Alle Artikel von Jonas Klinkenberg

Die ersten Möbelbauteile des Stückes entstehen

Heute morgen startete ich direkt mit dem Formatieren der Einzelteile auf der CNC, dem anschließenden Bekannten und dem Bohren aller Korpusteile.

Kurzer Check: Der Innenkorpus passt schonmal und soll genau so sein wie zuvor geplant und programmiert

Auch die Weinglaslade wurde Stück für Stück, aber in einem durchlaufenden Fluss, formatiert, bekanntet, gedübelt und anschließend erneut gefräst…

In diesem seitlich ausziehbaren Schubkastendeckel sollen später einmal Weingläser aufgegangen werden

Und auch das optische und programmiertechnische Highlight des Stückes wurde im Laufe des Tages angegangen:

Die Fronten meines Möbels sollen durch besondere Kunstfräsungen dem Betrachter in einer gewissen Ruhe und Harmonie ins Auge fallen. Könnt Ihr schon erkennen was dargestellt werden soll?

Die Fronten sollen später dezent die Liebe zu den Bergen ausdrücken. Mal sehen ob das ganze Stück später so wirkt, wie ich es mir vorstelle, erhoffe und visualisiert habe…

 

Auf ans Pressen

Mal eben die Sachen von gestern pressen – das sagt sich so schnell und einfach. Aber ganz so schnell geht es dann doch leider nicht, denn bevor es losgehen kann, muss ich noch einiges herrichten.

Für meine Weinglashalter habe ich zunächst einmal ein paar Eiche-Riegel zurechtgemacht und diese an der Tischfräse gefälzt

Denn die verschiedenen Riegel ergeben nachher eine gesamte Platte, die es mir ermöglicht, die Halter im vollen Material auszufräsen.

Noch schnell verleimen und dann kann ja schon quasi Furnier drauf, oder?

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Die Bauphase des Meisterstückes hat begonnen

Nach den schriftlichen Prüfungen und der Handprobe in der vergangenen Woche darf ich nun endlich mit dem Bau des Meisterstückes beginnen. Da die Zeit in dieser Phase etwas begrenzter ist und Bilder meistens ohnehin mehr verraten als Worte, versuche ich euch regelmäßig über Bilder und kleinere Textpassagen über die aktuellen Fortschritte meines auf dem Laufenden zu halten.

Begonnen habe ich ganz klassisch erst einmal mit dem Plattenzuschnitt.

Im Anschluss habe ich die Furnierpakete und die benötigten Blätter auf Maß geschnitten.

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Meisterstück 2021

Auch wenn alles durch die aktuelle Coronasituation etwas verzögert ist und schleppender voranschreitet als erhofft und geplant, geht es jetzt endlich los in Richtung Meisterprüfung. Nach vielen Überlegungen bin ich zu folgendem Entwurf meines Meisterstückes gelangt. Schaut es euch einfach mal an 😉
Denn zumindest visuell steht es schon fertig im Raum …

Könnt ihr erkennen, was es werden soll? Wie findet ihr die Idee und die Ausführung?
Sobald der Bau Ende Februar startet, werde ich euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten 😉

Podcast Lauschwerkstatt

Dass ich leidenschaftlich meine Projekte mit euch über den tollen Tischler Schreiner Deutschland Blog teile, wisst ihr ja bereits. Mit kleinen Videos, Bildern und Texten versuche ich, euch den wundervollen Beruf des Tischler bzw. Schreiners etwas näherzubringen. Da ich so begeistert bin von der Kombination aus Gestaltung, technischen Herstellungsverfahren, dem Handwerk und den betriebswirtschaftlichen Strukturen, habe ich mich für das triale Studium entschieden. Und genau über dieses und viele weitere interessante Dinge wie zum Beispiel dem Aufbau von Social Media Kanälen und Marketingkonzepten wurde ich im Rahmen des Lauschwerkstatt Podcasts befragt. Also wenn ihr gerne einmal die passende Stimme zu den Bildern und Videos hören wollt und euch die interessanten Themen in einer ruhigen Minute anhören mögt, dann hört einfach mal rein!

Hier schon mal ein kleiner Einblick in die Welt des Lauschwerkstatt Podcasts des Fachverbandes Tischler NRW 😉

Hier könnt ihr euch in einer ruhigen Minute gern die gesamte Folge anhören:

Eine vielgestaltige Herausforderung

In unserem Beruf dürfen wir beim Arbeiten mit dem tollen Rohstoff Holz immer wieder aufs Neue unsere fachliche Kompetenz unter Beweis stellen. Dabei müssen unter anderem viele gestalterische und konstruktive Entscheidungen getroffen werden. Doch auch der Umgang mit modernen Maschinen ist eine fordernde, aber durchaus spannende Aufgabe – zum Beispiel bei der Programmierung von 5-Achs-CNC-Fräsungen. Das Spannende hierbei ist, dass man beim Zeichnen und Programmieren nur von theoretischen Werten, Vorgehensweisen und Abläufen ausgehen kann.  Wie sich die einzelnen Werkzeuge der Maschine, die Werkstücke und die Fräsvorgänge tatsächlich verhalten, können wir lediglich erfahrungsbasiert abschätzen und erst bei der Fertigung beurteilen. Ein weiterer Knackpunkt ist  das Zusammenwirken von mehreren Objekten bzw. Werkstücken, die einzeln gefräst werden, aber später als ein großes funktionieren müssen. Ein schönes Beispiel zeige ich euch hier anhand des Handlaufs eines aufwendigen Treppenverlaufes. Dabei fing die Herausforderung schon mit dem 3D-Aufmaß vor Ort an. Denn ohne diese präzisen Daten ist eine Fertigung in diesem Maße undenkbar.

Die einzeln gefrästen Werkstücke werden Stück für Stück zu einem großen und stabilen Teil gefertigt.

Offene Treppenaugen, die komplett vom Handlauf eingefasst sind.

Der Handlauf läuft um das Treppenauge herum und erstreckt sich anschließend in einem Stück über zwei Etagen. Des Weiteren verändert die Treppe im Verlauf die Bauform und Drehrichtung.

Logofräsung

Vor Kurzem hatte ich einen Kunden, der gerne ein Logo gefräst haben wollte. Die Besonderheit daran war, dass dieses komplett hinterleuchtet sein sollte. Zudem sollte es aus einem einzigen Teil bestehen, das zudem aus Echtholz sein sollte. Würde ich das Logo jedoch in eine dünne Massivholzplatte fräsen, so müsste ich komplett durch das Material durchfräsen, damit die dahinterstehende Lichtquelle durchwirkt. Des Weiteren würden Teile des Logos und der Buchstaben einfach wegfallen, da diese keinen Verbund mehr zu dem Rest hätten. Ein ganz anderes Problem ist ebenfalls noch, dass Massivholz arbeitet und sich mit der Zeit Risse an manchen Stellen bilden könnten.
Nach kurzem Überlegen kam mir die Idee zu folgender Lösung:
Wenn ich ein Furnier auf ein Plexiglas klebe, so kann die Lichtquelle ohne Probleme durch Teile des eingefrästen Furniers hindurchleuchten. Wenn ich das Furnier zudem nur anfräse, haben alle Teile noch einen Verbund zum transparenten Träger. Was haltet ihr davon?
Ich habe es natürlich direkt mal ausprobiert und so sah das Ergebnis aus:

Frisch nach dem Fräsen ist die Kontur lediglich bis zum Plexiglas angefräst

Dank des Trägers war es mir sogar möglich, die Zwischenräume des Logos komplett auszuräumen.

Old School vs. CAD

In der Meisterschule lernen wir natürlich eine Menge über CAD-Programme und deren Anwendung. Doch auch das händische Zeichnen ist weiterhin ein Bestandteil. Es lässt sich nicht leugnen, dass CAD-Programme mittlerweile notwendig sind für die Planung und die Ansteuerung der Maschinen und dass diese Programme uns ein wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen. Doch auch ein kleines, aber gesundes Maß an händischem Zeichnen sollte man beherrschen. Denn es wird immer wieder der Fall sein, dass man dem Kunden vor Ort schnell ein Detail oder Ähnliches skizzieren muss, damit er sich unsere Arbeit besser vorstellen kann und es zu keinen Missverständnissen kommt. Abgesehen davon hat eine händische Zeichnung natürlich eine sehr persönliche Note 😉

 


Beides hat seinen ganz eigenen Charakter, oder?