Kategorie-Archiv: Arbeiten im Betrieb

Logofräsung

Vor Kurzem hatte ich einen Kunden, der gerne ein Logo gefräst haben wollte. Die Besonderheit daran war, dass dieses komplett hinterleuchtet sein sollte. Zudem sollte es aus einem einzigen Teil bestehen, das zudem aus Echtholz sein sollte. Würde ich das Logo jedoch in eine dünne Massivholzplatte fräsen, so müsste ich komplett durch das Material durchfräsen, damit die dahinterstehende Lichtquelle durchwirkt. Des Weiteren würden Teile des Logos und der Buchstaben einfach wegfallen, da diese keinen Verbund mehr zu dem Rest hätten. Ein ganz anderes Problem ist ebenfalls noch, dass Massivholz arbeitet und sich mit der Zeit Risse an manchen Stellen bilden könnten.
Nach kurzem Überlegen kam mir die Idee zu folgender Lösung:
Wenn ich ein Furnier auf ein Plexiglas klebe, so kann die Lichtquelle ohne Probleme durch Teile des eingefrästen Furniers hindurchleuchten. Wenn ich das Furnier zudem nur anfräse, haben alle Teile noch einen Verbund zum transparenten Träger. Was haltet ihr davon?
Ich habe es natürlich direkt mal ausprobiert und so sah das Ergebnis aus:

Frisch nach dem Fräsen ist die Kontur lediglich bis zum Plexiglas angefräst

Dank des Trägers war es mir sogar möglich, die Zwischenräume des Logos komplett auszuräumen.

Inspiration – der Weg zum eigenen Design

Die ersten Monate des letzten Ausbildungsjahres sind bereits vorbei. Das bedeutet für uns Auszubildende, es wird Zeit, sich über den Entwurf des Gesellenstückes Gedanken zu machen. Welchen Nutzen soll es erfüllen und welche Funktionen möchte ich gerne integrieren?

Ich habe mich für den Entwurf eines Kochblocks entschieden, der als Zentrum der Wohnung flexibel genutzt werden kann. Nun folgt aber die Qual der Wahl.

Welchen Stil möchte ich gerne umsetzen und welche Materialien sollen dabei kombiniert werden?

Inspiration suche ich hier vorwiegend in Magazinen. Gerade bei der Auswahl von Farben und Materialien lässt sich gut erkennen, dass unterschiedliche Kombinationen völlig andere Wirkungen erzielen.

Ich werde nun verschiedenste Materialien und Stile kombinieren und diese in mehreren Entwürfen darstellen.

In den nächsten Blogbeiträgen erfahrt ihr mehr über die Entstehung meines Gesellenstücks.

Old School vs. CAD

In der Meisterschule lernen wir natürlich eine Menge über CAD-Programme und deren Anwendung. Doch auch das händische Zeichnen ist weiterhin ein Bestandteil. Es lässt sich nicht leugnen, dass CAD-Programme mittlerweile notwendig sind für die Planung und die Ansteuerung der Maschinen und dass diese Programme uns ein wirtschaftliches Arbeiten ermöglichen. Doch auch ein kleines, aber gesundes Maß an händischem Zeichnen sollte man beherrschen. Denn es wird immer wieder der Fall sein, dass man dem Kunden vor Ort schnell ein Detail oder Ähnliches skizzieren muss, damit er sich unsere Arbeit besser vorstellen kann und es zu keinen Missverständnissen kommt. Abgesehen davon hat eine händische Zeichnung natürlich eine sehr persönliche Note 😉

 


Beides hat seinen ganz eigenen Charakter, oder?

Aus glatt mach matt oder aus matt mach glatt?

Falls ihr gerade überlegt, etwas zu lackieren und am besten noch durchsichtig, dann lautet mein Rat an euch: „Nehmt euch richtig viel Zeit!“

Ich beschäftige mich momentan mit Oberflächenbearbeitung und -gestaltung und bekomme so einen kleinen Einblick in die Welt der Lacke, Füller, Beizen und anderer Chemikalien, welche am Schluss oder auch zwischendurch auf die einzelnen Bauteile aufgetragen werden.

Nach einer mäßig erfüllenden Woche in den (be-)rauschenden Lackierkabinen unserer Firma, wo ich nur Handlangerarbeiten verrichten durfte, habe ich nun den Bereich erreicht, in dem alles dafür getan wird, dass die Lackierung bestmöglich vor- und nachbereitet wird. (Be-)rauschend? In der Tat rauscht es den ganzen Tag in der Kabine, denn um den feinen Nebel des versprühten Lackes aufzufangen und zu verhindern, dass er sich an den Wänden festsetzt, rauschen Tausende Liter Wasser pro Tag durch die Kabine. Es fließt erst über die Wand, dann unter einem Fußbodengitter hindurch und schließlich in eine Maschine, welche die eingesammelten Lacke abscheidet.

Nun aber zu meinen derzeitig täglichen Aufgaben: Wir schleifen, spachteln, wachsen und wischen alles weg, was nicht auf die Oberfläche gehört. Am Anfang ist es Dreck, welcher mit Reinigern entfernt wird. Später werden es kleine Fasern sein, welche sich noch ein letztes Mal aufbäumen wollen, undgrobe  Poren-Strukturen, die man so lange schleift, bis sich ein erregendes Gefühl der vollkommenen Ebenheit einstellt. Alles in allem eine schon beinah sinnliche Tätigkeit, die viel Erfahrung, gute Augen und ein ungeheures Maß an Einfallsreichtum und Geduld erfordert.

Aber nun genug theoretisiert, jetzt gibt’s erste Impressionen:

Vor unserer Firma steht eine große Wand mit Makassar-Furnier und dem leuchtenden Firmenlogo. Alle paar Jahre wird diese mal wieder fresh gemacht.

Mach glatt aus matt oder matt aus glatt?

Wie schleift man nun diesen labbrigen Lampenschirm?

Die einfachsten Dinge sind die besten

Gerade herrscht wieder etwas Flaute bei uns und ich möchte euch einen kleinen, aber feinen Helfer vorstellen, den ihr in einer freien Minute ganz simpel selber herstellen könnt.

Alles, was ihr dafür benötigt, findet ihr in der Resterecke. Ein Stück Multiplex oder Spanplatte beispielsweise von einem Küchenarbeitsplatten-Ausschnitt, dieses sollte ca. 40 mm stark und 300 x 300 mm breit sein. Das Stück wird von zwei Seiten eingeschnitten, sodass ein Winkel mit zwei Schenkeln entsteht. Jetzt wird nur noch die Spitze 45 Grad abgesetzt und fertig ist das Helferlein.

Bei mir kommt er vorrangig beim Verleimen von Korpen mit mehreren Zwischenböden zum Einsatz. Damit hat man den Vorteil, dass schon vor dem Verleimen einiges vorbereitet werden kann, und der eigentliche Prozess nicht im Chaos endet. Ihr werdet ab sofort niemanden mehr zum Halten schmaler Teile benötigen und könnt ausschließen, dass ein Schaden durch z. B. eine umgefallene Seite entsteht. Gleichzeitig härtet der Korpus im rechten Winkel aus, was für die spätere Montage essenziell ist.

         

Außerdem bietet dieser Winkel einige Spannmöglichkeiten wenn ihr nur einen Arbeitstisch und keine Hobelbank mit Spannzange habt. In diesem Fall lässt sich die Bügelkannte einfacher aufbringen wenn das Werkstück senkrecht steht, der Winkel verhindert das umkippen.

                                             

 

Wofür steht eigentlich das Schreiner-/Tischlerhandwerk?

Klar, der Schreiner/Tischler wird meist mit einer Person verbunden, die an der Hobelbank tief in den Spänen steht und vor sich hin werkelt. Doch ist das heute noch so?

Schauen wir uns doch erst mal genauer die Tätigkeiten dieses Handwerksberufs an. Die einen bauen Fenster, die anderen Möbel und wiederum andere sind im Messebau oder Ladenbau tätig. Und viele haben sich auf eine Sache spezialisiert und bieten innerhalb der Spezialisierung mehrere Felder an. Wir beispielsweise haben uns auf den hochwertigen Innenausbau spezialisiert. Das heißt, wir planen und fertigen Räumlichkeiten bis hin zu ganzen Gebäudeabwicklungen. Dabei legen wir großen Wert auf Details und Qualität. So bieten wir etwa auch den Innenausbau von  Villen und Schlössern an und sind im Bereich des hochwertigen Ladenausbaus tätig.

Dabei spielt natürlich nicht nur der Rohstoff Holz eine Rolle, sondern die Kombination aus vielen verschiedenen Rohstoffen. Und genau das ist einer der Bestandteile, die das Leben als Schreiner/Tischler so reizvoll machen. Denn wir dürfen mit den verschiedensten Werkstoffen gestalten, planen und diese nachher sogar verarbeiten. Das ist immer wieder eine neue Herausforderung, die jedoch sehr erfüllend ist.

Ein weiterer Bestandteil unseres Arbeitsalltages sind die Produktionsmöglichkeiten. Abgesehen von den klassischen Handwerkzeugen programmieren, steuern und bedienen wir eine Vielzahl von computergestützten Maschinen.
Das bedeutet natürlich auch, dass man viele Arbeitsstunden am Schreibtisch verbringt. Aber es macht eine Riesenfreude, nachher zu sehen wie beispielsweise die verschieden programmierten Fräser unser Werkstück zu dem formen, was wir am Rechner entwickelt haben. Und genau diese Mischung aus traditionell handwerklichem Arbeiten und dem Arbeiten mithilfe modernster Maschinenanlagen macht mir täglich aufs Neue Freude.

In den folgenden Bildern zeige ich euch Beispielergebnisse, die dieses Zusammenspiel aus Tradition und Technik verdeutlichen:

Intarsienarbeiten auf einer Rahmenfüllung.

Präzisionsgefräste Gitter, die innerhalb einer Rahmenfüllung sitzen.

Zu sehen sind gefräste Mäanderleisten, Lisenen und geschnitzte Elemente.

Viele einzelne Frästeile ergeben nachher ein Gesamtbild, das die Räumlichkeit kunstvoll ausschmückt.

Das ist Spaß, Leidenschaft und Freude an der Arbeit. Das macht unser Job möglich, meine Empfehlung an euch: Tischler/in werden!

Das erste Lehrjahr ist durch!

Es ist so weit, endlich kein Ersti mehr! Am 31. August startete ich mit vielen anderen Auszubildenden in Sachsen in das zweite Lehrjahr. Rückblickend ging alles total schnell und die Vorstellung, dass nun ein Drittel der Ausbildungszeit hinter mir liegt, ist mega komisch 😀

Wenn ich nun durch meine Bilder des letzten Jahres schaue und sehe, wie meine persönliche Entwicklung in Bezug aufs Tischlerhandwerk vorangegangen ist, dann habe ich ein gutes Gefühl, dass ich nach den drei Jahren so ausgebildet bin, dass man mich mit gutem Gewissen auf die Holzbestände dieser Welt loslassen kann.

Der Hocker.
Eines der ersten Werkstücke meiner Ausbildung. Alles in Handarbeit gefertigt, mit groben Verbindungen.

Drei Stifte-Kistchen.
Mit winzigen, zarten Verbindungen und einigen maschinellen Bearbeitungen. Eine meiner letzteren Arbeiten im 1. Lehrjahr.

Auch wenn man als Laie den Unterschied zuerst nicht direkt sieht, kann ich euch sagen, dass zwischen diesen zwei Arbeiten viel Blut, Schweiß und Tränen geflossen sind. Aber es hat sich gelohnt! Und jetzt schaue ich gespannt und mit Vorfreude auf das kommende zweite Ausbildungsjahr.

Designhocker aus Esche

Dieser Hocker entstand in einer unserer überbetrieblichen Ausbildungen. Bei dieser stand der anwendungsbezogene und sichere Umgang mit unterschiedlichen Maschinen im Vordergrund.

Mit der bereits vorhandenen Zeichnung erstellten wir zu Beginn einen entsprechenden Arbeitsablaufplan und eine Holzliste.

Anschließend erfolgte die Bearbeitung der Holzbretter an unterschiedlichen Maschinen. Zunächst wurden hierfür die Bretter mit der Handkettensäge abgelängt und an der Formatkreissäge besäumt. Das Aushobeln auf die entsprechenden Endmaße erfolgte danach an der Dickenhobelmaschine.

Aus den gefertigten Leisten entstanden die Füße, die Querholme und die Sitzleisten für den Hocker. Diese wurden in weiteren Schritten und an unterschiedlichen Maschinen bearbeitet, um die Verbindungen der einzelnen Teile herzustellen. Die Zapfenverbindungen der Füße und Querholme wurden dabei an der Tischfräse gefertigt.

Nach dem Verleimen dieser beiden Teile folgten nochmals einige Bearbeitungsschritte, bevor anschließend der ganze Hocker verleimt werden konnte. Zum Schluss nur noch Ölen und fertigt ist der Designhocker.