Kategorie-Archiv: Allgemein

Spiegel oder iPad? Warum nicht beides..?

Ein Freund von mir kam vor kurzem mit einem spannenden Projekt auf mich zu. Er hat ein Display entwickelt das hinter einem speziellen Spiegelglas sitzen soll. Dieses Spiegelglas ist so beschichtet, dass sobald das Display sichtbar wird, sobald man dem Sensor ein Zeichen gibt. So kann man sich in Ruhe vor dem Spiegel zu Recht machen und sofern erforderlich kurz den integrierten Rechner in den Spiegel einblenden lassen um mal kurz das Wetter oder ähnliches zu checken.
Der Prototyp ist bereits fertig und ein paar Bilder sind auch schon für Euch vorhanden 😉

Nachdem ich mir eine Konstruktion überlegt habe und den Rahmen zusammen gebaut habe, ging es zum Füllern! Füllern? Füllern nennt man den weißen Lack der sich prima schliefen lässt und sich hervorragend als Grundierung für Buntlacke eignet 😉

Nach dem schleifen habe ich ihn dann schwarz lackiert und vorsichtig zusammen gesetzt…

Bis auf den Sensor auf der linken Seite, sieht er doch recht normal und nach einem normalen Spiegel aus

Doch hinter dem Spiegelglas verbirgt sich eine Menge Technik und das Display

Wisst Ihr was das coole am Leben eines Schreiners ist?
Ihr werdet jeden Tag aufs Neue mit ganz unterschiedlichen Dingen konfrontiert und dürft Euch eigne Lösungen überlegen! Da kommt Ihr mit ganz verschiedenen Materialien und Werkstoffen in Verbindung mit den Ihr arbeiten dürft…
Das macht mir einfach Spaß und macht das Leben eines Schreiners so besonders! 🙂

DIY – TV Board

Der sogenannte ‚used-look‘ ist heute im Möbelbau nicht mehr wegzudenken. Vergangenen Woche habe ich mich mit einem TV board, das ich in diesem Stil gestalten wollte, beschäftigt. Dafür habe ich aus meinem Betrieb zwei Paletten gekauft. Diese sind aus Kiefernholz in den klassischen Maßen der Europaletten.
Zu Beginn habe ich mit einer Handkreissäge einen Teil der Paletten abgesägt.

Von dem abgesägten Teil habe ich im Folgenden drei der Zwischenklötze entfernt, um diese zwischen die beiden Paletten zu setzten. Somit gewinnt das TV Board an Höhe und an Stauraum.
Vor der Montage ging es nun an die Oberfläche. Dafür habe ich alle Flächen geschliffen und sowohl herausstehende Nägel als auch Thackernadeln entfernt. Nun habe ich alle Teile in einem dunklen braun lasiert, damit sich das Möbel in den Raum farblich einfügt.
Nachdem die Lasur vollständig getrocknet ist, habe ich die Teile mittels Leim und Schrauben aneinander fixiert.
Nun bietet das TV Board die Fläche für einen Fernseher und genügend Stauraum für weitere Medien.

Vielfalt des Tischlergewerks

Wer einen abwechslungsreichen und kreativen Arbeitsalltag liebt, der sollte sich mal Gedanken über das Tischlergewerk machen! Denn hier löst man täglich neue Problemstellungen durch individuelle und kreative Vorgehensweisen. Denn jeder Kunde kommt mit  einem ganz neuen und individuellen Projekt.
Und genau das ist mir bei zwei Montagen in der letzten Woche noch einmal besonders aufgefallen. Aber seht selbst:

Anfang der Woche war das oben zusehende Schulungsterminal dran. Dieses wurde für eine große Firma entwickelt die dort Ihre eigenen Mitarbeiter schulen möchte. Hier stand vor allem die Funktion und Nutzungsdauer im Fokus.

Die zweite Montage bestand aus einer Wandverkleidung im Landhausstil und dem überarbeiten einer Tischplatte. Dieses Projekt wurde für einen Privatkunden durch geführt der seinem Lebensraum eine angenehmere und wohnlicherer Atmosphäre schaffen wollte. Und genau das haben wir durch unsere Wandverkleidung geschafft! 

Die Abschlussleiste haben wir passend zu dem bestehenden Esstisch in Esche gefertigt und anschließend geölt!

Alt ist manchmal besser als neu

Oftmals sind alte Möbel auch nach vielen Jahren noch gut erhalten.
Es ist nur häufig auch nötig sie wieder ein bisschen zu pflegen und herzurichten. Aber in der Substanz und Bauweise schlagen Sie viele heut hergestellte Möbel um Längen.

Bei dem schönen Wetter in der letzten Zeit habe ich beschlossen mich um so ein schönes altes Möbel zu kümmern.
Warum bei schönem Wetter?
Nunja, auf dem Schrank befand sich Farbe, eine alte Holzimitation, die nicht mehr so schön war. Also musste sie herunter.
Und das geht am besten, indem man sie bei schönem Wetter herunter wäscht und den ganzen Schank möglichst gut wieder trocknet.
Die Farbe wird mit einer Lauge abgewaschen und danach mit klarem Wasser abgespült.
So kommt das rohe Holz wieder zum Vorschein und der Schrank kann altersentsprechend „neu“ lackiert werden oder im rohen Zustand konserviert werden.
Auf den Bildern seht ihr das ganze nocheinmal Schritt für Schritt.



Holz – mehr als nur Baumaterial

Für uns Schreiner ist Holz selbstverständlich das beste Material, um Möbel zu bauen oder Räume und Außenbereiche zu gestalten.
Aber der vielseitige Werkstoff kann noch viel mehr!
In einer Zeit, in der wir uns um die Klimabilanz Gedanken machen und längst offenbar ist, dass Rohstoffe wie Gas und Erdöl endlich sind, kommt Holz als Energieträger wieder zunehmend eine  größere Bedeutung zu. Denn Holz sieht nicht nur als Möbel verarbeitet gut aus, sondern es kann auch unsere Häuser mit Wärme versorgen. Das Tolle daran: Holz verbrennt klimaneutral und ist somit nicht an der Entstehung des Treibhauseffektes beteiligt. Das beim Verbrennen freigesetzte Kohlenstoffdioxid wird von den Bäumen wieder aufgenommen und mittels Fotosynthese in Sauerstoff umgewandelt. Somit ist das Heizen mit Holz durchaus nachhaltig, vorausgesetzt, dass es nachhaltig gewonnen wurde und wieder nachwachsen kann.

Die Holzgewinnung selbst ist recht schweißtreibend und anstrengend. Natürlich kann man sich fertige Holzscheite liefern lassen, allerdings hat solch ein Service seinen Preis.
Also haben wir letztes Wochenende selbst losgelegt und die gelieferten Baumstämme erst mit der Motorsäge in ein Meter lange Stämme gesägt und sie danach mit einem hydraulischen Holzspalter zerteilt.

Zum Schluss haben wir die Spalten gestapelt. Jetzt muss das Holz noch rund zwei Jahre trocknen, damit ein gutes Brennergebnis erzielt werden kann.

Wo geht die Reise hin im Tischlerhandwerk?

Diese Frage taucht in Bezug auf die Digitalisierung und Vernetzung immer wieder auf. Denn eines ist klar: Wir stehen noch ganz am Anfang dieses Prozesses und jeden Tag kommen neue Firmen mit großartigen Ideen auf den Markt, beispielsweise mit durchdachter und innovativer Zeichensoftware, die speziell für die Bedürfnisse von kleinen und mittelständigen Betrieben entwickelt worden ist.

Die Vorteile eines CAD-Programms: Es liefert dem Tischler beim Zeichnen automatisch die Fertigungsdaten der entworfenen Möbel mit.  Wir sprechen hier von Materiallisten und Produktionsdaten für den Maschinenpark. Das alles entsteht meist vollautomatisch, während wir unsere Möbel zeichnen. Zur LIGNA 2019 stellen sich einige Firmen mit ihren Ideen vor. Bei imos etwa kann der Schreiner unter anderem seine eigenen Möbelkorpusse entwerfen und sie auf seine Website hochladen, während der Kunde das Möbel online  im Rahmen definierter Möglichkeiten (Größe, Korpusmaterial, Beschläge etc.) anpassen oder verändern kann. Sobald der Kunde das Möbel nach seinem Geschmack fertig konfiguriert hat, erhält er direkt ein Angebot und der Schreiner die entsprechenden Fertigungsdaten. Alle Schritte sind aufeinander abgestimmt. Aber Moment mal – mangelt es dem Kunden nicht oft an der nötigen Vorstellungskraft?

Auch hierfür gibt es Lösungen. Mit einer VR-Brille kann der Kunde seine konfigurierten Möbel dreidimensional betrachten und sogar Türen und Schubladen öffnen. Der nächste Schritt wäre dann der Handschuh, mit dem sich Materialien und Oberflächen eines Möbels auch haptisch erfahren lassen.

Wie ihr seht – in der Softwarebranche tut sich wirklich so einiges in puncto Digitalisierung und Vernetzung.  Wer  sich für CAD-/CAM-Programme interessiert, sollte sich also unbedingt auf der LIGNA einmal umschauen. Und wer Freikarten sucht, findet sie hier: www.tischler-schreiner.de/ligna-2019

Super Effekte!

Na, was sagt ihr dazu?

Letzte Woche hatte ich meinen zweiten und letzten Oberflächenkurs, hier durften wir verschiedenste Effektlacke ausprobieren, wie auf dem Bild gut zu erkennen ist. Der lange Streifen rechts wird Reißlack genannt, man spritzt ihn wie normalen Lack auf die Oberfläche und der vorherige Lack und der Reißlack reagieren miteinander, sodass Risse entstehen. Die Punktewirkung (zweites Quadrat von oben) haben wir mit ganz normalem Lack erzielt, indem wir an der Becherpistole den Druck reduziert haben. Die weiße Fläche (zweites Quadrat von unten) zeigt das Ergebnis einer Übung, bei wir den Druck der Lackpistole selbst einstellen durften. Als Letztes (unterstes Quadrat) haben wir einen Wassertropfeneffekt gemacht. Dafür haben wir Wassertropfen auf die Fläche gespritzt und diese über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Tag mussten wir die Wassertropfen nur noch fixieren, um sie abriebfest zu machen. Echt toll, welche verschiedenen Effekte man so erreichen kann, oder?

DIY-Buchen-Waldkante

Vor einiger Zeit haben wir ja unter anderem einen Waschtisch aus dem Holz eines Eichenbaums gebaut, den der Kunde vor Jahren selbst auf seinem Grundstück gefällt hat. Nun hatte uns derselbe Kunde mit einem Schreibtisch beauftragt, und auch dieser sollte wieder aus dem Holz eines seiner eigenen Bäume sein. Diesmal jedoch handelte es sich um eine Buche. Er gab uns also die entsprechenden Bohlen zur Weiterverarbeitung, zusammen mit nur groben Maßen für den Tisch. Seine einzige feste Vorgabe war, dass der Tisch eine Waldkante haben sollte, allerdings nicht die echte, weil ihm diese überhaupt nicht gefiel.

Wir haben uns dann darauf geeinigt, einen geraden Schnitt kurz hinter der Waldkante zu machen und diesen dann per Hand so zu bearbeiten, dass es am Ende wie eine echte Waldkante aussieht. Dabei haben wir mit Stecheisen, Stichsäge und Exzenterschleifer gearbeitet.

Es hatte sich etwas seltsam angefühlt, dem schönen Tisch derart zu Leibe zu rücken. Normalerweise versucht man als Tischler ja, gefühlvoll vorzugehen und alles gleichmäßig zu halten. 🙂