Alle Artikel von Paul Klotzsche

Damit alles sicher verstaut ist!

Vergangene Woche bekam ich wieder einen kleinen Auftrag, für den ich größtenteils allein verantwortlich war. Dabei handelte es sich um vier Schränke, die auf einer Baustelle für Werkzeuge und andere Materialien genutzt werden sollten.

Da es kein Spitzen-Möbelstück werden musste, wurden einfach ein paar Lamellos eingeklebt und alles direkt zusammengeschraubt.
Dadurch ging es relativ schnell.
Als der Korpus dann soweit stand, konnten wir damit beginnen, die restlichen Teile anzubauen.
Um die großen Schränke ein wenig handlicher zu machen, bauten wir erst einmal die Rollen an.
Danach wurde noch die Klappe sowie die Türen angebracht und so gut wie möglich eingestellt.

Damit das ganze Werkzeug dann auch einigermaßen sicher verstaut ist, musste noch ein Schließmechanismus angebracht werden, der Türen und Klappe gleichzeitig verriegelt.
Dafür haben wir dann einfach ein paar Bleche zurecht gebogen und angebracht, sodass jetzt alles mit einem Vorhängeschloss gesichert werden kann.

Kombination aus Kork und Esche

Bei uns im Betrieb ist es Teil der Ausbildung, dass jeweils einer ein eigenes Möbelstück entwirft und wir es dann innerhalb der folgenden zwei Wochen gemeinsam bauen.
Einer unserer Azubis hatte eine Garderobe entworfen, für die wir uns dann auch entschieden haben.
Hier seht ihr sie schon einmal, damit ihr auch eine Vorstellung habt wovon ich rede …

Da die Front mit den Schubkästen geschwungen ist, mussten wir zunächst einmal ein Gesenk bauen (sozusagen die Negativform), um die Schubkastenfronten in den richtigen Radius zu pressen.

Wir teilten uns in Zweiergruppen auf, die jeweils eine Aufgabe übernahmen.
So beschäftigten sich Manche mit dem Rahmen, Andere mit dem Korpus und Einige mit den Schubkästen.
Das schwierige daran war, dass am Ende alles zusammenpassen musste.
Gar nicht so einfach, bei so vielen verschiedenen Leuten.
Am Ende hat dann aber zum Glück alles zusammengepasst.

Ein kurzes Wort noch zu den verwendeten Materialien.
Die benutzte Holzart ist hier die Esche. Beim Korpus lediglich als Furnier, beim Rahmen aber logischerweise als Massivholz.
Auf die Rückwand und auf die Schubkästen wurde Kork angebracht. Dieser hat jedoch nur optische Bedeutung.

Oberflächenvielfalt

In den vergangenen zwei Wochen durften wir im Zuge der Ausbildung an einem Oberflächenlehrgang teilnehmen.
Vor einiger Zeit haben die anderen Blogger schon einmal über ihre Erfahurungen beim Oberflächenlehrgang berichtet, deswegen halte ich mich ein bisschen kurz und zeige euch einfach ein paar Oberflächen, die mir sehr gut gefallen.
Insgesamt haben wir in der Zeit eine ganze Menge an Musterplatten in unterschiedlichten Farben und Ausführungen hergestellt.
Die meisten könnt ihr hier sehen, jedoch sind sie alle auf der Rückseite nocheinmal anders gestaltet.

Eine Fläche, die mir sehr gut gefallen hat, war diese: Dafür wurde Holz gebürstet und anschließend dunkel eingefärbt. Nach einer Trockenzeit wurde noch ein weißer Lack aufgebracht. Nachdem dieser trocken war, durften wir alles wieder kaputt machen. Mit Hammer, Schleifpapier und allem, was man fand, richteten wir das Brett zu, bis es uns optisch gefiel.

Beim diesem Muster wurden Farbige Pigmente in die Holzstrucktur eingearbeitet.

Bei dieser Wassertropfenoptik wurden echte Wassertropfen angesprüht, sodass sich während der Trocknung der Tropfen die Farbe niederlegt und somit diesen Effekt erzeugt.

Wichtige Vorarbeiten

Beim Innenausbau von Schiffen gehört es auch dazu, die Decken für die jeweiligen Räume zu bauen.
Dafür muss die Decke jedoch, bevor sie eingebaut werden kann, einmal komplett in der Werkshalle montiert werden.
Um genügend Platz und vor allem eine ebene Fläche zu haben, werden erhöhte Arbeitsflächen gebaut und ausgerichtet.
Ähnliche Systeme werden (wenn ich mich nicht irre) auch beim Aufbau von Bühnen verwendet.

Das Wichtigste bei dem Ganzen ist nicht nur, dass alles gerade und ordentlich ausgerichtet ist, sondern auch, dass alle Teile fest montiert sind.
Zusätzlich gibt es in den Profilen auch noch einen Bolzen, der die Traversen (falls die Schrauben nicht ordentlich festgezogen sind) gegen ein Absacken sichert. Der sollte auf jeden Fall gut eingestellt und fest sein.

Wenn das ganze Gerüst dann einmal steht muss jeder einzelne Fuß in der Höhe so eingestellt werden, dass es insgesamt eine ebene Fläche ergibt.
Dafür nimmt man sich einen Laser und ein Stück Holz zur Hand, auf dem man die gewünschte Höhe festlegt und markiert.
Dann geht man mit dem Holz nur noch von Bein zu Bein und richtet es nach der Markierung aus.

Am Ende kann die Decke einfach aufgebaut werden.
Man kann sogar sehr bequem herum gehen.

Stundenlanges Zeichnen …

Langsam gehen bei uns auch die ersten Vorbereitungen für den Bau des Gesellenstücks los. So sollten wir uns diese Woche in der Berufsschule ein Möbelstück zur Übung ausdenken, dass dann wie das Gesellenstück ordentlich mit Hauptzeichung und den dazugehörigen Schnitten gezeichnet wurde.

Es ist schon erstaunlich, wie viel Zeit eine komplette technische Zeichnung dauert, selbst wenn es sich um ein doch eher einfaches Möbelstück handelt.
Aber dafür lassen sich später beim Bau des Stückes alle Maße und Details super schnell erfassen.

Zum Üben habe ich mir einen kleinen Tisch ausgedacht, mit einem Schubkästen und einer aufklappbaren Tischplatte.

Schaut es euch einfach mal an, mal sehen ob ihr durchblickt …

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Schwerterproduktion

In letzter Zeit hatten wir ein spannendes Projekt in unserer Lehrwerkstatt: Wir sollten für eine Kampfsportart 22 Schwerter aus Holz in drei verschiedenen Längen bauen.
Da es auch leichte und schwere Ausführungen geben sollte, wählten wir als Holz Esche und Abachi.

Am Anfang war alles wie gewohnt: das Holz grob sägen, aushobeln und auf Länge bringen.
Das darauffolgende Fräsen der Klinge und das herausarbeiten des Griffes forderte dann jedoch sehr viel Kreativität und Geduld. So entstanden Stück für Stück die Rohlinge.
Die mussten jetzt nur noch sauber ausgeschliffen und ein wenig von Hand in Form gebracht werden.

Jetzt fehlt nur noch ein wenig Öl und schon kann gekämpft werden.

Resteverwertung

Selbst kleine Abschnitte von eingerissenen oder beschädigten Bohlen, die wohl in den meisten Tischlereien zu Feuerholz verarbeitet werden, können manchmal noch sinnvoll genutzt werden.
So hatte ich letztens die Möglichkeit, mir aus ein paar schönen Resten Eichenholz einen neuen Klüpfel für die Stemmeisen zu bauen.
Dafür hobelte ich eine Leiste als Griff aus und verleimte zwei Stückchen Holz für den Hammerkopf.
Anschließend brauchte nur noch ein Loch in den Kopf gebohrt, die grobe Form ausgeschnitten und alles geschliffen werden.
Schnell alles mit einem Keil und etwas Kleber zusammengeschlagen und im Nu war etwas Neues aus dem vermeintlichen Feuerholz geworden.
Dabei sieht man auch, dass man nicht immer alle Werkzeuge kaufen muss, theoretisch kann man vieles auch selbst machen.

Entspannen im Schaukelstuhl

Das Ziel für uns Auszubildende war in dieser Woche, zusammen ein Projekt zu erstellen und dieses größtenteils eigenständig zu bauen.
Dabei fiel unsere Wahl auf einen schönen Schaukelstuhl, den wir aus Esche fertigten.
Doch wie konstruiert man am besten einen Schaukelstuhl?
Am Ende muss es sich ja nicht nur gut sitzen, sondern auch gut schaukeln und gut aussehen …
Gar nicht so einfach, wenn man keinen Schaukelstuhl direkt vor Ort hat, um das auszumessen.
Also mussten wir uns an einigen groben Werten orientieren, eine Schablone entwerfen und alles nach Gefühl planen.
Umso mehr steigt natürlich die Spannung auf das Endresultat!

Insgesamt haben wir auch mit vielen geschwungenen Teilen gearbeitet, was alles auch noch ein bisschen erschwerte. Deshalb bauten wir uns zuvor eine Schablone, die wir dann nutzten, um die geschwungenen Teile zu fräsen. So hieß es immer wieder auf die 1:1 Zeichnung auflegen, um alle Winkel und Schwünge zu kontrollieren. Nach dem Einbohren einiger Löcher, dem Schleifen der Teile und dem Verleimen konnte das erste Mal Probe gesessen werden.
Und siehe da, es schaukelt sich besser als erwartet!
Ein paar Kleinigkeiten könnten noch verbessert werden, aber das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen.