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Einfach wäre ja langweilig!

Nach langer Planung stand letzte Woche die Vorstellung des Meisterprojektentwurfs in meinem Terminkalender.

Dazu gehört nicht nur das Meisterstück, sondern es muss ebenso der Raum, in dem es später beim Kunden stehen neu gestaltet, renoviert und umgebaut werden. Für diese ganzen Leistungen müssen dann auch Angebote eingeholt werden, um später ein Gesamtangebot machen zu können.

So umfasste die Mappe zur Vorstellung bereits eine räumliche Darstellung des Projektes, einen Grundriss, Angebote verschiedener Gewerke, die Kalkulation für das Meisterstück, das Gesamtangebot, sowie Ansichtszeichnungen und Detailzeichnungen des Meisterstückes.

Was werde ich als Meisterstück bauen?

Als Meisterstück werde ich ein sechseckiges Terrarium bauen, welches wiederum auf einem dreibeinigen Tisch steht. Wie ihr sehen könnt, sind auch viele Schnitzereien und filigrane Details geplant.

Auch ein kleines Muster kommt bei der Präsentation gut an.

Was ihr jedoch nicht seht, ist die Technik, die mit eingebaut ist. Denn unter dem Zierwerk muss noch eine Beleuchtung und eine Belüftung versteckt werden. Gesteuert wird das Ganze dann über eine Zeitschaltuhr, die in einem Schubkasten im Tisch verbaut ist. Außerdem muss eine der sechs Glasflächen als Tür geöffnet werden können.

Beim Holz habe ich mich für einen schönen Nussbaum aus der Region entschieden.

Alles in allem wird es ein straffes Programm bis Mitte Juli fertigzuwerden. Ich bin gespannt ob alles so klappt wie geplant.

Aufgabenvielfalt

Es gibt jede Menge verschiedene Handwerksgewerke, doch mit Abstand wird kein anderes so umfassend sein wie das Tischler-, Schreinergewerk. Jeder neue Arbeitstag stellt uns vor vielfältige und komplexe Aufgaben. Klar kennt man das eine oder andere schon, doch es passiert nicht gerade selten, dass auch schon langjährige Meister in ihrem Arbeitsalltag mit ganz neuen Aufgaben konfrontiert werden. Denn es ist kein Geheimnis, dass das Tischler-, Schreinergewerk viele Querverbindungen zu anderen Gewerken aufweist. Daher hat ein guter Tischler/Schreiner meist nicht nur gute Kenntnisse von seinem eigenen Handwerk, sondern ebenfalls von vielen anderen Gewerken, zumindest einige Grundlagen. Ganz schön anspruchsvoll oder?

Doch aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass es auch sehr interessant und spannend ist. Auf einer Montage könnt ihr zum Beispiel auf kleine Arbeiten im elektrotechnischen Bereich treffen oder ihr müsst einen Wasseranschluss eines Waschbecken ab- und wieder anklemmen, oder ihr müsst euch vorsichtig durch eine Fliese bohren oder oder oder … Zwar gibt es auf der Montage mehr gewerksübergreifende Tätigkeiten, aber auch im normalen Produktionsverlauf treten sie auf. So bekam ich beispielsweise vor Kurzem den Auftrag, die Elektroverkleidungen, sprich Steckdosen, Lichtschalter, Netzwerkdosen, etc. passend zu unseren Möbeln zu lackieren. Ich hatte zuvor noch nie Kunststoffteile lackiert. Und erst recht nicht zweifarbig und in Metalliclack. Aber seht selbst:

Zwei solcher Lackwagen mussten also von mir in zwei verschiedenen Farbtönen und mit Klarlack lackiert werden. Ganz schön viel Arbeit für ein paar Kunststoffdosen …

Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Die Module bestehen immer jeweils aus einem Metallic-Kupfer-Farbton und einem Bronze-Farbton. So wirkt nachher unsere gesamte Raumgestaltung harmonisch und stimmig! Die Möbel für die Räumlichkeiten sind gerade noch in der Produktion, aber auch von diesen werde ich euch berichten.

Manchmal muss es wehtun!

Jeder Mensch sollte es als seine Pflicht ansehen, so wenig  Abfall und Ausschuss wie möglich zu verursachen. Ein großer Faktor in der Klimakrise ist der aktuell vorherrschende „Wegwerfkonsum“ der Weltbevölkerung.

Bei unserer Fertigung macht auch die Oberflächenbehandlung einen großen Teil der Arbeit aus. Diverse Lacke, Farben, Beizen etc. werden dafür von geübter Hand aufgebracht, geschliffen und poliert. Da jedes Schiff, welches wir ausbauen, ein bestimmtes einzigartiges Design erhält, passiert es nur sehr selten, dass die vorhandenen Chemikalien für mehrere Projekte verwendet werden können. Um trotzdem für eventuelle Nachbesserungen, Reparaturen oder Garantiefälle vorbereitet zu sein, werden die Reste im sogenannten „Lack-Container“ aufbewahrt. Wenn eine Firma  immer größer wird, muss folglich auch ihr Lack-Container wachsen. Perfektes Timing, wenn da gerade ein kräftiger Lehrling in der Oberfläche aushilft, und beim Umräumen und Aussortieren vom alten in den neuen Container mit anpacken kann. Schmerzhaft wiederum für ihn, wenn er dabei eimerweise die exotischsten, aber leider bereits abgelaufenen Mischungen in den Müll gießen muss. Doch „Watt mutt, datt mutt!“

Mit der Zeit härten die Lacke aus, sodass ein Abtransport möglich ist.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Spieglein, Spieglein an der Wand

Da unser Betrieb durch die derzeitige Situation kaum Aufträge bekommt, kann ich euch leider wenig Einblick in meinen Berufsalltag geben, dafür umso mehr über eigene Projekte berichten.

In der vergangenen Woche war wieder etwas Zeit, um aus Restholz etwas Schönes zu schaffen. Meiner Wohnung fehlte im Eingangsbereich noch ein Spiegel, den ich beim Glaser in dem von mir benötigten Maß bestellte. Diesen kombinierte ich mit Baumkanten die ich zunächst von der Rinde befreit, danach gefälzt, geschliffen und mit Hartwachsöl versiegelt habe. Anschließend wurde der Spiegel mit entsprechendem Kleber im Falz der Baumkanten fixiert. Das fertige Stück habe ich mit Hängeleisten an der Wand  befestigt.

        

Zusätzlich habe ich noch eine kleine Schuhablage gefertigt, diese besteht aus vier Seiten auf Gehrung und einem Boden aus Siebdruck-Multiplex und wurde mit Quarzsteinen aufgefüllt.

       

Nistkästen für den guten Zweck

Bei uns in der Schreinerei werden gerade Nistkästenbausätze produziert, um einen guten Zweck zu unterstützen. Die Idee dahinter:  Interessierte Familien, denen so langsam die Decke auf den Kopf fällt, können die Zeit produktiv nutzen, um mit ihren Kindern ein eigenes Vogelhaus zu bauen. So leisten wir hoffentlich einen weiteren Teil als Unternehmen im Kampf gegen das Virus und tun neben auch etwas gegen den kontinuierlich sinkenden Vogelbestand.
Das Material und alle innerbetrieblichen Kosten werden selbstverständlich gespendet. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle dem Fachverband NRW, der diese Aktionen in der Region erst ins Rollen gebracht hat und die Betriebe wie gewohnt tatkräftig unterstützt.

Und so sieht das Ganze aus: Der Bauplan ist übersichtlich und einfach gestaltet

Hier liegen die einzelnen abholbereiten Sets …

Und so sehen sie am Ende aus 😉
Was haltet ihr von dieser Aktion?

DIY-Servierbrett

Wie ihr dieses einfache Servierbrett in wenigen Schritten nachmachen könnt, erkläre ich euch im nachfolgenden Beitrag.

Servierbrett aus amerikanischem Nussbaum

Für das selbst gemachte Brett benötigt ihr einen entsprechenden Massivholzzuschnitt. Verwendet möglichst ein hartes Holz. Hierfür eignen sich Eiche, Kirsche oder auch Nussbaum. Alles findet ihr im Baumarkt als Leimholz. In den meisten Baumärkten könnt ihr dabei auch den Zuschnitt-Service nutzen und euch das Holzbrett auf die gewünschte Länge und Breite zusägen lassen.

Mein Servierbrett hat folgende Maße:

Gesamtlänge    50 cm
Breite                   14,5 cm
Grifflänge           12 cm

Der Griff hat eine Breite von 5 cm und nimmt nach unten hin um 2 cm ab.
Bei den Maßen könnt ihr je nach Nutzen eures Brettes natürlich variieren.

Mit Hilfe eines Lineals zeichnet ihr nun den Griff auf das Holzbrett und sägt diesen anschließend mit einer Stichsäge aus. Das Brett sollte hierfür auf einer geraden Unterlage festgespannt werden. Achtet beim Sägeblatt darauf, dass sich dieses für einen Feinzuschnitt eignet, da die Sägefläche anschließend nur leicht geschliffen wird.

Außer der Sägefläche schleift ihr zusätzlich die Flächen des Brettes und brecht die Kanten.
Um die Oberfläche des Schneidebretts zu schließen, solltet ihr dieses nun noch ölen.
Hierfür benutze ich kaltgepresstes Leinöl. Welche Öle sich für Schneidebretter besonders eignen, könnt ihr in meinem ersten Blogbeitrag nachlesen.

Brotschneidebrett ölen: So wird´s gemacht!

Zu Hause bleiben, leichtgemacht!

Um das Beste aus euren Projekten herauszuholen, ist gutes Werkzeug das A und O. Lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und das Arbeiten fällt viel leichter. Der Plan geht aber nur mit sorgfältiger Pflege, Benutzung und Lagerung auf.

Ich habe die Tage zu Hause genutzt und mein Werkzeug geschärft, dazu gehören alle Stecheisen, Hobelmesser und Anreißwerkzeuge. Dies sollte immer nass und stufenweise durchgeführt werden. Ich beginne bei starker Abnutzung am Tormek, danach folgen drei Steine bis zu einer Körnung von 8000 , mit der man eine perfekte Gebrauchsschärfe erreicht. Außerdem benutze ich eine Schleifhilfe, um die jeweiligen Winkel für verschiedene Arbeiten anzuschleifen. Es empfiehlt sich, alle Schneiden dünn mit Kamelienöl einzustreichen, um Flugrost oder Verschmutzungen zu vermeiden.

Die Metallhobel finden bei mir ihren Platz in Anti-Rost-Socken und Stemmeisen in Lederrolltaschen. Super geeignet wäre auf Ölpapier, obwohl das hin und wieder einreißt.

 

Ran an die Maschinen!

Vor ein paar Wochen hieß es für mich und die anderen Lehrlinge endlich: „Ran an die Maschinen!“ Der Tischler-/Schreiner Maschinen-Lehrgang stand an.

Seit dem Beginn meiner Ausbildung habe ich fast ausschließlich nur mit Handwerkzeugen gearbeitet und viel über sie und die Techniken gelernt. Nun war es jedoch an der Zeit, in die Welt der großen Maschinen einzutauchen und zu erfahren, was eigentlich alles so möglich ist, wenn Anschlag und Winkelkante zu 99,9% genau sind. Da sämtliche Maschinen aber auch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen, lag das Hauptaugenmerk des Lehrgangs auf der sachgemäßen Anwendung unter Berücksichtigung aller Arbeitsschutzkriterien. Ich kann euch sagen, dass ich trotz der streckenweise zähen Belehrungen heilfroh bin, darüber informiert worden zu sein. Denn wenn man die ersten Male seine Finger unmittelbar neben oder über Messern langschiebt, welche 16 000 mal pro Minute durch die Luft pfeifen, wünscht man sich schon vorher eine Windel angezogen zu haben!

Als eine Art Zertifikat, welches belegt, dass wir an allen vorgeschriebenen Maschinen gearbeitet haben, wurde von uns während des Lehrgangs ein Schlüsselkasten hergestellt, welcher in seiner extravaganten Schönheit nicht zu übertreffen ist! *hust*

Vielleicht erkennt der eine oder andere die Silhouette eines bestimmten Sterns, welche die Form der Front darstellt?