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Meisterstück 2021

Auch wenn alles durch die aktuelle Corona Situation etwas verzögert und schleppender voran schreitet als erhofft und geplant, geht es jetzt endlich los in Richtung Meisterprüfung. Nach vielen Überlegungen, bin ich zu folgendem Entwurf meines Meisterstückes gelangt. Schaut es Euch einfach mal an 😉
Denn zumindest visuell steht es schon fertig im Raum…

Könnt Ihr erkennen was es werden soll? Wie findet Ihr die Idee und die Ausführung?
Sobald der Bau Ende Februar startet, werde ich Euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten 😉

Atelier statt Tischlerei

Seit November bin ich nun selbstständig. Nach meiner Ausbildung zum Tischlermeister wäre es naheliegend, dass ich jetzt meine eigene Tischlerei eröffnet habe und als Tischler meinen eigenen Betrieb führe.

Wenn ich ehrlich mir selbst gegenüber bin, hat mir diese Vorstellung jedoch nie hundertprozentig behagt. Der Grund dafür ist, dass ich als Tischler trotz der großen Aufgabenvielfalt in meinen Möglichkeiten doch eingeschränkt bin. Außerdem hat es mich immer am meisten gereizt, wenn ich ganz besondere Einzelstücke mit neuen Techniken und Materialien fertigen konnte.

Deshalb habe ich mich nicht als Tischler, sondern als bildender Künstler selbstständig gemacht. Damit habe ich alle Freiheiten, die ich gerne haben möchte.

In nächster Zeit sind bei mir einige Projekte in Planung, die nicht mehr in den Aufgabenbereich des Tischlers fallen. Ich denke Interessant und inspirierend sind sie aber allemal.

Vielleicht kennt ihr dieses Objekt schon aus einem vergangenen Beitrag. Für den Verkauf habe ich noch einmal ein paar neue Bilder gemacht. Ich zeige es euch erneut, weil es meiner Meinung nach sehr gut repräsentiert, für welche Art von Arbeiten mein Herz schlägt.

Podcast Lauschwerkstatt

Dass ich leidenschaftlich meine Projekte mit euch über den tollen Tischler Schreiner Deutschland Blog teile, wisst ihr ja bereits. Mit kleinen Videos, Bildern und Texten versuche ich, euch den wundervollen Beruf des Tischler bzw. Schreiners etwas näherzubringen. Da ich so begeistert bin von der Kombination aus Gestaltung, technischen Herstellungsverfahren, dem Handwerk und den betriebswirtschaftlichen Strukturen, habe ich mich für das triale Studium entschieden. Und genau über dieses und viele weitere interessante Dinge wie zum Beispiel dem Aufbau von Social Media Kanälen und Marketingkonzepten wurde ich im Rahmen des Lauschwerkstatt Podcasts befragt. Also wenn ihr gerne einmal die passende Stimme zu den Bildern und Videos hören wollt und euch die interessanten Themen in einer ruhigen Minute anhören mögt, dann hört einfach mal rein!

Hier schon mal ein kleiner Einblick in die Welt des Lauschwerkstatt Podcasts des Fachverbandes Tischler NRW 😉

Hier könnt ihr euch in einer ruhigen Minute gern die gesamte Folge anhören:

Eine vielgestaltige Herausforderung

In unserem Beruf dürfen wir beim Arbeiten mit dem tollen Rohstoff Holz immer wieder aufs Neue unsere fachliche Kompetenz unter Beweis stellen. Dabei müssen unter anderem viele gestalterische und konstruktive Entscheidungen getroffen werden. Doch auch der Umgang mit modernen Maschinen ist eine fordernde, aber durchaus spannende Aufgabe – zum Beispiel bei der Programmierung von 5-Achs-CNC-Fräsungen. Das Spannende hierbei ist, dass man beim Zeichnen und Programmieren nur von theoretischen Werten, Vorgehensweisen und Abläufen ausgehen kann.  Wie sich die einzelnen Werkzeuge der Maschine, die Werkstücke und die Fräsvorgänge tatsächlich verhalten, können wir lediglich erfahrungsbasiert abschätzen und erst bei der Fertigung beurteilen. Ein weiterer Knackpunkt ist  das Zusammenwirken von mehreren Objekten bzw. Werkstücken, die einzeln gefräst werden, aber später als ein großes funktionieren müssen. Ein schönes Beispiel zeige ich euch hier anhand des Handlaufs eines aufwendigen Treppenverlaufes. Dabei fing die Herausforderung schon mit dem 3D-Aufmaß vor Ort an. Denn ohne diese präzisen Daten ist eine Fertigung in diesem Maße undenkbar.

Die einzeln gefrästen Werkstücke werden Stück für Stück zu einem großen und stabilen Teil gefertigt.

Offene Treppenaugen, die komplett vom Handlauf eingefasst sind.

Der Handlauf läuft um das Treppenauge herum und erstreckt sich anschließend in einem Stück über zwei Etagen. Des Weiteren verändert die Treppe im Verlauf die Bauform und Drehrichtung.

Der Weg zum eigenen Design: das Gesellenstück

Nachdem ich euch im letzten Blogeintrag über die ersten Inspirationen zur Entstehung des Gesellenstücks erzählt habe, geht es nun bereits an die Ausgestaltung der gesammelten Ideen.

In unserem letzten Schulblock haben wir uns intensiv mit der Gestaltung der Gesellenstücke auseinandergesetzt. Unter der Betreuung unserer Lehrer fertigten wir zunächst einige Skizzen an. Anschließend erstellten wir Modelle sowie Zeichnungen in CAD-Programmen, um die Entwürfe besser zu visualisieren.

In meinem ersten Entwurf habe ich mich für einen Küchenblock aus Eiche und Beton entschieden. Dabei sollen die Fronten und Blenden mit einem umlaufenden Furnierbild gefertigt werden.

Die Platte, in der das Kochfeld integriert wird, soll eine massive Betonoptik erhalten.

Der geforderte gezinkte Schubkasten mit klassischer Führung wird dabei sichtbar hinter einer Glastür angebracht.

Mit diesem Entwurf werde ich nun die nächsten Tage weiterarbeiten und die Detailplanung umsetzen. Dabei werde ich auch unterschiedliche Materialien kombinieren, um das Wirken von Farben und Oberflächen optimal abzustimmen.

Alle Türen stehen offen

Meine Idee war es, euch einen genauen Einblick in die Berufswettbewerbe und dem damit verbundenen Training zu geben. Leider hat dieses Jahr aufgrund der derzeitigen Lage nur der Landeswettbewerb stattfinden können.  Damit sind auch die Vorbereitungen, die ich mit dem diesjährigen sächsischen Meister geplant  habe, ins Wasser gefallen. Nichtsdestotrotz möchte ich meine und die Begeisterung der Teilnehmer weitergeben und allen, die Bock auf mehr als „nur Malochen“ haben, zeigen, was noch alles so geht!

Wenn man seine Gesellenprüfung abgelegt hat und unter den besten des Kammerbezirkes landet, qualifiziert man sich für den Landeswettbewerb. Allein die Teilnahme bringt euch einen enormen Mehrwert.

Ähnlich wie in der praktischen Prüfung müsst ihr ein Werkstück in einer vorgegebenen Zeit fertigen. Unter Druck und Anspannung leistet man Enormes, in den letzten Minuten des Wettbewerbes kann man die Luft schneiden und einige sind so im Modus, dass sie Bäume ausreißen. In den Pausen und auch nach dem Wettbewerb entwickeln sich jedes mal gute Gespräche, bei denen Kontakte geknüpft werden und nebenbei gibt es keine bessere Bewerbungsunterlage als solch eine Teilnehmerurkunde.

Bei der sächsischen Meisterschaft haben zehn Junggesell*innen sieben Stunden um den Sieg gekämpft und die Punkteverteilung war wirklich sehr eng. Die Aufgabe war, einen Hängeschrank mit traditionellen Holzverbindungen und einer Klappe in Rahmenbauweise zu fertigen. Bewertet wurde mit maximal 100 Punkten nach Maßhaltigkeit, Passen der Verbindungen, Oberflächengüte und Arbeitsablauf.

Für mich als ehemaliger Kandidat, mittlerweile Trainer in Sachsen und helfende Hand in der Jury, ist es immer wieder total spannend, und ich bin froh, dass wir so viele gute Nachwuchskräfte im Handwerk haben.

Was ich damit sagen will: ranklotzen lohnt sich! Nicht nur eure beruflichen Skills entwickeln sich weiter, sondern auch eure persönlichen und mentalen Fähigkeiten wachsen.

Logofräsung

Vor Kurzem hatte ich einen Kunden, der gerne ein Logo gefräst haben wollte. Die Besonderheit daran war, dass dieses komplett hinterleuchtet sein sollte. Zudem sollte es aus einem einzigen Teil bestehen, das zudem aus Echtholz sein sollte. Würde ich das Logo jedoch in eine dünne Massivholzplatte fräsen, so müsste ich komplett durch das Material durchfräsen, damit die dahinterstehende Lichtquelle durchwirkt. Des Weiteren würden Teile des Logos und der Buchstaben einfach wegfallen, da diese keinen Verbund mehr zu dem Rest hätten. Ein ganz anderes Problem ist ebenfalls noch, dass Massivholz arbeitet und sich mit der Zeit Risse an manchen Stellen bilden könnten.
Nach kurzem Überlegen kam mir die Idee zu folgender Lösung:
Wenn ich ein Furnier auf ein Plexiglas klebe, so kann die Lichtquelle ohne Probleme durch Teile des eingefrästen Furniers hindurchleuchten. Wenn ich das Furnier zudem nur anfräse, haben alle Teile noch einen Verbund zum transparenten Träger. Was haltet ihr davon?
Ich habe es natürlich direkt mal ausprobiert und so sah das Ergebnis aus:

Frisch nach dem Fräsen ist die Kontur lediglich bis zum Plexiglas angefräst

Dank des Trägers war es mir sogar möglich, die Zwischenräume des Logos komplett auszuräumen.

Inspiration – der Weg zum eigenen Design

Die ersten Monate des letzten Ausbildungsjahres sind bereits vorbei. Das bedeutet für uns Auszubildende, es wird Zeit, sich über den Entwurf des Gesellenstückes Gedanken zu machen. Welchen Nutzen soll es erfüllen und welche Funktionen möchte ich gerne integrieren?

Ich habe mich für den Entwurf eines Kochblocks entschieden, der als Zentrum der Wohnung flexibel genutzt werden kann. Nun folgt aber die Qual der Wahl.

Welchen Stil möchte ich gerne umsetzen und welche Materialien sollen dabei kombiniert werden?

Inspiration suche ich hier vorwiegend in Magazinen. Gerade bei der Auswahl von Farben und Materialien lässt sich gut erkennen, dass unterschiedliche Kombinationen völlig andere Wirkungen erzielen.

Ich werde nun verschiedenste Materialien und Stile kombinieren und diese in mehreren Entwürfen darstellen.

In den nächsten Blogbeiträgen erfahrt ihr mehr über die Entstehung meines Gesellenstücks.