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Arbeit & Stress als Subunternehmer

Momentan sind wir ziemlich beschäftigt, wir haben einen sehr großen Auftrag an Land gezogen, über den ich euch später berichten werde. In den letzten paar Tagen jedoch haben wir etwas anderes gemacht: Wir haben als Subunternehmer drei Zimmer in einem großen Hotel in der Innenstadt aufgebaut. Die Arbeit als Subunternehmer ist interessant und beherbergt einige Schwierigkeiten. In unserem Fall war es so, dass eine große Schreinerei in Hessen eine Partnerschaft mit der Hotelkette hat, für die wir die Zimmer hergerichtet haben. Das heißt also, dass die Schreinerei die ganzen Möbel, wie das Bett, Schränke und Kommoden in Hessen baut und diese dann ins Hotel liefert. Für die Montage wird dann an ein Subunternehmen aus der Region beauftragt. Dies ist meist kostengünstiger als die eigenen Monteure für die Anfahrt, Verpflegung und Unterbringung zu bezahlen. Für den Subunternehmer kann es allerdings schwierig sein, wenn die Kommunikation nicht stimmt, beispielsweise wenn die einzelnen Teile nicht ausreichend beschriftet sind. Auch kann es passieren, dass man dann Überstunden machen muss, da man nur eine bestimmte Anzahl an Tagen hat, um fertig zu werden und eine Pauschale für den ganzen Auftrag vereinbart ist. Wir waren ziemlich im Stress und haben  ein bisschen länger gebraucht als erhofft, doch sind noch rechtzeitig fertig geworden! Die drei Zimmer waren quasi eine Probe, im August werden wir ganze acht Zimmer aufbauen! Leider durfte ich keine Fotos des Auftrages hochladen :/

Im Kistenwahn…..

Gleich nach den schwarzen Kisten aus Wenge habe ich mir auch noch eine Kiste aus Pflaume in DIN A4-Größe gebaut.

Zum Schluss habe ich sie fein geschliffen und mit einer Schellackpolitur versehen, so dass sie jetzt schön glänzt.

Die frische noch unlackierte Kiste.

Nach der Schellack-Politur ist ein klarer Glanz zu erkennen.

Kleinen Hilfsmittel mit großer Wirkung

Ich berichte euch heute über unser neustes Projekt. Hierbei dürfen wir von der Planung bis zur Durchführung alles selbst in die Hand nehmen. Unser Auftrag ist es, ein Flur-Organizer mit verschiedenen Vorgaben zu fertigen.

Die Vorgaben sind:
– Maße des Wandboards:  1000 mm x 600 mm
– Schubkasten + Korpus  (aus fertig beschichtetem Material)

Zuerst sollten wir eine Skizze mit unseren Ideen entwerfen , die wir auch gemeinsam in der Schule besprochen haben. Bei dem ein oder anderen traten dann Probleme auf, wie dass die Anordnung nicht passend, der Flur-Organizer überfüllt ist oder es einfach zu viele unterschiedliche Werkstoffe waren.
Damit wir uns den Flur-Organizer besser vorstellen und auch verschiedene Anordnungen probieren können, sollten wir ein Modell fertigen im Maßstab 1:5.

Mein Modell im Maßstab 1:5.

Ich habe mich  bei meinem Modell für verschiedene Werkstoffe entschieden. Die Grundplatte ist aus Ahorn. Meine Pinnwand (Kreis) soll aus Metall sein, da ich Magnete anheften möchte.  Die Ablage über den Haken soll auch aus Metall sein. Da der Schubkasten farblich dazu passen soll, möchte ich als fertig beschichtetes Material eine dunkelgraue/anthrazitfarbene Front haben. Die Ablage oben rechts ist für Handys oder andere Utensilien gedacht. Da in solchen Fächern meistens einfach alles rein geworfen wird und man irgendwann keine Ahnung mehr hat, was sich darin befindet, mache ich meine Front aus Acrylglas, so dass man immer einen Überblick hat. Die Haken unten links können dann als Ablage für den Schlüssel oder auch als Kleiderhaken oder Ähnliches verwendet werden.

… von der Seite.

Hier sieht man mein Modell von oben.

Mir hat es geholfen, dass ich ein Modell gemacht habe, denn ich habe ein paar Teile noch an die Größe angepasst und geändert. Aus Karton kann man sich also viel selbst Helfen, um das eigene Vorstellungsvermögen zu fördern.

 

Nachwuchsförderung

Leider entsteht mit der Zeit ein immer größerer Fachkräftemangel und es wird immer schwieriger neue gute Arbeitskräfte zu finden. Um junge Menschen für das Tischlerhandwerk zu begeistern, wurde dieses Jahr in Aachen der ,,Check in Day“ eingeführt. Als Auszubildender war auch ich an diesem Projekt beteiligt. Es kamen viele verschiedene Schüler und Schülerinnen aus Aachens Schulen zu uns. Sie wurden über den Alltag des Tischlers informiert und durften sich mal eine Werkstatt von innen ansehen. Damit die jungen Menschen nicht durch zu viel Gerede einschlafen und den Spaß an dem tollen Handwerk verlieren oder wir das Interesse erst gar nicht wecken können, waren wir Auszubildenden zuständig. Unter Aufsicht von uns durften die Schüler/-innen ihre ersten Rahmenecken ausprobieren. Desweiteren haben sie ihre ersten kleinen Kisten bauen dürfen. Durch die verschiedenen Stationen, lernten die Schüler genaues Anreißen, Gestellsägen, Japansägen, Stechbeitel, Bohrmaschinen, Akkuschrauber, Stichsägen und Dübelverbindungen kennen.

Erst zuschauen, dann selber ausprobieren …

Viele begeisterte und  talentierte junge Menschen, die hoffentlich den Weg zu unserem tollen Handwerk finden.

Pause muss auch mal sein. ..

Das ganze wurde von einem Fernsehteam des WDRs begleitet und kann sich gerne unter folgendem Link angeschaut werden:

http://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-aachen/video-lokalzeit-aus-aachen-1260.html

Es rappelt in der Kiste….

In der vergangenen Woche haben wir ein paar kleine Kisten gebaut.
Sie sind so groß, dass man sie als Stiftebox mit praktischem Schiebedeckel verwenden kann.
Da wir noch einige Holzreste hatten, die für diese kleine Arbeit gut geeignet waren, fertigten wir unsere Kisten aus Wenge.

Optisch ein sehr schönes Holz,….

Aber fängt man an seine Linien auf dem schwarzen Holz anzuzeichnen, stellt man fest, dass man echt gute Augen braucht, um nicht daneben zu sägen.

Am Ende hat es irgendwie doch geklappt und das Ergebnis ist auch ok.

Interessante Aufträge und Kooperationen

Als Tischler arbeitet man oft mit externen Betrieben zusammen. Meistens sind dies Elektriker oder Glaserien, wir mussten jedoch vor kurzem eine Einbau-Wohnlandschaft herstellen und brauchten daher einen Polsterer. Ein Sofa war Neuland für uns und daher eine neue Herausforderung, die wir aber erfolgreich gemeistert haben. Zu dem Sofa wollte der Kunde auch einen Einbauschrank, dadurch hat der gesamte Auftrag ca. 2 Tage Einbauzeit gedauert, doch das Ergebnis lässt sich sehen!

Leider habe ich erst gegen Ende des Auftrags daran gedacht, Fotos zu knipsen.

Hier waren wir schon fast fertig!

Ein erfolgreicher Auftrag!

Auch der Polsterer hat ganze Arbeit geleistet 🙂

Mein Sitzhocker: Der letzte Schritt

Jetzt passen endlich alle Teile zusammen und das große Schleifen kann beginnen. Jede Delle und jede dreckige Stelle wird entfernt, bis die Oberfläche wirklich absolut einwandfrei ist.
Das sollte man nicht unterschätzen, denn da können locker mal ein paar Stunden drauf gehen …

Um das ganze zu komplettieren folgen noch zwei Aufträge Öl.

Die Bänder machen einen großen Teil der Kosten aus.

Der Innenraum der Kiste.

So sieht das ganze dann fertig aus.

Nur noch eine „Sitzprobe“ und „bestanden“!

Individuelle Raumlösungen

In fast allen Häusern gibt es Nischen und Ecken, die leider den Wohnraum eingrenzen. Doch auch diese Räumlichkeiten kann man zum Beispiel durch die Hilfe eines Schreiners in neuen Nutzraum verwandeln. Bei uns im Betrieb steht die individuelle Raumgestaltung ziemlich weit oben, denn durch speziell angefertigte Möbelunikate können wir unseren Kunden einen komplett neuen Wohnraum nach eigenen Wünschen und Vorstellungen erschaffen!
Damit ihr euch darunter etwas vorstellen könnt, zeige ich euch nun eine interessante Raumlösung. Ein Kunde von uns hat vor Kurzem ein neues Eigenheim gebaut. In dem durchaus schönen Haus führt eine recht große und breite Treppe vom Erdgeschoss in die erste Etage. Unter dieser Treppe entsteht leider ein Raum der nicht genutzt werden kann. Denn unter einer Treppe kann man schlecht eine nette Räumlichkeit herzaubern. Da die Treppe im Flur ist, kam schnell die Idee, den bisher verschenkten Raum/Platz in einen Stauraum zu verwandeln. Von Außen soll eine schöne gerade und vor allem ansehnliche Fläche entstehen. Dahinter sollen speziell angefertigte Möbel Platz für Jacken, Schuhe, etc. bieten. Quasi eine große versteckte Garderobe. Nach einigen Kundengesprächen, Zeichnungen, Visualisierungen und dem anschließenden Bau, ist diese kleine feine Raumlösung entstanden.

Die Planung, Gestaltung, Bau und Montage dieser individuell angepassten Raumlösung ist in der Schreinerei Klinkenberg durchgeführt worden.

Von Außen eine schöne wandbündige Fläche.

Eine Treppe mit doppeltem Nutzen.

Diese Raumlösung bietet viel Stauraum und somit einen idealen Nutzraum für unseren Kunden.

Ein Apothekenauszug für Jacken.

Stauraum.

Und noch mehr Stauraum …

Schubladen für weitere Staufläche.

Die richtige Menge macht’s

So sollte keine Furnierpresse aussehen!

Diese Woche haben wir unsere letzten Teile für unseren Beistelltisch furniert. Die Fachböden wurden mit HPL beschichtet. Wie ihr seht, kann man selbst beim Furniervorgang, den die Presse eigentlich allein erledigt, auch etwas falsch machen.

Durch das HPL kann es schon mal keinen Leimdurchschlag geben, da der Leim durch die HPL-Beschichtung nicht durchgeht … Aber er kann trotzdem an den falschen Stellen austreten. Der Unterschied zum letzten Mal: Dieses Mal haben wir den Leim mit der Spachtel aufgetragen. (Die Woche davor haben wir dafür die Leimrolle verwendet.)

Leimauftragen mit der Spachtel.

Das Leimauftragen mit der Spachtel ist eigentlich nicht schwer. Das Schwierige ist vielmehr, ein richtiges Gefühl dafür zu bekommen, wann es zu viel Leim ist und wann zu wenig! Wir haben das alle zum ersten Mal gebracht und jeder hatte zu viel Leim aufgetragen. So hat es uns in der Presse durch den Pressdruck den ganzen Leim herausgedrückt. Die Folge davon war, dass die Presse voll mit Leim war und wir diese erstmal putzen mussten, bevor wir mit dem Furnieren weitermachen konnten. Denn mit einer verdreckten Presse kann und sollte man nicht arbeiten, da es dann nur zu Fehlverleimungen kommt!

Aber: Probieren geht über Studieren! Wir haben daraus gelernt und immerhin schon ein besseres Gefühl dafür bekommen, wie viel Leim wir benötigen.

Ich wünsche euch noch ein schönes verlängertes Pfingstwochenende! 🙂

 

Neues vom Abschlussstück

Im nächsten Schritt werden die Laufleisten für den Schubkasten gefertigt. Danach werden sie dem unteren Teil des Korpus angepasst und anschließend eingeleimt.
Später wird die Klappe ähnlich wie das Unterteil zusammengebaut und verleimt.
Ein Unterschied dabei sind jedoch die Ecken, an die später eine Rundung angehobelt wird. Hier werden Gehrungen angesägt und später stumpf zusammengeleimt. Wenn alles getrocknet ist, kann man beginnen, alles einmal zusammenzubauen und anzupassen.

Einpassen der Laufleisten.

Auf Gehrung gesägte Ecken.

Einleimen der Laufleisten.