Alle Artikel von Paul Klotzsche

Das Gestell wird „geschlitzt“

Jetzt haben wir alle Stücke gesägt und es ist soweit die rohen Teile abzurichten und auf Breite zu hobeln.

Alles ist soweit vorbereitet, dass wir damit beginnen können, das Gestell mit der ersten Holzverbindung herzustellen.
Bei dem Gestell haben wir uns für eine klassische Schlitz-Zapfen-Verbindung entschieden, die in Handarbeit hergestellt wird.

Die fertig ausgearbeiteten Verbindungen …

… passen ganz gut zusammen.

Ebenso haben wir hier auch gedübelt und Formfedern (auch Flachdübel genannt, das ist ein linsenförmiges Holzplättchen) eingefräst, um die beiden Rahmen zu verbinden.
Nun wird nur noch alles zusammengeleimt und angepasst.

Nach dem Verleimen ist es sehr stabil.

 

Die Abschlussarbeit steht vor der Tür

Nun ist es so weit, die Abschlussarbeit des ersten Lehrjahres steht an.
Nur leider können wir nicht alles genauso so wie auf der Zeichnung dargestellt übernehmen, denn wir benutzen  zur Vorlage Massivholz anstelle von furnierten Plattenwerkstoffen.

Somit müssen wir uns erst einmal Gedanken machen, welche Holzverbindungen gewählt werden müssen, damit alles hält.
Für welche Verbindungen wir uns entschieden haben, seht ihr später.

Wie immer muss zuerst ein Aufriss gemacht werden, damit wir alle Maße von diesem abnehmen können. Das heißt also, dass wir so genau wie möglich zeichnen müssen…..
Hierfür benötigen wir die originale Zeichnung mit den Maßen.
Nachdem wir alle Lägen wissen, können wir unser Holz reinhohlen und mit etwas Überstand zum bearbeiten ablängen.

Als nächstes mussen die Abschnitte auf Breite geschnitten werden.
Dafür müssen die Bretter besäumt werden, um die Baumkante zu entfernen.

Aufteilen des Holzes in sinnvolle Abschnitte

… die Besäumten und auf Breite geschnittenen Bretter

Holz: Immer wieder für eine Überraschung gut!

Durch die Lagerung und Trocknung von Holz im Freien kommt es oft zu Bewitterung und zu Verfärbungen.

Als ich vor Kurzem ein abgelagertes Stück Pflaume aufsägte, war ich wieder einmal darüber erstaunt, was für ausgefallene Maserungen und Färbungen  in einem scheinbar schlichten Stück Holz stecken können.

Oben: Färbung von Außen; Unten: Färbung aufgesägt.

Bis zum letzten Schliff

Langsam nimmt die Truhe Form an. Es müssen nur noch kleine Leisten gefertigt werden, damit der Deckel bündig aufliegt und beim Schließen eine Führung bekommt. Schnell noch den Boden anfasen, Lamellos (Flachdübel) fräsen, schleifen und verleimen. Lediglich die Füße werden noch gefertigt und geleimt. Zum Schluss nur noch Schleifen und Ölen und fertig ist die Kiste.

Die Fertige Truhe

Der Deckel wird rund

Aufleimen der Deckelplatte.

Nachdem wir die Bretter gezinkt haben, wird begonnen innen zu schleifen. Endlich können wir verleimen: zuerst den Korpus und dann den Deckel .

Nun folgt der spannende Teil: Die Truhe muss aufgesägt werden, um Deckel und Korpus zu trennen.
Alles gut gegangen…
Der Deckel wird als nächstes rund gehobelt und anschließend auf der Unterseite plan geschliffen (d.h. etwas so schleifen, dass eine gerade, ebene Fläche entsteht).

Rundhobeln des Truhendeckels.

Schnittfläche plan schleifen.

 

Unser neues Projekt – Die Runddeckeltruhe

Heute haben wir unser nächstes Projekt begonnen: Eine kleine Runddeckeltruhe aus Kiefernholz.

Also gut, unser Lehrmeister gibt uns die Zeichnung und auf geht’s…
Zu Beginn muss ein Aufriss gemacht werden (das ist eine maßstabsgetreue Zeichnung des Objekts), damit wir eine genauere Vorstellung bekommen und später auch Winkel und Maße abnehmen können.

Nun können wir unser Holz aufsägen und aushobeln. Am Anfang der Ausbildung durften wir das nur mit der Hand machen, jetzt mit den Maschinen, das ist purer Luxus!

Der nächste Schritt ist das Anzeichnen der Schwalbenschwanzverbindung.
Und dann kann schon mit dem Einsägen und Ausstemmen begonnen werden.

Eine fertig gezinkte Seite.

4h Zeitlimit

Am 9. März 2017 fand der 14. Leistungsvergleich der Tischler und Holzmechaniker des ersten Lehrjahres in Sachsen statt. Jede Berufsschule konnte bis zu vier Teilnehmer schicken und glücklicherweise bekam ich die Chance, für unsere Berufsschule anzutreten.

Austragungsort war eine Berufsschule in Limbach-Oberfrohna. Hier angekommen wurde das Werkzeug schnell ausgepackt und die ersten Vorbereitungen getroffen.

Zu Beginn gab es einen kleinen Theorietest und anschließend eine Praxisaufgabe, für die wir vier Stunden Zeit hatten. Dieses Mal waren es zwei rechtwinklige Buchstützen mit Schwalbenschwanzverbindung und Fingerzinken.

Die Buchstützen.

Um das Ganze in nur vier Stunden gut zu meistern, ist es wichtig, sich genau zu überlegen, was gebaut werden soll und wie man vorgeht. Denn wenn man sich einmal verbaut wird es knapp mit der Zeit.

Ich war gerade so noch fertig geworden. Viele hatten es gar nicht erst so weit geschafft. Nach der Auswertung war ich sehr überrascht, dass es sogar für den 2. Platz gereicht hatte!

 

Anfang in der Restauration

Wie versprochen, werde ich immer mal wieder eines meiner Projekte vorstellen (in der Reihenfolge, wie ich an ihnen gearbeitet habe).

Meine ersten Projekte waren meist nur Möbel, bei denen alter Lack mit dem Heißluftfön entfernt und anschließend geschliffen werden musste. Eine ganz schöne Arbeit…

Entfernen der alten Lackschichten.

Schleifen der Profilleisten.

Der fertige Kleiderschrank.

Der Letzte im Bunde

Hey, nun habt ihr bereits fast alle neuen Blogger kennengelernt – bis auf einen…

Ich heiße Paul Klotzsche und habe 2016 mein Abitur beendet. Schon lange gefallen mir alte Sachen, so dass ich während meiner Abiturzeit anfing, antike Möbel zu restaurieren. Viele Flohmärkte habe ich besucht, Praktika gemacht und neue Kontakte geknüpft. Sicher werde ich auch nochmal näher auf einige Projekte eingehen, aber hier mal zwei, damit ihr eine kleine Vorstellung bekommt.

Eine Hochkommode, oder auch Chiffoniere, in Mahagoni…..

…..mit einer gemalten, immitierten Marmorplatte.

Und eine Sitztruhe aus Eiche im Jugendstil

Über dieses Hobby hat es mich schlussendlich zur Tischlerausbildung verschlagen. Nun lerne ich in den Deutschen Werkstätten Hellerau. Unsere Firma beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Innenausbau von Luxusyachten. Eine super Sache ist unsere Lehrwerkstatt, in der wir das ganze erste Jahr die Grundlagen des Tischlerhandwerkes lernen. Hier ist viel Handarbeit angesagt.

Ein Projekt, das ich euch heute noch kurz zeigen will, ist ein Schlüsselkasten aus Koto & Sapelliholz. Diesen haben wir während eines Maschienlehrgangs gebaut. Hier haben wir jedoch fast ausschließlich Maschinen zur Fertigung genutzt.

Von Außen die Tür mit Füllung…..

…..Innen ist Platz für die Schlüssel