Alle Artikel von Paul Klotzsche

EV 36?!

Da wir in unserem Betrieb in der Regel keine klassischen Fenster oder Türen bauen, haben wir vor einiger Zeit einmal ein einzelnes Fenster gebaut, um einen kleinen Einblick zu bekommen

EV 36 – Was heißt das?
EV steht hier für „einfach verglast“. Somit wird nur eine Scheibe in dem Fenster verbaut und nicht mehrere hintereinander, so wie es heutzutage der Fall ist. Es wird zudem auch von einer einfachen, dünnen Scheibe ausgegangen, also alles so simpel wie möglich.

Die „36“ steht für ein Standardmaß. Es bezieht sich auf die Stärke der Rahmenhölzer und der Sprossen des Fensters. Denn so ist es möglich, diese in drei gleich große Teile einzuteilen.
Daraus ergeben sich dann die Höhe des Falzes mit 12 mm, die Einteilung der Schlitz-Zapfen-Verbindung mit je 12 mm und die Einteilung der einzustemmenden Zapfen an den Sprossen.

Als wir mit dem Fenster fertig waren, mussten wir feststellen, dass es sich nicht lohnt, ein einzelnes Fenster zu bauen, da der Fräser so oft verstellt werden muss, um die ganzen verschiedenen Fälze und Schrägen zu fräsen.
Sinnvoller ist es gleich einen ganzen Schwung zu produzieren, da man dann alle Teile hintereinander fräsen kann, dann die Maschine wieder verstellt und weiterfräst.

Schließprobe

 

Mein letztes Projekt dieses Jahr

Zum Abschluss des Jahres durfte ich noch einmal ein eigenes Projekt bearbeiten, auf eigene Verantwortung und ohne große Anleitung. Die Aufgabe: 10 Kisten für Lackmuster zu bauen.

Zur Verfügung stand mir ein fertiges Muster, welches ich in ähnlicher Weise nachbauen sollte. Das hieß konkret, die großen Platten in die gewünschten Formate zu schneiden.

Der Deckel lässt sich nach einer Seite herausziehen.

Danach mussten die Gehrungen angesägt werden, um später eine schönere Optik zu erhalten und um es leichter Verleimen zu können.

Schnell noch die Nuten für Boden und Deckel gefräst, sowie das Profil an Deckel und Boden.

Hier werden später die Muster hineingestellt.

Und dann kam eine der schönsten Aufgaben: In jede Kiste mussten vier Lochreihen mit je 17 Löchern gebohrt werden, das heißt 680 Löcher einzeln von Hand bohren …

Um so größer war die Freude als es anschließend ans Verleimen und Verschleifen ging.

Weihnachtsvorbereitung in der Berufsschule

Um die langen Pausen in der Berufsschule sinnvoll zu nutzen, kam mir bei einer Erzgebirgsausstellung die Idee, selbst einmal so eine Figur herzustellen.

Schnell wurde vor der Berufsschule noch ein passendes Stück Linde organisiert und an der Bandsäge grob ausgesägt. Dann konnte es schon losgehen! Ein paar Tage lang schnitzte ich an der Figur, leimte immer wieder ein paar Teile wie Arme oder Füße an, bis er mir dann gegenüber stand.

Ein grober Ausschnitt der Figur nach dem Entwurf

Fertig zum Bemalen

Nun muss er nur noch bemalt werden …

Selbst im Urlaub nicht sicher vor dem Holz …

Während meines Urlaubs habe ich mal wieder eine Kiste gebaut. Dieses Mal jedoch etwas aufwendiger.

Zuerst habe ich die Kiste aus Nadelholz gebaut.
Danach wurden Deckel und Boden stumpf aufgeleimt, da ich eine geschlossene Fläche ohne Absätze oder Nut erreichen wollte.
Anschließend habe ich dickes Tannenfurnier (ca. 2-3mm) an den Seiten aufgeleimt, damit sich später auf dem guten Furnier keine Zinken abzeichnen.
Als alles verleimt und getrocknet war, habe ich die Kiste noch aufgesägt und ein paar kleine Zierleisten auf Gärung angebracht (welche vorher teilweise schon furniert waren).
Zum Schluss habe ich die komplette Kiste in Pyramidenmahagoni furniert und geschliffen.
Nun müssen nur noch die Bänder angebracht und ein Schlüsselschild eingelassen werden.
Um die Oberfläche zu versiegeln habe ich die Kiste zu Beginn geölt, vielleicht kommt irgendwann noch etwas Schellack darauf.

Holzbrettspiele

Während des  Furnierlehrgangs haben wir auch einige Brettspiele hergestellt. Dabei entstanden unterschiedlichste Ausführungen von Schach und Damespielen in verschiedensten Holzarten. Diese wurden dann beide jeweils auf eine Platte geleimt, dabei wirkten sie jeweils als Gegenfurnier zueinander.

Danach haben wir sie noch geschliffen und geölt.
Außerdem entstand auch ein „Mensch ärgere dich nicht“-Spiel.

Für diese Arbeiten wurde teilweise auf bereits am Anfang erlernte Techniken zurück gegriffen, wie beispielsweise die Sternfuge beim „Mensch ärgere dich nicht“ oder die Kreuzfuge beim Damespiel.

Furnierarbeiten

In der letzten Zeit hatten wir die Möglichkeit, uns einmal an verschiedensten Furnierarbeiten auszuprobiern.
Dabei sind viele schöne Dinge entstanden.

Zunächst haben wir damit angefangen, Funierblätter auf unterschiedliche Weise zusammenzufügen.
Dabei entstanden zum Beispiel Kreuzfugen, falsche Kreuzfugen oder Sternfugen.
Anschließend versuchten wir uns an etwas aufwendigeren Mustern, wie der „Optischen Täuschung“, bei der das Muster durch geschicktes Drehen der Streifen erzeugt werden kann.

Eine optische Täuschung aus Wenge und Ahorn.

Eine dreidimensionale Würfelstuktur.

Die Faserrichtung verläuft immer unterschiedlich.

Danach konnten wir noch ein paar eigene Dinge versuchen, so wie das Zebra, oder den Hirsch.
Bei solchen Arbeiten wird das Motiv auf den Hintergrund aufgezeichnet und dann immer ein Abschnitt herausgeschnitten. Nun kann man den Hintergrund auf das passende Furnier legen und schauen, welche Stelle am besten in das Bild passen würde.
Hat man diese gefunden schneidet man sie heraus, fixiert sie im Hintergrund und beginnt mit dem nächsten Abschnitt.

Das Zebra ist auf den ersten Blick ein wenig schwer zu erkennen.

Detail des Auges.

18 Stunden

Der Countdown zum Start des letzten Stückes läuft und die drei französischen Teilnehmer stehen bereit um beim Ertönen des Signals an ihre Hobelbänke zu rennen.

18 Stunden sind für das letzte Projekt angesetzt, ein moderner Schreibtisch in Eichenfurnier.
Die Platten hierfür wurden zwar im Vorfeld schon furniert und grob zugeschnitten, aber der Zeitplan ist trotzdem sehr straff angesetzt.
Szenen, in denen von Hobelbank zur Kreissäge mit einem kleinen Wagen gerannt wird, sind keine Seltenheit.
Jedoch muss man auch sagen, dass sie auch bestens organisiert sind, um diese Leistung zu bringen.  So darf zum Beispiel das Klett-Armband (mit dem sie ihre Stifte und ein paar kleinere Werkzeuge an ihrem Arm verstauen) nicht fehlen.

Eine Stirnlampe ist ebenfalls am Start

Das „Klett-Armband“

Fertigung der Schwalbenschwanzverbindung für die Schubkästen

Nach den 18 Stunden gibt es nur einen Tisch der gerade pünktlich fertig geworden ist, bei den anderen zwei fehlen leider ein paar Kleinigkeiten.

World Skills 2017

Kaum wieder auf Arbeit angekommen, sind auch schon wieder spannende Sachen am Laufen …
Denn, nach der großen Reinigung unserer Werkshallen, bekamen wir Besuch von drei jungen Tischlern aus Frankreich.
Einer dieser drei wird an den World Skills 2017 in Abu Dhabi teilnehmen.
Um bestens darauf vorbereitet zu sein, nutzen sie diese Trainingswoche, um in einem völlig fremden Umfeld zu trainieren und sich an den Druck zu gewöhnen.

Der eingerichtete Arbeitsplatz der Teilnehmer

Bei den ersten großen Übungen ging es um Holzverbindungen auf Zeit.
So zum Beispiel eine Zapfenverbindung in 8 Min. Oder eine Schwalbenschwanzverbindung in 12 Min. …
Über die Holzverbindungen haben sie sich dann hin zu einem kleinen zusammengesetzten Objekt (siehe Foto unten) gesteigert.  Als nächstes bauen sie ein komplettes Schreibmöbel …

Alles ordentlich verschleifen, die letzten Sekunden laufen …

Das kleine zusammengesetzte Objekt mit Furnierarbeit

Ich werde euch auf dem Laufenden halten, wie sie sich bei dem letzten großen Stück schlagen …

Manche Arbeiten müssen auch getan werden …

Es gibt Zeiten, in denen man nach erledigten Projekten auch einmal die Zeit nutzen muss, um wieder Ordnung in der Werkstatt zu schaffen.
So war es auch bei uns an der Zeit, mal wieder klar Schiff zu machen und alle Ansammlungen von Resten und unordentliche Ecken aufzuräumen.
Anschließend musste auch die gesamte Halle bis in jede Ecke gefegt und gewischt werden.

Wischen der großen Hallenflächen mit der Maschine.

Doch es gehört nicht nur das Sauber- und Ordnungmachen dazu.
Viele Werkzeuge müssen auch regelmäßig gepflegt werden und so wurde auch unser kompletter Bestand an Schraubzwingen und Knechten gereinigt und neu geölt.
Jetzt ist alles wieder ordentlich, sodass wir vernünftig arbeiten können und ich bin froh, dass das erstmal für eine Weile so bleibt.

Reinigung der Schraubzwingengewinde.

Zirikote …

In letzter Zeit musste ich leider feststellen, dass meine Handyhülle immer schlechter aussieht und langsam Kratzer bekommt und ihre Farbe verliert.
Um das zu ändern wollte ich versuchen, es mit Zirikote zu verschönern….
Was soll das denn sein?
Zirikote, ist ein  Furnier des gleichnamigen Baumes aus Amerika.
Es ist wild gemasert, sehr dunkel und besitzt einen gelben Splintholzbereich.
Aber schaut selbst: