Kategorie-Archiv: Berufsschule

Ein Haus im Wald

Die vergangene Woche verbrachten meine Klasse, meine beiden Lehrer und ich im WaldHaus in Freiburg, genauer gesagt in der dortigen Grünholzwerkstatt. Das Waldhaus Freiburg wurde im November 2008 eröffnet und bietet Weiterbildungen zum Thema Umwelt, Nachhaltigkeit und Forstwirtschaft.

In der Grünholzwerkstatt wird frisch geschlagenes Holz verarbeitet. Es bietet den Vorteil, dass es leichter zu bearbeiten ist, als getrocknetes Holz. Um es richtig verarbeiten zu können, eignet sich ein Schneidesel und ein Ziehmesser.

Wir haben an diesen beiden Tagen mit der Herstellung eines Stuhls für jeden Schüler begonnen. Hierfür haben wir zu Beginn Holz gespalten um es im Folgenden 8-Eckig zu formen. Diese Stäbe bieten Stabilisierung für die Stuhlbeine. Außerdem haben wir die Stäbe für die Ränder der Sitzfläche geformt, an denen Stoff gespannt wird.

Währenddessen haben wir mit der Fertigung von Schlitten angefangen. Dafür haben wir das Holz mittels Wasserdampf erhitzt um es dann für die Kufen zu runden. Hierbei war sowohl unsere Geschicklichkeit als auch unsere Schnelligkeit gefordert.

Auf diesem Video kann man sehen, wie das Holz mittels Schraubzwingen in seine Form gezwungen wird.

Kubb-Spiel

Bereits in der ersten Schulwoche überraschte uns unser Lehrer im Fach BPK (Berufspraxiskunde) mit einem kleinen Spaziergang zu einer nahe gelegenen Wiese, um das Kubb-Spiel, auch Wikingerschach genannt, zu spielen. Ich selbst kannte es bis dahin noch nicht, fand aber sehr schnell Gefallen daran. Der Grund für unseren kleinen Ausflug war das Kennenlernen der Spielfiguren, um sie in den nächsten Wochen selbst herzustellen. In einem Kubb-Set sind üblicherweise ein König, 4 Spielfeldbegrenzer, 10 Kubbs und 6 Wurfhölzer. Der erste Schritt bestand aus dem Zersägen und Spalten des Stammes einer Esskastanie. Im Folgenden haben wir mit Hilfe eines Klüpfels (Holzhammers) und eines Hohlbeitels die Oberfläche des unbehandelten Holzes bearbeitet. Im Vordergrund stand hierbei, die Fasrigkeit des Holzes zu erleben, während man gleichzeitig etwas gestaltet.

Meine Klasse mit unseren jeweiligen Kubb-Königen.

Im Anschluss haben wir uns mit den Kubbs beschäftigt. Dafür haben wir zu Beginn passendes Holz ausgewählt. In diesem Fall haben wir uns für Roteiche entschieden. Diese haben wir grob abgelängt und eine Seite mittels einer Hobelmaschine abgerichtet. Danach musste natürlich eine Kante dazu rechtwinklig angefügt werden. Nun haben wir die parallele Breite sowie die Dicke angerissen und ausgehobelt.

Gegen Ende mussten die Kanten mit Fasen von 3 mm in einem Winkel von 45° versehen werden, bevor das Holzstück mit einer japanischen Säge von uns genau abgelängt wurde. Zum Schluss hobelten wir noch das Hirnholz sowie die oberen und unteren Kanten, um auch hier die Fasen anzufertigen.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt unserer Arbeitsmaterialien und unserer Werkzeuge.

Oberflächenvielfalt

In den vergangenen zwei Wochen durften wir im Zuge der Ausbildung an einem Oberflächenlehrgang teilnehmen.
Vor einiger Zeit haben die anderen Blogger schon einmal über ihre Erfahurungen beim Oberflächenlehrgang berichtet, deswegen halte ich mich ein bisschen kurz und zeige euch einfach ein paar Oberflächen, die mir sehr gut gefallen.
Insgesamt haben wir in der Zeit eine ganze Menge an Musterplatten in unterschiedlichten Farben und Ausführungen hergestellt.
Die meisten könnt ihr hier sehen, jedoch sind sie alle auf der Rückseite nocheinmal anders gestaltet.

Eine Fläche, die mir sehr gut gefallen hat, war diese: Dafür wurde Holz gebürstet und anschließend dunkel eingefärbt. Nach einer Trockenzeit wurde noch ein weißer Lack aufgebracht. Nachdem dieser trocken war, durften wir alles wieder kaputt machen. Mit Hammer, Schleifpapier und allem, was man fand, richteten wir das Brett zu, bis es uns optisch gefiel.

Beim diesem Muster wurden Farbige Pigmente in die Holzstrucktur eingearbeitet.

Bei dieser Wassertropfenoptik wurden echte Wassertropfen angesprüht, sodass sich während der Trocknung der Tropfen die Farbe niederlegt und somit diesen Effekt erzeugt.

Furnieren – Das Schachbrett und der Labrador

Wie ihr in meinem letzten Beitrag lesen konntet, musste ich im Lehrgang das Furnieren üben.  Furnier ist eigentlich eine ganz interessante Sache, doch was ist Furnier eigentlich?

Kurz gefasst ist Furnier nichts weiter als ganz dünne Lagen Holz, meist um die 1 mm dick (es gibt auch dickere und dünnere Furniere, je nach Wert des Holzes). Da der Rohstoff Holz teuer sowie knapp ist, hat sich irgendjemand Cleveres gedacht, man könnte günstige Spanplatten einfach mittels Furnierblätter so aussehen lassen, als wären sie durch und durch massiv. Das hat gleich mehrere Vorteile: zum einen ist es günstiger und schonender für die Ressource Holz, zum anderen gibt es beim Möbelbau aus Massivholz einige Schwierigkeiten, wie das Schwinden und Quellen von Holz.

Wir mussten in dem Kurs das Schachbrett beenden und durften uns dann an ein ganz eigenes Motiv wagen. Ich habe mir einen Labrador im Polygon Style ausgesucht. Das Bild habe ich im Internet gefunden und dann in meiner gewählten Größe ausgedruckt. anschließend habe ich es mit Transferpapier auf mein Hintergrundfurnier übertragen. Sobald das fertig war, kam der große Akt, die Dreiecke fein säuberlich mit dem Cuttermesser ausschneiden. Dies wurde erst aus dem Hintergrund ausgeschnitten und dann aus dem dunkleren Furnier, das ich mir dann ausgesucht habe. Das neue Dreieck wird dann mit Fugenpapier in das Loch im Hintergrund-Furnier geklebt. Nachdem alle Dreiecke fertig sind, wird das Ganze auf eine Spanplatte gepresst und zugeschnitten. Nach dem Zuschnitt werden noch die Kanten angeklebt und das ganze Fugenpapier abgezogen, sowie die ganze Platte geschliffen und geölt. Hier sehr ihr die Ergebnisse.

Mein fertiges Bild 🙂