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Zirikote …

In letzter Zeit musste ich leider feststellen, dass meine Handyhülle immer schlechter aussieht und langsam Kratzer bekommt und ihre Farbe verliert.
Um das zu ändern wollte ich versuchen, es mit Zirikote zu verschönern….
Was soll das denn sein?
Zirikote, ist ein  Furnier des gleichnamigen Baumes aus Amerika.
Es ist wild gemasert, sehr dunkel und besitzt einen gelben Splintholzbereich.
Aber schaut selbst:

Im Kistenwahn…..

Gleich nach den schwarzen Kisten aus Wenge habe ich mir auch noch eine Kiste aus Pflaume in DIN A4-Größe gebaut.

Zum Schluss habe ich sie fein geschliffen und mit einer Schellackpolitur versehen, so dass sie jetzt schön glänzt.

Die frische noch unlackierte Kiste.

Nach der Schellack-Politur ist ein klarer Glanz zu erkennen.

Es rappelt in der Kiste….

In der vergangenen Woche haben wir ein paar kleine Kisten gebaut.
Sie sind so groß, dass man sie als Stiftebox mit praktischem Schiebedeckel verwenden kann.
Da wir noch einige Holzreste hatten, die für diese kleine Arbeit gut geeignet waren, fertigten wir unsere Kisten aus Wenge.

Optisch ein sehr schönes Holz,….

Aber fängt man an seine Linien auf dem schwarzen Holz anzuzeichnen, stellt man fest, dass man echt gute Augen braucht, um nicht daneben zu sägen.

Am Ende hat es irgendwie doch geklappt und das Ergebnis ist auch ok.

Mein Sitzhocker: Der letzte Schritt

Jetzt passen endlich alle Teile zusammen und das große Schleifen kann beginnen. Jede Delle und jede dreckige Stelle wird entfernt, bis die Oberfläche wirklich absolut einwandfrei ist.
Das sollte man nicht unterschätzen, denn da können locker mal ein paar Stunden drauf gehen …

Um das ganze zu komplettieren folgen noch zwei Aufträge Öl.

Die Bänder machen einen großen Teil der Kosten aus.

Der Innenraum der Kiste.

So sieht das ganze dann fertig aus.

Nur noch eine „Sitzprobe“ und „bestanden“!

Neues vom Abschlussstück

Im nächsten Schritt werden die Laufleisten für den Schubkasten gefertigt. Danach werden sie dem unteren Teil des Korpus angepasst und anschließend eingeleimt.
Später wird die Klappe ähnlich wie das Unterteil zusammengebaut und verleimt.
Ein Unterschied dabei sind jedoch die Ecken, an die später eine Rundung angehobelt wird. Hier werden Gehrungen angesägt und später stumpf zusammengeleimt. Wenn alles getrocknet ist, kann man beginnen, alles einmal zusammenzubauen und anzupassen.

Einpassen der Laufleisten.

Auf Gehrung gesägte Ecken.

Einleimen der Laufleisten.

Neues vom Abschlussstück

In der nächsten Etappe werden die Teile für den unteren Teil des Kastens ausgehobelt und die benötigten Winkel angesägt.
Hier kommt eine weitere klassische Verbindungsmöglichkeit ins Spiel: die Gratung.
Wir haben sie glücklicherweise mit der Fräse fertigen können, was uns viel Zeit erspart und eine super Passform garantiert.

Gratfeder am Brett und Gratnut in der Fläche

Die fertigen Gratleisten bekommen nur noch eine Fräsung für die Formfedern und können dann so schnell wie möglich in das Bodenbrett geschoben werden. Dadurch sollte es schön gerade bleiben…
Wenn die Seitenteile ebenfalls gefräst sind, können sie angeleimt werden. Däfür war es nötig eine Lehre zu bauen um gleichmäßigen Druck zu erzeugen.
Doch bevor geleimt wird müssen noch die Bänder eingelassen und die Griffmulden gefräst werden.

Hier werden später die Bänder sitzen

Beim Verleimen ist es manchmal auch besser zu zweit zu arbeiten

 

Man kann nie genug Holz haben!

Es ist zwar schon eine Weile her, aber ich wollte es euch trotzdem gerne zeigen.

Bei einem guten Freund wurden 2 Walnussbäume gefällt. Gleich wurde die Chance genutzt und die beiden Stämme zum Sägewerk gefahren. Bis zum nächsten Tag musste ich warten und dann kam endlich der lang erwartete Moment, wie sehen die Stämme wohl aufgeschnitten aus?

Ein klarer dunkler Kern ist erkennbar und darum das helle Splintholz. Ich freue mich schon, wenn ich das Holz nach dem Trocknen endlich verwenden kann!

Das Gestell wird „geschlitzt“

Jetzt haben wir alle Stücke gesägt und es ist soweit die rohen Teile abzurichten und auf Breite zu hobeln.

Alles ist soweit vorbereitet, dass wir damit beginnen können, das Gestell mit der ersten Holzverbindung herzustellen.
Bei dem Gestell haben wir uns für eine klassische Schlitz-Zapfen-Verbindung entschieden, die in Handarbeit hergestellt wird.

Die fertig ausgearbeiteten Verbindungen …

… passen ganz gut zusammen.

Ebenso haben wir hier auch gedübelt und Formfedern (auch Flachdübel genannt, das ist ein linsenförmiges Holzplättchen) eingefräst, um die beiden Rahmen zu verbinden.
Nun wird nur noch alles zusammengeleimt und angepasst.

Nach dem Verleimen ist es sehr stabil.

 

Die Abschlussarbeit steht vor der Tür

Nun ist es so weit, die Abschlussarbeit des ersten Lehrjahres steht an.
Nur leider können wir nicht alles genauso so wie auf der Zeichnung dargestellt übernehmen, denn wir benutzen  zur Vorlage Massivholz anstelle von furnierten Plattenwerkstoffen.

Somit müssen wir uns erst einmal Gedanken machen, welche Holzverbindungen gewählt werden müssen, damit alles hält.
Für welche Verbindungen wir uns entschieden haben, seht ihr später.

Wie immer muss zuerst ein Aufriss gemacht werden, damit wir alle Maße von diesem abnehmen können. Das heißt also, dass wir so genau wie möglich zeichnen müssen…..
Hierfür benötigen wir die originale Zeichnung mit den Maßen.
Nachdem wir alle Lägen wissen, können wir unser Holz reinhohlen und mit etwas Überstand zum bearbeiten ablängen.

Als nächstes mussen die Abschnitte auf Breite geschnitten werden.
Dafür müssen die Bretter besäumt werden, um die Baumkante zu entfernen.

Aufteilen des Holzes in sinnvolle Abschnitte

… die Besäumten und auf Breite geschnittenen Bretter

Holz: Immer wieder für eine Überraschung gut!

Durch die Lagerung und Trocknung von Holz im Freien kommt es oft zu Bewitterung und zu Verfärbungen.

Als ich vor Kurzem ein abgelagertes Stück Pflaume aufsägte, war ich wieder einmal darüber erstaunt, was für ausgefallene Maserungen und Färbungen  in einem scheinbar schlichten Stück Holz stecken können.

Oben: Färbung von Außen; Unten: Färbung aufgesägt.