Alle Artikel von Loreen Schildger

Weihnachtsgeschenke selbst gemacht

Das schöne an unserem Beruf ist, dass man Weihnachtsgeschenke gar nicht mehr kaufen braucht, sondern man einfach selbst kreativ werden kann und selbst Weihnachtsgeschenke herstellen kann. Am Besten ist nicht nur, dass man selbst das Geschenk mit viel mehr Stolz, Leidenschaft und Freude übergibt sondern auch viel Spaß und Leidenschaft in die Herstellungszeit gesteckt hat.

Ich bin kreativ geworden und hatte eine ziemlich spontane Idee. Da ich in der Familie einen Jäger habe, der schon ein Paar Trophäen seiner erlegten Tiere gesammelt hat, nie aber das Passende gefunden hat um sie aufzuhängen, habe ich mich ans Werk gemacht und einfach die passenden Bretter für seine Trophäen hergestellt.

Die Brett´chen um seine Trophäen aufzuhängen

Eigentlich war das eine ziemlich spontane Idee. Ich habe mich einfach kurzfristig im Internet nach Maßen und Aussehen informiert. Habe mir dann eine Schablone gemacht und gleich losgelegt auszusägen.
Mit geringen Aufwand habe ich so etwas schönes herstellen können.

Eine Raumteilung mal anders

Diese Woche durfte ich bei einer Schrankmontage dabei sein. Wie ihr auf den Bildern seht, ist das ein ziemlich großer Schrank gewesen, der als Raumteiler dienen soll.
Es war interessant zu sehen, das man sich bei einem Raumteiler auch an andere Vorgaben halten muss und sich zum Beispiel, wie in unserem Fall, mit dem Gipser absprechen muss, wie genau der Schrank stehen soll, damit später auch die Maße passen, wenn Rigipsplatten befestigt sind.

Der Schrank

Die rechte Seite des Schranks. Der Raum war leider zu klein um ein komplettes Bild von dem eingebauten Schrank zu machen.

Der 2. Raum. Hier entsteht ein Behinderten WC

Beim Furnieren kann man viel falsch machen?!

Wir haben uns die letzten zwei Wochen in der Schule mit Furnierfehlern beschäftigt.
Du denkst Furnieren kann jeder? Man kann gar nicht viel dabei falsch machen?

Wir haben es getestet. Man kann sehr wohl viel falsch machen. Ein paar Fehler, die wir absichtlich getestet haben, zeige ich euch hier:

einseitig Furniert

Hier haben wir „vergessen“ das Gegenfurnier zu furnieren, haben also nur eine Seite furniert und auf der Gegenseite ist noch die Rohspanplatte zu sehen. Die Auswirkungen könnt ihr hier gut sehen: Das Brett biegt sich!
Wir haben festgestellt, dass es nicht nur schlimm ist, dass das Brett gebogen ist. Auch bei der Weiterverarbeitung ist es  sehr schwer, durch Schleifen eine gleichmäßige Fläche zu bekommen.

Esche furnier gestürzt und dann gebeizt

Hier sieht man ein Eschefurnier, das wir erst gestürzt und dann gebeizt haben. Der Unterschied ist auf dieser kleinen Fläche nur minimal zu erkennen, aber auf großen Flächen würde man sehr deutlich sehen, dass die rechte Seite viel dunkler gebeizt ist als die linke Seite. Das liegt nicht daran, dass wir richtig gebeizt haben oder nicht, sondern durch das vorherige Stürzen haben wir auf der einen Seite die „Unterseite“ mit kleinen, feinen Haarrissen. Die Haarrisse nehmen die Farbpigmente stärker auf; dadurch ist die rechte Seite dunkler.

Fugenpapier auf der falschen Seite

Hier haben wir das Furnier mit der falschen Seite auf die Platte gelegt: Mit dem Fugenpapier nach unten. Zunächst hat man keine große Veränderung gesehen, doch nach dem Schleifen hat sich das Fugenpapier durch das Furnier abgezeichnet und das Furnier hat sich an den Stellen gelöst, wo das Fugenpapier war.

Übung macht den Meister!

Heute berichte ich euch mal nicht von meiner Arbeit in meinem Ausbildungsbetrieb, sondern was ich sonst zu Hause noch zusätzlich mache.

Nachdem ich vor zwei Wochen in Schwäbisch Hall auf der Gesellen- und Meisterstück-Ausstellung war, habe ich einmal ganz deutlich gesehen, was wir seit Beginn unserer Lehre und darüber hinaus brauchen und zudem gefordert wird: das Zinken.

So war für mich klar, das muss geübt werden, denn Übung macht bekanntlich den MEISTER. Das bedeutet nicht, dass ich es nicht richtig konnte, in älteren Beiträgen von mir seht ihr, dass ich es echt gut gemacht habe. Aber, wenn ich jetzt nicht dran bleibe, verlerne ich es vielleicht und besser geht immer! 🙂

Also habe ich ein Projekt zu Hause gestartet in dem ich genügend zinken kann.
So kann ich üben und meine Eltern bekommen ein neues Trocknungsregal für verschiedene Kräuter.

ein Teil der Zeichnung

 

Leider bin ich noch nicht all zu weit

Unter der Woche komme ich leider nicht so oft dazu, an diesem Projekt weiter zu machen, aber man sieht zumindest schon mal was es werden soll und das finde ich gut.
Ich freue mich jetzt schon, wenn es fertig ist. 🙂

Eine Tür braucht jeder

Jetzt melde auch ich mich endlich mal wieder. Nach den Ferien bzw. dem Urlaub bin ich jetzt im Betrieb und ab Freitag dann auch endlich im 2. Lehrjahr. Die erste Arbeitswoche startete gleich interessant mit einer Haustürenmontage.

Wie man später auf den Bildern erkennt, haben wir eine Haustür mit einem Glaselement eingebaut. Viel konnte ich leider noch nicht helfen, da ich ja nicht wusste, wie man eine Tür einbaut, aber ich konnte zuschauen und dabei viel lernen.

Der Rahmen steht schon mal.

Beim Einsetzen der Glasscheibe habe ich erstmal versucht, das Glas vorsichtig  ohne Handschuhe zu heben. ADas ging anfangs auch gut, auch bei den Kollegen. Doch dann habe ich mich gleich dreimal geschnitten: Wer nicht hören will, muss fühlen. Mittlerweile gibt es glücklicherweise auch Saugknöpfe, wie man auf dem unteren Bild sieht. Mit denen kann man sich das Tragen und Einsetzen der Scheibe um ein Vielfaches erleichtern.
Mein Rat: Benutzt die Hilfsmittel, die es euch einfacher machen. Sie sind immerhin nicht umsonst erfunden worden! 🙂

Hier sieht man die Griffe.

Die fertig eingebaute Türe.

Die klassische Schubkastenführung

Jetzt ist das erste Lehrjahr fast geschafft. Zum Schluss haben wir uns in der Schule mit der klassischen Schubkastenführung beschäftigt, die wir in 2 Jahren auch bei unserem Gesellenstück anwenden müssen.

Die klassische Schubkastenführung im Schnitt.

Die Streif-, Lauf-, Kippleiste sind für die Führung des Schubkastens zuständig. Natürlich gibt es heute auch andere Führungen, wie z.B. mechanische Schubkastenführungen, doch im Gesellenstück wird immer noch die klassische Variante gefordert. Deshalb haben wir das auch nach der oben gezeigten Zeichnung gebaut 🙂

Hier habe ich die Leisten schon am Corpus angebracht.

Wichtig: Die Schrauben müssen gesenkt und nicht bündig eingedreht werden, wie man es sonst von den Werkstücken kennt, sondern ein bisschen tiefer sitzen, da der Schubkasten sonst nicht sauber auf den Leisten läuft bzw. geschoben werden kann.

Der Schubkasten läuft und sitzt sauber auf den Leisten auf.

 

Prüfung geschafft und die Belohnung kommt

Heute kann ich euch endlich mal wieder was von mir berichten. Unsere Prüfungen vom 1. Lehrjahr sind vorbei und sind bei mir echt super verlaufen. Leider darf ich euch keine Bilder von unserem Prüfungsstück zeigen.

Wenn ihr das Wort PRÜFUNG hört, dann gibt es bei euch schon eine Blockade oder ihr bekommt Angst? Macht euch nicht verrückt! Die Prüfung im 1. Lehrjahr schafft wirklich jeder, der im Unterricht ein bisschen dabei war. Einfach konzentrieren, bei dir selbst und dem Werkstück bleiben und los geht’s. Dann sind die 12 Stunden Arbeitszeit schneller vorbei als man denkt. Kann man auch durchfallen? Ja, kann man, aber es ist fast nicht zu schaffen … bei uns haben alle 25 Schüler erfolgreich bestanden! 🙂

Zu fertigen hatten wir einen Stummen Diener mit Zinken und auch mit Acrylglasbearbeitung. Also geschwitzt haben wir in diesen 12 Stunden wirklich alle, denn die Zeit war sehr knapp, dennoch bin ich mit mir echt zufrieden. Am zweiten Tag konnte ich richtig Gas geben, da meine Zinkung verleimt war und bin letztendlich mit meinem Werkstück auch fertig geworden.
Das 1. Lehrjahr ist somit so gut wie geschafft und das 2. Lehrjahr kann kommen!

Jetzt aber weg von der Prüfung und noch einmal zu meinem Beistelltisch.
Als „Belohnung“ durften wir dann auch schon ein Tag nach der Prüfung an unserem Beistelltisch weiter machen und ihn fertigstellen. Jeder war gespannt, wie sein Furnierbild nach dem Lackieren aussieht, denn da kommen die Farben des Holzes erst richtig zur Geltung.
Hier habe ich mal ein paar Beispiele fotografiert, was man alles aus Furnier machen kann. Die Tischplatten bzw. Beistelltische sind hier schon fertig lackiert und bereit zum mit nach Hause nehmen. 🙂

Unsere selbstgestalteten Tischplatten.

Wie ihr seht, hatten wir alle sehr unterschiedliche Ideen und auch unterschiedliche Holzarten. Jeder Beistelltisch ist auf seine eigene Art und Weise schön geworden.

Auch das 1. Lehrjahr muss bestanden werden

Das erste Lehrjahr neigt sich dem Ende. Da wir im ersten Lehrjahr komplett in der Schule sind, müssen wir auch hier eine Prüfung ablegen. Diese  Prüfung steht bei uns Anfang Juli an.

Die Prüfung besteht überwiegend aus praktischen Aufgaben. Um genau zu sein aus:

  • einem kleinen schriftlichen Teil (ein paar Fragen beantworten)
  • einer Arbeitsablaufplanung
  • einer Fertigung eines Werkstücks
  • einer Maschinen-Prüfung (TSM1)
  • einem Fachgespräch

Insgesamt haben wir für unsere Prüfung, d.h. für alle aufgezählten Punkte außer dem Fachgespräch, nur 12 Stunden Zeit (auf zwei Tage verteilt). Da muss man echt schauen, dass wir nicht zu langsam arbeiten, sonst wird die Zeit wirklich knapp.
Wir bekommen also von unseren Lehrern bzw. vom  Land Baden-Württemberg eine Zeichnung vorgelegt und müssen dieses Werkstück dann herstellen. Davor müssen wir jedoch eine Arbeitsablaufplanung erstellen, dass man sieht, ob wir uns gut organisieren können. Um im folgenden Lehrjahr einen Teil an den Maschinen fertigen zu dürfen, machen wir in diesen 12 Stunden auch unsere Maschinen Prüfung. Bei der müssen wir alles über deren Einstellung bis hin zu den spezifischen Gefahren wissen. Nach den 12 Stunden findet noch ein Fachgespräch mit unserem Lehrer statt, in dem wir uns auf fachlicher Ebene über das gefertigte Werkstück unterhalten.

Ich bin mal gespannt, was wir fertigen dürfen!

Kleinen Hilfsmittel mit großer Wirkung

Ich berichte euch heute über unser neustes Projekt. Hierbei dürfen wir von der Planung bis zur Durchführung alles selbst in die Hand nehmen. Unser Auftrag ist es, ein Flur-Organizer mit verschiedenen Vorgaben zu fertigen.

Die Vorgaben sind:
– Maße des Wandboards:  1000 mm x 600 mm
– Schubkasten + Korpus  (aus fertig beschichtetem Material)

Zuerst sollten wir eine Skizze mit unseren Ideen entwerfen , die wir auch gemeinsam in der Schule besprochen haben. Bei dem ein oder anderen traten dann Probleme auf, wie dass die Anordnung nicht passend, der Flur-Organizer überfüllt ist oder es einfach zu viele unterschiedliche Werkstoffe waren.
Damit wir uns den Flur-Organizer besser vorstellen und auch verschiedene Anordnungen probieren können, sollten wir ein Modell fertigen im Maßstab 1:5.

Mein Modell im Maßstab 1:5.

Ich habe mich  bei meinem Modell für verschiedene Werkstoffe entschieden. Die Grundplatte ist aus Ahorn. Meine Pinnwand (Kreis) soll aus Metall sein, da ich Magnete anheften möchte.  Die Ablage über den Haken soll auch aus Metall sein. Da der Schubkasten farblich dazu passen soll, möchte ich als fertig beschichtetes Material eine dunkelgraue/anthrazitfarbene Front haben. Die Ablage oben rechts ist für Handys oder andere Utensilien gedacht. Da in solchen Fächern meistens einfach alles rein geworfen wird und man irgendwann keine Ahnung mehr hat, was sich darin befindet, mache ich meine Front aus Acrylglas, so dass man immer einen Überblick hat. Die Haken unten links können dann als Ablage für den Schlüssel oder auch als Kleiderhaken oder Ähnliches verwendet werden.

… von der Seite.

Hier sieht man mein Modell von oben.

Mir hat es geholfen, dass ich ein Modell gemacht habe, denn ich habe ein paar Teile noch an die Größe angepasst und geändert. Aus Karton kann man sich also viel selbst Helfen, um das eigene Vorstellungsvermögen zu fördern.

 

Die richtige Menge macht’s

So sollte keine Furnierpresse aussehen!

Diese Woche haben wir unsere letzten Teile für unseren Beistelltisch furniert. Die Fachböden wurden mit HPL beschichtet. Wie ihr seht, kann man selbst beim Furniervorgang, den die Presse eigentlich allein erledigt, auch etwas falsch machen.

Durch das HPL kann es schon mal keinen Leimdurchschlag geben, da der Leim durch die HPL-Beschichtung nicht durchgeht … Aber er kann trotzdem an den falschen Stellen austreten. Der Unterschied zum letzten Mal: Dieses Mal haben wir den Leim mit der Spachtel aufgetragen. (Die Woche davor haben wir dafür die Leimrolle verwendet.)

Leimauftragen mit der Spachtel.

Das Leimauftragen mit der Spachtel ist eigentlich nicht schwer. Das Schwierige ist vielmehr, ein richtiges Gefühl dafür zu bekommen, wann es zu viel Leim ist und wann zu wenig! Wir haben das alle zum ersten Mal gebracht und jeder hatte zu viel Leim aufgetragen. So hat es uns in der Presse durch den Pressdruck den ganzen Leim herausgedrückt. Die Folge davon war, dass die Presse voll mit Leim war und wir diese erstmal putzen mussten, bevor wir mit dem Furnieren weitermachen konnten. Denn mit einer verdreckten Presse kann und sollte man nicht arbeiten, da es dann nur zu Fehlverleimungen kommt!

Aber: Probieren geht über Studieren! Wir haben daraus gelernt und immerhin schon ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie viel Leim wir benötigen.

Ich wünsche euch noch ein schönes verlängertes Pfingstwochenende! 🙂