Kategorie-Archiv: Allgemein

Zwischenprüfung

Hier könnt ihr unser Zwischenprüfungsstück sehen. Wir mussten eine Kiste herstellen. Hierfür hatten wir 6 Stunden zeit. Während dieser 6 Stunden war noch ein 10-15 Minütiges Fachgespräch, bei dem uns Fragen zu diesem Stück gestellt wurden, einfach um zu sehen, ob man das Stück verstanden hat.

Ja, jetzt im Nachhinein und allgemein kann ich sagen, das Prüfungsstück war eigentlich echt nicht schwer. Aber man muss sich auch mal in die Situation versetzten, es ist eine Prüfung, im Raum ist es ruhig und man ist sowieso angespannt und man weiß von den Jahren davor, dass die Zwischenprüfung nie so gut ausfällt. Meine Anspannung war sehr hoch, da dies die erste Bewertung mit dem Kammerschlüssel war und man ab hälfte der Punktzahl eigentlich schon durchgefallen wäre durch die Zwischenprüfung (zum Glück zählt bei uns aber die Zwischenprüfung nicht zur Gesellenprüfung). Ich habe trotzdem probiert einen kühlen Kopf zu bewahren und muss sagen, dass ich es auch ziemlich gut hinbekommen habe, mit meiner Note und mit meiner Leistung bin ich also zufrieden. Das größte Problem ist an diesem Tag einfach die ZEIT, die sitzt einem immer im Nacken, deshalb wurde es bei uns auch ab und zu ein bisschen hektisch. Trotz allem, hat alles super geklappt und so ist dann meine nächste Prüfung schon die Gesellenprüfung – Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht! 🙂

Der Schubkasten ist an zwei Ecken gezinkt und an zwei Ecken gedübelt. Die Klappe ist mit einem Stangenscharnier (Klavierband) befestigt.

Die Oberflächen waren alle unbehandelt, ich habe aber für mich zu Hause das Werkstück geölt.

Serienproduktion im Schreinerhandwerk

Serienproduktionen kennt man eigentlich aus großen Konzernen, die in kürzester Zeit möglichst viele gleiche Autos, Möbel usw. produzieren … Doch auch im Alltag eines Schreiners kann man auf die sogenannte „Serienproduktion“ stoßen. Allerdings sieht das bei uns ein bisschen anders aus 😉
Der Tischler bzw. Schreiner ist bekannt für seine individuell angepassten Raumlösungen und gewinnt mit der Zeit der industriellen Möbelindustrie immer mehr an Bedeutung. Denn bei uns gibt es Möbel und Raumgestaltungen hinsichtlich Design, Funktion und Maß genau nach Kundenwunsch. Naja, irgendwie schweife ich hier gerade ziemlich von der Serienproduktion des Schreiners ab …
Also weiter im Text! Wir haben vor kurzem zwei große Büros inklusive Pausenraum gebaut. Um möglichst viel Gewinn zu verbuchen, geht es natürlich auch beim heutigen Schreiner darum, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel zu produzieren. Also kommen wir auch hier auf die Serienproduktion im kleinen Stil zurück. Bei uns sah es so aus, dass es insgesamt fünf verschiedene Korpustypen gab. Es gab 17 mal Korpustyp I, 7 mal Korpustyp II usw.
Dank CNC Technik etc. schafft auch der heutige Schreiner in kürzester Zeit mehrere Büroeinrichtungen in einem Arbeitsgang! Aber seht selbst:

Mit Vakuumarm werden die ganzen Platten spielend auf die Plattensäge befördert. Danach geht’s ans Bekanten und dann ab durch die CNC.

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Das Räuchern von Furnieren

Ich habe momentan den letzten Lehrgang. Dieser befasst sich mit dem Thema Furnieren und Oberflächenbehandlung von Objekten. Wir haben diese Woche den Umgang mit Furnieren gelernt, das heißt, wir mussten das Furnier auswählen, zuschneiden und fügen. Das war für mich und die meisten Schüler Neuland, denn furniert haben wir auf der Arbeit bisher nur einzelne Blätter auf großen Platten.

Für mein Schachbrett habe ich Esche, Kirsche und Palisander benutzt.

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Frauen im Handwerk

Viele denken bei dem Thema „Frauen im Handwerk“ immer an die typischen Berufe, wie zum Beispiel Friseurin oder Schneiderin. Aber warum denn nicht auch mal an die traditionellen „Männerberufe“? Schreinerin zum Beispiel 😉

Aus vielen Köpfen muss man erst Mal raus bekommen, dass heutzutage auch Frauen in Männerberufe einsteigen können und das mindestens genauso gut drauf haben, oder auch vielleicht besser 😛 .  Eine Frau als Schreinerin ist gar nicht mehr so selten. Wenn ich jemandem vom meiner Ausbildung erzähle heißt es immer: „Wow, wie cool, dass du dich das traust. Aber der Beruf ist ja so kreativ und richtig vielseitig.“ Warum sollte ich mich das nicht trauen? In meiner Klasse waren wir anfangs fünf Mädchen, was ich echt cool finde und auch jeder begeistert davon ist. Traut euch doch auch mal und sagt nicht immer nur, dass der Beruf echt cool ist! 🙂

Derzeit habt ihr im Handwerk richtig gute Chancen auf einen Job. Es werden Fachkräfte gesucht ohne Ende, freie Lehrstellen gibt es auch genügend und mit ein bisschen Motivation und Engagement findet man dann auch sehr schnell einen Betrieb.

Warum Handwerk und nicht Industrie?

Ganz einfach: Ihr arbeitet von Anfang bis Ende mit und seit nicht nur ein Teil des Arbeitsablaufs und arbeitet mit Kopf und Händen am Werkstück. Da im Handwerk viele kleine Unternehmen zu finden sind, trifft man oft auf Familienunternehmen, was das Arbeiten viel entspannter macht und man nicht nur „eine von vielen“ ist, wie in vielen großen Firmen mit über 1.000 Mitarbeitern.

Traut euch! Macht den ersten Schritt und zeigt, was ihr könnt!

Schwerterproduktion

In letzter Zeit hatten wir ein spannendes Projekt in unserer Lehrwerkstatt: Wir sollten für eine Kampfsportart 22 Schwerter aus Holz in drei verschiedenen Längen bauen.
Da es auch leichte und schwere Ausführungen geben sollte, wählten wir als Holz Esche und Abachi.

Am Anfang war alles wie gewohnt: das Holz grob sägen, aushobeln und auf Länge bringen.
Das darauffolgende Fräsen der Klinge und das herausarbeiten des Griffes forderte dann jedoch sehr viel Kreativität und Geduld. So entstanden Stück für Stück die Rohlinge.
Die mussten jetzt nur noch sauber ausgeschliffen und ein wenig von Hand in Form gebracht werden.

Jetzt fehlt nur noch ein wenig Öl und schon kann gekämpft werden.

Hackbrett aus Bubinga-Bohle

Einer unserer Stammkunden hat uns damit beauftragt, ihm ein großes Hackbrett zu basteln. Als Material hat er Bubinga gewählt, ein Holz aus Afrika. Seine Anforderungen waren, dass es einerseits eine Waldkante beibehält, so dick wie möglich, relativ rechteckig und mit einem Griff sowie kleinen Füßen versehen wird.

Mein Meister und ich haben dann also eine entsprechende Bohle aus unserem Lager geholt und kurz besprochen, wie ich am besten verfahre.

Die Bohle, wie wir sie noch im Lager hatten.

Ich habe die schönere Waldkante ausgesucht und zuerst einen Längsschnitt parallel zur Waldkante gemacht, bei dem ich unschöne Risse abgeschnitten habe. Continue reading

Basteltipp: tolle Geschenke in weniger als 30 Minuten

Kürzlich sollte ich mir über die Kinderbetreuung auf einem Fest Gedanken machen. Da habe ich mir gedacht, dass Basteln bei Kindern ja eigentlich immer gut ankommt und warum denn nicht gleich mit Holz? Meine Idee war es, dass die Kinder kleine Geschenke selber machen sollten. Hierzu habe ich verschiedene Holzarten in verschieden große Stücke gesägt und ein Loch für ein Teelicht reingebohrt. Die Kinder durften dann noch ein bisschen schleifen und sogar Serviettentechnik haben wir darauf gemacht. Das müsst ihr mal probieren. Leider habe ich keine Bilder davon mit Servietten.

ABER: Es ist ganz einfach 🙂 Ihr müsst einfach nur Bastelkleister im Drogeriemarkt holen und aufrühren, die 3 Schichten der Serviette abziehen, dass nur noch die Oberste mit dem Motiv übrig bleibt und einfach drauf kleistern. Je nach Wahl können auch noch Bänder oder andere Dinge angebracht werden.

Gesellenstück 2018

Einer der letzten Arbeitsschritte war das Verleimen der Seitenwänden und der Ablage…

Und so sieht mein fertiges Gesellenstück aus!

Und der Blog wird natürlich auch erwähnt 😉

Aber jetzt mal wieder zurück zum Stück!

Hier glänzt das edle Furnier doch hervorragend?!?

 

Und die Schattenfuge strahlt in rot… Sogar zur Stellage!

So sieht es innen aus!

Mein Gesellenstück 2018! 🙂

Ganz besonders bedanken möchte ich bei meinem Papa! Denn er hat mich nicht nur gut durch die Ausbildung gebracht und mir einiges beigebracht, sondern auch während meiner Gesellenstückbauphase stand er mir stets mit guten Ratschlägen und Tipps zur Seite! Und das obwohl er ganz neben bei noch eine schöne Firma zu leiten hat…
Danke Papa! Du bist der Beste und wirst für mich immer ein großes Vorbild sein! Sowohl handwerklich als auch menschlich! Danke für alles!