Kategorie-Archiv: Arbeiten im Betrieb

Podcast Lauschwerkstatt

Dass ich leidenschaftlich meine Projekte mit euch über den tollen Tischler Schreiner Deutschland Blog teile, wisst ihr ja bereits. Mit kleinen Videos, Bildern und Texten versuche ich, euch den wundervollen Beruf des Tischler bzw. Schreiners etwas näherzubringen. Da ich so begeistert bin von der Kombination aus Gestaltung, technischen Herstellungsverfahren, dem Handwerk und den betriebswirtschaftlichen Strukturen, habe ich mich für das triale Studium entschieden. Und genau über dieses und viele weitere interessante Dinge wie zum Beispiel dem Aufbau von Social Media Kanälen und Marketingkonzepten wurde ich im Rahmen des Lauschwerkstatt Podcasts befragt. Also wenn ihr gerne einmal die passende Stimme zu den Bildern und Videos hören wollt und euch die interessanten Themen in einer ruhigen Minute anhören mögt, dann hört einfach mal rein!

Hier schon mal ein kleiner Einblick in die Welt des Lauschwerkstatt Podcasts des Fachverbandes Tischler NRW 😉

Hier könnt ihr euch in einer ruhigen Minute gern die gesamte Folge anhören:

Eine vielgestaltige Herausforderung

In unserem Beruf dürfen wir beim Arbeiten mit dem tollen Rohstoff Holz immer wieder aufs Neue unsere fachliche Kompetenz unter Beweis stellen. Dabei müssen unter anderem viele gestalterische und konstruktive Entscheidungen getroffen werden. Doch auch der Umgang mit modernen Maschinen ist eine fordernde, aber durchaus spannende Aufgabe – zum Beispiel bei der Programmierung von 5-Achs-CNC-Fräsungen. Das Spannende hierbei ist, dass man beim Zeichnen und Programmieren nur von theoretischen Werten, Vorgehensweisen und Abläufen ausgehen kann.  Wie sich die einzelnen Werkzeuge der Maschine, die Werkstücke und die Fräsvorgänge tatsächlich verhalten, können wir lediglich erfahrungsbasiert abschätzen und erst bei der Fertigung beurteilen. Ein weiterer Knackpunkt ist  das Zusammenwirken von mehreren Objekten bzw. Werkstücken, die einzeln gefräst werden, aber später als ein großes funktionieren müssen. Ein schönes Beispiel zeige ich euch hier anhand des Handlaufs eines aufwendigen Treppenverlaufes. Dabei fing die Herausforderung schon mit dem 3D-Aufmaß vor Ort an. Denn ohne diese präzisen Daten ist eine Fertigung in diesem Maße undenkbar.

Die einzeln gefrästen Werkstücke werden Stück für Stück zu einem großen und stabilen Teil gefertigt.

Offene Treppenaugen, die komplett vom Handlauf eingefasst sind.

Der Handlauf läuft um das Treppenauge herum und erstreckt sich anschließend in einem Stück über zwei Etagen. Des Weiteren verändert die Treppe im Verlauf die Bauform und Drehrichtung.

Der Weg zum eigenen Design: das Gesellenstück

Nachdem ich euch im letzten Blogeintrag über die ersten Inspirationen zur Entstehung des Gesellenstücks erzählt habe, geht es nun bereits an die Ausgestaltung der gesammelten Ideen.

In unserem letzten Schulblock haben wir uns intensiv mit der Gestaltung der Gesellenstücke auseinandergesetzt. Unter der Betreuung unserer Lehrer fertigten wir zunächst einige Skizzen an. Anschließend erstellten wir Modelle sowie Zeichnungen in CAD-Programmen, um die Entwürfe besser zu visualisieren.

In meinem ersten Entwurf habe ich mich für einen Küchenblock aus Eiche und Beton entschieden. Dabei sollen die Fronten und Blenden mit einem umlaufenden Furnierbild gefertigt werden.

Die Platte, in der das Kochfeld integriert wird, soll eine massive Betonoptik erhalten.

Der geforderte gezinkte Schubkasten mit klassischer Führung wird dabei sichtbar hinter einer Glastür angebracht.

Mit diesem Entwurf werde ich nun die nächsten Tage weiterarbeiten und die Detailplanung umsetzen. Dabei werde ich auch unterschiedliche Materialien kombinieren, um das Wirken von Farben und Oberflächen optimal abzustimmen.

Logofräsung

Vor Kurzem hatte ich einen Kunden, der gerne ein Logo gefräst haben wollte. Die Besonderheit daran war, dass dieses komplett hinterleuchtet sein sollte. Zudem sollte es aus einem einzigen Teil bestehen, das zudem aus Echtholz sein sollte. Würde ich das Logo jedoch in eine dünne Massivholzplatte fräsen, so müsste ich komplett durch das Material durchfräsen, damit die dahinterstehende Lichtquelle durchwirkt. Des Weiteren würden Teile des Logos und der Buchstaben einfach wegfallen, da diese keinen Verbund mehr zu dem Rest hätten. Ein ganz anderes Problem ist ebenfalls noch, dass Massivholz arbeitet und sich mit der Zeit Risse an manchen Stellen bilden könnten.
Nach kurzem Überlegen kam mir die Idee zu folgender Lösung:
Wenn ich ein Furnier auf ein Plexiglas klebe, so kann die Lichtquelle ohne Probleme durch Teile des eingefrästen Furniers hindurchleuchten. Wenn ich das Furnier zudem nur anfräse, haben alle Teile noch einen Verbund zum transparenten Träger. Was haltet ihr davon?
Ich habe es natürlich direkt mal ausprobiert und so sah das Ergebnis aus:

Frisch nach dem Fräsen ist die Kontur lediglich bis zum Plexiglas angefräst

Dank des Trägers war es mir sogar möglich, die Zwischenräume des Logos komplett auszuräumen.

Inspiration – der Weg zum eigenen Design

Die ersten Monate des letzten Ausbildungsjahres sind bereits vorbei. Das bedeutet für uns Auszubildende, es wird Zeit, sich über den Entwurf des Gesellenstückes Gedanken zu machen. Welchen Nutzen soll es erfüllen und welche Funktionen möchte ich gerne integrieren?

Ich habe mich für den Entwurf eines Kochblocks entschieden, der als Zentrum der Wohnung flexibel genutzt werden kann. Nun folgt aber die Qual der Wahl.

Welchen Stil möchte ich gerne umsetzen und welche Materialien sollen dabei kombiniert werden?

Inspiration suche ich hier vorwiegend in Magazinen. Gerade bei der Auswahl von Farben und Materialien lässt sich gut erkennen, dass unterschiedliche Kombinationen völlig andere Wirkungen erzielen.

Ich werde nun verschiedenste Materialien und Stile kombinieren und diese in mehreren Entwürfen darstellen.

In den nächsten Blogbeiträgen erfahrt ihr mehr über die Entstehung meines Gesellenstücks.

Old School vs. CAD

In der Meisterschule lernen wir natürlich eine Menge über CAD-Programme und deren Anwendung. Doch auch das händische Zeichnen ist weiterhin ein Bestandteil. Es lässt sich nicht leugnen, dass CAD-Programme mittlerweile notwendig sind für die Planung und die Ansteuerung der Maschinen und dass diese Programme uns ein wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen. Doch auch ein kleines, aber gesundes Maß an händischem Zeichnen sollte man beherrschen. Denn es wird immer wieder der Fall sein, dass man dem Kunden vor Ort schnell ein Detail oder Ähnliches skizzieren muss, damit er sich unsere Arbeit besser vorstellen kann und es zu keinen Missverständnissen kommt. Abgesehen davon hat eine händische Zeichnung natürlich eine sehr persönliche Note 😉

 


Beides hat seinen ganz eigenen Charakter, oder?

Aus glatt mach matt oder aus matt mach glatt?

Falls ihr gerade überlegt, etwas zu lackieren und am besten noch durchsichtig, dann lautet mein Rat an euch: „Nehmt euch richtig viel Zeit!“

Ich beschäftige mich momentan mit Oberflächenbearbeitung und -gestaltung und bekomme so einen kleinen Einblick in die Welt der Lacke, Füller, Beizen und anderer Chemikalien, welche am Schluss oder auch zwischendurch auf die einzelnen Bauteile aufgetragen werden.

Nach einer mäßig erfüllenden Woche in den (be-)rauschenden Lackierkabinen unserer Firma, wo ich nur Handlangerarbeiten verrichten durfte, habe ich nun den Bereich erreicht, in dem alles dafür getan wird, dass die Lackierung bestmöglich vor- und nachbereitet wird. (Be-)rauschend? In der Tat rauscht es den ganzen Tag in der Kabine, denn um den feinen Nebel des versprühten Lackes aufzufangen und zu verhindern, dass er sich an den Wänden festsetzt, rauschen Tausende Liter Wasser pro Tag durch die Kabine. Es fließt erst über die Wand, dann unter einem Fußbodengitter hindurch und schließlich in eine Maschine, welche die eingesammelten Lacke abscheidet.

Nun aber zu meinen derzeitig täglichen Aufgaben: Wir schleifen, spachteln, wachsen und wischen alles weg, was nicht auf die Oberfläche gehört. Am Anfang ist es Dreck, welcher mit Reinigern entfernt wird. Später werden es kleine Fasern sein, welche sich noch ein letztes Mal aufbäumen wollen, undgrobe  Poren-Strukturen, die man so lange schleift, bis sich ein erregendes Gefühl der vollkommenen Ebenheit einstellt. Alles in allem eine schon beinah sinnliche Tätigkeit, die viel Erfahrung, gute Augen und ein ungeheures Maß an Einfallsreichtum und Geduld erfordert.

Aber nun genug theoretisiert, jetzt gibt’s erste Impressionen:

Vor unserer Firma steht eine große Wand mit Makassar-Furnier und dem leuchtenden Firmenlogo. Alle paar Jahre wird diese mal wieder fresh gemacht.

Mach glatt aus matt oder matt aus glatt?

Wie schleift man nun diesen labbrigen Lampenschirm?

Die einfachsten Dinge sind die besten

Gerade herrscht wieder etwas Flaute bei uns und ich möchte euch einen kleinen, aber feinen Helfer vorstellen, den ihr in einer freien Minute ganz simpel selber herstellen könnt.

Alles, was ihr dafür benötigt, findet ihr in der Resterecke. Ein Stück Multiplex oder Spanplatte beispielsweise von einem Küchenarbeitsplatten-Ausschnitt, dieses sollte ca. 40 mm stark und 300 x 300 mm breit sein. Das Stück wird von zwei Seiten eingeschnitten, sodass ein Winkel mit zwei Schenkeln entsteht. Jetzt wird nur noch die Spitze 45 Grad abgesetzt und fertig ist das Helferlein.

Bei mir kommt er vorrangig beim Verleimen von Korpen mit mehreren Zwischenböden zum Einsatz. Damit hat man den Vorteil, dass schon vor dem Verleimen einiges vorbereitet werden kann, und der eigentliche Prozess nicht im Chaos endet. Ihr werdet ab sofort niemanden mehr zum Halten schmaler Teile benötigen und könnt ausschließen, dass ein Schaden durch z. B. eine umgefallene Seite entsteht. Gleichzeitig härtet der Korpus im rechten Winkel aus, was für die spätere Montage essenziell ist.

         

Außerdem bietet dieser Winkel einige Spannmöglichkeiten wenn ihr nur einen Arbeitstisch und keine Hobelbank mit Spannzange habt. In diesem Fall lässt sich die Bügelkannte einfacher aufbringen wenn das Werkstück senkrecht steht, der Winkel verhindert das umkippen.