Kategorie-Archiv: Allgemein

Besuch im Residenzschloss

Zum Ende unserer Berufsschulzeit hatten wir noch einmal das Vergnügen, eine Exkursion in das Residenzschloss in Dresden zu unternehmen.
Hier gibt es verschiedene Sammlungen zu sehen, der Eintritt ist gering – für uns betrug er lediglich 1 Euro pro Person.
Eine der Sammlungen beschäftigt sich zum Beispiel mit alten Münzen, eine andere mit Rüstungen und eine weitere mit dem Osmanischen Reich.

Am interessantesten für mich war jedoch das Grüne Gewölbe. Hier werden alte Kunstgegenstände und Möbel ausgestellt. Die Stücke sind aus den ungewöhnlichsten Materialen gearbeitet, zum Beispiel aus Steinfurnieren, Gold, Elfenbein, Korallen, Schildpatt und vielem mehr. Außerdem sind sie reich an Intarsien und Schnitzereien.
Es ist wirklich sehr beeindruckend, wie fein, genau und kunstfertig diese Stücke damals gefertigt wurden.

Dieser Kamin wurde z.B mit unterschiedlichsten Steinfurnieren bestückt.

Steinintarsien in einer Tischplatte

Schreibpult mit Elfenbeinintarsien

Innenleben eines Kabinettschrankes aus Ebenholz

Metallintarsien mit Gravuren

Vom Weinfass zum Tisch

Vor einiger Zeit habe ich ein Paar alte Weinfässer bekommen, um daraus einen Tisch zu bauen. Mittlerweile sind sie so weit getrocknet, dass ich das Projekt in Angriff nehmen kann.

Da die meisten Stücke nur 900 mm lang sind, habe ich beschlossen, eine Tischplatte mit Rahmen und zwei Füllungen zu bauen.
Erst einmal habe ich alle Teile sorgfältig auf Nägel oder Ähnliches untersucht und im Anschluss die einzelnen Bretter vorsichtig ausgehobelt, um etwas von der alten Optik zu erhalten. Danach habe ich zunächst den Rahmen gebaut und dann die Füllungen eingepasst.
Beim Sägen kann man sogar riechen, dass in den Fässern früher einmal Rotwein gelagert wurde.

Das Ganze habe ich dann verleimt und als Nächstes werde ich noch ein Gestell bauen.

Die Original-Deckel der Weinfässer

Verleimung der Rahmenpresse

Wir haben eine neue Kollegin!

Wir von der in holz GmbH hatten ein paar aufregende Tage hinter uns. Wir haben vor einiger Zeit eine CNC-Maschine bestellt, wie sie bereits in Blogeinträgen von Jonas vorgestellt wurde. Die neue Maschine benötigt jedoch jede Menge Platz, was bei uns in der Firma leider Mangelware ist. Wir mussten daher ordentlich ausmisten, umräumen und umbauen. Das hatte schon ein Weilchen gedauert.

Das Foto wurde auf dem Gerüst gemacht, das wir zum Verlegen neuer Steckdosen und Anschlüsse gebraucht haben

Am nächsten Tag war es dann endlich so weit, die CNC ist per Spedition angekommen. Diese musste dann noch mit einem Kran vom LKW abgeladen und manuell in die richtige Position gefahren werden. Ein ziemlicher Akt!

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Spiegel oder iPad? Warum nicht beides?

Ein Freund von mir kam vor Kurzem mit einem spannenden Projekt auf mich zu. Er hat ein Display entwickelt, das hinter einem speziellen Spiegelglas sitzen soll. Dieses Spiegelglas ist so beschichtet, dass das Display sichtbar wird, sobald man einem Sensor ein Zeichen gibt. So kann man sich in Ruhe vor dem Spiegel zurechtmachen und – sofern man möchte – den im Spiegel integrierten Rechner aufrufen, um mal kurz das Wetter oder Ähnliches zu checken.
Der Prototyp ist bereits fertig und ein paar Bilder für euch sind auch schon vorhanden 😉

Nachdem ich mir eine Konstruktion überlegt und den Rahmen zusammengebaut habe, ging es zum Füllern. Füllern? Füllern nennt man den weißen Lack, der sich prima schleifen lässt und sich hervorragend als Grundierung für Buntlacke eignet 😉

Nach dem Schleifen habe ich ihn dann schwarz lackiert und vorsichtig zusammen gesetzt.

Bis auf den Sensor auf der linken Seite, sieht es doch nach einem ganz normalen Spiegel aus, oder?

Doch hinter dem Spiegelglas verbirgt sich eine Menge Technik und das Display

Wisst ihr, was das Coole am Leben eines Schreiners ist?
Ihr werdet jeden Tag aufs Neue mit ganz unterschiedlichen Dingen konfrontiert und dürft euch eigene Lösungen überlegen. Dabei kommt ihr mit den unterschiedlichsten Materialien und Werkstoffen in Berührung. Das macht mir großen Spaß!  🙂

DIY – TV Board

Der sogenannte used-Look ist heute im Möbelbau nicht mehr wegzudenken. Vergangene Woche habe ich mich mit einem TV Board beschäftigt, das ich in diesem Stil gestalten wollte. Dafür habe ich in meinem Betrieb zwei Kiefernholzpaletten gekauft.
Zu Beginn habe ich mit einer Handkreissäge einen Teil der Paletten abgesägt.

Danach habe ich von dem abgesägten Teil drei der Zwischenklötze entfernt, um diese zwischen die beiden Paletten zu setzen. Dadurch gewinnt das TV Board an Höhe und an Stauraum.
Bevor es an die Montage gehen konnte, kam erst mal die Oberfläche dran. Ich habe alle Flächen geschliffen und sowohl herausstehende Nägel als auch Thackernadeln entfernt. Im Anschluss wurden alle Teile in einem dunklen Braun lasiert, damit sich das Möbel farblich gut in den Raum einfügt.
Nachdem die Lasur vollständig trocken war, habe ich die Teile mittels Leim und Schrauben aneinander fixiert.
Das fertige TV Board bietet ausreichend Platz für einen Fernseher und zusätzlichen Stauraum.

Vielfalt des Tischlergewerks

Wer einen abwechslungsreichen und kreativen Arbeitsalltag sucht, der sollte sich mal Gedanken über das Tischlergewerk machen. Denn hier löst man täglich neue Problemstellungen durch individuelle und kreative Vorgehensweisen – jeder Kunde hat nun mal ganz eigene Wünsche und Vorstellungen.
Und genau das ist mir bei zwei Montagen in der letzten Woche noch einmal besonders aufgefallen. Aber seht selbst:

Anfang der Woche war das oben zu sehende Schulungsterminal dran. Dieses wurde für eine große Firma entwickelt, die dort ihre eigenen Mitarbeiter schulen möchte. Hier standen vor allem Funktion und Nutzungsdauer im Fokus. Continue reading

Alt ist oft besser als neu

Alte Möbel können auch nach vielen Jahren noch gut erhalten sein.
Häufig ist es nur nötig, sie wieder etwas herzurichten und zu pflegen. Aber was die Substanz und Bauweise angeht, sind sie meist um einiges besser als Möbel, die heutzutage hergestellt werden.

Bei dem schönen Wetter in der letzter Zeit habe ich beschlossen, mich um genau so ein schönes altes Möbel zu kümmern.
Warum bei schönem Wetter?
Nun ja, auf dem Schrank befand sich Farbe, eine alte Holzimitation, die nicht mehr sehr ansehnlich war. Also musste sie herunter.
Und das funktioniert am besten, wenn man die Farbe bei schönem Wetter mit einer Lauge abwäscht, danach mit klarem Wetter abspült und den Schrank dann gut trocknen lässt.
So kommt das rohe Holz wieder zum Vorschein und der Schrank kann altersentsprechend „neu“ lackiert werden oder im rohen Zustand konserviert werden.
Auf den Bildern seht ihr das ganze noch mal Schritt für Schritt.



Holz – mehr als nur Baumaterial

Für uns Schreiner ist Holz selbstverständlich das beste Material, um Möbel zu bauen oder Räume und Außenbereiche zu gestalten.
Aber der vielseitige Werkstoff kann noch viel mehr!
In einer Zeit, in der wir uns um die Klimabilanz Gedanken machen und längst offenbar ist, dass Rohstoffe wie Gas und Erdöl endlich sind, kommt Holz als Energieträger wieder zunehmend eine  größere Bedeutung zu. Denn Holz sieht nicht nur als Möbel verarbeitet gut aus, sondern es kann auch unsere Häuser mit Wärme versorgen. Das Tolle daran: Holz verbrennt klimaneutral und ist somit nicht an der Entstehung des Treibhauseffektes beteiligt. Das beim Verbrennen freigesetzte Kohlenstoffdioxid wird von den Bäumen wieder aufgenommen und mittels Fotosynthese in Sauerstoff umgewandelt. Somit ist das Heizen mit Holz durchaus nachhaltig, vorausgesetzt, dass es nachhaltig gewonnen wurde und wieder nachwachsen kann.

Die Holzgewinnung selbst ist recht schweißtreibend und anstrengend. Natürlich kann man sich fertige Holzscheite liefern lassen, allerdings hat solch ein Service seinen Preis.
Also haben wir letztes Wochenende selbst losgelegt und die gelieferten Baumstämme erst mit der Motorsäge in ein Meter lange Stämme gesägt und sie danach mit einem hydraulischen Holzspalter zerteilt.

Zum Schluss haben wir die Spalten gestapelt. Jetzt muss das Holz noch rund zwei Jahre trocknen, damit ein gutes Brennergebnis erzielt werden kann.