Alle Artikel von Paul Klotzsche

18 Stunden

Der Countdown zum Start des letzten Stückes läuft und die 3 französischen Teilnehmer stehen bereit um bei ertönen des Signals an ihre Hobelbänke zu rennen.

18 Stunden sind für das letzte Projekt angesetzt, ein moderner Schreibtisch in Eichenfurnier.
Die Platten hierfür wurden zwar im Vorfeld schon furniert und grob zugeschnitten, aber der Zeitplan ist trotzdem sehr straff angesetzt.
Szenen in denen von Hobelbank zur Kreissäge mit einem kleinen Wagen gerannt wird sind keine Seltenheit.
Jedoch muss man auch sagen, dass sie auch bestens organisiert sind um diese Leistung zu bringen.  So darf zum Beispiel das Klett-Armband (mit dem sie ihre Stifte und ein paar kleinere Werkzeuge an ihrem Arm verstauen) nicht fehlen.

Eine Stirnlampe ist ebenfalls am Start

Das „Klett-Armband“

Fertigung der Schwalbenschwanzverbindung für die Schubkästen

Nach den 18 Stunden gibt es nur einen Tisch der gerade pünktlich fertig geworden ist, bei den anderen zwei fehlen leider ein paar Kleinigkeiten.

World Skills 2017

Kaum wieder auf Arbeit angekommen, sind auch schon wieder spannende Sachen am Laufen …
Denn, nach der großen Reinigung unserer Werkshallen, bekamen wir Besuch von drei jungen Tischlern aus Frankreich.
Einer dieser drei wird an den World Skills 2017 in Abu Dhabi teilnehmen.
Um bestens darauf vorbereitet zu sein, nutzen sie diese Trainingswoche, um in einem völlig fremden Umfeld zu trainieren und sich an den Druck zu gewöhnen.

Der eingerichtete Arbeitsplatz der Teilnehmer

Bei den ersten großen Übungen ging es um Holzverbindungen auf Zeit.
So zum Beispiel eine Zapfenverbindung in 8 Min. Oder eine Schwalbenschwanzverbindung in 12 Min. …
Über die Holzverbindungen haben sie sich dann hin zu einem kleinen zusammengesetzten Objekt (siehe Foto unten) gesteigert.  Als nächstes bauen sie ein komplettes Schreibmöbel …

Alles ordentlich verschleifen, die letzten Sekunden laufen …

Das kleine zusammengesetzte Objekt mit Furnierarbeit

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie sie sich bei dem letzten großen Stück schlagen …

Manche Arbeiten müssen auch getan werden …

Es gibt Zeiten, in denen man nach erledigten Projekten auch einmal die Zeit nutzen muss, um wieder Ordnung in der Werkstatt zu schaffen.
So war es auch bei uns an der Zeit, mal wieder klar Schiff zu machen und alle Ansammlungen von Resten und unordentliche Ecken aufzuräumen.
Anschließend musste auch die gesamte Halle bis in jede Ecke gefegt und gewischt werden.

Wischen der großen Hallenflächen mit der Maschine.

Doch es gehört nicht nur das Sauber- und Ordnungmachen dazu.
Viele Werkzeuge müssen auch regelmäßig gepflegt werden und so wurde auch unser kompletter Bestand an Schraubzwingen und Knechten gereinigt und neu geölt.
Jetzt ist alles wieder ordentlich, sodass wir vernünftig arbeiten können und ich bin froh, dass das erstmal für eine Weile so bleibt.

Reinigung der Schraubzwingengewinde.

Zirikote …

In letzter Zeit musste ich leider feststellen, dass meine Handyhülle immer schlechter aussieht und langsam Kratzer bekommt und ihre Farbe verliert.
Um das zu ändern wollte ich versuchen, es mit Zirikote zu verschönern….
Was soll das denn sein?
Zirikote, ist ein  Furnier des gleichnamigen Baumes aus Amerika.
Es ist wild gemasert, sehr dunkel und besitzt einen gelben Splintholzbereich.
Aber schaut selbst:

Im Kistenwahn…..

Gleich nach den schwarzen Kisten aus Wenge habe ich mir auch noch eine Kiste aus Pflaume in DIN A4-Größe gebaut.

Zum Schluss habe ich sie fein geschliffen und mit einer Schellackpolitur versehen, so dass sie jetzt schön glänzt.

Die frische noch unlackierte Kiste.

Nach der Schellack-Politur ist ein klarer Glanz zu erkennen.

Es rappelt in der Kiste….

In der vergangenen Woche haben wir ein paar kleine Kisten gebaut.
Sie sind so groß, dass man sie als Stiftebox mit praktischem Schiebedeckel verwenden kann.
Da wir noch einige Holzreste hatten, die für diese kleine Arbeit gut geeignet waren, fertigten wir unsere Kisten aus Wenge.

Optisch ein sehr schönes Holz,….

Aber fängt man an seine Linien auf dem schwarzen Holz anzuzeichnen, stellt man fest, dass man echt gute Augen braucht, um nicht daneben zu sägen.

Am Ende hat es irgendwie doch geklappt und das Ergebnis ist auch ok.

Mein Sitzhocker: Der letzte Schritt

Jetzt passen endlich alle Teile zusammen und das große Schleifen kann beginnen. Jede Delle und jede dreckige Stelle wird entfernt, bis die Oberfläche wirklich absolut einwandfrei ist.
Das sollte man nicht unterschätzen, denn da können locker mal ein paar Stunden drauf gehen …

Um das ganze zu komplettieren folgen noch zwei Aufträge Öl.

Die Bänder machen einen großen Teil der Kosten aus.

Der Innenraum der Kiste.

So sieht das ganze dann fertig aus.

Nur noch eine „Sitzprobe“ und „bestanden“!

Neues vom Abschlussstück

Im nächsten Schritt werden die Laufleisten für den Schubkasten gefertigt. Danach werden sie dem unteren Teil des Korpus angepasst und anschließend eingeleimt.
Später wird die Klappe ähnlich wie das Unterteil zusammengebaut und verleimt.
Ein Unterschied dabei sind jedoch die Ecken, an die später eine Rundung angehobelt wird. Hier werden Gehrungen angesägt und später stumpf zusammengeleimt. Wenn alles getrocknet ist, kann man beginnen, alles einmal zusammenzubauen und anzupassen.

Einpassen der Laufleisten.

Auf Gehrung gesägte Ecken.

Einleimen der Laufleisten.

Neues vom Abschlussstück

In der nächsten Etappe werden die Teile für den unteren Teil des Kastens ausgehobelt und die benötigten Winkel angesägt.
Hier kommt eine weitere klassische Verbindungsmöglichkeit ins Spiel: die Gratung.
Wir haben sie glücklicherweise mit der Fräse fertigen können, was uns viel Zeit erspart und eine super Passform garantiert.

Gratfeder am Brett und Gratnut in der Fläche

Die fertigen Gratleisten bekommen nur noch eine Fräsung für die Formfedern und können dann so schnell wie möglich in das Bodenbrett geschoben werden. Dadurch sollte es schön gerade bleiben…
Wenn die Seitenteile ebenfalls gefräst sind, können sie angeleimt werden. Däfür war es nötig eine Lehre zu bauen um gleichmäßigen Druck zu erzeugen.
Doch bevor geleimt wird müssen noch die Bänder eingelassen und die Griffmulden gefräst werden.

Hier werden später die Bänder sitzen

Beim Verleimen ist es manchmal auch besser zu zweit zu arbeiten

 

Man kann nie genug Holz haben!

Es ist zwar schon eine Weile her, aber ich wollte es euch trotzdem gerne zeigen.

Bei einem guten Freund wurden 2 Walnussbäume gefällt. Gleich wurde die Chance genutzt und die beiden Stämme zum Sägewerk gefahren. Bis zum nächsten Tag musste ich warten und dann kam endlich der lang erwartete Moment, wie sehen die Stämme wohl aufgeschnitten aus?

Ein klarer dunkler Kern ist erkennbar und darum das helle Splintholz. Ich freue mich schon, wenn ich das Holz nach dem Trocknen endlich verwenden kann!