Alle Artikel von Jonas Klinkenberg

Logofräsung

Vor Kurzem hatte ich einen Kunden, der gerne ein Logo gefräst haben wollte. Die Besonderheit daran war, dass dieses komplett hinterleuchtet sein sollte. Zudem sollte es aus einem einzigen Teil bestehen, das zudem aus Echtholz sein sollte. Würde ich das Logo jedoch in eine dünne Massivholzplatte fräsen, so müsste ich komplett durch das Material durchfräsen, damit die dahinterstehende Lichtquelle durchwirkt. Des Weiteren würden Teile des Logos und der Buchstaben einfach wegfallen, da diese keinen Verbund mehr zu dem Rest hätten. Ein ganz anderes Problem ist ebenfalls noch, dass Massivholz arbeitet und sich mit der Zeit Risse an manchen Stellen bilden könnten.
Nach kurzem Überlegen kam mir die Idee zu folgender Lösung:
Wenn ich ein Furnier auf ein Plexiglas klebe, so kann die Lichtquelle ohne Probleme durch Teile des eingefrästen Furniers hindurchleuchten. Wenn ich das Furnier zudem nur anfräse, haben alle Teile noch einen Verbund zum transparenten Träger. Was haltet ihr davon?
Ich habe es natürlich direkt mal ausprobiert und so sah das Ergebnis aus:

Frisch nach dem Fräsen ist die Kontur lediglich bis zum Plexiglas angefräst

Dank des Trägers war es mir sogar möglich, die Zwischenräume des Logos komplett auszuräumen.

Old School vs. CAD

In der Meisterschule lernen wir natürlich eine Menge über CAD-Programme und deren Anwendung. Doch auch das händische Zeichnen ist weiterhin ein Bestandteil. Es lässt sich nicht leugnen, dass CAD-Programme mittlerweile notwendig sind für die Planung und die Ansteuerung der Maschinen und dass diese Programme uns ein wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen. Doch auch ein kleines, aber gesundes Maß an händischem Zeichnen sollte man beherrschen. Denn es wird immer wieder der Fall sein, dass man dem Kunden vor Ort schnell ein Detail oder Ähnliches skizzieren muss, damit er sich unsere Arbeit besser vorstellen kann und es zu keinen Missverständnissen kommt. Abgesehen davon hat eine händische Zeichnung natürlich eine sehr persönliche Note 😉

 


Beides hat seinen ganz eigenen Charakter, oder?

Wofür steht eigentlich das Schreiner-/Tischlerhandwerk?

Klar, der Schreiner/Tischler wird meist mit einer Person verbunden, die an der Hobelbank tief in den Spänen steht und vor sich hin werkelt. Doch ist das heute noch so?

Schauen wir uns doch erst mal genauer die Tätigkeiten dieses Handwerksberufs an. Die einen bauen Fenster, die anderen Möbel und wiederum andere sind im Messebau oder Ladenbau tätig. Und viele haben sich auf eine Sache spezialisiert und bieten innerhalb der Spezialisierung mehrere Felder an. Wir beispielsweise haben uns auf den hochwertigen Innenausbau spezialisiert. Das heißt, wir planen und fertigen Räumlichkeiten bis hin zu ganzen Gebäudeabwicklungen. Dabei legen wir großen Wert auf Details und Qualität. So bieten wir etwa auch den Innenausbau von  Villen und Schlössern an und sind im Bereich des hochwertigen Ladenausbaus tätig.

Dabei spielt natürlich nicht nur der Rohstoff Holz eine Rolle, sondern die Kombination aus vielen verschiedenen Rohstoffen. Und genau das ist einer der Bestandteile, die das Leben als Schreiner/Tischler so reizvoll machen. Denn wir dürfen mit den verschiedensten Werkstoffen gestalten, planen und diese nachher sogar verarbeiten. Das ist immer wieder eine neue Herausforderung, die jedoch sehr erfüllend ist.

Ein weiterer Bestandteil unseres Arbeitsalltages sind die Produktionsmöglichkeiten. Abgesehen von den klassischen Handwerkzeugen programmieren, steuern und bedienen wir eine Vielzahl von computergestützten Maschinen.
Das bedeutet natürlich auch, dass man viele Arbeitsstunden am Schreibtisch verbringt. Aber es macht eine Riesenfreude, nachher zu sehen wie beispielsweise die verschieden programmierten Fräser unser Werkstück zu dem formen, was wir am Rechner entwickelt haben. Und genau diese Mischung aus traditionell handwerklichem Arbeiten und dem Arbeiten mithilfe modernster Maschinenanlagen macht mir täglich aufs Neue Freude.

In den folgenden Bildern zeige ich euch Beispielergebnisse, die dieses Zusammenspiel aus Tradition und Technik verdeutlichen:

Intarsienarbeiten auf einer Rahmenfüllung.

Präzisionsgefräste Gitter, die innerhalb einer Rahmenfüllung sitzen.

Zu sehen sind gefräste Mäanderleisten, Lisenen und geschnitzte Elemente.

Viele einzelne Frästeile ergeben nachher ein Gesamtbild, das die Räumlichkeit kunstvoll ausschmückt.

Das ist Spaß, Leidenschaft und Freude an der Arbeit. Das macht unser Job möglich, meine Empfehlung an euch: Tischler/in werden!

CNC gleich CNC?

Wie versprochen folgt nun mein Blogbeitrag zur etwas anderen CNC. Wenn wir über eine CNC reden, dann denken wir direkt über die Anzahl der Achsen nach, ob es eine Nesting Maschine ist, was für Aggregate uns bei der Produktion zur Verfügung stehen oder welche Werkstückbreite wir auf den Tisch spannen können. Klar, die meisten nutzen die klassische CNC ja auch für den Möbelbau oder zum Fräsen von Freiformen.
Doch vor Kurzem bin ich in den Genuss gekommen mit einer CNC Drechselbank zu arbeiten. Das hat mich so beeindruckt, dass ich sofort versucht habe, für euch ein Video zu machen. Im Gegensatz zur klassischen Drechselbank haben wir hier nur ein einziges Werkzeug nötig. Ich finde das Ganze sehr beeindruckend, aber macht euch einfach selbst schnell ein Bild von der Maschine:

Na, wer ist genauso begeistert wie ich?
Habt ihr erkannt, was es geworden ist?
Für alle, die nicht wissen, was es ist, und die Ausbildung als Tischler bzw. Schreiner anstreben, informiert euch mal über den ,,Klüpfel“. Den werdet ihr so einige Male gut gebrauchen können. 😉

Designerlampe Teil II

Könnt ihr euch noch an meinen letzten Blogeintrag erinnern? Ich hatte die Aufgabe, mehrere verschiedene Designerlampen aus Organoid zu entwerfen und diese anschließend zu produzieren.  Im letzten Arbeitsschritt galt es, die MDF-Ringe zu ölen und die Organoid-Lampenschirme zu verkleben. Und so ging es danach weiter:

Hier verklebe ich gerade die einzelnen Bauteile, also die MDF-Ringe mit dem Lampenschirm. Sobald der Kleber getrocknet ist, geht es an die Elektrik.

Es funktioniert! Die Glühbirne leuchtet.

Hier seht ihr das erste Modell. Dieses wird von der Decke abgehangen und ist von der Form her eher lang gezogen.

Das zweite Modell wird direkt an der Decke befestigt, hebt sich jedoch durch die kleine Schattenfuge jedoch etwas davon ab. Da dieses Modell einen deutlich größeren Radius hat, habe ich hier zwei Glühbirnen verbaut.

In meinem nächsten Beitrag zeige ich euch etwas ganz Interessantes bezüglich der CNC-Technik. Allerdings geht es nicht um eine 3-Achs, 5-Achs oder sonst etwas, sondern um das Thema Drechseln! Also fleißig den Blog lesen, es lohnt sich! 😉

Herstellung einer Designerlampe

Vor kurzer Zeit bekam ich einen spannenden Auftrag, an dem ich euch teilhaben lassen haben möchte. Für einen Kunden haben wir kürzlich Möbel mit Organoidbestandteilen gebaut. Organoid? Organoid ist ein österreichischer Hersteller, der wie in unserem Beispiel Heublumen und Gras auf einen Träger presst. Dieses sogenannte Organoid sieht also nicht nur total interessant aus, sondern riecht auch nach den verpressten Materialien. Ich hatte nun den Auftrag, mir eine Designerdeckenlampe auszuknobeln. Seht selbst, was daraus geworden ist:

Zuerst habe ich mir überlegt, wie der Lampenschirm gehalten werden soll. Danach habe ich verschiedene Kreiselemente gefräst …

Jetzt müssen diese nur noch geschliffen und geölt werden.

In der Zwischenzeit schneide ich schon mal das Organoid passgenau zu …

und füge die Stoßkanten sauber aneinander. Mithilfe der Zulagen bleibt der Lampenschirm erst mal ungefähr in der richtigen Form.

Im nächsten Beitrag von mir seht ihr dann alle drei Exemplare 😉
Und gerade an so schönen Aufgaben sieht man wieder mal, dass das Tischlerhandwerk einfach grenzenlos ist hinsichtlich Vielfalt und Kreativität  🙂

Landhausstil

Oft habt ihr schon Beiträge von uns Bloggern über einzelne Möbel gesehen und deren Gestaltungsmöglichkeiten. Doch was wir euch da oft im Kleinen zeigen, das passiert in unseren Betrieben auch in ganz groß. Denn ein Ladenlokal oder ein privater Wohnraum besteht in der Regel aus vielen Möbeln oder Möbelverkettungen. Und diese müssen natürlich zum Rest der Einrichtung passend gestaltet werden, damit ein harmonisches Gesamtbild entsteht.

Viele Leuten kennen aus großen Möbelhäusern nur noch Küchen mit beschichteten Spanplatten-Oberflächen. Doch gerade wir Tischler und Schreiner können so viel mehr! Bei uns ist vor Kurzem wieder eine sehr schöne Küche im Landhausstil entstanden, die ich gerne mit euch teilen möchte. Denn diese Küche zeigt, was wir in unserem Arbeitsalltag aus den verschiedensten Materialien erschaffen können …

Die Küche verfügt über ein offenes Weinregal, bestehend aus massiver Eiche, einen Vitrinenschrank mit Rahmentüren und Glaseinsätzen und noch vieles mehr.

Der Landhausstil wird konsequent bei allen Fronten und auch dem Dunstabzu beibehalten.

Der Kühlschrank und der Backofen sitzen auf der richtigen Arbeitshöhe und ein offenes Regal sorgt für harmonische Ordnung.

Natürlich gehören auch Massivholzschubkästen mit Einteilungen und Fingerzinken dazu 😉

Gestaltungsmöglichkeiten

Das Schöne am Tischler- beziehungsweise Schreinersein ist unter anderem,  dass man seine kreative Gestaltungsader untermauert mit dem entsprechenden Fachwissen voll ausleben kann.  Es gibt so unendlich viele verschiedene Möglichkeiten, ein Möbel durch Maße, Form, Materialauswahl und vieles mehr zu gestalten. Die meisten denken bei der Gestaltung sofort an verschiedene Oberflächen und die Nutzung von verschiedenen Farben, Lacken, Beizen, Lasuren und so weiter. Dabei kann man schon bei der Bearbeitung des Materials viele verschiedene Dinge beachten und sein handwerkliches Geschick zeigen. Natürlich wird dabei heutzutage auch die CNC-Technik und CAD-CAM-Anbindung genutzt, um die betrieblichen Projekte bestens auszuarbeiten.

Hier seht ihr eine CNC-Fräsung einer Lisenenart.

Und um das Ganze nachher noch besser darzustellen, wird die Fräsung des Lisenensockels mit Gold hinterlegt.

Oder hier seht ihr Rahemtüren

… mit einer Füllung aus Krokodilleder. Natürlich kein echtes Krokodil, sondern nur imitiertes 😉

Oder prunkvolle Kranzprofile, Schnitzereien und Lisenen! Und hier wurde noch nicht mal ansatzweise die Oberflächengestaltung in Bezug auf Farben usw. begonnen.

Unser Gewerk ist einfach unglaublich vielfältig, macht jede Menge Spaß und bietet  verschiedenste Aufgabenbereiche.

Also, Tischler/ Schreiner werden lohnt sich. Traut euch!