Alle Artikel von Jonas Klinkenberg

Restauration – Was ist das denn schon wieder?

Da ich momentan für die theoretische Gesellenprüfung und für die Uni lernen muss, folgt jetzt leider nur ein kürzerer Beitrag. Dennoch möchte ich Euch ein weiteres Tätigkeitsfeld des Tischlers/Schreiners vorstellen.
Wir können nicht nur NEU! Wir können auch aus alt wieder schön machen! Dies nennt man dann Restauration 😉
Bei uns wollte eine Kneipe im alten Glanz, aber mit modernem und zeitgemäßem Arbeitsraum wiedereröffnen.

Die Thekenfront hat ihren alten Charme behalten!

Doch hinter der Theke ist ein moderner, zeitgemäßer Arbeitsraum entstanden!

Des Weiteren beglückt ein neues Thekenbrett in Tellerbreite die kommenden Gäste!

 

Lack, Lack und noch mehr Lack …

In vorherigen Beiträgen der anderen Blogger habt Ihr ja bereits einiges über Lacke und Lacksysteme erfahren. Doch wie sieht das eigentlich im Betrieb aus? Hat man da auch ein hochentwickeltes Robotersystem, das für einen lackiert?
Nein! Im Betrieb seid Ihr der Roboter, der die Kunst des Lackierens meistern muss! Lackieren ist tatsächlich eine Kunst für sich! Denn um eine nahezu perfekte Oberfläche ohne Läufern an den Kanten und ohne Orangenhaut auf der Oberfläche zu erzielen, muss eine perfekt dosierte Lackmenge gleichmäßig auf dem zu lackierenden Objekt aufgetragen werden. Das ist gar nicht so einfach und es kann Jahre dauern, bis man den Dreh raus hat. Deshalb bei den ersten Malen, die vielleicht nicht so gut liefen, nicht sofort den Kopf in den Sand stecken, sondern fleißig weiter üben! Da mich mein Papa ziemlich oft und intensiv geschult hat, liegt mir das Lackieren mittlerweile recht gut … So verbringe ich einige Stunden in der Woche mit Lackieren. Hier seht Ihr ein paar Bilder 😉
Ach –  ganz wichtig für eine gute Lackierung ist die Vorarbeit! Die zu lackierende Oberfläche muss perfekt geschliffen und sauber sein!

Bei einer solchen Massivholzplatte ist die Vorarbeit das A und O! Hier wird beim Lackieren jeder Kratzer und jede Beule sichtbar!

Den Glanz bekommt die Platte erst beim zweiten Lackgang mit einem anderen Lack als dem Grundierlack.

Die Vorarbeit ist bei farbigen Lacken genauso wichtig! Hier werden Läufer an den Kanten jedoch schneller  sichtbar als bei Klarlacken.

Es waren eine Menge weißer Küchenfronten, die perfekt werden mussten!

Aber Spaß bei der Arbeit muss auch sein ;-P

Hier wird die Arbeit einer Künstlerin zu einer Waschtischplatte! Um diese Kreolen zu lackieren, habe ich einen speziellen, dicken Fülllack verwendet. Dieser schließt die Poren und ich erhalte nach sehr vielen Lackgängen eine gerade und ebene Oberfläche … Ganz wichtig hierbei: Die gleiche Lackmenge muss auch auf die Rückseite aufgetragen werden! Sonst kann es passieren, dass die Platte rund wird und schlimmstenfalls sogar reißt!

Und was haben wir hier? Kann man etwa auch Glas lackieren?

Ja, kann man! Doch hier besteht die Vorarbeit nicht aus schleifen, sondern aus reinigen! Es dürfen weder Staub noch Krümel noch Fingerabdrücke auf dem Glas sein! Des Weiteren muss der Glaslack sehr dick aufgetragen werden. Es sollte kein Licht mehr durch den Glaslack scheinen … Ach und Glas wird meistens nur von einer Seite lackiert  😉

Und ganz wichtig! Immer eine Maske tragen! Die ist zwar nicht so schön, wie der vorgestellte Spritzhelm, doch sie schützt Eure Lunge und Atemwege …

Flexijet – Unser Begleiter in Sachen 3D Aufmaß

Durch modernste CNC Techniken sind wir dazu in der Lage, maschinell unglaublich präzise zu arbeiten. Doch um die Maschine mit passgenauen Daten zu versorgen, ist mehr als ein genaues Aufmaß nötig! In unserer Firma vertrauen wir dort seit längerem auf die 3D-Aufmaßtechnik von Flexijet.

Flexijet? Noch nie gehört?
Da muss ich Euch wohl gleich mal zeigen, wie dieses Präzisionsmessgerät die Arbeit des Schreiners erleichtert 😉
Da uns vor kurzem von einem sehr netten Mitarbeiter das nagelneue 3D-Aufmaß System vorgeführt wurde; habt ihr jetzt die Ehre, das bald auf dem Markt erscheinende neue Messgerät kennenzulernen!

Links seht ihr das neue und rechts unser aktuelles 3D Aufmaßgerät von Flexijet.

Na, wer kann schon Unterschiede erkennen?

Ganz offensichtlich! Das neue Aufmaßgerät hat einen ganz neuen Kopf 😉 Und was dieser so alles drauf hat, erfahrt ihr jetzt!

Direkt springt einem das neue 7 Zoll große Touchdisplay ins Auge!

Was das Aufmaß im Gegensatz zum alten System deutlich vereinfacht, ist die 5 Megapixel Kamera. Diese zeigt uns mithilfe des Displays und einem Fadenkreuz genau den Messpunkt an! Zum einen ist dies optisch einfacher für denjenigen, der aufmisst, aber besonders praktisch ist, dass man so den Kopf gezielter auf den Messpunkt ausrichten kann. Denn vorher musste man sich immer mit der Fernbedienung an den Punkt herantasten. Da kann man gleich erwähnen, dass sich das neue System wesentlich sanfter und schöner an einzelne Punkte anfahren lässt!

Ebenfalls sorgt das neue Display dafür, dass man direkte Aufmaßbefehle am Messgerät selber auswählen kann! Vorher musste man hierfür immer zurück zur mobilen Rechnerstation laufen und einen neuen Befehl bzw. eine Funktion auswählen. Diese Neuerung ist sehr hilfreich beim Aufmaß von großen Räumen, und wenn man öfter den Standpunkt des Messgerätes wechseln muss 🙂 Da fällt mir direkt noch ein, dass das neue System sich jetzt sogar direkt über Wlan mit dem Laptop verbindet!

Doch was macht das Flexijet eigentlich so besonders? Ganz einfach!

Während man misst, kann man direkt auf dem mobilen Laptop erkennen, was man sich da zusammen misst! So wird die Fehlerquote beim Aufmaß erheblich reduziert – denn man sieht vor Ort, was man macht! Hier einmal die Wände eines Büros …

Wir danken Mario Noel für die sehr interessante Vorführung des neuen Lasermesskopfes und der Firma Flexijet für Ihren stets bemühten Kundenservice! Das Aufmaßsystem ist ein hervorragender Begleiter für alle modernen Handwerksbetriebe und wir wollten dieses System in unserer Firma nicht mehr missen wollen!

Was der Schreiner so kann?

Als Schreiner sind wir ebenfalls in der Lage, alte Sachen zu restaurieren oder neu herzustellen. Letztens kam ein Bootsbesitzer zu uns und wollte alte Schiffsteile erneuert haben. Da diese leider nicht mehr zu retten waren, mussten wir sie neu herstellen. Doch in der heutigen Zeit ist dies durch modernste Techniken um Einiges leichter. Doch leider ist dafür eine längere Vorarbeit am Computer nötig …

Exaktes Aufmessen der neu zu fertigenden Teile ist notwendig. Jetzt müssen nur noch die CNC-Programme geschrieben werden …

Und los geht’s!

Die neu hergestellten Teile passen exakt! Nochmal Glück gehabt 😉

Es ist soweit!

Die Zeit ist im Flug vergangen und der März ist da!
Was erzählt der Euch eigentlich irgendetwas über den Kalender, fragt ihr euch vielleicht???
Richtig, Euch betrifft das eigentlich (noch) nicht wirklich, aber die angehenden Tischler- und Schreinergesellen müssen bis zum 1. März 2018 ihre fertigen Projektmappen eingereicht haben. Sind diese DIN gerecht und abgesegnet, dürfen wir demnächst endlich mit dem Bau unseres Gesellenstücks beginnen.
Damit Ihr Euch ein besseres Bild machen könnt, was da eventuell noch alles auf Euch zu kommt, zeige ich Euch jetzt exemplarisch meine Unterlagen 🙂

Auch den Umschlag der Projektmappe kann man mal ein bisschen ansehnlicher gestalten 😉
Aber was findet man da drinnen eigentlich so?

Joa, also ich kann da eine noch geschlossene Mappe, eine Mappe mit sämtlichen Papierkram und eine mit Kopien der Zeichnungen vorfinden … Ob ich das wohl richtig verstanden habe???? Denke schon 😉

In der eben noch geschlossenen Mappe, befinden sich alle originalen Zeichnungen des Gesellenstücks mit dem Firmenstempel und der Unterschrift des Chefs. Und rechts daneben seht ihr meine  Materialliste.

Und hinter der Materialliste versteckt sich noch der Arbeitsablaufplan. Hier könnt Ihr einen Teil davon einlesen 😉

Und es darf natürlich nicht die Stückbeschreibung fehlen!

Und hier befindet sich alles rund um meine Berufsschulzeugnisse, Ergebnisse der Zwischenprüfung, Zertifikate der überbetrieblichen Lehrgänge und andere Formalitäten …

Und zu guter Letzt muss natürlich das vollständige Berichtsheft abgegeben werden!

Und zum Schluss noch ein gut gemeinter Rat an alle zukünftigen Gesellen! Fangt rechtzeitig mit den Zeichnungen usw. an! Es gibt leider immer wieder angehende Gesellen, die auf den letzten Drücker versuchen, noch etwas zu reißen. Das sieht man leider den Mappen an und dafür ist die Arbeit und Liebe zu schade, die Ihr hoffentlich alle in Eure Gesellenstücke investieren wollt!

Vielseitigste Arbeiten bietet das Holz!

Der folgende Blogeintrag betrifft nicht unbedingt das alltägliche Berufsleben eines Schreiners, es kann aber durchaus vorkommen 😉
Bei uns in der Gegend wüteten in letzter Zeit heftige Stürme, die so einige Bäume zu Fall brachten.  Auch bei uns im Garten fielen mehrere Bäume …
Also wurde nach Feierabend die Kettensäge angeworfen und es ging rauf in die Baumkrone. Und dann wurde sie Stückchen für Stückchen abgeschnitten und später entastet. Warum erzähle ich Euch das eigentlich?
Ganz einfach! Auch in der Werkstatt kann es passieren, dass ihr mal mit einer Kettensäge eine Bohle ablängen müsst oder Ähnliches.
Also hier ein paar wichtige Tipps:
– die Kette muss immer gut gespannt sein
– sägt man eine längere Zeit, so muss die Kette nachgespannt werden
– die Kette muss am Ende wieder entspannt werden
– nicht mit der Kette in den Dreck und die Erde gelangen, davon wird die Kette stumpf
– die Kettensäge gut festhalten, aber nicht zu viel Druck auf die Kette geben
– schön geschmeidig in den Stamm eintauchen, den Rest macht die Säge von alleine 😉
Und falls ihr mal selber einen Baum fällen solltet, dann schaut mal, ob ihr was vom Stamm gebrauchen könnt 😉 Wir haben unter anderem einen Flieder in Stücke sägen müssen. Ein paar schöne Stücke haben wir jetzt zum Trocknen bei und in der Halle. Wenn die Stämme mal getrocknet sind, werden sie hoffentlich schöne Stämme zum Drechseln sein 🙂 Aber das wird wohl noch etwas dauern…

Eine der Birken ist auf unser Baumhaus gekippt … Das ist jetzt leider ebenfalls nicht mehr zu gebrauchen :/

Ganz schön hoch … Da geht es jetzt mit der Kettensäge im Gepäck hinauf!

Die Stihl Familie vor den ersten Baumabschnitten… Das wird mal gutes Brennholz, aber Schade ist es trotzdem um die schönen Bäume

 

Wie die Zeit doch fliegt …

Anfangs war das Gesellenstück noch so weit entfernt, doch mittlerweile kommt auch diese Herausforderung immer näher. Natürlich habe ich zwischendurch immer mal wieder an das Stück gedacht und Ideen gesammelt. Doch so wirklich konkret wurde dies bis vor Kurzem nicht, erst als die Genehmigung zum Gesellenstück anstand. Dort muss man erste Entwürfe und Konstruktionsdetails darstellen und hoffen, dass das Stück genehmigt wird 😉 Da die ersten Ideen schon im Kopf waren und somit grob feststand, was es denn werden soll, war das alles nur halb so wild … Aber viel Arbeit ist es dennoch!

Ja, was soll es denn genau werden?

Es soll eine Formverleimung sein, die furniert wird. Das ganze Teil soll später mit einer Schattenfuge an der Wand aufgehangen werden. So wirkt es, als würde es schwebend an der Wand befestigt sein. Einfach, aber elegant! Die Formverleimung soll den Korpus darstellen. Vor diesem kommt eine furnierte Klappe mit einer kleinen Glasluke. So soll man später schon auf den Inhalt spähen können. Das Innenleben besteht aus einer Ablagefläche und einem Schubkasten. Der eingenutete Zierrücken besteht aus einem LED Flächenlicht, das eine vorstehende bedruckte Glasscheibe beleuchtet.
Vorstellbar? Wahrscheinlich eher nicht, oder? 😉
Damit Ihr Euch einen ersten Eindruck machen könnt, folgen gleich die Bilder 🙂
Nachdem ich mir die Proportionen und Maße überlegt und schon einmal grob skizziert habe, ging es los …

Viel Arbeit liegt vor mir und es geht endlich los!

Eine 3 Tafel Projektion.

Und die Schnitte …

Kleiner Tipp: Die Zeichnungen sind nicht für die spätere Abgabe und entsprechen somit nicht der DIN und sind nicht vollständig! Aber für die Genehmigung reicht es trotzdem aus und ich habe meinen Stempel erhalten! 🙂
Weitere Bilder vom Stück erhaltet Ihr natürlich, sobald ich die Zeichnungen im März DIN-gerecht abgegeben habe und mit dem Stückbau beginnen werde.

Von der Bohle zum Tisch

Es ist wieder soweit! Ein neues Jahr hat begonnen und es hängen wieder jede Menge Auftragszettel an der Wand …
Mein erster Auftrag dieses Jahr war die Herstellung einer Eichentischplatte mit den Maßen 900x900x50 mm. So, der Auftrag ist dann schon einmal bekannt.
Zuerst habe ich die Eichenbohle besäumt und aufgetrennt. Für alle, die es nicht mehr so ganz auf dem Schirm haben: beim Besäumen wird einfach nur die Waldkante vom Rest der Bohle getrennt 😉 Danach habe ich mir drei Riegel mit Übermaß geschnitten. Diese wurden anschließend auf Maß gehobelt und auf genaues Maß geschnitten. Die Kanten der Innenseiten habe ich dann noch flott mit einer 3mm-Fase versehen. Danach ging es auch schon ans Verleimen … über Nacht getrocknet ging es am nächsten Tag den Außenkanten an den Kragen. Jetzt mussten nur noch Löcher in die Unterseite der Tischplatte gebohrt werden. Danach habe ich die Rampa-Muffen in die Löcher eingesetzt. Dort wird später ein individuell angefertigtes Stahltischgestell montiert. Naja, jetzt kam ,,nur noch“ die Oberflächenbehandlung. Und das wichtigste für die Oberflächenbehandlung ist?
Richtig, es ist die genaue Schleifarbeit, die später ein schöne Lack- oder Öloberfläche ermöglicht. Nachdem dies also auch erledigt war, wurde die Eichenplatte nur noch geölt …

Die Löcher für das spätere Gestell sind an der exakt angegebenen Stelle gebohrt.

Die Rampa Muffen sind drin.

Achtung! Frisch geölt 😉