Alle Artikel von Jonas Klinkenberg

Fingerzinken

Jeder Auszubildende lernt in kürzester Zeit die verschiedenen Holzverbindungen kennen. Und natürlich nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis. Hier werden die einzelnen klassischen Holzverbindungen mithilfe der Gestellsäge oder der Japansäge und dem Stechbeitel hergestellt und zur Festigung geübt. Denn ein Teil dieser Verbindungen wird mit Sicherheit auch in der späteren Handprobe der Gesellenprüfung vorkommen. Aufpassen lohnt sich also! 😉
Im betrieblichen Alltag ist bei zahlreichen zu fertigenden Schubkästen oder anderen Werkstücken nicht mehr die Zeit da, um sie manuell zu bearbeiten. Heute wird die Hand am Computer zum Programmieren und später an der CNC gebraucht. In dem folgenden Video seht ihr eine Fräsung etwas größerer Fingerzinken.

Erst werden die Taschen ausgefräst und im zweiten Schritt die runden Taschen eckig ausgefräst 🙂

Per Hand hätte das wesentlich länger gedauert.
Dennoch sollte man die Verbindungen auch manuell herstellen können! 😉

Durch die klassische Fingerzinkenverbindung sind die hergestellten Korpen besonders stabil.

Materialvielfalt

Als Schreiner beziehungsweise Tischler haben wir mit den unterschiedlichsten Kunden zu tun. Jeder von ihnen hat eigene Vorstellungen, was die Gestaltung, die Funktion und das Material angeht. Das bietet uns als Schreiner/ Tischler die Möglichkeit, immer wieder aufs Neue kreativ zu werden und ganz individuelle Möbel zu gestalten. Hierbei stehen uns zum Glück alle möglichen geeigneten Materialien zur Verfügung. Für einen unserer Kunden durften wir so ein echtes Unikat fertigen:  ein stilvolles Wohnzimmermöbel aus massiver Eiche.

Schaut mal, was wir aus diesem Wunsch gemacht haben:

Eine Kombination aus massiver Eiche, gepulverten Metallstreben und Glas.

Die zwei unterschiedlich tiefen Korken sorgen für eine gelungene Kombination aus Optik und Funktion.

Die schwarz gepulverten Metallstreben laufen einmal komplett um das Möbelstück herum. Sie halten durch spezielle Verschraubungen und Stecksystemen das ganze Möbelsystem zusammen.

Bis ins letzte Detail stimmig.

ProHolz NRW – klingt gut! Aber was steckt dahinter?

Vor Kurzem wurde ich als Tischler und Blogger zu einer Veranstaltung von ProHolz NRW eingeladen. Dabei sollte es vorrangig um die Erarbeitung möglicher Lösungsansätze für den aktuellen Fachkräftemangel gehen – und das klang erst mal interessant. Ich beschloss also, mir das Ganze anzusehen, und fuhr in das Bildungszentrum Holz im Sauerland.

Dort erfuhr ich zunächst einmal, was sich hinter ProHolz NRW eigentlich verbirgt. Es ist eine Clusterinitiative, die sich übergreifend mit allen Gewerken befasst, die etwas mit dem Werkstoff Holz zu tun haben. Das geht vom Waldarbeiter, über die Sägewerke bis zum Tischler. Sogar die Holzingenieure gehören dazu. Continue reading

Wandverkleidungen

Als Schreinerei, die sich  auf den hochwertigen Innenausbau spezialisiert hat, dürfen wir individuellste Raumlösungen für Privat- und Geschäftskunden entwickeln. Für einen unserer Geschäftskunden sollen wir zurzeit Wandabwicklungen fertigen. Diese besteht aus einer durchgängig verkleideten Wand sowie einer Medienwand mit integrierten Monitoren etc. Beide Wände sollen schallgeschützt sein. Außerdem müssen alle Bauteile einzeln abgenommen werden können, da hinter den Wandabwicklungen die gesamte Medienanlagen- und  Klimatechnik liegt. Die Schallschutzelemente werden durch eine spezielle Frästechnik hergestellt und mit Nussbaumfurnier belegt. Anschließend werden die Elemente lackiert. Die Maserung läuft selbstverständlich durch 😉

Hier seht ihr die Zeichnung zur Medienwand …

Und so sieht sie zusammengebaut in der Werkstatt aus.

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Massivholzfräsung

Vor Kurzem wurden bei uns jede Menge Bankelemente aus Massivholz gefertigt. Nachdem die Bohlen aufgetrennt wurden und die Bearbeitung mit dem Abricht- und Dickenhobel geschafft war, ging es wieder ans Programmieren der CNC-Daten. Hierbei musste vor allem beachtet werden, dass man nicht entgegen der Faser fräst, denn sonst reißen diese aus. Deshalb habe  ich mit einem Aufmaß von 2 mm die komplette Kontur vorerst mit einem Schruppfräser ausgefräst. Danach habe ich die einzelnen Konturteile mit einem scharfen links und rechts laufenden Wendeplattenfräser nachgefräst. Natürlich immer schön mit der Faser!

Das Programm entsteht. Ganz schön viele verschiedene Fräsgänge sind hierzu nötig.

So sieht das Ganze dann außerhalb des Bildschirmes aus 😉

Und hier natürlich noch einmal ein Bild der fertigen Teile 🙂

Ladenbau, Teil II

In diesem Fall liegt das Augenmerk auf der Möglichkeit, die Möbelelemente zu bestücken, denn hier ist entscheidend, dass der Kunde möglichst viele Produkte zeigen und verkaufen kann. Individualisierte Nutzbarkeit verknüpft mit einer modernen Optik stehen im Fokus, wobei es an der Qualität natürlich nicht mangeln darf.
Für diesen Kunden haben wir einen speziellen Katalog angefertigt. So kann er sich bei jedem neuen Laden genau überlegen, welche Möbelelemente er gern hätte. Wir planen dann mit ihm gemeinsam das neue Ladenlokal, und schon geht’s los mit der Produktion. 

Der Thekenbereich dient sowohl als Verkaufs- als auch als Beratungsstelle.

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Ladenbau, Teil I

In meinen nächsten beiden Blogbeiträgen werde ich  euch anhand von Projekten unserer Firma das Thema Ladenbau etwas näherbringen. Denn als Tischler beziehungsweise Schreiner habt ihr es sowohl mit Privat- als auch mit Geschäftskunden zu tun.


Bei dem ersten Projekt, das ich euch vorstellen möchte, handelt es sich um ein großes Fotostudio. Hier liegt der Augenmerk besonders auf den geschwungenen Formen und der einladenden Gesamtoptik. Es soll ein Ambiente geschaffen werden, in dem der Kunde sich wohlfühlt – ein entscheidender Faktor bei Fotoshootings. Da bei uns Perfektion, Maßanfertigung und Qualität an erster Stelle stehen, haben wir sogar extra Schablonen für den Fliesenleger gefertigt. Denn nur war es möglich, die Fliesen so verlegen, dass sie exakt zu unseren Möbeln und deren Formgebung passen.

Eine geschwungene und …

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Stilsicher!

Der Tischler beziehungsweise Schreiner ist nicht nur bekannt für seine qualitativ hochwertigen Möbel, sondern im besten Falle auch für seine Kreativität, Individualität und Gestaltungsfähigkeiten.  Das sieht man zurzeit auch wieder sehr schön bei den anderen Bloggern und ihren wirklich tollen Gesellenstücken.
Doch auch nach dem Gesellenstückbau hört die kreative Gestaltungsphase ja zum Glück nicht auf.

So haben wir für eine Kundin ein Möbel entwickelt, das ruhig als Kunstwerk betrachtet werden darf.  Normal kann schließlich jeder 😉
Im Zuge der Planung haben wir uns entschieden, die Front des Möbels durch Aufbringen eines Digitalaufdrucks besonders zu betonen. Der Korpus an sich hebt sich rein optisch nicht ab, überzeugt jedoch durch seine wunderschöne lackierte Oberfläche. Als zusätzlichen Eyecatcher haben wir ein echtes kleines Geweih in Silber lackiert und über dem Möbel aufgehängt. Im gesamten Raum wirkt das Möbel einfach nur wahnsinnig stilvoll und passt megagut in den Raum der Kundin.
Als Schreiner bin ich stolz darauf, den Lebens- oder Arbeitsraum meiner Kunden nach individuellen Wünschen nutzbar zu machen und zugleich gestalten zu dürfen.

Ein sehr gelungenes Kunstwerk …

… das zugleich als edler Stauraum genutzt wird.