂

Der Tischler, das Holz und die Maschinen

Diese Woche hatte ich wieder einen Lehrgang, den ersten Maschinenkurs. Dort wurde uns gezeigt, wie man mit den verschiedenen Maschinen, wie beispielsweise der Abrichte, dem Dickenhobel und der Formatkreissäge umgeht. Hierbei ist es wichtig zu beachten, wie man das Werkstück führt, also wo man seine Hände hält. Andernfalls kann es passieren, dass die Maschine „färbt“ wie unser Kursleiter es nennt 😀

Während des Lehrgangs haben wir wieder zwei Objekte aus Massivholz hergestellt, die wir behalten dürfen, einen Rahmen und ein CD-Regal. Beide Objekte wurden von Beginn an, sprich dem Zusägen der ca. 7m Bohle, bis zum Schleifen an der Langbandschleifmaschine, von den Schülern gemacht. Alles unter strenger Beobachtung unseres Kursleiters natürlich! Hier sind die Ergebnisse.

Der ÜBL-Werkraum in der Handwerkskammer. Zu sehen sind Bandsäge, Dickenhobel, Abrichte, Furnierpresse und Formatkreissäge.

Uns wurde ebenfalls erklärt, welche Winkel es an einem Sägezahn gibt und wie diese den Schnitt beeinträchtigen.

Die Kurven wurden an der Bandsäge geschnitten.

Die CD-Regale.

Die Woche hat mir ziemlich Spaß gemacht, doch andererseits bin ich auch froh, wieder im Betrieb zu sein 🙂