Kategorie-Archiv: Berufsschule

Die erste Furnierarbeit – Teil 2

Nachdem also jeder von uns die Rückseite seines Schachbrettes fertig gestaltet hatte, haben wir das Furnier auf unsere Trägerplatte geleimt. Dafür muss Harnstoffharzleim auf die Flächen gegeben werden, dann wird das Furnier unter Hitzezufuhr an die Platten gepresst.
Als der Leim trocken und das Brett abgekühlt war, stand uns der weniger schöne Arbeitsschritt bevor: das Abkrazen des Fugenleimpapiers. Doch auch das gehört nun mal dazu. Um das Papier gut abzubekommen, trägt man mit einem Schwamm Wasser auf das Furnier auf und schabt es anschließend mit einem scharfkantigen Gegenstand, zum Beispiel mit einem Kantholz, herunter.
Dann haben wir die Kanten des Brettes an der Kantenschleifmaschine geschliffen, um im nächsten Schritt an der CNC-Maschine die Zahlen und Buchstaben in das Schachbrett zu fräsen. Hierbei kamen die anfangs eingeleimten Leisten aus Ahorn (s. Furnierarbeit Teil 1) zum Vorschein.
Im Anschluss haben wir die Flächen Stück für Stück hochgeschliffen, um eine optimale Oberfläche zu erhalten. Wichtig war dabei, die Schleifmaschine immer in Bewegung zu halten und nicht an einem Fleck zu verharren, damit die Fläche eben bleibt und nicht zu viel Material weggenommen wird.
Zum Schluss sind wir in den Lackraum unserer Schule gegangen, wo uns gezeigt wurde, wie wir unser Schachbrett fachgerecht lackieren. Dabei sind vor allem drei Dinge zu beachten: der gleichbleibende Abstand zum Werkstück,  der richtige Druck sowie die passende Geschwindigkeit achten.

Jeder Schüler meiner Klasse mit seiner individuellen Rückseite des Schachbrettes.

Die erste Furnierarbeit – Teil 1

Die Verwendung von Furnier ist heutzutage im Schreinerhandwerk kaum noch wegzudenken. Es ist sowohl eine günstige als auch eine umweltschonende Alternative zu Vollholz, da Abfälle für die Herstellung der Spanplatten verwendet werden können. Außerdem muss sich der Schreiner keine Gedanken mehr über das Quellen und Schwinden des Holzes machen und kann es so ganz nach Belieben einsetzen.
Vergangene Woche haben wir in der Schule  mit der Fertigung eines persönlichen Schachbrettes begonnen. Dafür hat jeder von uns eine quadratische Spanplatte bekommen, in die wir mit der CNC-Maschine einen parallel zum Rand verlaufenden Falz eingefräst haben. Dorthinein wurden Leisten aus Ahorn geleimt, die später beim Herausschneiden der Zahlen und Buchstaben sichtbar werden.
Danach haben wir 1 cm dicke Rahmenleisten an die Spanplatte auf Gehrung angeleimt und mithilfe des sogenannten „Adlers“ bündig gehobelt.
Nun ging es an das Zusammenkleben des Furniers. Dafür haben wir 4 cm breite Streifen aus Ahorn und amerikanischem Nussbaum an der Furniersäge zugesägt.
Im Anschluss haben wir mit Fugenleimpapier die Streifen abwechselnd aneinandergeklebt – wichtig war es dabei, sie möglichst dicht aneinanderzusetzen. Um eine rechtwinklige und saubere Kante zu erhalten, haben wir die Außenseiten per Hand zugesägt.
Danach haben wir 4 cm breite Streifen herausgesägt, sodass immer abwechselnd Ahorn- und Nussbaum-Quadrate aneinanderlagen. Diese wurden dann wieder so zusammengesetzt, dass  das Muster eines Schachbrettes entstand.
Nun fehlte noch ein abschließender Rahmen. Dafür haben wir uns unterschiedlich gemusterte Furnierstreifen herausgesucht, um sie an unser Schachbrettmuster mit Fugenleimpapier anzukleben. Daran fügten wir erneut 4 cm breite Streifen aus amerikanischem Nussbaum und sägten sie anschließend auf Gehrung.
Nun ist das Furnier für die Oberseite des Schachbrettes fertig. Als Hausaufgabe sollten wir eine Intarsienarbeit für die Rückseite gestalten. Die Vorgabe lautete, das Furnier auf Gehrung aneinanderzukleben, die Holzart und das Motiv konnte jedoch jeder frei wählen.

Besuch im Residenzschloss

Zum Ende unserer Berufsschulzeit hatten wir noch einmal das Vergnügen, eine Exkursion in das Residenzschloss in Dresden zu unternehmen.
Hier gibt es verschiedene Sammlungen zu sehen, der Eintritt ist gering – für uns betrug er lediglich 1 Euro pro Person.
Eine der Sammlungen beschäftigt sich zum Beispiel mit alten Münzen, eine andere mit Rüstungen und eine weitere mit dem Osmanischen Reich.

Am interessantesten für mich war jedoch das Grüne Gewölbe. Hier werden alte Kunstgegenstände und Möbel ausgestellt. Die Stücke sind aus den ungewöhnlichsten Materialen gearbeitet, zum Beispiel aus Steinfurnieren, Gold, Elfenbein, Korallen, Schildpatt und vielem mehr. Außerdem sind sie reich an Intarsien und Schnitzereien.
Es ist wirklich sehr beeindruckend, wie fein, genau und kunstfertig diese Stücke damals gefertigt wurden.

Dieser Kamin wurde z.B mit unterschiedlichsten Steinfurnieren bestückt.

Steinintarsien in einer Tischplatte

Schreibpult mit Elfenbeinintarsien

Innenleben eines Kabinettschrankes aus Ebenholz

Metallintarsien mit Gravuren

Ab auf die Piste!

Vergangene Woche ging es für mich und meine Schülergruppe vom technischen und sozialwirtschaftlichen Gymnasium auf in die Schweiz nach Hasliberg.
Treffpunkt war kurz vor halb sechs vor unserer Schule in Emmendingen, um halb sechs fuhren wir dann los. Nach rund drei Stunden Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht. Jetzt konnte es losgehen! Die meisten von uns stürzten sich mit Skiern oder Snowboards die Pisten hinab, wir aber wollten unsere selbst gebauten Schlitten einweihen.
Hasliberg ist bekannt für seine Schlittenwege, die durch zauberhafte Winterlandschaften führen.
Zunächst ging es erst mal mit der Gondel den Berg hinauf, um zu den für Schlitten ausgewiesene Pisten zu gelangen. Unser Lehrer empfahl uns eine bestimmte Strecke, um den Schlitten einzufahren und lenken zu lernen. Bei einer Linkskurve ist es zum Beispiel wichtig, den rechten Fuß auf das Gestell zu drücken, das Körpergewicht nach links zu verlagern und die linke Hand am Boden entlangzuführen.
Auf den geraden Strecken kam es  zu unserem Leidwesen auch durchaus vor, dass wir den Schlitten ein Stück weit ziehen mussten. Aber das tat dem Riesenspaß,  den wir an diesem Tag hatten, keinen Abbruch.
Nach einiger Zeit hatten wir unsere Schlitten schließlich unter Kontrolle und wagten uns auf steilere Pisten.

Wirklich erstaunlich, wie viel Tempo man bei der Abfahrt draufkriegt!  Das liegt zum einen natürlich am Streckenverlauf, zum anderen aber auch an der Bauweise der Rennrodel. Näheres zu der genauen Herstellung werde ich euch in einem meiner nächsten Beiträge verraten.

Die Gestellsäge

Wie ihr in einem meiner letzten Beiträge lesen konntet, beschäftigen wir uns in der Schule mit der Herstellung unserer eigenen Werkzeuge. Nach dem Klüpfel folgt nun die Gestellsäge.
Zu Beginn haben wir dafür die Form mit einer Schablone auf amerikanisches Nussbaumholz gezeichnet, um daraus die Griffe an der Bandsäge herauszusägen. Die engen Rundungen haben wir im Vorfeld gebohrt. Die oberen Enden haben wir nun mit dem Hobel, der Raspel und der Feile verjüngt und die Kanten gerundet.

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Das Vesperbrett

In einer unserer ersten Berufsfachkunde-Schulstunden haben wir uns mit dem Zeichnen und Bemaßen eines Vesperbrettes beschäftigt.
Hierbei durften wir uns eine beliebige Form aussuchen, jedoch musste sie Rundungen enthalten. Die individuellen Bretter sollten nun mittels Lineal und Zirkel konstruiert werden.
In den letzten Berufspraxiskunde-Stunden widmeten wir uns der Herstellung dieser Vesperbretter.
Zu Beginn wählten wir das Holz aus. Dabei entschieden wir uns für stabiles Ahornholz. Dieses längten wir ab, besäumten es, hobelten eine Seite plan und fügten eine Kante an. Die übrigen Flächen und Kanten hobelten wir ebenfalls aus.
Nun begann jeder, sich mit seiner Form zu beschäftigen. Ich hatte mich für die Form einer Ananas entschieden, die ich dann auf das Holz zeichnete. Im Anschluss sägte jeder sein Brett mit der Bandsäge in die gewünschte Form.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen, beschäftigten wir uns mit der Oberfläche. Dabei fügten wir die Kanten rechtwinklig zu den Flächen an. Dazu verwendeten wir die Raspel sowie die Feile. Zum Schluss haben wir alle Seiten geschliffen, um eine noch geschmeidigere Oberfläche zu erhalten.


Am Ende hatten wir noch die Möglichkeit, in unser Vesperbrett etwas einzubrennen. Hierbei zeichneten wir uns die Linien, die hervorgehoben werden sollten, mit dem Bleistift an, um sie dann mit dem Lötkolben nachzufahren.