Alle Artikel von Paul Klotzsche

Vom Weinfass zum Tisch

Vor einiger Zeit habe ich ein Paar alte Weinfässer bekommen, um daraus einen Tisch zu bauen. Mittlerweile sind sie so weit getrocknet, dass ich das Projekt in Angriff nehmen kann.

Da die meisten Stücke nur 900 mm lang sind, habe ich beschlossen, eine Tischplatte mit Rahmen und zwei Füllungen zu bauen.
Erst einmal habe ich alle Teile sorgfältig auf Nägel oder Ähnliches untersucht und im Anschluss die einzelnen Bretter vorsichtig ausgehobelt, um etwas von der alten Optik zu erhalten. Danach habe ich zunächst den Rahmen gebaut und dann die Füllungen eingepasst.
Beim Sägen kann man sogar riechen, dass in den Fässern früher einmal Rotwein gelagert wurde.

Das Ganze habe ich dann verleimt und als Nächstes werde ich noch ein Gestell bauen.

Die Original-Deckel der Weinfässer

Verleimung der Rahmenpresse

Alt ist oft besser als neu

Alte Möbel können auch nach vielen Jahren noch gut erhalten sein.
Häufig ist es nur nötig, sie wieder etwas herzurichten und zu pflegen. Aber was die Substanz und Bauweise angeht, sind sie meist um einiges besser als Möbel, die heutzutage hergestellt werden.

Bei dem schönen Wetter in der letzter Zeit habe ich beschlossen, mich um genau so ein schönes altes Möbel zu kümmern.
Warum bei schönem Wetter?
Nun ja, auf dem Schrank befand sich Farbe, eine alte Holzimitation, die nicht mehr sehr ansehnlich war. Also musste sie herunter.
Und das funktioniert am besten, wenn man die Farbe bei schönem Wetter mit einer Lauge abwäscht, danach mit klarem Wetter abspült und den Schrank dann gut trocknen lässt.
So kommt das rohe Holz wieder zum Vorschein und der Schrank kann altersentsprechend „neu“ lackiert werden oder im rohen Zustand konserviert werden.
Auf den Bildern seht ihr das ganze noch mal Schritt für Schritt.



Es geht kreativ weiter …

In der letzten Woche haben wir im Kreativlehrgang mit dem zweiten Stück begonnen.
Diesmal stand es unter dem Thema „Ecken und Kanten“ und sollte vorwiegend furniert sein.
Auf dem folgenden Bild ist mein Entwurf für besagtes Stück zu sehen – wie es fertig und im Original aussieht, werde ich allerdings erst im Juli zeigen können.

Für dieses Möbelstück haben wir knapp drei Wochen Zeit. Dafür, dass erst eine Woche um ist, bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich schon geschafft habe.
Im Großen und Ganzen ist fast alles fertig, bis auf die Klappe, die Klappenscharniere und die Oberfläche.
Es ist sehr interessant, selbst auszuprobieren und zu erfahren, wie viel Zeit für so ein Möbelstück geplant werden muss und sich gleichzeitig vor Augen zu führen, wie viel es letztlich tatsächlich in der Herstellung kosten müsste.

Erstes Stück im Kreativlehrgang – Was wird es wohl werden?

Nun ist es endlich so weit, die ersten zwei Wochen des Kreativlehrgangs beginnen.
In dieser Zeit bauen wir ein Stück mit folgenden Vorgaben:
Es soll ein Handtuchhalter werden, überwiegend aus Vollholz gefertigt.

Unter den Entwürfen der anderen Teilnehmer sind sehr viele schöne Ideen, und es ist interessant, zuzusehen, wie sie Stück für Stück Gestalt annehmen.
Auch ich selbst bin froh, dass bis jetzt alles so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe.
Allerdings werde ich noch keine Bilder zeigen, die zu viel verraten. Im Juli werden alle Stücke im Rahmen einer Ausstellung gezeigt – dort mache ich dann von allen Fotos.

Fürs Erste gibt es also nur ein paar Detailaufnahmen.

Spuren aus der Vergangenheit

Seit der Gründung unserer Firma 1898 haben zahlreiche Personen in den Deutschen Werkstätten Hellerau mitgewirkt und zur Firmengeschichte beigetragen – so auch Heinrich Tessenow, mit dessen Werken wir uns jetzt wieder auseinandersetzten.

Heinrich Tessenow (* 7. April 1876 in Rostock; † 1. November 1950 in Berlin) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer. Tessenow zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Reformarchitektur. Neben den architektonischen Werken entstanden aber auch zahlreiche Möbelentwürfe, die hier in den Deutschen Werkstätten umgesetzt wurden.

Wir wurden von einem Schweizer Architekturstudenten angefragt, ob es möglich wäre, einige Möbel nachzubauen. Er hatte vor, diese für eine Ausstellung in einem originalen „Tessenow-Haus“ in Pößneck zu nutzen, mit der Absicht, der dortigen Bevölkerung den kulturellen Wert der vor Ort entstandenen Siedlung nahezubringen.

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Nützliche Resterverwertung

Immer wieder fallen Reststücke ab, für die man nur schwer Verwendung findet.
Diesmal wren es ein paar Randstücken Esche. Zu schade, um sie wegzuschmeißen, aber zu schmal, um sie aufzuheben.
Was man jedoch immer gebrauchen kann, sind neue Hefte für Stemmeisen, Zwingen, Feilen, etc. Und genau dafür reichten die Reste.
Also sägte ich sie grob zurecht und hobelte sie zu einer quadratischen Leiste aus.
Danach ging ich an die Tischfräse und fräste die Leisten zu regelmäßigen Achtecken.
Der nächste Schritt geschah an der Kreissäge, wo die Hefte abgelängt wurden.
Jetzt musste nur noch ein Loch hineingebohrt und das Ganze noch ein wenig in Form geschliffen werden.

Links die fertig geschliffenen Hefte und rechts die abgelängten Rohlinge.

Kreativlehrgang

Ich habe das Glück, dass es mir meine Firma ermöglicht, an einem elf-wöchigem Kreativlehrgang teilzunehmen. In diesem Lehrgang geht es darum, sich mit der Möbelgestaltung/Zeichnung und eigenen Möbelentwürfen auseinanderzusetzen. Das Ziel ist es, zwei selbstentworfene Möbel zu bauen. Ebenso fällt auch das Gesellenstück in diesen Zeitraum. Für die ersten 2 Möbelstücke gibt es jedoch auch ein paar Vorgaben/Einschränkungen: Das erste Stück soll aus Vollholz gebaut werden und steht unter dem Thema „Handtuchhalter“. Das zweite Stück wird durch das Thema „Ecken und Kanten“ beschrieben und soll furniert werden.
In der nun vergangenen ersten Woche wurden zunächst einmal die Themen festgelegt und allerhand Entwürfe erstellt. Die besten drei wurden anschließend vor der Gruppe präsentiert, um Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge zu erhalten.


An einem Tag fuhren wir auch noch in ein Holz- und Furnierhandelgeschäft, um uns ein Bild von den vielen verfügbaren Holzarten machen zu können. Jetzt haben wir bis Februar erstmal Zeit, uns für ein Stück zu entscheiden, dieses fertig zu planen und alle benötigten Materialien zu organisieren und dann wird es spannend, ob alles so wie geplant klappt …

Damit alles sicher verstaut ist!

Vergangene Woche bekam ich wieder einen kleinen Auftrag, für den ich größtenteils allein verantwortlich war. Dabei handelte es sich um vier Schränke, die auf einer Baustelle für Werkzeuge und andere Materialien genutzt werden sollten.

Da es kein Spitzen-Möbelstück werden musste, wurden einfach ein paar Lamellos eingeklebt und alles direkt zusammengeschraubt.
Dadurch ging es relativ schnell.
Als der Korpus dann soweit stand, konnten wir damit beginnen, die restlichen Teile anzubauen.
Um die großen Schränke ein wenig handlicher zu machen, bauten wir erst einmal die Rollen an.
Danach wurde noch die Klappe sowie die Türen angebracht und so gut wie möglich eingestellt.

Damit das ganze Werkzeug dann auch einigermaßen sicher verstaut ist, musste noch ein Schließmechanismus angebracht werden, der Türen und Klappe gleichzeitig verriegelt.
Dafür haben wir dann einfach ein paar Bleche zurecht gebogen und angebracht, sodass jetzt alles mit einem Vorhängeschloss gesichert werden kann.