Kategorie-Archiv: Arbeiten im Betrieb

Landhausstil

Oft habt ihr schon Beiträge von uns Bloggern über einzelne Möbel gesehen und deren Gestaltungsmöglichkeiten. Doch was wir euch da oft im Kleinen zeigen, das passiert in unseren Betrieben auch in ganz groß. Denn ein Ladenlokal oder ein privater Wohnraum besteht in der Regel aus vielen Möbeln oder Möbelverkettungen. Und diese müssen natürlich zum Rest der Einrichtung passend gestaltet werden, damit ein harmonisches Gesamtbild entsteht.

Viele Leuten kennen aus großen Möbelhäusern nur noch Küchen mit beschichteten Spanplatten-Oberflächen. Doch gerade wir Tischler und Schreiner können so viel mehr! Bei uns ist vor Kurzem wieder eine sehr schöne Küche im Landhausstil entstanden, die ich gerne mit euch teilen möchte. Denn diese Küche zeigt, was wir in unserem Arbeitsalltag aus den verschiedensten Materialien erschaffen können …

Die Küche verfügt über ein offenes Weinregal, bestehend aus massiver Eiche, einen Vitrinenschrank mit Rahmentüren und Glaseinsätzen und noch vieles mehr.

Der Landhausstil wird konsequent bei allen Fronten und auch dem Dunstabzu beibehalten.

Der Kühlschrank und der Backofen sitzen auf der richtigen Arbeitshöhe und ein offenes Regal sorgt für harmonische Ordnung.

Natürlich gehören auch Massivholzschubkästen mit Einteilungen und Fingerzinken dazu 😉

Ein Zwilling kommt selten allein

Diese beiden Nachttischschränke entstanden in den letzten Wochen im Rahmen eines Kundenauftrages.

Hier durfte ich unter der Betreuung meines Ausbilders die komplette Abwicklung des Auftrages selbst übernehmen.

Begonnen habe ich mit der Erstellung der Stückliste. Aus der vorliegenden Zeichnung durch unsere Innenarchitekten werden zunächst sämtliche Einzelteile in einer Liste übernommen. Für die einzelnen Werkstoffe werden anschließend die entsprechenden Maße eingetragen. Zukaufsteile werden ebenfalls aufgelistet und an den Einkauf weitergeleitet.

Die Herausforderung bei diesen beiden Schränken bestand in der umlaufenden Vollholzkante die sowohl an den Fronten als auch an der vorderen Kante des Korpus angebracht werden sollte.

Nach dem entsprechenden Zuschnitt der Plattenwerkstoffe und der Massivholzleisten werden diese gefälzt und miteinander verleimt. Danach werden die Überstände bündig gefräst und die Platten anschließend kalibriert.

Nun werden die Teile furniert und danach auf der CNC-Maschine bearbeitet. Hier werden die Fronten und die vorderen Kanten des Korpus auf Gehrung gesägt und die entsprechenden Fräsungen für die Korpusverbindungen gesetzt.

Anschließend kann der Korpus zusammengebaut werden und die Schubkästen mit den bestellten Auszügen montiert werden. Nun erfolgt nur noch die Auslieferung an einen glücklichen Kunden.

Zum ersten Mal Eiche

Das Möbel, das ich in der letzten Woche gebaut habe, ist eigentlich viel zu schade für den alltäglichen Zweck, der ihm zugedacht ist. Aber bestimmt wird dies nicht das letzte Werkstück sein, bei dem ich so denke.

Diese schöne Fußbank ist mein erstes Werkstück, das ich aus Eiche gefertigt habe – ein tolles Holz! Die Härte und Steifheit der Fasern ermöglichten mir zwar einerseits eine wunderbare Bearbeitung, andererseits  war dafür aber im Vergleich zum Kiefernholz, welches ich normalerweise zum Üben nehmen, ein größerer Kraftaufwand nötig.

Nach insgesamt fünf Wochen Pause (vier Wochen Homeschooling plus eine Woche,  in der ich aufgrund eines Fahrradunfalls nicht arbeiten gehen konnte) fiel es mir doch etwas schwer, konzentriert auf meine Fähigkeiten zurückzugreifen, sodass mir einige Fehler unterliefen und ich am Ende mit meiner Leistung nicht richtig zufrieden war. Aber ich bin nach wie vor motiviert und freue mich, euch schon bald vom zweiten Maschinenlehrgang, dem TSM 2, zu berichten.

Bleibt gesund!

Mit etwas Wachs konnte ich meine konzentrationsbedingten Schnitzer gut kaschieren.

Doch bei diesem Pfusch hier lässt sich leider nichts mehr retuschieren.

Gestaltungsmöglichkeiten

Das Schöne am Tischler- beziehungsweise Schreinersein ist unter anderem,  dass man seine kreative Gestaltungsader untermauert mit dem entsprechenden Fachwissen voll ausleben kann.  Es gibt so unendlich viele verschiedene Möglichkeiten, ein Möbel durch Maße, Form, Materialauswahl und vieles mehr zu gestalten. Die meisten denken bei der Gestaltung sofort an verschiedene Oberflächen und die Nutzung von verschiedenen Farben, Lacken, Beizen, Lasuren und so weiter. Dabei kann man schon bei der Bearbeitung des Materials viele verschiedene Dinge beachten und sein handwerkliches Geschick zeigen. Natürlich wird dabei heutzutage auch die CNC-Technik und CAD-CAM-Anbindung genutzt, um die betrieblichen Projekte bestens auszuarbeiten.

Hier seht ihr eine CNC-Fräsung einer Lisenenart.

Und um das Ganze nachher noch besser darzustellen, wird die Fräsung des Lisenensockels mit Gold hinterlegt.

Oder hier seht ihr Rahemtüren

… mit einer Füllung aus Krokodilleder. Natürlich kein echtes Krokodil, sondern nur imitiertes 😉

Oder prunkvolle Kranzprofile, Schnitzereien und Lisenen! Und hier wurde noch nicht mal ansatzweise die Oberflächengestaltung in Bezug auf Farben usw. begonnen.

Unser Gewerk ist einfach unglaublich vielfältig, macht jede Menge Spaß und bietet  verschiedenste Aufgabenbereiche.

Also, Tischler/ Schreiner werden lohnt sich. Traut euch!

Einfach wäre ja langweilig!

Nach langer Planung stand letzte Woche die Vorstellung des Meisterprojektentwurfs in meinem Terminkalender.

Dazu gehört nicht nur das Meisterstück, sondern es muss ebenso der Raum, in dem es später beim Kunden stehen neu gestaltet, renoviert und umgebaut werden. Für diese ganzen Leistungen müssen dann auch Angebote eingeholt werden, um später ein Gesamtangebot machen zu können.

So umfasste die Mappe zur Vorstellung bereits eine räumliche Darstellung des Projektes, einen Grundriss, Angebote verschiedener Gewerke, die Kalkulation für das Meisterstück, das Gesamtangebot, sowie Ansichtszeichnungen und Detailzeichnungen des Meisterstückes.

Was werde ich als Meisterstück bauen?

Als Meisterstück werde ich ein sechseckiges Terrarium bauen, welches wiederum auf einem dreibeinigen Tisch steht. Wie ihr sehen könnt, sind auch viele Schnitzereien und filigrane Details geplant.

Auch ein kleines Muster kommt bei der Präsentation gut an.

Was ihr jedoch nicht seht, ist die Technik, die mit eingebaut ist. Denn unter dem Zierwerk muss noch eine Beleuchtung und eine Belüftung versteckt werden. Gesteuert wird das Ganze dann über eine Zeitschaltuhr, die in einem Schubkasten im Tisch verbaut ist. Außerdem muss eine der sechs Glasflächen als Tür geöffnet werden können.

Beim Holz habe ich mich für einen schönen Nussbaum aus der Region entschieden.

Alles in allem wird es ein straffes Programm bis Mitte Juli fertigzuwerden. Ich bin gespannt ob alles so klappt wie geplant.

Aufgabenvielfalt

Es gibt jede Menge verschiedene Handwerksgewerke, doch mit Abstand wird kein anderes so umfassend sein wie das Tischler-, Schreinergewerk. Jeder neue Arbeitstag stellt uns vor vielfältige und komplexe Aufgaben. Klar kennt man das eine oder andere schon, doch es passiert nicht gerade selten, dass auch schon langjährige Meister in ihrem Arbeitsalltag mit ganz neuen Aufgaben konfrontiert werden. Denn es ist kein Geheimnis, dass das Tischler-, Schreinergewerk viele Querverbindungen zu anderen Gewerken aufweist. Daher hat ein guter Tischler/Schreiner meist nicht nur gute Kenntnisse von seinem eigenen Handwerk, sondern ebenfalls von vielen anderen Gewerken, zumindest einige Grundlagen. Ganz schön anspruchsvoll oder?

Doch aus eigener Erfahrung kann ich euch sagen, dass es auch sehr interessant und spannend ist. Auf einer Montage könnt ihr zum Beispiel auf kleine Arbeiten im elektrotechnischen Bereich treffen oder ihr müsst einen Wasseranschluss eines Waschbecken ab- und wieder anklemmen, oder ihr müsst euch vorsichtig durch eine Fliese bohren oder oder oder … Zwar gibt es auf der Montage mehr gewerksübergreifende Tätigkeiten, aber auch im normalen Produktionsverlauf treten sie auf. So bekam ich beispielsweise vor Kurzem den Auftrag, die Elektroverkleidungen, sprich Steckdosen, Lichtschalter, Netzwerkdosen, etc. passend zu unseren Möbeln zu lackieren. Ich hatte zuvor noch nie Kunststoffteile lackiert. Und erst recht nicht zweifarbig und in Metalliclack. Aber seht selbst:

Zwei solcher Lackwagen mussten also von mir in zwei verschiedenen Farbtönen und mit Klarlack lackiert werden. Ganz schön viel Arbeit für ein paar Kunststoffdosen …

Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Die Module bestehen immer jeweils aus einem Metallic-Kupfer-Farbton und einem Bronze-Farbton. So wirkt nachher unsere gesamte Raumgestaltung harmonisch und stimmig! Die Möbel für die Räumlichkeiten sind gerade noch in der Produktion, aber auch von diesen werde ich euch berichten.

Manchmal muss es wehtun!

Jeder Mensch sollte es als seine Pflicht ansehen, so wenig  Abfall und Ausschuss wie möglich zu verursachen. Ein großer Faktor in der Klimakrise ist der aktuell vorherrschende „Wegwerfkonsum“ der Weltbevölkerung.

Bei unserer Fertigung macht auch die Oberflächenbehandlung einen großen Teil der Arbeit aus. Diverse Lacke, Farben, Beizen etc. werden dafür von geübter Hand aufgebracht, geschliffen und poliert. Da jedes Schiff, welches wir ausbauen, ein bestimmtes einzigartiges Design erhält, passiert es nur sehr selten, dass die vorhandenen Chemikalien für mehrere Projekte verwendet werden können. Um trotzdem für eventuelle Nachbesserungen, Reparaturen oder Garantiefälle vorbereitet zu sein, werden die Reste im sogenannten „Lack-Container“ aufbewahrt. Wenn eine Firma  immer größer wird, muss folglich auch ihr Lack-Container wachsen. Perfektes Timing, wenn da gerade ein kräftiger Lehrling in der Oberfläche aushilft, und beim Umräumen und Aussortieren vom alten in den neuen Container mit anpacken kann. Schmerzhaft wiederum für ihn, wenn er dabei eimerweise die exotischsten, aber leider bereits abgelaufenen Mischungen in den Müll gießen muss. Doch „Watt mutt, datt mutt!“

Mit der Zeit härten die Lacke aus, sodass ein Abtransport möglich ist.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Nistkästen für den guten Zweck

Bei uns in der Schreinerei werden gerade Nistkästenbausätze produziert, um einen guten Zweck zu unterstützen. Die Idee dahinter:  Interessierte Familien, denen so langsam die Decke auf den Kopf fällt, können die Zeit produktiv nutzen, um mit ihren Kindern ein eigenes Vogelhaus zu bauen. So leisten wir hoffentlich einen weiteren Teil als Unternehmen im Kampf gegen das Virus und tun neben auch etwas gegen den kontinuierlich sinkenden Vogelbestand.
Das Material und alle innerbetrieblichen Kosten werden selbstverständlich gespendet. Ein großes Dankeschön gilt an dieser Stelle dem Fachverband NRW, der diese Aktionen in der Region erst ins Rollen gebracht hat und die Betriebe wie gewohnt tatkräftig unterstützt.

Und so sieht das Ganze aus: Der Bauplan ist übersichtlich und einfach gestaltet

Hier liegen die einzelnen abholbereiten Sets …

Und so sehen sie am Ende aus 😉
Was haltet ihr von dieser Aktion?