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In großen Schritten voran!

Seit dem Startschuss für das Meisterstück ist so einiges passiert. Auch wenn die letzten Wochen stressig waren, bin ich mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden.

Im Großen und Ganzen habe ich das Untergestell komplett fertiggebaut und bereits geölt. Das heißt, die Zargen mussten hergestellt und kanneliert, Beine angepasst, Gehrungen gesägt und verleimt werden. Und das alles immer in sechsfacher Ausführung.

Beim Aufsatz konnte ich bereits den unteren Teil fertigen und alles an die Glaskuppel anpassen. Um später das Wasser vom Holz fernzuhalten, habe ich auch noch eine Pflanzschale aus Corian hergestellt, die durch viele kleine Löcher trotzdem eine Belüftung zulässt.

Die Seiten vor dem Ansägen der Gehrungen.

Frisch geölt zeigt der Nussbaum seine schöne Farbe erst so richtig.

Landhausstil

Oft habt ihr schon Beiträge von uns Bloggern über einzelne Möbel gesehen und deren Gestaltungsmöglichkeiten. Doch was wir euch da oft im Kleinen zeigen, das passiert in unseren Betrieben auch in ganz groß. Denn ein Ladenlokal oder ein privater Wohnraum besteht in der Regel aus vielen Möbeln oder Möbelverkettungen. Und diese müssen natürlich zum Rest der Einrichtung passend gestaltet werden, damit ein harmonisches Gesamtbild entsteht.

Viele Leuten kennen aus großen Möbelhäusern nur noch Küchen mit beschichteten Spanplatten-Oberflächen. Doch gerade wir Tischler und Schreiner können so viel mehr! Bei uns ist vor Kurzem wieder eine sehr schöne Küche im Landhausstil entstanden, die ich gerne mit euch teilen möchte. Denn diese Küche zeigt, was wir in unserem Arbeitsalltag aus den verschiedensten Materialien erschaffen können …

Die Küche verfügt über ein offenes Weinregal, bestehend aus massiver Eiche, einen Vitrinenschrank mit Rahmentüren und Glaseinsätzen und noch vieles mehr.

Der Landhausstil wird konsequent bei allen Fronten und auch dem Dunstabzu beibehalten.

Der Kühlschrank und der Backofen sitzen auf der richtigen Arbeitshöhe und ein offenes Regal sorgt für harmonische Ordnung.

Natürlich gehören auch Massivholzschubkästen mit Einteilungen und Fingerzinken dazu 😉

Ein Zwilling kommt selten allein

Diese beiden Nachttischschränke entstanden in den letzten Wochen im Rahmen eines Kundenauftrages.

Hier durfte ich unter der Betreuung meines Ausbilders die komplette Abwicklung des Auftrages selbst übernehmen.

Begonnen habe ich mit der Erstellung der Stückliste. Aus der vorliegenden Zeichnung durch unsere Innenarchitekten werden zunächst sämtliche Einzelteile in einer Liste übernommen. Für die einzelnen Werkstoffe werden anschließend die entsprechenden Maße eingetragen. Zukaufsteile werden ebenfalls aufgelistet und an den Einkauf weitergeleitet.

Die Herausforderung bei diesen beiden Schränken bestand in der umlaufenden Vollholzkante die sowohl an den Fronten als auch an der vorderen Kante des Korpus angebracht werden sollte.

Nach dem entsprechenden Zuschnitt der Plattenwerkstoffe und der Massivholzleisten werden diese gefälzt und miteinander verleimt. Danach werden die Überstände bündig gefräst und die Platten anschließend kalibriert.

Nun werden die Teile furniert und danach auf der CNC-Maschine bearbeitet. Hier werden die Fronten und die vorderen Kanten des Korpus auf Gehrung gesägt und die entsprechenden Fräsungen für die Korpusverbindungen gesetzt.

Anschließend kann der Korpus zusammengebaut werden und die Schubkästen mit den bestellten Auszügen montiert werden. Nun erfolgt nur noch die Auslieferung an einen glücklichen Kunden.

Achtzehn Tage: Der Countdown läuft!

Nachdem ich mittlerweile meine technische Zeichnung fertiggestellt, habe wurde sie von meinem betreuenden Meister abgenommen.

Jetzt ist es offiziell so weit und ich kann mit dem Meisterstück beginnen! Dafür stehen uns bis Mitte Juli achtzehn Arbeitstage zur Verfügung und die ersten drei Tage sind schon wieder vorbei.

Zum Anfang habe ich die Werkstatt erst mal so richtig schön eingesaut und die Beine des Unterteils gedrechselt.
Späne über Späne … 😅

Außerdem habe ich begonnen, die drei Löwenköpfe zu schnitzen. Hinter einem davon wird sich später einmal eine Schublade verstecken. Einer davon ist zumindest fertig, die restlichen zwei müssen jetzt „nur“ noch ganz sauber zu Ende geschnitzt werden, denn Schleifpapier wird hier keins benutzt. 🤞

Zum ersten Mal Eiche

Das Möbel, das ich in der letzten Woche gebaut habe, ist eigentlich viel zu schade für den alltäglichen Zweck, der ihm zugedacht ist. Aber bestimmt wird dies nicht das letzte Werkstück sein, bei dem ich so denke.

Diese schöne Fußbank ist mein erstes Werkstück, das ich aus Eiche gefertigt habe – ein tolles Holz! Die Härte und Steifheit der Fasern ermöglichten mir zwar einerseits eine wunderbare Bearbeitung, andererseits  war dafür aber im Vergleich zum Kiefernholz, welches ich normalerweise zum Üben nehmen, ein größerer Kraftaufwand nötig.

Nach insgesamt fünf Wochen Pause (vier Wochen Homeschooling plus eine Woche,  in der ich aufgrund eines Fahrradunfalls nicht arbeiten gehen konnte) fiel es mir doch etwas schwer, konzentriert auf meine Fähigkeiten zurückzugreifen, sodass mir einige Fehler unterliefen und ich am Ende mit meiner Leistung nicht richtig zufrieden war. Aber ich bin nach wie vor motiviert und freue mich, euch schon bald vom zweiten Maschinenlehrgang, dem TSM 2, zu berichten.

Bleibt gesund!

Mit etwas Wachs konnte ich meine konzentrationsbedingten Schnitzer gut kaschieren.

Doch bei diesem Pfusch hier lässt sich leider nichts mehr retuschieren.

Und schon geht’s wieder los!

Nach langer Zeit des Stillstandes habe ich diese Woche endlich wieder an einem Kundenauftrag gearbeitet. Dabei handelt es sich um einen Massivholztisch aus Eiche, dessen Platte eine Stärke von 50 mm hat.

Der Unterschied zwischen Holz und Tischler? Holz arbeitet! 🙂

Genau dort fängt der Spaß an, vorausgesetzt man beachtet ein paar einfache Regeln. Es empfiehlt sich bereits beim Holzkauf für ein solches Projekt, darauf zu achten, Mittelbretter oder noch besser Kernbretter, also Holz mit stehenden Jahrringen auszusuchen. So kann man sich mit geschultem Blick schon viel Ärger ersparen. Nach dem Grobzuschnitt des Holzes solltet ihr euren Ofen mit Markröhre, Splint und einem 20 cm Anschnitt füttern, sonst könnt ihr eine gerade, rissfreie Platte vergessen. Das Verleimen ist immer ein Knackpunkt! Kern an Kern und Splintseite an Splintseite ist genauso wichtig, wie auf den Wuchs und die Maserung der einzelnen Teile zu achten. Mit ein paar Lamellos zwischen den Stößen spart ihr viel Zeit beim Hobeln und Schleifen.

Wenn sich die Hektik vom Verleimen gelegt hat, ist es noch nicht vorbei. Ich habe die Tischplatte auf der Unterseite, mit der Handkreissäge längs geschlitzt, um der 50 mm Eiche Kraft zu nehmen. Außerdem wurde ein L-Stahl eingelassen und verschraubt, um die Platte gerade zu halten.

Selbst mit all den Maßnahmen lässt es sich nicht zu 100% verhindern, dass das Holz arbeitet, auch wenn wir im Homeoffice sind.

Gestaltungsmöglichkeiten

Das Schöne am Tischler- beziehungsweise Schreinersein ist unter anderem,  dass man seine kreative Gestaltungsader untermauert mit dem entsprechenden Fachwissen voll ausleben kann.  Es gibt so unendlich viele verschiedene Möglichkeiten, ein Möbel durch Maße, Form, Materialauswahl und vieles mehr zu gestalten. Die meisten denken bei der Gestaltung sofort an verschiedene Oberflächen und die Nutzung von verschiedenen Farben, Lacken, Beizen, Lasuren und so weiter. Dabei kann man schon bei der Bearbeitung des Materials viele verschiedene Dinge beachten und sein handwerkliches Geschick zeigen. Natürlich wird dabei heutzutage auch die CNC-Technik und CAD-CAM-Anbindung genutzt, um die betrieblichen Projekte bestens auszuarbeiten.

Hier seht ihr eine CNC-Fräsung einer Lisenenart.

Und um das Ganze nachher noch besser darzustellen, wird die Fräsung des Lisenensockels mit Gold hinterlegt.

Oder hier seht ihr Rahemtüren

… mit einer Füllung aus Krokodilleder. Natürlich kein echtes Krokodil, sondern nur imitiertes 😉

Oder prunkvolle Kranzprofile, Schnitzereien und Lisenen! Und hier wurde noch nicht mal ansatzweise die Oberflächengestaltung in Bezug auf Farben usw. begonnen.

Unser Gewerk ist einfach unglaublich vielfältig, macht jede Menge Spaß und bietet  verschiedenste Aufgabenbereiche.

Also, Tischler/ Schreiner werden lohnt sich. Traut euch!

Homeschooling

In Zeiten von Corona kann auch bei uns in der Berufsschule der Unterricht nicht wie gewohnt stattfinden. Um mit den Lerninhalten allerdings nicht in Rückstand zu geraten, findet der Unterricht seit einigen Wochen von zu Hause aus statt.

Einmal pro Woche sind wir dafür über Microsoft Teams innerhalb unserer Klasse mit unserem Lehrer verbunden. Über diese Plattform lassen sich Chats, Besprechungen, Notizen und Anhänge miteinander kombinieren.

Die eingestellten Aufgaben werden von uns über den Tag bearbeitet und anschließend per Videochat mit unserem Lehrer besprochen.

Zwar sitzt man bei der Bearbeitung der Fragen im ersten Moment allein da und kann nicht immer direkt auf eine Erklärung durch den Lehrer hoffen, aber das hat auch den Vorteil, dass man sich intensiver mit den einzelnen Themen auseinandersetzt.

Zu einem bestimmten Lernfeld bearbeiten wir dabei fachbezogene Fragen, erstellen Skizzen und Zeichnungen von Hand und fassen einzelne Themengebiete anschließend zusammen.

Das Schöne an dem Ganzen ist, dass man sich seinen Arbeitsplatz selbst aussuchen kann.