Kategorie-Archiv: Arbeiten im Betrieb

Aus glatt mach matt oder aus matt mach glatt?

Falls ihr gerade überlegt, etwas zu lackieren und am besten noch durchsichtig, dann lautet mein Rat an euch: „Nehmt euch richtig viel Zeit!“

Ich beschäftige mich momentan mit Oberflächenbearbeitung und -gestaltung und bekomme so einen kleinen Einblick in die Welt der Lacke, Füller, Beizen und anderer Chemikalien, welche am Schluss oder auch zwischendurch auf die einzelnen Bauteile aufgetragen werden.

Nach einer mäßig erfüllenden Woche in den (be-)rauschenden Lackierkabinen unserer Firma, wo ich nur Handlangerarbeiten verrichten durfte, habe ich nun den Bereich erreicht, in dem alles dafür getan wird, dass die Lackierung bestmöglich vor- und nachbereitet wird. (Be-)rauschend? In der Tat rauscht es den ganzen Tag in der Kabine, denn um den feinen Nebel des versprühten Lackes aufzufangen und zu verhindern, dass er sich an den Wänden festsetzt, rauschen Tausende Liter Wasser pro Tag durch die Kabine. Es fließt erst über die Wand, dann unter einem Fußbodengitter hindurch und schließlich in eine Maschine, welche die eingesammelten Lacke abscheidet.

Nun aber zu meinen derzeitig täglichen Aufgaben: Wir schleifen, spachteln, wachsen und wischen alles weg, was nicht auf die Oberfläche gehört. Am Anfang ist es Dreck, welcher mit Reinigern entfernt wird. Später werden es kleine Fasern sein, welche sich noch ein letztes Mal aufbäumen wollen, undgrobe  Poren-Strukturen, die man so lange schleift, bis sich ein erregendes Gefühl der vollkommenen Ebenheit einstellt. Alles in allem eine schon beinah sinnliche Tätigkeit, die viel Erfahrung, gute Augen und ein ungeheures Maß an Einfallsreichtum und Geduld erfordert.

Aber nun genug theoretisiert, jetzt gibt’s erste Impressionen:

Vor unserer Firma steht eine große Wand mit Makassar-Furnier und dem leuchtenden Firmenlogo. Alle paar Jahre wird diese mal wieder fresh gemacht.

Mach glatt aus matt oder matt aus glatt?

Wie schleift man nun diesen labbrigen Lampenschirm?

Die einfachsten Dinge sind die Besten

Gerade herrscht wieder etwas Flaute bei uns und ich möchte euch einen kleinen, aber feinen Helfer vorstellen, den ihr in einer freien Minute ganz simpel selber herstellen könnt.

Alles, was ihr dafür benötigt, findet ihr in der Resterecke. Ein Stück Multiplex oder Spanplatte beispielsweise von einem Küchenarbeitsplatten-Ausschnitt, dieses sollte ca. 40 mm stark und 300 x 300 mm breit sein. Das Stück wird von zwei Seiten eingeschnitten, sodass ein Winkel mit zwei Schenkeln entsteht. Jetzt wird nur noch die Spitze 45 Grad abgesetzt und fertig ist das Helferlein.

Bei mir kommt er vorrangig beim Verleimen von Korpen mit mehreren Zwischenböden zum Einsatz. Damit hat man den Vorteil, dass schon vor dem Verleimen einiges vorbereitet werden kann, und der eigentliche Prozess nicht im Chaos endet. Ihr werdet ab sofort niemanden mehr zum Halten schmaler Teile benötigen und könnt ausschließen, dass ein Schaden durch z. B. eine umgefallene Seite entsteht. Gleichzeitig härtet der Korpus im rechten Winkel aus, was für die spätere Montage essenziell ist.

         

Außerdem bietet dieser Winkel einige Spannmöglichkeiten wenn ihr nur einen Arbeitstisch und keine Hobelbank mit Spannzange habt. In diesem Fall lässt sich die Bügelkannte einfacher aufbringen wenn das Werkstück senkrecht steht, der Winkel verhindert das umkippen.

                                             

 

Wofür steht eigentlich das Schreiner-/Tischlerhandwerk?

Klar, der Schreiner/Tischler wird meist mit einer Person verbunden, die an der Hobelbank tief in den Spänen steht und vor sich hin werkelt. Doch ist das heute noch so?

Schauen wir uns doch erst mal genauer die Tätigkeiten dieses Handwerksberufs an. Die einen bauen Fenster, die anderen Möbel und wiederum andere sind im Messebau oder Ladenbau tätig. Und viele haben sich auf eine Sache spezialisiert und bieten innerhalb der Spezialisierung mehrere Felder an. Wir beispielsweise haben uns auf den hochwertigen Innenausbau spezialisiert. Das heißt, wir planen und fertigen Räumlichkeiten bis hin zu ganzen Gebäudeabwicklungen. Dabei legen wir großen Wert auf Details und Qualität. So bieten wir etwa auch den Innenausbau von  Villen und Schlössern an und sind im Bereich des hochwertigen Ladenausbaus tätig.

Dabei spielt natürlich nicht nur der Rohstoff Holz eine Rolle, sondern die Kombination aus vielen verschiedenen Rohstoffen. Und genau das ist einer der Bestandteile, die das Leben als Schreiner/Tischler so reizvoll machen. Denn wir dürfen mit den verschiedensten Werkstoffen gestalten, planen und diese nachher sogar verarbeiten. Das ist immer wieder eine neue Herausforderung, die jedoch sehr erfüllend ist.

Ein weiterer Bestandteil unseres Arbeitsalltages sind die Produktionsmöglichkeiten. Abgesehen von den klassischen Handwerkzeugen programmieren, steuern und bedienen wir eine Vielzahl von computergestützten Maschinen.
Das bedeutet natürlich auch, dass man viele Arbeitsstunden am Schreibtisch verbringt. Aber es macht eine Riesenfreude, nachher zu sehen wie beispielsweise die verschieden programmierten Fräser unser Werkstück zu dem formen, was wir am Rechner entwickelt haben. Und genau diese Mischung aus traditionell handwerklichem Arbeiten und dem Arbeiten mithilfe modernster Maschinenanlagen macht mir täglich aufs Neue Freude.

In den folgenden Bildern zeige ich euch Beispielergebnisse, die dieses Zusammenspiel aus Tradition und Technik verdeutlichen:

Intarsienarbeiten auf einer Rahmenfüllung.

Präzisionsgefräste Gitter, die innerhalb einer Rahmenfüllung sitzen.

Zu sehen sind gefräste Mäanderleisten, Lisenen und geschnitzte Elemente.

Viele einzelne Frästeile ergeben nachher ein Gesamtbild, das die Räumlichkeit kunstvoll ausschmückt.

Das ist Spaß, Leidenschaft und Freude an der Arbeit. Das macht unser Job möglich, meine Empfehlung an euch: Tischler/in werden!

Das erste Lehrjahr ist durch!

Es ist so weit, endlich kein Ersti mehr! Am 31. August startete ich mit vielen anderen Auszubildenden in Sachsen in das zweite Lehrjahr. Rückblickend ging alles total schnell und die Vorstellung, dass nun ein Drittel der Ausbildungszeit hinter mir liegt, ist mega komisch 😀

Wenn ich nun durch meine Bilder des letzten Jahres schaue und sehe, wie meine persönliche Entwicklung in Bezug aufs Tischlerhandwerk vorangegangen ist, dann habe ich ein gutes Gefühl, dass ich nach den drei Jahren so ausgebildet bin, dass man mich mit gutem Gewissen auf die Holzbestände dieser Welt loslassen kann.

Der Hocker.
Eines der ersten Werkstücke meiner Ausbildung. Alles in Handarbeit gefertigt, mit groben Verbindungen.

Drei Stifte-Kistchen.
Mit winzigen, zarten Verbindungen und einigen maschinellen Bearbeitungen. Eine meiner letzteren Arbeiten im 1. Lehrjahr.

Auch wenn man als Laie den Unterschied zuerst nicht direkt sieht, kann ich euch sagen, dass zwischen diesen zwei Arbeiten viel Blut, Schweiß und Tränen geflossen sind. Aber es hat sich gelohnt! Und jetzt schaue ich gespannt und mit Vorfreude auf das kommende zweite Ausbildungsjahr.

Designhocker aus Esche

Dieser Hocker entstand in einer unserer überbetrieblichen Ausbildungen. Bei dieser stand der anwendungsbezogene und sichere Umgang mit unterschiedlichen Maschinen im Vordergrund.

Mit der bereits vorhandenen Zeichnung erstellten wir zu Beginn einen entsprechenden Arbeitsablaufplan und eine Holzliste.

Anschließend erfolgte die Bearbeitung der Holzbretter an unterschiedlichen Maschinen. Zunächst wurden hierfür die Bretter mit der Handkettensäge abgelängt und an der Formatkreissäge besäumt. Das Aushobeln auf die entsprechenden Endmaße erfolgte danach an der Dickenhobelmaschine.

Aus den gefertigten Leisten entstanden die Füße, die Querholme und die Sitzleisten für den Hocker. Diese wurden in weiteren Schritten und an unterschiedlichen Maschinen bearbeitet, um die Verbindungen der einzelnen Teile herzustellen. Die Zapfenverbindungen der Füße und Querholme wurden dabei an der Tischfräse gefertigt.

Nach dem Verleimen dieser beiden Teile folgten nochmals einige Bearbeitungsschritte, bevor anschließend der ganze Hocker verleimt werden konnte. Zum Schluss nur noch Ölen und fertigt ist der Designhocker.

CNC gleich CNC?

Wie versprochen folgt nun mein Blogbeitrag zur etwas anderen CNC. Wenn wir über eine CNC reden, dann denken wir direkt über die Anzahl der Achsen nach, ob es eine Nesting Maschine ist, was für Aggregate uns bei der Produktion zur Verfügung stehen oder welche Werkstückbreite wir auf den Tisch spannen können. Klar, die meisten nutzen die klassische CNC ja auch für den Möbelbau oder zum Fräsen von Freiformen.
Doch vor Kurzem bin ich in den Genuss gekommen mit einer CNC Drechselbank zu arbeiten. Das hat mich so beeindruckt, dass ich sofort versucht habe, für euch ein Video zu machen. Im Gegensatz zur klassischen Drechselbank haben wir hier nur ein einziges Werkzeug nötig. Ich finde das Ganze sehr beeindruckend, aber macht euch einfach selbst schnell ein Bild von der Maschine:

Na, wer ist genauso begeistert wie ich?
Habt ihr erkannt, was es geworden ist?
Für alle, die nicht wissen, was es ist, und die Ausbildung als Tischler bzw. Schreiner anstreben, informiert euch mal über den ,,Klüpfel“. Den werdet ihr so einige Male gut gebrauchen können. 😉

Designerlampe Teil II

Könnt ihr euch noch an meinen letzten Blogeintrag erinnern? Ich hatte die Aufgabe, mehrere verschiedene Designerlampen aus Organoid zu entwerfen und diese anschließend zu produzieren.  Im letzten Arbeitsschritt galt es, die MDF-Ringe zu ölen und die Organoid-Lampenschirme zu verkleben. Und so ging es danach weiter:

Hier verklebe ich gerade die einzelnen Bauteile, also die MDF-Ringe mit dem Lampenschirm. Sobald der Kleber getrocknet ist, geht es an die Elektrik.

Es funktioniert! Die Glühbirne leuchtet.

Hier seht ihr das erste Modell. Dieses wird von der Decke abgehangen und ist von der Form her eher lang gezogen.

Das zweite Modell wird direkt an der Decke befestigt, hebt sich jedoch durch die kleine Schattenfuge jedoch etwas davon ab. Da dieses Modell einen deutlich größeren Radius hat, habe ich hier zwei Glühbirnen verbaut.

In meinem nächsten Beitrag zeige ich euch etwas ganz Interessantes bezüglich der CNC-Technik. Allerdings geht es nicht um eine 3-Achs, 5-Achs oder sonst etwas, sondern um das Thema Drechseln! Also fleißig den Blog lesen, es lohnt sich! 😉

Auf dem Holzweg? Nicht mit uns!

Zu Beginn der Sommerferien fand bei uns dieses Jahr die Spielaktion „Auf dem Holzweg? Nicht mit uns! Nur die richtige Strategie führt ans Ziel!“ statt.

Sechs Kinder bauten gemeinsam mit den Azubis das Spiel „Rush-Hour“. Dabei wird strategisches Denken auf einfache und spielerische Weise trainiert. Das Ziel dabei ist es, sich mit dem Eiswagen einen Weg zur Ausfahrt zu bahnen, um dem Stau zu entkommen. Die Spielklötze dürfen dabei nach vorne, hinten, rechts oder links verschoben werden.

Das Spielbrett wurde vorab programmiert und auf der CNC-Maschine bearbeitet. Am Ferienspieltag durften die Kinder die Kanten des Spielbretts mit der Oberfräse bearbeiten. Mit einer entsprechenden Bohrschablone wurden anschließend Löcher auf der Unterseite des Brettes gebohrt. Diese dienten zur Befestigung von entsprechenden Weichpuffern, die einen guten Halt auf der Unterlage gewährleisten. Der im Brettspiel vorgesehene Ausgang wurde von Hand gesägt und mit dem Stemmeisen ausgearbeitet.

Daraufhin folgte etwas Schleifarbeit an den Klötzen und schließlich das Bemalen mit den unterschiedlich vorgesehenen Farben.