Kategorie-Archiv: Arbeiten im Betrieb

Vielfalt des Tischlergewerks

Wer einen abwechslungsreichen und kreativen Arbeitsalltag sucht, der sollte sich mal Gedanken über das Tischlergewerk machen. Denn hier löst man täglich neue Problemstellungen durch individuelle und kreative Vorgehensweisen – jeder Kunde hat nun mal ganz eigene Wünsche und Vorstellungen.
Und genau das ist mir bei zwei Montagen in der letzten Woche noch einmal besonders aufgefallen. Aber seht selbst:

Anfang der Woche war das oben zu sehende Schulungsterminal dran. Dieses wurde für eine große Firma entwickelt, die dort ihre eigenen Mitarbeiter schulen möchte. Hier standen vor allem Funktion und Nutzungsdauer im Fokus. Continue reading

Super Effekte!

Na, was sagt ihr dazu?

Letzte Woche hatte ich meinen zweiten und letzten Oberflächenkurs, hier durften wir verschiedenste Effektlacke ausprobieren, wie auf dem Bild gut zu erkennen ist. Der lange Streifen rechts wird Reißlack genannt, man spritzt ihn wie normalen Lack auf die Oberfläche und der vorherige Lack und der Reißlack reagieren miteinander, sodass Risse entstehen. Die Punktewirkung (zweites Quadrat von oben) haben wir mit ganz normalem Lack erzielt, indem wir an der Becherpistole den Druck reduziert haben. Die weiße Fläche (zweites Quadrat von unten) zeigt das Ergebnis einer Übung, bei wir den Druck der Lackpistole selbst einstellen durften. Als Letztes (unterstes Quadrat) haben wir einen Wassertropfeneffekt gemacht. Dafür haben wir Wassertropfen auf die Fläche gespritzt und diese über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Tag mussten wir die Wassertropfen nur noch fixieren, um sie abriebfest zu machen. Echt toll, welche verschiedenen Effekte man so erreichen kann, oder?

DIY-Buchen-Waldkante

Vor einiger Zeit haben wir ja unter anderem einen Waschtisch aus dem Holz eines Eichenbaums gebaut, den der Kunde vor Jahren selbst auf seinem Grundstück gefällt hat. Nun hatte uns derselbe Kunde mit einem Schreibtisch beauftragt, und auch dieser sollte wieder aus dem Holz eines seiner eigenen Bäume sein. Diesmal jedoch handelte es sich um eine Buche. Er gab uns also die entsprechenden Bohlen zur Weiterverarbeitung, zusammen mit nur groben Maßen für den Tisch. Seine einzige feste Vorgabe war, dass der Tisch eine Waldkante haben sollte, allerdings nicht die echte, weil ihm diese überhaupt nicht gefiel.

Wir haben uns dann darauf geeinigt, einen geraden Schnitt kurz hinter der Waldkante zu machen und diesen dann per Hand so zu bearbeiten, dass es am Ende wie eine echte Waldkante aussieht. Dabei haben wir mit Stecheisen, Stichsäge und Exzenterschleifer gearbeitet.

Es hatte sich etwas seltsam angefühlt, dem schönen Tisch derart zu Leibe zu rücken. Normalerweise versucht man als Tischler ja, gefühlvoll vorzugehen und alles gleichmäßig zu halten. 🙂

Erstes Stück im Kreativlehrgang – Was wird es wohl werden?

Nun ist es endlich so weit, die ersten zwei Wochen des Kreativlehrgangs beginnen.
In dieser Zeit bauen wir ein Stück mit folgenden Vorgaben:
Es soll ein Handtuchhalter werden, überwiegend aus Vollholz gefertigt.

Unter den Entwürfen der anderen Teilnehmer sind sehr viele schöne Ideen, und es ist interessant, zuzusehen, wie sie Stück für Stück Gestalt annehmen.
Auch ich selbst bin froh, dass bis jetzt alles so klappt, wie ich es mir vorgestellt habe.
Allerdings werde ich noch keine Bilder zeigen, die zu viel verraten. Im Juli werden alle Stücke im Rahmen einer Ausstellung gezeigt – dort mache ich dann von allen Fotos.

Fürs Erste gibt es also nur ein paar Detailaufnahmen.

Spuren aus der Vergangenheit

Seit der Gründung unserer Firma 1898 haben zahlreiche Personen in den Deutschen Werkstätten Hellerau mitgewirkt und zur Firmengeschichte beigetragen – so auch Heinrich Tessenow, mit dessen Werken wir uns jetzt wieder auseinandersetzten.

Heinrich Tessenow (* 7. April 1876 in Rostock; † 1. November 1950 in Berlin) war ein deutscher Architekt und Hochschullehrer. Tessenow zählt zu den wichtigsten Vertretern der deutschen Reformarchitektur. Neben den architektonischen Werken entstanden aber auch zahlreiche Möbelentwürfe, die hier in den Deutschen Werkstätten umgesetzt wurden.

Wir wurden von einem Schweizer Architekturstudenten angefragt, ob es möglich wäre, einige Möbel nachzubauen. Er hatte vor, diese für eine Ausstellung in einem originalen „Tessenow-Haus“ in Pößneck zu nutzen, mit der Absicht, der dortigen Bevölkerung den kulturellen Wert der vor Ort entstandenen Siedlung nahezubringen.

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Furnieren eines antiken Tisches

Wir wurden vor Kurzem von einer Kundin damit beauftragt, einen antiken Tisch zu „restaurieren“. Dabei handelte es sich allerdings nur um „halbes“ Restaurieren, da ihr Wunsch war, dass wir lediglich die Tischplatte neu furnieren. Dieser Tisch ist circa hundert Jahre alt und von der Mechanik und Praktikabilität her wirklich klasse, wenn man bedenkt, dass man den Beschlag nicht mal eben aus dem Katalog heraussuchen kann. Damals hat der Tischler selbst noch größere Metallarbeiten gemacht. Dieser Tisch beispielsweise ließ sich auf beiden Seiten noch zweimal erweitern.

Die kleinen Beine klappen sich automatisch aus.

Der Raum, in dem der Tisch stand, war gar nicht groß genug, um alle vier Erweiterungen zu zeigen.

Wir hatten also den Auftrag, die Platte wieder herzurichten. Dabei haben wir uns für ein Furnier entschieden, das von Werk aus auf einer Papierlage geklebt worden ist, um es flexibler und nicht weniger brüchig zu machen. So konnten wir die Form auf der Rückseite aufzeichnen und einfach mit einer Schere ausschneiden.

Die Rückseite des Furniers.

Die Oberfläche, wie wir sie erhalten haben. Die Tischplatte selbst war viel stärker beschädigt, leider habe ich es versäumt, davon ein Foto zu machen.

Die einzelnen Ansteckplatten sowie die Tischplatte haben wir auf dem  Bandschleifer vom Lack befreit und sie so gut, wie es ging, plan geschliffen.

Nach dem Abschleifen des alten Lacks.

Danach haben wir die einzelnen Platten furniert, geschliffen, gebeizt und klar ablackiert. Unsere Kundin war hin und weg, und auch wir alle waren von dem alten Tisch mit den Verlängerungen begeistert 🙂