Alle Artikel von Deniz Güclüoglu

Wer kann’s? Der Tischler

Vor einigen Wochen hatten wir einen etwas anderen Auftrag. Der Kunde wollte eine Gartenhütte, in der er sein Fahrrad etc. abstellen kann. Dabei mussten wir verschiedene Aspekte beachten, wie beispielsweise die Verankerung und die Witterung.

Als Tischler arbeitet man mit vielen Materialien: So besteht das Gerüst aus massiven Balken, die Seiten aus Siebdruckplatten und die Verkleidung aus Kunstoffpaneelen. Die Balken haben wir in der Firma mit einer speziellen Lasur überzogen, um das Holz witterungsbeständig zu machen. Zudem haben wir uns dafür entschieden, das Gerüst so zu konstruieren, dass man es zusammenstecken muss (das erkennt man gut auf dem ersten Bild). Der Auftrag war anstrengend, da alles sehr genau werden musste, und vor allem das Schloss brachte einige Schwierigkeiten mit sich. Doch nachdem alles stand, waren wir doch auch sehr stolz 🙂

So haben wir morgens angefangen..

Während des Aufbaus.

Fast fertig!

Das Gelernte privat einsetzen

In den letzten paar Wochen war ich ziemlich beschäftigt: Wir mussten die Wohnung meiner Mutter renovieren, weil ihr damaliger Mieter einen Saustall hinterlassen hat, in dem man nicht mehr wohnen konnte. Mitunter musste ich Sachen machen, die ich auf der Arbeit gelernt habe, wie beispielsweise Silikon- und Acrylfugen ziehen, Möbel und Lampen richtig anbringen und Fußleisten passgerecht sägen.  Ich durfte mir Werkzeug von der Arbeit mitnehmen um an den Wochenenden und nach der Arbeit an der Wohnung zu arbeiten, was sehr hilfreich war.

Wir mussten uns auch an neuen Sachen versuchen, wie Wände verputzen und Tapezieren, was sich schwieriger anhört als es ist.  Ich habe dabei Unterstützung von der Familie  und Freunde erhalten, wofür ich sehr dankbar bin. Ohne Hilfe wäre ich wahrscheinlich noch am Anfang! Es ist vor allem zeitaufwändiger als man denkt, wenn man es denn ordentlich machen möchte! Zu guter Letzt musste alles gestrichen werden, jeder der mich kennt weiß, dass ich Streichen hasse! Die Wohnung ist jetzt aber endlich wieder beziehbar.

Diese Wand musste verputzt und tapeziert werden.

Hier musste ich die Silikonfugen um das Waschbecken sowie als Wandabschluss ziehen. Irgendwann muss ich noch Sockelleisten sowie Passblenden anbringen.

Die Aluprofile dienen zur optischen Verbesserung.

Eine frisch verputzte Wand.

Vom Baum zum Badezimmerschrank

Diese Woche hatten wir eine Baustelle bei einem Kunden mit speziellem Wunsch. Er besitzt ein riesiges Feld mit entsprechend vielen Bäumen. Eine dieser Eichen musste vor ca. 8 Jahren von ihm gefällt werden und der Kunde hat den Baum nicht nur selbst gefällt, sondern auch eigenhändig aufgetrennt und zu Bohlen verarbeitet. Ein paar dieser Bohlen hat er uns vor einigen Wochen zur Verfügung gestellt, um ihm daraus unter anderem einen Badezimmerschrank und einen Massivholz-Tisch zu bauen, hier ist das Ergebnis!

Ein guter Kontrast zwischen Natur und lackierter Oberflächen.

Den äußeren Teil nennt man „Waldkante“.

Überraschender Fund auf der Baustelle

Letzte Woche haben wir im Garten eines Kunden einen rechteckigen Grund aus Terassendielen gebaut. Auf diesen Platz wird er bald seine Hollywood-Schaukel stellen. Die Dielen bestehen aus thermisch-modifizierten Holz, das einen besonders hohen Witterungsschutz aufweist und sich daher perfekt für den Garten eignet.

Der Grund aus Thermoholz.

Das interessante an der Geschichte ist, dass wir beim Ebnen des Grunds einen alten Ehering gefunden haben! Der Ring gehört nicht der Kundin, sie vermutet, dass er dem Ehepaar gehören könnte, das vorher dort gelebt hat. Sie wird versuchen, Kontakt mit ihnen aufzunehmen und hält uns dann auf dem Laufenden 🙂

Woher kommt eigentlich das Holz, das wir benutzen?

Die meisten Tischlereien bauen immer seltener Möbel aus massivem Holz, was ich persönlich schade finde. Meist wird eine Spanplatte furniert, dabei kommt auf die Spanplatte eine sehr dünne Schicht Holz drauf, um den Effekt einer massiven Platte zu simulieren.

Ich habe das Glück, in einer Tischlerei zu arbeiten, die häufig mit Massivholz arbeitet! Diese Bohlen kann man vom Lieferanten kaufen und meistens wird es auch bis in die Firma gefahren. Es kann aber auch vorkommen, dass man die Bohlen selbst abholen muss. Das ist natürlich relativ umständlich, da sie oft sehr schwer sind. Heute musste ich mit unserem Lkw ein paar schwere Bohlen abholen und in die Firma fahren. Dabei ist zu achten, das man diese richtig im Lkw sichert, sonst kann es bei einer Kontrolle der Polizei zu Bußgeldern kommen oder im schlimmsten Fall zu einem Unfall, wenn man plötzlich stark bremsen muss.

Ganz schön dreckig.

Die bereits abgeladenen Bohlen: ca. 2m lang und sauschwer!

Wichtig beim Lagern der Bohlen ist, dass man zwischen den einzelnen Bohlen einen Abstandshalter legt, damit sie von allen Seiten Luft bekommen. Und eine davon wird für einen Waschtisch verwendet werden, den seht ihr dann demnächst 🙂

Der Tischler, das Holz und die Maschinen

Diese Woche hatte ich wieder einen Lehrgang, den ersten Maschinenkurs. Dort wurde uns gezeigt, wie man mit den verschiedenen Maschinen, wie beispielsweise der Abrichte, dem Dickenhobel und der Formatkreissäge umgeht. Hierbei ist es wichtig zu beachten, wie man das Werkstück führt, also wo man seine Hände hält. Andernfalls kann es passieren, dass die Maschine „färbt“ wie unser Kursleiter es nennt 😀

Während des Lehrgangs haben wir wieder zwei Objekte aus Massivholz hergestellt, die wir behalten dürfen, einen Rahmen und ein CD-Regal. Beide Objekte wurden von Beginn an, sprich dem Zusägen der ca. 7m Bohle, bis zum Schleifen an der Langbandschleifmaschine, von den Schülern gemacht. Alles unter strenger Beobachtung unseres Kursleiters natürlich! Hier sind die Ergebnisse.

Der ÜBL-Werkraum in der Handwerkskammer. Zu sehen sind Bandsäge, Dickenhobel, Abrichte, Furnierpresse und Formatkreissäge.

Uns wurde ebenfalls erklärt, welche Winkel es an einem Sägezahn gibt und wie diese den Schnitt beeinträchtigen.

Die Kurven wurden an der Bandsäge geschnitten.

Die CD-Regale.

Die Woche hat mir ziemlich Spaß gemacht, doch andererseits bin ich auch froh, wieder im Betrieb zu sein 🙂

Was man in der Berufsschule unter anderem lernt

Ich muss zugeben, dass die Berufsschule für mich persönlich nicht zum spannendsten Teil der Ausbildung gehört, doch sie gehört eben dazu 😉 Wir haben Schulblöcke, das heißt wir haben alle paar Monate zwei Wochen am Stück nur Schule und müssen daher nicht in den Betrieb. Einerseits bedeutet das etwas Abwechselung, andererseits ist es halt nicht ganz so spannend wie im Betrieb. Im Fachbereich lernen wir verschiedene Sachen zum Thema Holz, beispielsweise wie man den ungefähren Schwund einer Bohle berechnet und wie die Verformung beim Trocknen zu erwarten ist.

Tangential schwindet das Brett am ehesten, radial etwas weniger und längs kaum.

So ungefähr würden sich die Bretter verformen.

Ab Montag habe ich dann wieder eine Woche ÜBL (wofür stand das nochmal?) Dieses mal werden wir endlich mit Maschinen arbeiten. Davon werde ich euch natürlich nach der Woche berichten 😉

Docking Station aus Holz und Acryl

Da ich momentan Berufsschule habe und es dort leider nicht viel zu erzählen gibt, stelle ich euch hier ein altes Projekt vor 🙂

Das Holz ist recycelt und kam aus einem alten und verwitterten Stuhl. Ich habe die Teile grob zugeschnitten und dann von allen Seiten geschliffen. Danach habe ich zwei der Holzteile verleimt und beiseite gelegt. Anschließend habe ich die Acrylscheibe mit Zweikomponentenkleber zwischen dem letzten Stück Holz und den verleimten Stücken geklebt.  Nachdem alles fest getrocknet war, habe ich das Werkstück auf Maß zugeschnitten und mithilfe der Tischkreissäge die Nut eingefräst. Die Nut habe ich dann mithilfe eines scharfen Stecheisens „gereinigt“ und ein Loch für das Kabel gebohrt.  Zu guter Letzt habe ich das Ganze mit Öl zum Strahlen gebracht. Das Öl habe ich vorher allerdings  mit etwas Verdünnung gemischt, um das Acryl etwas zum Reißen zu bringen.  Irgendwann werde ich es noch etwas modifizieren und eine LED einbauen, die dann von hinten gegen das Acrylglas strahlt, aber das ist ein Projekt für einen anderen Tag 🙂

Die zwei verleimten Klötze.

So steckt das Kabel heraus um das Handy zu laden.

Im Nachhinein würde ich die Maße verändern, aber so sieht es momentan aus 🙂

Die erste ÜBL – Der „Klötzchenkurs“ und die Holzverbindungen

In der Ausbildung zum Schreiner muss man alle paar Monate zur Weiterbildung, zur sogenannten ‚ÜBL‘, kurz für die Überbetriebliche Lehre. Wie Loreen  habe ich in den letzten Wochen den ersten Kurs erfolgreich beendet! Dieses mal wurden uns klassische Holzverbindungen ,wie die Schlitz und Zapfen- oder auch die halbverdeckte Schwalbenverbindung, näher gebracht.  Wir haben erst gelernt, mit Handwerkzeug, wie beispielsweise mit der Gestellsäge und dem Streichmaß zu arbeiten, und haben uns dann an die Verbindungen gewagt. Nachdem wir uns einigermaßen eingearbeitet haben, ging es auch schon los und wir haben Werkstücke hergestellt, die uns vorgegeben wurden.

2 der 3 Werkstücke, ein kleines Regal und ein Rahmen

Bei diesen Werkstücken mussten wir verschiedene Verbindungen üben. Diese findet ihr unter den Bildern.

Beim Rahmen waren es der einfache Schlitz und Zapfen, der Schlitz und Zapfen einseitig auf Gehrung und bei der anderen Ecke zweiseitig auf Gehrung.

Der zweiseitige Grat

Die halbverdeckte Zinkung und die Fingerzapfen-Verbindung

Nachdem wir diese Werkstücke gemeistert haben, kam die Königsdisziplin – ein funktionierender Koffer, vollständig aus Massivholz! Dabei mussten wir alles anwenden, was wir während des Kurses gelernt hatten! Herausgekommen ist dann so etwas:

 

Der erste Kurs war anstrengend doch lohnenswert wie ich finde! In den nächsten 2 Wochen habe ich Schule und die Woche drauf dann den ersten Maschinenkurs!

Hi – Ich bin der Neue!

Hallo an die Runde,

ich bin einer der 4 neuen Blogger und hoffe euch mit wöchentlichen Beiträgen über meine Ausbildung für den Beruf des Tischlers zu begeistern! Ich heiße Deniz, bin 24 Jahre alt und habe im August 2016 mit meiner Ausbildung zum Tischler begonnen.

Ja, ich bin tatsächlich schon etwas älter, doch das ist eines der sehr positiven Dinge an einer Ausbildung in Deutschland, du kannst theoretisch in jedem Alter mit einer Lehre beginnen – nicht nur als Tischler! Jetzt könntest du dich fragen, wieso ich erst jetzt mit der Ausbildung angefangen habe. Nunja, ich war in einer der Schüler, der nie so richtig wusste was ich nach der Schule werden wollte.. Deswegen habe ich nach der Mittelstufe erst mal das Abitur gemacht – in der Hoffnung, dass mir in den 3 Jahren ein geeigneter Beruf einfällt :D.

Pustekuchen. Nach dem Abitur wusste ich noch nicht Recht, was ich machen sollte und bin erst mal spontan zu meiner Freundin nach England gezogen. Dort habe ich dann „einfache“ Jobs gehabt, wie Kellner, Barkeeper und Online-Arbeiter. Nebenbei habe mich schon immer für das Handwerk interessiert und angefangen, in einer öffentlichen Werkstatt zu lernen, die eigentlich eher an einsame und gelangweilte Rentner gerichtet ist.

Dort habe ich dann das Tischlern für mich entdeckt. Nach meiner Heimkehr habe ich mich dann fix beworben und habe dann tatsächlich eine Stelle in meinem jetzigen Ausbildungsbetrieb „in holz“ in Mönchengladbach gefunden 🙂

Das war’s erst mal zu mir, unten findet ihr noch ein paar meiner Projekte die ich als Amateur in der Werkstatt gemacht habe 🙂

Mein erstes Drechsel-Projekt 🙂

Ich habe mich an Acryl versucht! Hierfür habe ich ein altes Lautsprecher System auseinander gepflückt und das hier gefertigt

Mein bis dato größtes und schwierigstes Projekt! Mehr dazu erzähle ich euch ich euch, wenn mir mal nichts zu schreiben einfällt 😛

Die Düsseldorfer Skyline aus Wolle und altem Parkett

Eine Kalimba – ein afrikanisches Instrument ( da war es fast fertig, ein fertiges Bild habe ich leider nicht, da ich es verschenkt habe)