Kategorie-Archiv: Allgemein

Bald ist wieder Weihnachten …

Schon vor einer Weile habe ich mir eine eigene Drechselbank zugelegt.
Und da lag es natürlich nahe,  dass ich mich an einem Klassiker der Drechselkunst versuchen wollte.
Die Rede ist von Erzgebirgsfiguren.

Zuerst habe ich den Grundkörper mit verschiedenen Drechselwerkzeugen, wie zum Beispiel der Drehröhre oder dem Drehmeißel, bearbeitet und aus dem Holz-Vierkant herausgearbeitet
Danach mussten noch ein Paar Flügel ausgesägt und angeleimt, sowie die Arme und Füße ausgearbeitet werden.

Schön ist es dann auch,  das Ganze farblich zu gestalten und zu bemalen.
Im Anschluss habe ich meine Figuren auch noch ein bisschen auf alt getrimmt.
Ich finde es wichtig, sich ab und zu auch mal mit Dingen zu beschäftigen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt üblich sind für einen Tischler.

 

Faszination LIGNA

Die Ligna 2019 ist leider schon wieder vorbei. Doch als Ligna-Blogger habe ich einige tolle Einblicke bekommen, die ich gerne mit euch über den TSD-Ausbildungsblog teilen möchte.

Im Außenbereich der Messe konnte man überall die Geräusche der arbeitenden Kettensägen und Forstmaschinen hören. Sogar die 14. Waldarbeitsmeisterschaften fanden hier statt. Aber auch in den Hallen war jede Menge los. Viele Hersteller präsentierten den Zuschauern in eindrucksvollen Maschinen-Shows  die vielfältige Welt der Technik. Einer der  größten Aussteller war die Firma HOMAG, hier konnte man Maschinenparks in drei Stufen sehen. Angefangen bei einem handwerkstauglichen Maschinenpark, der durch Effizienz begeisterte, bis hin zu industriellen Fertigungsstraßen mit autonomen Zellen. Ein Wahnsinnsspektakel!

HOMAG hatte diesmal etwas ganz Besonderes für Handwerksbetriebe im Gepäck: In der Industrie ist es mittlerweile vollkommen üblich, Maschinenparks per Apps zu steuern und die IT-Sicherung für die Produktionsprozesse in der Cloud zu speichern. Diese Technik wird nun auch für kleine Maschinenparks angeboten. Die Apps kann man anfangs kostenlos testen und sich ein individuelles Programm erstellen. Das Schöne daran ist, dass die Technik in der Industrie gereift und nun auch für Handwerksbetriebe frei verfügbar ist. Des Weiteren sind die Apps maschinenneutral. So können auch ältere HOMAG-Maschinen angesteuert werden. Durch die Apps kann ich meine Produktion transparenter gestalten, alle Schritte nachverfolgen und den Produktionsstatus abrufen. Zusätzlich habe ich eine perfekte Datenübertragung an meine Schnittstellen. So weiß ich zum Beispiel durch den neuen HOMAG-Kantenkarton, wie viel Kante noch auf meiner Rolle ist und wann ich neue bestellen muss. Das erspart einiges an Zeit und Arbeit. In Bezug auf die Zeitersparnis können jetzt sogar Dübel und Beschläge automatisch während der Bearbeitung von den Maschinen eingetrieben beziehungsweise eingesetzt werden.Ein weiteres Highlight war ein hochentwickeltes Handschuhsystem mit integriertem Barcodeleser. Damit lässt sich genau erkennen, welches Teil aus dem Lager benötigt wird, um einen bestimmten Korpus zusammenzusetzen. So kommunizieren die Maschinen nicht nur untereinander, sondern inzwischen auch mit uns Menschen, wodurch die Fehlerquote gesenkt und die Effizienz im Produktionsablauf weiter gesteigert wird.

Doch auch andere Unternehmen beeindruckten mit atemberaubender Technik, so zum die Firme Biesse. Auch hier begeisterten automative Produktionszellen die Besucher. In Rekordzeit werden Möbelteile per CNC bearbeitet oder genestet und im Anschluss wird automatisch die Kante angefahren. Im letzten Produktionsschritt werden dann die fertigen Möbelteile kommissionsweise abgestapelt. Auf diese Weise können innerhalb von acht Stunden 16000 bis 18000 Möbelteile produziert werden. Ganz wichtig ist dabei natürlich wieder das Barcode-System. Denn nur so wissen die Maschinen genau, wo welche Teile sind und welche Bearbeitung welches Möbelteil bekommt. Beim Thema Nesting bringt Biesse ein ganz neues System auf den Markt. Denn so ist es mir möglich, auf meine Opferplatte beliebig Sauger zu positionieren. Diese werden einfach durch meine Opferplatte angesaugt. Diese Weltneuheit spart wieder viel Rüstzeit und begeistert den Bediener einer solchen Maschine.

Biesse wendet für ihre Maschinentypen die sogenannte Smart Technology an. So ist es auch mir als Handwerker möglich, eine Maschine zu kaufen, die mit der Technik der Industrie ausgestattet ist. Des Weiteren kann ich die Maschinen nun aufstocken und muss nicht zwingend auf die nächstgrößere Maschine ausweichen.

Auch die Nutzerfreundlichkeit der Maschinen rückt bei HOMAG und Biesse weiter in den Fokus, was besonders gut im Bereich der Plattensägen zu sehen war: HOMAG bietet hier ein projektierendes Pfeilsystem auf den Werkstücken an und Biesse nutzt einen zweiten, gut sichtbaren Bildschirm, der den Produktionsschritt zeigt.

Die erste Furnierarbeit – Teil 2

Nachdem also jeder von uns die Rückseite seines Schachbrettes fertig gestaltet hatte, haben wir das Furnier auf unsere Trägerplatte geleimt. Dafür muss Harnstoffharzleim auf die Flächen gegeben werden, dann wird das Furnier unter Hitzezufuhr an die Platten gepresst.
Als der Leim trocken und das Brett abgekühlt war, stand uns der weniger schöne Arbeitsschritt bevor: das Abkrazen des Fugenleimpapiers. Doch auch das gehört nun mal dazu. Um das Papier gut abzubekommen, trägt man mit einem Schwamm Wasser auf das Furnier auf und schabt es anschließend mit einem scharfkantigen Gegenstand, zum Beispiel mit einem Kantholz, herunter.
Dann haben wir die Kanten des Brettes an der Kantenschleifmaschine geschliffen, um im nächsten Schritt an der CNC-Maschine die Zahlen und Buchstaben in das Schachbrett zu fräsen. Hierbei kamen die anfangs eingeleimten Leisten aus Ahorn (s. Furnierarbeit Teil 1) zum Vorschein.
Im Anschluss haben wir die Flächen Stück für Stück hochgeschliffen, um eine optimale Oberfläche zu erhalten. Wichtig war dabei, die Schleifmaschine immer in Bewegung zu halten und nicht an einem Fleck zu verharren, damit die Fläche eben bleibt und nicht zu viel Material weggenommen wird.
Zum Schluss sind wir in den Lackraum unserer Schule gegangen, wo uns gezeigt wurde, wie wir unser Schachbrett fachgerecht lackieren. Dabei sind vor allem drei Dinge zu beachten: der gleichbleibende Abstand zum Werkstück,  der richtige Druck sowie die passende Geschwindigkeit achten.

Jeder Schüler meiner Klasse mit seiner individuellen Rückseite des Schachbrettes.

Logofräsung

Wisst Ihr noch als ich Euch versprochen habe einen musikalischen Blogeintrag zu veröffentlichen? Heute soll es endlich soweit sein 😉
Ein Kunde von uns beauftragte uns mit einer ganz besonderen Aufgabe. Diese beinhaltete eine Logofräsung eines Bandlogos in eine Bassgitarre.
Ja und so wanderte die Aufgabe von meinem Chef zu mir. Um mit der Programmierung dieses Logos zu beginnen, habe ich mir zuerst einmal überlegen müssen wie ich die Bassgitarre auf der CNC spannen kann ohne diese zu beschädigen. Der Clou an der Sache war natürlich die Spannplatte so zu fertigen, dass die Gitarre eben auf dieser liegt.

So sieht meine selbst entworfene Spannvorrichtung aus. Jetzt konnte ich mir genau ausmessen wo das Logo liegen soll und dieses positionieren. Also konnte ich endlich mit der Programmierung des Logos beginnen. Nach vielen vergangen Stunden des Programmierens konnte ich mich endlich vom Computer Richtung CNC bewegen.

Präzise wird das Logo in die Gitarre gefräst!

Und so sieht jetzt das fertige Logo aus!

Passt doch ganz gut und ist zum Glück gut gegangen 🙂

Die erste Furnierarbeit – Teil 1

Die Verwendung von Furnier ist heutzutage im Schreinerhandwerk kaum noch wegzudenken. Es ist sowohl eine günstige als auch eine umweltschonende Alternative zu Vollholz, da Abfälle für die Herstellung der Spanplatten verwendet werden können. Außerdem muss sich der Schreiner keine Gedanken mehr über das Quellen und Schwinden des Holzes machen und kann es so ganz nach Belieben einsetzen.
Vergangene Woche haben wir in der Schule  mit der Fertigung eines persönlichen Schachbrettes begonnen. Dafür hat jeder von uns eine quadratische Spanplatte bekommen, in die wir mit der CNC-Maschine einen parallel zum Rand verlaufenden Falz eingefräst haben. Dorthinein wurden Leisten aus Ahorn geleimt, die später beim Herausschneiden der Zahlen und Buchstaben sichtbar werden.
Danach haben wir 1 cm dicke Rahmenleisten an die Spanplatte auf Gehrung angeleimt und mithilfe des sogenannten „Adlers“ bündig gehobelt.
Nun ging es an das Zusammenkleben des Furniers. Dafür haben wir 4 cm breite Streifen aus Ahorn und amerikanischem Nussbaum an der Furniersäge zugesägt.
Im Anschluss haben wir mit Fugenleimpapier die Streifen abwechselnd aneinandergeklebt – wichtig war es dabei, sie möglichst dicht aneinanderzusetzen. Um eine rechtwinklige und saubere Kante zu erhalten, haben wir die Außenseiten per Hand zugesägt.
Danach haben wir 4 cm breite Streifen herausgesägt, sodass immer abwechselnd Ahorn- und Nussbaum-Quadrate aneinanderlagen. Diese wurden dann wieder so zusammengesetzt, dass  das Muster eines Schachbrettes entstand.
Nun fehlte noch ein abschließender Rahmen. Dafür haben wir uns unterschiedlich gemusterte Furnierstreifen herausgesucht, um sie an unser Schachbrettmuster mit Fugenleimpapier anzukleben. Daran fügten wir erneut 4 cm breite Streifen aus amerikanischem Nussbaum und sägten sie anschließend auf Gehrung.
Nun ist das Furnier für die Oberseite des Schachbrettes fertig. Als Hausaufgabe sollten wir eine Intarsienarbeit für die Rückseite gestalten. Die Vorgabe lautete, das Furnier auf Gehrung aneinanderzukleben, die Holzart und das Motiv konnte jedoch jeder frei wählen.

Kunstfräsung

Da die musikalische Fräsarbeit erst an Vatertag übergeben wird, darf ich leider auch erst ab diesem Tag Bilder davon veröffentlichen. Aber dafür habe ich ein anderes, spannendes Projekt für euch auf Lager.
Schaut es euch selber an 😉

Wer von euch kann sich vorstellen, was unser Hohlkehlfräser hier gerade zaubert?

Die erste Seitenwand ist fertig gefräst. Die Fräszeit für diese Platte betrug etwa vierzig Minuten. Die lange Fräsdauer ist zum großen Teil von dem Material Richlite abhängig. Denn dieses kann man nur mit einem recht niedrigen Vorschub bearbeiten. Des Weiteren gabe es hierbei knapp sechshundert einzelne Frässchritte bzw. Konturen, die abgearbeitet werden mussten.

Auch die kleine Seitenwand ist endlich fertig.

Aus den zwei gefrästen Seitenwänden wird eine moderne stilvolle Thekenschürze.

Und so sieht der fertige Messestand aus.

 

Abwechslung garantiert

Zunächst einmal möchte ich mich bei euch entschuldigen. Da ich im Rahmen meines Trialen Studiums zurzeit eine wissenschaftlich Arbeit schreiben muss und bei uns obendrein betrieblich ziemlich viel zu tun ist, bin ich leider nicht mehr so regelmäßig zum Bloggen gekommen.

Meine wissenschaftliche Arbeit schreibe ich über den Fachkräftemangel im Tischlergewerk und wie der Fachverband Tischler NRW diesem begegnet. Natürlich wird im Zuge dessen auch das sogenannte  ZIMT Projekt thematisiert und der TSD-Blog findet selbstverständlich auch Erwähnung ;-). Falls ihr also Interesse habt, kann ich euch gern ein paar Auszüge aus meiner Arbeit vorstellen, sobald diese abgesegnet wurde. Ist wirklich eine spannende, interessante Sache für all diejenigen, die ihre Zukunft im Tischlergewerk sehen oder damit liebäugeln.

Dass das Tischlergewerk ein wahnsinnig abwechslungsreiches und spannendes Betätigungsfeld ist, habe ich ja schon in der Vergangenheit in diversen meiner Beiträge berichtet. Und nun gab es ein Projekt, dass genau diesen Aspekt noch einmal unterstreicht. Diesmal hatte es jedoch nichts mit Innenausbau zu tun, sondern es ging um eine Lok inklusive Kohltender. Ja, ihr habt richtig gelesen. Im Rahmen eines Heimatfestes in der Eifel sollten wir eine originale Dampflok mit entsprechendem Kohltender bauen.

Und so sieht sie aus! Fast fertig …

Der Kohletender ist so geplant worden, dass Kinder über die seitlich angebrachten Leitern in das Führerhaus klettern können.

Diese Lok bekommt noch einen Schornstein und wird danach schwarz lackiert. Dann wird sie auf Schienen gehoben und ist hoffentlich die große Attraktion des Festes!

Der nächste Blogeintrag wird von einer ganz speziellen CNC Fräsung handeln. Kleiner Tipp, es hat etwas mit einem Musikinstrument zu tun 😉
Also dranbleiben, es lohnt sich!