Kategorie-Archiv: Berufsschule

Geschafft! :)

Endlich ist es geschafft – mein Gesellenstück!

Mein Flur-Organizer

Puhh, endlich geschafft – und ordentlich Preise habe ich dafür auch noch abgeräumt.
Mit meinem Stück bin ich dafür ausgewählt worden, nach Stuttgart zum Wettbewerb  „GESTALTETE GESELLENSTÜCKE 2019, Sonderwettbewerb für Formgebung“ zu gehen. Im Oktober darf mein Stückchen dorthinreisen. Außerdem habe ich einen Preis dafür erhalten, dass die drittbeste Arbeitsprobe abgelegt habe. Mit meinen Ergebnissen bin ich also mehr als zufrieden!

Mein Stück ist nicht leicht gewesen,  im Nachhinein würde ich auch so einiges anders machen, da mich das Ganze doch sehr viel Nerven gekostet hat.
Meine beiden Würfel sind alle auf Gehrung verleimt, die Tür und die Klappe ebenso. Das ist sehr schwierig, und man hat auch nur wenige Verstellmöglichkeiten. Da mein Möbel schlicht aussehen sollte, habe ich meine Griffe bündig eingelassen und auch in derselben Farbe lackiert wie meine Korpusse . Um ein einheitliches Bild zu erreichen, habe ich alle anderen Beschläge ebenfalls in der passenden RAL Farbe lackiert.
In meine Sitzfläche habe ich mich besonders verliebt. Diese habe ich aus Eiche gemacht und die Risse bzw. Äste habe ich schwarz geharzt. Das gefällt mir wirklich sehr gut.

Hier seht ihr meinen oberen Korpus. In diesem befindet sich mein Pflichtteil, der Schubkasten. Den Griff habe ich verdeckt mit einer Einsetzfräsung ausgewählt.

Austellung der Gesellenstücke

Letztes Wochenende war es so weit, unsere Gesellenstücke und Kreativlehrgangsstücke wurden endlich fertiggestellt und in einem sehr schönen Ambiente ausgestellt.

Am Tag vor der Ausstellung wurde unser Gesellenstück vom Prüfungsausschuss bewertet, und wir musten es verteidigen. Die Gratulation zur bestandenen Prüfung war eine große Erleichterung.

Es waren sehr viele schöne Stücke dabei und am Ende wurde auch eine Platzierung der Kreativlehrgangsstücke festgelegt. Bei mir hat es sogar zum 3. Platz gereicht.

Nun,  da die Gesellenprüfung erfolgreich abgeschlossen ist, steht ab August die Weiterbildung zum Tischlermeister an.
Ich bin schon sehr gespannt, wohin mein Weg danach führt.

Die Probeprüfung

So langsam sind wir am Ende unseres Schuljahres angelangt. Somit rückt auch die Abschlussprüfung immer näher.
Um uns optimal darauf vorzubereiten, haben wir zwei Probeprüfungen gemacht, die unsere Abschlussprüfungen simulierten.
Im ersten Schritt haben wir dafür eine technische Zeichnung bekommen. Diese war ausführlich bemaßt und zeigte das zu bauende Möbel in verschiedenen Schnitten.
Zu Beginn war es unsere Aufgabe, einen Arbeitsplan zu erstellen. Diesen mussten wir nach rund einer Stunde abgeben. Danach haben wir mit der Herstellung der Schatulle begonnen. Dafür haben wir die Verbindungen angerissen. In diesem Fall waren es Schwalbenschwanzverbindungen für den Korpus und Schlitz- und Zapfenverbindungen an dem Deckel.
Nun haben wir Fasen an das Vorderstück gehobelt, da dies nach dem Verleimen des Korpus nur noch schwer möglich ist.
Im Anschluss haben wir zuerst die Schwalbenschwanzverbindungen ausgearbeitet, damit diese nach dem Schleifen der Innenseiten verleimt werden konnten. Während der Leim trocknete, konnte die Schlitz- und Zapfenverbindung ausgearbeitet werden. Auch diese haben wir danach verleimt.
Nachdem der Leim der Schwalbenschwanzverbindungen an dem Korpus getrocknet war, haben wir den Boden, der vorher von einer Seite geschliffen worden war, aufgeleimt.
Dann haben wir den Boden bündig mit dem Korpus geschliffen und die Schatulle sowie den Deckel verputzt. Die Schwierigkeit war dabei, den Deckel in die Kiste einzupassen.
Im Anschluss haben wir mit der Langlochbohrmaschine Löcher in die Seiten gebohrt, um mit einem Dübel den Deckel an der Kiste zu befestigen und das Öffnen sowie das Schließen der Schatulle zu ermöglichen.
Nach rund zehn Schulstunden waren wir fertig mit der Herstellung des Möbels und konnten uns dem Ölen widmen, um eine optimale Oberfläche zu erhalten.

Das war’s – wir sind dann mal weg ;)

Wir sind dann mal weg!
Jetzt haben wir es geschafft – am  Freitag vor zwei Wochen haben wir die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und unser Berufsschulzeugnis erhalten. Mit einer kleinen Entlassfeier haben uns unsere Lehrer losgeschickt. Für mich sind die Prüfungen sehr gut gelaufen, ich habe die Schule mit dem besten Ergebnis verlassen und wurde dafür auch groß in der Zeitung erwähnt. Wir waren alle sehr froh, dass das Warten ein Ende hatte und wir unsere Ergebnisse in der Hand halten konnten.

Dieser Tag war für uns nicht nur wegen der Zeugnisse aufregend, sondern auch, weil wir im Anschluss  gleich noch unser erstes Fachgespräch hatten. Mit großer Anspannung ist man zur Prüfungskommission, doch die halbe Stunde verging wie im Flug.  Wenn dann noch alles gepasst hatte, (Teilschnittzeichnungen, Unterlagen, etc.) fiel der Startschuss – jetzt kann es mit dem Gesellenstück losgehen!

Die erste Woche ist vorbei und es ist schon viel geschafft. Es macht wirklich Spaß, daran zu arbeiten, was man wochenlang geplant hat, allerdings wirddabei auch  immer wieder offenbar, dass zwischen Zeichnung/Theorie und Praxis ein großer unterschied liegt und man noch viel Erfahrung sammeln muss. Ich bin schon sehr gespannt, wie mein Gesellenstück fertig aussieht.

Und jetzt sagen  wir noch einmal „Tschüss“ zur gewerblichen Schule in Tauberbischofsheim! Bye, bye. Mach’s gut  🙂

Die erste Furnierarbeit – Teil 2

Nachdem also jeder von uns die Rückseite seines Schachbrettes fertig gestaltet hatte, haben wir das Furnier auf unsere Trägerplatte geleimt. Dafür muss Harnstoffharzleim auf die Flächen gegeben werden, dann wird das Furnier unter Hitzezufuhr an die Platten gepresst.
Als der Leim trocken und das Brett abgekühlt war, stand uns der weniger schöne Arbeitsschritt bevor: das Abkratzen des Fugenleimpapiers. Doch auch das gehört nun mal dazu. Um das Papier gut abzubekommen, trägt man mit einem Schwamm Wasser auf das Furnier auf und schabt es anschließend mit einem scharfkantigen Gegenstand, zum Beispiel mit einem Kantholz, herunter.
Dann haben wir die Kanten des Brettes an der Kantenschleifmaschine geschliffen, um im nächsten Schritt an der CNC-Maschine die Zahlen und Buchstaben in das Schachbrett zu fräsen. Hierbei kamen die anfangs eingeleimten Leisten aus Ahorn (s. Furnierarbeit Teil 1) zum Vorschein.
Im Anschluss haben wir die Flächen Stück für Stück hochgeschliffen, um eine optimale Oberfläche zu erhalten. Wichtig war dabei, die Schleifmaschine immer in Bewegung zu halten und nicht an einem Fleck zu verharren, damit die Fläche eben bleibt und nicht zu viel Material weggenommen wird.
Zum Schluss sind wir in den Lackraum unserer Schule gegangen, wo uns gezeigt wurde, wie wir unser Schachbrett fachgerecht lackieren. Dabei sind vor allem drei Dinge zu beachten: der gleichbleibende Abstand zum Werkstück,  der richtige Druck sowie die passende Geschwindigkeit .

Jeder Schüler meiner Klasse mit seiner individuellen Rückseite des Schachbrettes.

Die erste Furnierarbeit – Teil 1

Die Verwendung von Furnier ist heutzutage im Schreinerhandwerk kaum noch wegzudenken. Es ist sowohl eine günstige als auch eine umweltschonende Alternative zu Vollholz, da Abfälle für die Herstellung der Spanplatten verwendet werden können. Außerdem muss sich der Schreiner keine Gedanken mehr über das Quellen und Schwinden des Holzes machen und kann es so ganz nach Belieben einsetzen.
Vergangene Woche haben wir in der Schule  mit der Fertigung eines persönlichen Schachbrettes begonnen. Dafür hat jeder von uns eine quadratische Spanplatte bekommen, in die wir mit der CNC-Maschine einen parallel zum Rand verlaufenden Falz eingefräst haben. Dorthinein wurden Leisten aus Ahorn geleimt, die später beim Herausschneiden der Zahlen und Buchstaben sichtbar werden.
Danach haben wir 1 cm dicke Rahmenleisten an die Spanplatte auf Gehrung angeleimt und mithilfe des sogenannten „Adlers“ bündig gehobelt.
Nun ging es an das Zusammenkleben des Furniers. Dafür haben wir 4 cm breite Streifen aus Ahorn und amerikanischem Nussbaum an der Furniersäge zugesägt.
Im Anschluss haben wir mit Fugenleimpapier die Streifen abwechselnd aneinandergeklebt – wichtig war es dabei, sie möglichst dicht aneinanderzusetzen. Um eine rechtwinklige und saubere Kante zu erhalten, haben wir die Außenseiten per Hand zugesägt.
Danach haben wir 4 cm breite Streifen herausgesägt, sodass immer abwechselnd Ahorn- und Nussbaum-Quadrate aneinanderlagen. Diese wurden dann wieder so zusammengesetzt, dass  das Muster eines Schachbrettes entstand.
Nun fehlte noch ein abschließender Rahmen. Dafür haben wir uns unterschiedlich gemusterte Furnierstreifen herausgesucht, um sie an unser Schachbrettmuster mit Fugenleimpapier anzukleben. Daran fügten wir erneut 4 cm breite Streifen aus amerikanischem Nussbaum und sägten sie anschließend auf Gehrung.
Nun ist das Furnier für die Oberseite des Schachbrettes fertig. Als Hausaufgabe sollten wir eine Intarsienarbeit für die Rückseite gestalten. Die Vorgabe lautete, das Furnier auf Gehrung aneinanderzukleben, die Holzart und das Motiv konnte jedoch jeder frei wählen.

Besuch im Residenzschloss

Zum Ende unserer Berufsschulzeit hatten wir noch einmal das Vergnügen, eine Exkursion in das Residenzschloss in Dresden zu unternehmen.
Hier gibt es verschiedene Sammlungen zu sehen, der Eintritt ist gering – für uns betrug er lediglich 1 Euro pro Person.
Eine der Sammlungen beschäftigt sich zum Beispiel mit alten Münzen, eine andere mit Rüstungen und eine weitere mit dem Osmanischen Reich.

Am interessantesten für mich war jedoch das Grüne Gewölbe. Hier werden alte Kunstgegenstände und Möbel ausgestellt. Die Stücke sind aus den ungewöhnlichsten Materialen gearbeitet, zum Beispiel aus Steinfurnieren, Gold, Elfenbein, Korallen, Schildpatt und vielem mehr. Außerdem sind sie reich an Intarsien und Schnitzereien.
Es ist wirklich sehr beeindruckend, wie fein, genau und kunstfertig diese Stücke damals gefertigt wurden.

Dieser Kamin wurde z.B mit unterschiedlichsten Steinfurnieren bestückt.

Steinintarsien in einer Tischplatte

Schreibpult mit Elfenbeinintarsien

Innenleben eines Kabinettschrankes aus Ebenholz

Metallintarsien mit Gravuren

Ab auf die Piste!

Vergangene Woche ging es für mich und meine Schülergruppe vom technischen und sozialwirtschaftlichen Gymnasium auf in die Schweiz nach Hasliberg.
Treffpunkt war kurz vor halb sechs vor unserer Schule in Emmendingen, um halb sechs fuhren wir dann los. Nach rund drei Stunden Fahrt hatten wir unser Ziel erreicht. Jetzt konnte es losgehen! Die meisten von uns stürzten sich mit Skiern oder Snowboards die Pisten hinab, wir aber wollten unsere selbst gebauten Schlitten einweihen.
Hasliberg ist bekannt für seine Schlittenwege, die durch zauberhafte Winterlandschaften führen.
Zunächst ging es erst mal mit der Gondel den Berg hinauf, um zu den für Schlitten ausgewiesene Pisten zu gelangen. Unser Lehrer empfahl uns eine bestimmte Strecke, um den Schlitten einzufahren und lenken zu lernen. Bei einer Linkskurve ist es zum Beispiel wichtig, den rechten Fuß auf das Gestell zu drücken, das Körpergewicht nach links zu verlagern und die linke Hand am Boden entlangzuführen.
Auf den geraden Strecken kam es  zu unserem Leidwesen auch durchaus vor, dass wir den Schlitten ein Stück weit ziehen mussten. Aber das tat dem Riesenspaß,  den wir an diesem Tag hatten, keinen Abbruch.
Nach einiger Zeit hatten wir unsere Schlitten schließlich unter Kontrolle und wagten uns auf steilere Pisten.

Wirklich erstaunlich, wie viel Tempo man bei der Abfahrt draufkriegt!  Das liegt zum einen natürlich am Streckenverlauf, zum anderen aber auch an der Bauweise der Rennrodel. Näheres zu der genauen Herstellung werde ich euch in einem meiner nächsten Beiträge verraten.