Kategorie-Archiv: Arbeiten im Betrieb

Musterherstellung

Wer einen Schreiner bzw. Tischler beauftragt, der möchte in der Regel ein absolutes Einzelstück haben, das dem Geschmack des Kunden entspricht und in puncto Nutzbarkeit genau dessen Bedürfnisse erfüllt. Hier werden im Vorfeld viele Bemusterungen, 3D-Visualisierungen usw. zu Hilfe genommen. Aber bei vielen Dingen muss man noch selbst Muster anfertigen, damit der Kunde sich ein konkretes Bild machen kann und später mit seinem neuen Möbelauch voll zufrieden ist.
Vor Kurzem haben wir individuelle Rahmenfronten gefertigt, die ich euch hier gern einmal zeigen möchte. Also, seht sie euch an und macht euch ein eigenes Bild. 😉
Das Besondere sind hier die Füllungen:

Das sind die exklusiven Muster.

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DAS sollte im besten Fall nicht passieren!

Eine CNC ist in den meisten modernen Tischlereien nicht mehr wegzudenken – sie vereinfacht und verbessert viele Prozesse wie das Zusägen, Fräsen und Bohren von Werkstücken. Dabei arbeitet sie noch präziser als die meisten Tischler und verursacht weniger Kratzer auf der Unterseite eines Werkstücks, da sie anders als bei der Säge nicht über den Maschinentisch gezogen wird. Doch der Umgang mit der CNC will geübt sein!

Wir haben unsere CNC vor nicht allzu langer Zeit bekommen und es gibt immer noch viel zu lernen. Beim Programmieren sowie beim Festspannen kann es zu Fehlern kommen.  Ich habe neulich selbst vor lauter Stress einen Fehler gemacht, und das kam so: Ich sollte einen Schrank bauen, der ziemlich viele gleich große Einlegeböden hatte, darum habe ich die Sauger, die man in verschiedene Positionen setzen kann, einmal ausgerichtet und dann die Böden der Reihe nach aufgelegt und gefräst. Nach einer Reihe gelungener Böden habe ich dann einen weiteren Boden aufgespannt, der etwas schmaler war als die anderen, ohne darauf zu achten, dass das Ganze genügend Abstand zum Fräser hat. Dadurch ist der Fräser voll durchs Gummi gefahren und hat gleich mehrere davon beschädigt. Es ist zwar kein großer finanzieller Schaden, trotzdem hätte man die Sache leicht vermeiden können.

Wenn das Gummi nur leicht berührt wurde, kann man diesen mit Montagekleber wieder  etwas ausflicken 😉

Fingerzinken

Jeder Auszubildende lernt in kürzester Zeit die verschiedenen Holzverbindungen kennen. Und natürlich nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis. Hier werden die einzelnen klassischen Holzverbindungen mithilfe der Gestellsäge oder der Japansäge und dem Stechbeitel hergestellt und zur Festigung geübt. Denn ein Teil dieser Verbindungen wird mit Sicherheit auch in der späteren Handprobe der Gesellenprüfung vorkommen. Aufpassen lohnt sich also! 😉
Im betrieblichen Alltag ist bei zahlreichen zu fertigenden Schubkästen oder anderen Werkstücken nicht mehr die Zeit da, um sie manuell zu bearbeiten. Heute wird die Hand am Computer zum Programmieren und später an der CNC gebraucht. In dem folgenden Video seht ihr eine Fräsung etwas größerer Fingerzinken.

Erst werden die Taschen ausgefräst und im zweiten Schritt die runden Taschen eckig ausgefräst 🙂

Per Hand hätte das wesentlich länger gedauert.
Dennoch sollte man die Verbindungen auch manuell herstellen können! 😉

Durch die klassische Fingerzinkenverbindung sind die hergestellten Korpen besonders stabil.

Materialvielfalt

Als Schreiner beziehungsweise Tischler haben wir mit den unterschiedlichsten Kunden zu tun. Jeder von ihnen hat eigene Vorstellungen, was die Gestaltung, die Funktion und das Material angeht. Das bietet uns als Schreiner/ Tischler die Möglichkeit, immer wieder aufs Neue kreativ zu werden und ganz individuelle Möbel zu gestalten. Hierbei stehen uns zum Glück alle möglichen geeigneten Materialien zur Verfügung. Für einen unserer Kunden durften wir so ein echtes Unikat fertigen:  ein stilvolles Wohnzimmermöbel aus massiver Eiche.

Schaut mal, was wir aus diesem Wunsch gemacht haben:

Eine Kombination aus massiver Eiche, gepulverten Metallstreben und Glas.

Die zwei unterschiedlich tiefen Korken sorgen für eine gelungene Kombination aus Optik und Funktion.

Die schwarz gepulverten Metallstreben laufen einmal komplett um das Möbelstück herum. Sie halten durch spezielle Verschraubungen und Stecksystemen das ganze Möbelsystem zusammen.

Bis ins letzte Detail stimmig.

Ziel erreicht!

Am 10.10.2019 war es endlich so weit: Im hessischen Schlüchtern fanden die Deutschen Meisterschaften statt und als Landessieger Sachsen war ich mit dabei – aufregend!
Natürlich hatte ich mir zum Ziel gesetzt, möglichst zu gewinnen, aber dass es am Ende wirklich geklappt hat, ist absolut unglaublich! Vor allem, da es oft nur wenige Punkte Unterschied sind, die letztlich über den Sieg oder eine gute Platzierung entscheiden. Der Zweitplatzierte Sven Schröder aus Bayern lag gerade einmal zwei Punkte hinter mir. Da reicht ein falscher Handgriff …

Die Meisterschaft an sich begann am Sonntagnachmittag mit dem Einlesen in die Zeichnung und der Erstellung eines Aufrisses. Da ahnten wir schon alle, dass es doch nicht ganz so einfach werden würde wie in der Gesellenprüfung. Und so wurde während des Abendbrotes noch hitzig rumdiskutiert, welche Verbindung wie hergestellt werden muss.

Am nächsten Tag musste dann schon mehr geleistet werden. Die Maße vom Aufriss mussten auf die Werkstücke übertragen werden. Wenn man genau arbeiten will, ist das ein recht zeitaufwendiger Arbeitsgang. Danach machten sich alle daran, die Holzverbindungen auszuarbeiten. Das dauerte bei fast allen noch bis zum nächsten Tag.

Nach 11 von insgesamt 18 zur Verfügung stehenden Stunden hatte ich die Verbindungen fertig und machte mich daran, Nuten für die Füllungen zu fräsen, die Querteile auszuarbeiten und zu schleifen.

Das anschließende Verleimen hatte ich mir einfacher vorgestellt. Denn wegen der vielen schrägen Teile gelang es mir nicht, alles so zu spannen, dass die Verbindungen ganz dicht wurden. Das kostete mich viel Zeit.
Danach wurde es ordentlich hektisch und stressig, so dass ich am Ende das letzte Teil sogar mit Sekundenkleber verleimen musste. Letztlich war ich mit meinem Stück trotzdem zufrieden, auch wenn es noch ein bisschen besser hätte sein können.

Die Siegerehrung war dann noch mal Nervenkitzel pur. Als ich schließlich nur noch als einziger Teilnehmer unter den Zuschauern im Publikum saß, konnte ich mir vor lauter Freude das Grinsen nicht mehr verkneifen.
Auch wegen der tollen Preise von Festool und Spax!

Leider war alles viel zu schnell vorbei und man hatte kaum Zeit, um sich mal länger mit allen Teilnehmern, dem Team der Kinzig-Schule, den Jurymitgliedern oder den Sponsoren zu unterhalten. Trotzdem herrschte eine Super-Atmosphäre und jedem, der Hilfe brauchte, wurde diese auch zuteil.
Genauso spitzenmäßig war übrigens auch die Verpflegung: Es gab Frühstücksbuffet im Hotel, Kuchen, Getränke, Wiener und Süßigkeiten während des Wettkampfes, zwischendurch Mittagessen aus der Schulküche und abends unter anderem noch mal ein großes Festmahl in der Stadthalle Schlüchtern.

Zum Schluss noch mal ein großes Dankeschön an alle Sponsoren, an Tischler Schreiner Deutschland, die Stadt Schlüchtern und an das Super-Team der Kinzig Schule für diese unvergessliche Veranstaltung und Erfahrung.

Kommt vorbei! ;)

Heute war es endlich so weit, wir durften unsere Gesellenstücke nach Stuttgart ins Haus der Wirtschaft bringen, in dem nur die besten auf Landesebene  ausstellen dürfen, und wo sie auch noch mal bewertet werden.  Bald beginnt die Ausstellung und dann dürfen wir am 3. Dezember unsere Stücke wieder abholen. Ich bin schon sehr gespannt, alle Gesellen der einzelnen Stücke zu sehen und auch kennenzulernen. Heute durfte ich schon ein paar interessante Bekanntschaften machen und finde es spannend zu sehen, dass wir zwar alle mehr oder weniger in der gleichen Situation gesteckt haben, aber jeder etwas anderes, ganz eigenes entwickelt hat. Jedes Stück wirkt für sich und hinter jedem steckte eine eigene Geschichte.

Hier, ein kleiner Vorgeschmack 🙂

Aber ich will nicht die ganze Spannung vorwegnehmen, deshalb gibt es auch erst mal nicht mehr Bilder.
Ich kann euch aber verraten: Es lohnt sich, vorbeizuschauen! Es sind sehr interessante und schöne Sachen. Kommt vorbei und bestaunt, bewundert und genießt unsere mit Mühe und Liebe gefertigten Gesellenstücke.

 

 

25 Jahre in Holz – ein Grund zum Feiern!

Zuerst einmal möchte ich mich für meine längere Schreibpause entschuldigen – nach der Ausbildung brauchte ich etwas Muße, um mich umzuschauen. In der Zwischenzeit habe ich meinen Ausbildungsbetrieb verlassen, in einem neuen Betrieb angefangen, bin umgezogen um dann letztlich zu meinem Ausbildungsbetrieb zurückzukehren – Stress pur! Aber jetzt ist zum Glück wieder Ruhe eingekehrt.

So, und nun zum eigentlichen Post – mein Ausbildungsbetrieb ist 25 Jahre alt geworden! Angefangen hat der Betrieb in Düsseldorf Oberkassel und ist nach zehn erfolgreichen Jahren dann gezwungenermaßen nach Mönchengladbach gezogen, weil in Oberkassel zu der Zeit viel abgerissen und gebaut worden ist. Die beiden Geschäftsführer Peter Schneider und Norbert Kaumanns sind beide gebürtig aus Mönchengladbach, ihr Arbeitsweg hat sich dadurch natürlich erheblich vereinfacht.

 

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Wandverkleidungen

Als Schreinerei, die sich  auf den hochwertigen Innenausbau spezialisiert hat, dürfen wir individuellste Raumlösungen für Privat- und Geschäftskunden entwickeln. Für einen unserer Geschäftskunden sollen wir zurzeit Wandabwicklungen fertigen. Diese besteht aus einer durchgängig verkleideten Wand sowie einer Medienwand mit integrierten Monitoren etc. Beide Wände sollen schallgeschützt sein. Außerdem müssen alle Bauteile einzeln abgenommen werden können, da hinter den Wandabwicklungen die gesamte Medienanlagen- und  Klimatechnik liegt. Die Schallschutzelemente werden durch eine spezielle Frästechnik hergestellt und mit Nussbaumfurnier belegt. Anschließend werden die Elemente lackiert. Die Maserung läuft selbstverständlich durch 😉

Hier seht ihr die Zeichnung zur Medienwand …

Und so sieht sie zusammengebaut in der Werkstatt aus.

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