Alle Artikel von Deniz Güclüoglu

Furnieren – Das Schachbrett und der Labrador

Wie ihr in meinem letzten Beitrag lesen konntet, musste ich im Lehrgang das Furnieren üben.  Furnier ist eigentlich eine ganz interessante Sache, doch was ist Furnier eigentlich?

Kurz gefasst ist Furnier nichts weiter als ganz dünne Lagen Holz, meist um die 1 mm dick (es gibt auch dickere und dünnere Furniere, je nach Wert des Holzes). Da der Rohstoff Holz teuer sowie knapp ist, hat sich irgendjemand Cleveres gedacht, man könnte günstige Spanplatten einfach mittels Furnierblätter so aussehen lassen, als wären sie durch und durch massiv. Das hat gleich mehrere Vorteile: zum einen ist es günstiger und schonender für die Ressource Holz, zum anderen gibt es beim Möbelbau aus Massivholz einige Schwierigkeiten, wie das Schwinden und Quellen von Holz.

Wir mussten in dem Kurs das Schachbrett beenden und durften uns dann an ein ganz eigenes Motiv wagen. Ich habe mir einen Labrador im Polygon Style ausgesucht. Das Bild habe ich im Internet gefunden und dann in meiner gewählten Größe ausgedruckt. anschließend habe ich es mit Transferpapier auf mein Hintergrundfurnier übertragen. Sobald das fertig war, kam der große Akt, die Dreiecke fein säuberlich mit dem Cuttermesser ausschneiden. Dies wurde erst aus dem Hintergrund ausgeschnitten und dann aus dem dunkleren Furnier, das ich mir dann ausgesucht habe. Das neue Dreieck wird dann mit Fugenpapier in das Loch im Hintergrund-Furnier geklebt. Nachdem alle Dreiecke fertig sind, wird das Ganze auf eine Spanplatte gepresst und zugeschnitten. Nach dem Zuschnitt werden noch die Kanten angeklebt und das ganze Fugenpapier abgezogen, sowie die ganze Platte geschliffen und geölt. Hier sehr ihr die Ergebnisse.

Mein fertiges Bild 🙂

Das Räuchern von Furnieren

Ich habe momentan den letzten Lehrgang. Dieser befasst sich mit dem Thema Furnieren und Oberflächenbehandlung von Objekten. Wir haben diese Woche den Umgang mit Furnieren gelernt, das heißt, wir mussten das Furnier auswählen, zuschneiden und fügen. Das war für mich und die meisten Schüler Neuland, denn furniert haben wir auf der Arbeit bisher nur einzelne Blätter auf großen Platten.

Für mein Schachbrett habe ich Esche, Kirsche und Palisander benutzt.

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Hackbrett aus Bubinga-Bohle

Einer unserer Stammkunden hat uns damit beauftragt, ihm ein großes Hackbrett zu basteln. Als Material hat er Bubinga gewählt, ein Holz aus Afrika. Seine Anforderungen waren, dass es einerseits eine Waldkante beibehält, so dick wie möglich, relativ rechteckig und mit einem Griff sowie kleinen Füßen versehen wird.

Mein Meister und ich haben dann also eine entsprechende Bohle aus unserem Lager geholt und kurz besprochen, wie ich am besten verfahre.

Die Bohle, wie wir sie noch im Lager hatten.

Ich habe die schönere Waldkante ausgesucht und zuerst einen Längsschnitt parallel zur Waldkante gemacht, bei dem ich unschöne Risse abgeschnitten habe. Continue reading

Restauration eines Kackstuhls :)

Vor Kurzem kam ein Kunde mit einem sehr alten und instabilen Stuhl aus massiver Buche zu uns. Der Stuhl wurde früher von älteren Menschen benutzt, die aus verschiedenen Gründen nicht mehr auf die Toilette gehen konnten. Wir wurden damit beauftragt, diesen Stuhl zu restaurieren, zumindest so, dass man sich wieder drauf setzen kann.

Zuerst habe ich alle Teile auseinander genommen, die auch nur annähernd lose waren. Den alten Leim habe ich so gut es ging mit dem Stecheisen ausgekratzt und die Stellen angeschliffen, damit der neue Leim vernünftigen Halt findet.

Anschließend konnte ich auch schon mit dem Verleimen beginnen. Hier sieht man den Ausschnitt, der sich unter der Klappe befindet. Gebaut wurde diese mit einer Zapfenverbindung, wie sie die Schreiner früher gerne benutzt haben!Dann ging es ans Verleimen des Gestells.

 Beim Verleimen wurde immer darauf geachtet, dass alles im rechten Winkel ist; sonst würde der Stuhl kippeln … Gerade bei solch einem Stuhl eher von Nachteil 😛So sah das ganze Stück dann fertig aus. Der Kunde wollte das Ganze nur stabil haben, nicht weiter Oberflächen behandelt 🙂

Die grüne Küche: das fertige Einzelstück

Wir haben letztens endlich die Küche fertiggestellt und eingebaut:  Ich muss sagen, mir gefällt es!

Es war leider nicht genug von dem grünen Tor übrig, sodass wir uns nach Absprache mit dem Kunden darauf geeinigt haben, andere Bretter für die drei Korpen im ersten Bild zu nehmen.

Die offenen Korpen wurden aus massiver Eiche hergestellt und alle Kanten sind mit einem Metallrahmen versehen worden, die extra vom Schlosser auf Maß angefertigt worden sind.

Das Besondere an solchen Objekten vom Schreiner ist der Verlauf der Fronten, sei es Furnier, massive Bretter oder eben wie jetzt der ganz besondere Verlauf der alten Farbe.  So etwas findet man bei der großen Konkurrenz mit den großen Katalogen einfach nicht. Der Auftrag hat sehr lange gedauert, aber es war auf jeden Fall interessant zu sehen, mit welchen Problemen wir fertig werden mussten und am Ende ist man doch etwas stolz darauf!

Neues von der grünen Küche

Erinnert ihr euch noch an die Küche, von der ich euch in einem älteren Beitrag erzählt habe? Nein? Hier könnt ihr den Beitrag noch einmal nachlesen 🙂
Wie auch immer, vor kurzem haben wir endlich das „Go!“ zum Bau des Projektes erhalten, sodass ich euch nun mehr Bilder davon zeigen kann!

Wir haben so gut wie alles genutzt! Hier wurden die einzelnen Bretter formatiert

Auf der rechten Seite sieht man eines der Bretter, nachdem es formatiert und abgehobelt wurde. Diese nun gehobelten Bretter wurden dann mit speziellem Kleber auf die Multiplex Teile geklebt und später klar lackiert, um die Front zu wahren und um weiteres Abblättern der uralten Schicht zu vermeiden.

Einige der Bretter sind nach dem Hobeln leider gebrochen, da das Holz bereits sehr alt und stark beansprucht war. Wir mussten die einzelnen Teile daher sehr vorsichtig aufbewahren und teilweise wieder zusammenleimen.

Den Rest werde ich euch in einem späteren Beitrag zeigen, ich habe ab dieser Woche leider wieder Schulunterricht 😉

Die Vielseitigkeit der IHM in München

Am Montag und Dienstag wurde von Tischler Schreiner Deutschland zur Internationalen Handwerksmesse in München eingeladen. Dieser Einladung bin ich gerne gefolgt und konnte mir somit die Messe genauestens ansehen. Gleich zu Beginn, vor dem Betreten der Messe, wurde mir plötzlich klar, wie groß diese Messe ist. Eine solch große Messe kannte ich vorher nur von der „Boot“ in Düsseldorf, wobei ich glaube dass die IHM noch größer ist.  Dort gab es unglaublich viele schöne Dinge zu sehen, alles zum Thema Kunsthandwerk, also Bildhauereien, Schmuck, exklusive Uhren und Schneidebrettchen (eines meiner Lieblingsthemen!)

Ein ungewöhnlicher Schnapsschrank!

Außerdem gab es ungemein viele moderne Küchen. Moderne Küchen mit der neuesten Technik oder auch  Landhaus-Küchen, die durch und durch massiv sind!

Das Stück in der Mitte ist die Dunstabzugshaube!

Sehr cool fand ich diesen Stand, der ganze Räderrahmen aus Massivholz gebaut und vermarktet hat!

Zu guter Letzt konnte ich mir noch die Siegerehrung der „Guten Form 2018“ angucken, was sehr spannend war! Die drei besten Gesellenstücke wurden jeweils mit einem großen Scheck (1500€, 1000€ und 500€ ) und einer brandneuen Festool-Maschine (Handkreissäge mit Schiene, Oberfräse und Schlagbohrer) gekührt. Alle ausgestellten Gesellenstücke waren unfassbar gut konzipiert und wirklich interessant, es gab für alle eine Urkunde mit kleinen Geschenken!

Alle Erbauer der Gesellenstücke.

Der Pressesprecher Fridtjof Ludwig kührt Martin Bader aus Baden-Württemberg als Gewinner!

Für Fotos sowie Animationen der Stücke könnt ihr diesem Link folgen, der noch weitere Informationen zum Wettbewerb enthält 🙂

http://www.tischler-schreiner.de/die-gute-form-2018-live

Das Muster zur grünen Küche

Ich bin momentan in der Schule, da gibt es leider nicht allzu viel Großes zu berichten, deswegen schreibe ich diesmal wieder über den Fortschritt zur grünen Küche. Wir haben uns vor Kurzem dem Muster der Küche mit den Fronten aus dem alten Tor gewidmet. Das Muster brauchen wir, um dem Kunden ein Bild seiner Küche machen zu können. Ohne Muster gibt es immer das Risiko, dass das Endprodukt dem Kunden gar nicht gefällt, weil die Farbe doch anders ist, als er es sich vorgestellt hat!

Wir haben dazu ein paar Bretter geschnitten und gehobelt, diese dann gefast und auf eine Multiplexplatte geleimt. Anschließend haben wir das Stück gefälzt und eine Alukante draufgeklebt. Der Plan ist, die Fronten komplett mit einem Alurahmen zu versehen, aber so kann sich der Kunde ein Bild von der Produktion machen 🙂

Ich finde das Muster gelungen und hoffe, auch bald die Küche sehen zu können!