Kategorie-Archiv: Eigene Projekte

Alle Türen stehen offen

Meine Idee war es, euch einen genauen Einblick in die Berufswettbewerbe und dem damit verbundenen Training zu geben. Leider hat dieses Jahr aufgrund der derzeitigen Lage, nur der Landeswettbewerb stattfinden können.  Damit sind auch die Vorbereitungen, die ich mit dem diesjährigen sächsischen Meister geplant  habe, ins Wasser gefallen. Nichtsdestotrotz möchte ich meine und die Begeisterung der Teilnehmer weitergeben und allen, die Bock auf mehr als „nur Malochen“ haben, zeigen, was noch alles so geht!

Wenn man seine Gesellenprüfung abgelegt hat und unter den besten des Kammerbezirkes landet, qualifiziert man sich für den Landeswettbewerb. Allein die Teilnahme bringt euch einen enormen Mehrwert.

Ähnlich wie in der praktischen Prüfung müsst ihr ein Werkstück in einer vorgegebenen Zeit fertigen. Unter Druck und Anspannung leistet man Enormes, in den letzten Minuten des Wettbewerbes kann man die Luft schneiden und einige sind so im Modus, dass sie Bäume ausreißen. In den Pausen und auch nach dem Wettbewerb entwickeln sich jedes mal gute Gespräche, bei denen Kontakte geknüpft werden und nebenbei gibt es keine bessere Bewerbungsunterlage als solch eine Teilnehmerurkunde.

Bei der sächsischen Meisterschaft haben zehn Junggesell*innen sieben Stunden um den Sieg gekämpft und die Punkteverteilung war wirklich sehr eng. Die Aufgabe war, einen Hängeschrank mit traditionellen Holzverbindungen und einer Klappe in Rahmenbauweise zu fertigen. Bewertet wurde mit maximal 100 Punkten nach Maßhaltigkeit, Passen der Verbindungen, Oberflächengüte und Arbeitsablauf.

Für mich als ehemaliger Kandidat, mittlerweile Trainer in Sachsen und helfende Hand in der Jury, ist es immer wieder total spannend, und ich bin froh, dass wir so viele gute Nachwuchskräfte im Handwerk haben.

Was ich damit sagen will: ranklotzen lohnt sich! Nicht nur eure beruflichen Skills entwickeln sich weiter, sondern auch eure persönlichen und mentalen Fähigkeiten wachsen.

Neues wagen!

In letzter Zeit hat sich so einiges bei mir getan. Davon kann ich jedoch im Augenblick nur erzählen, zu zeigen gibt es noch nichts.

Ich habe mich selbstständig gemacht!

So viel will ich schon mal verraten: In den letzten Monaten war ich auf Werkstattsuche und habe nun endlich etwas Passendes gefunden. Noch wenige Wochen, dann ist es so weit und ich kann umziehen und richtig loslegen. Dadurch sind meine tischlerischen Tätigkeiten jedoch auch etwas kürzer gekommen.

Um nicht ganz bilderlos dazustehen, habe ich hier noch ein abgeschlossenes Projekt. Dabei geht es um eine alte Kommode, die ich erneuert und an einigen Stellen umgearbeitet habe. Mein Ziel war es, die Kommode noch wertiger und eindrucksvoller wirken zu lassen.

Vor der Umgestaltung und Aufarbeitung.

Fertige Kommode.

Urlaub zu Hause!

Im letzten Jahr hatte ich leider wenig Zeit für meinen Garten und es ist einiges auf der Strecke geblieben. Die vergangenen Urlaubswochen habe ich genutzt, die Steinhütte im Garten zu renovieren und auszubauen. Angefangen habe ich damit, die alte und heruntergekommene Wand- und Deckenverkleidung herauszureißen. Als die Dachbalken freigelegt waren, erkannte man, dass zwei Stück völlig hinüber waren und ausgetauscht werden mussten. Dabei hat mir ein bekannter Zimmermann geholfen, und das Problem war schnell gelöst.

       

Anschließend haben wir die Decke mit lackiertem OSB verkleidet und die Wände mit einem Kalkanstrich versehen, um Feuchtigkeit und Schimmel vorzubeugen. Die Laube besteht aus zwei Etagen, in denen wir Laminat verlegt haben, welches von einer Baustelle übrig geblieben war. 🙂

Ziel für dieses Jahr ist noch die jetzige Treppe, die eher einer Hühnerstallleiter ähnelt, zu erneuern.

 

 

 

 

 

 

 

Nebenbei wachsen wieder zahlreiche Nutzpflanzen und fürs Auge ist natürlich auch was dabei.

 

Liegengebliebene Projekte bearbeiten

Wegen des Meisterstücks musste ich einige Projekte auf die lange Bank schieben. Die letzten Wochen hatte ich nun endlich Zeit, diese abzuarbeiten.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Vitrine, die ich in der Meisterschule entworfen und schon begonnen hatte zu bauen. Sie hat jetzt noch eine Schellackpolitur und schöne alte Scheiben bekommen.

Leider schleift die Tür beim Schließen ein wenig auf dem Unterboden. Grund dafür ist, dass die Scheiben in dieser Größe etwas zu schwer sind. Beim nächsten Mal werde ich die Tür bewusst leicht schief einbauen, um dem Gewicht entgegenzuwirken.

Endlich geschafft!!!

Letzte Woche war es endlich so weit, unsere Meisterstücke wurden in der Messe Dresden ausgestellt. Vor der öffentlichen Veranstaltung wurden sie vom Meisterprüfungsausschuss abgenommen und bewertet.

Sehr erleichternd, nach der langen Zeit und viel Arbeit mitgeteilt zu bekommen, dass man bestanden hat. Am Stück hatten die Prüfer glücklicherweise nicht viel auszusetzen, sodass es am Ende sogar für ein „sehr gut“ gereicht hat.

Das Stück an sich ist aus europäischem Nussbaum gefertigt. Glaskuppel, Unterteil, Pflanzschale und Tisch können voneinander getrennt werden. Ebenso können Tisch und Terrarium auch jeweils als einzelnes Möbel genutzt werden.

Im oberen Bereich ist eine Halogenlampe verbaut, die für Beleuchtung und Wärme sorgt. Außerdem befindet sich unter der Pflanzschale ein Ventilator, der durch kleine Löcher in der Schale für gute Belüftung sorgt. Über zwei Zeitschaltuhren in der Schublade können dann Licht und Luft gesteuert werden.

Um die Pflanzen zu versorgen,  gibt es auch eine verschließbare Tür.

Die Zeitschaltuhren sind gut in der Schublade versteckt.

In geschlossenem Zustand ist die Schublade kaum zu bemerken.

An den Füßen befindet sich auch noch eine Schnitzerei.

In großen Schritten voran!

Seit dem Startschuss für das Meisterstück ist so einiges passiert. Auch wenn die letzten Wochen stressig waren, bin ich mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden.

Im Großen und Ganzen habe ich das Untergestell komplett fertiggebaut und bereits geölt. Das heißt, die Zargen mussten hergestellt und kanneliert, Beine angepasst, Gehrungen gesägt und verleimt werden. Und das alles immer in sechsfacher Ausführung.

Beim Aufsatz konnte ich bereits den unteren Teil fertigen und alles an die Glaskuppel anpassen. Um später das Wasser vom Holz fernzuhalten, habe ich auch noch eine Pflanzschale aus Corian hergestellt, die durch viele kleine Löcher trotzdem eine Belüftung zulässt.

Die Seiten vor dem Ansägen der Gehrungen.

Frisch geölt zeigt der Nussbaum seine schöne Farbe erst so richtig.

Achtzehn Tage: Der Countdown läuft!

Nachdem ich mittlerweile meine technische Zeichnung fertiggestellt, habe wurde sie von meinem betreuenden Meister abgenommen.

Jetzt ist es offiziell so weit und ich kann mit dem Meisterstück beginnen! Dafür stehen uns bis Mitte Juli achtzehn Arbeitstage zur Verfügung und die ersten drei Tage sind schon wieder vorbei.

Zum Anfang habe ich die Werkstatt erst mal so richtig schön eingesaut und die Beine des Unterteils gedrechselt.
Späne über Späne … 😅

Außerdem habe ich begonnen, die drei Löwenköpfe zu schnitzen. Hinter einem davon wird sich später einmal eine Schublade verstecken. Einer davon ist zumindest fertig, die restlichen zwei müssen jetzt „nur“ noch ganz sauber zu Ende geschnitzt werden, denn Schleifpapier wird hier keins benutzt. 🤞

Und schon geht’s wieder los!

Nach langer Zeit des Stillstandes habe ich diese Woche endlich wieder an einem Kundenauftrag gearbeitet. Dabei handelt es sich um einen Massivholztisch aus Eiche, dessen Platte eine Stärke von 50 mm hat.

Der Unterschied zwischen Holz und Tischler? Holz arbeitet! 🙂

Genau dort fängt der Spaß an, vorausgesetzt man beachtet ein paar einfache Regeln. Es empfiehlt sich bereits beim Holzkauf für ein solches Projekt, darauf zu achten, Mittelbretter oder noch besser Kernbretter, also Holz mit stehenden Jahrringen auszusuchen. So kann man sich mit geschultem Blick schon viel Ärger ersparen. Nach dem Grobzuschnitt des Holzes solltet ihr euren Ofen mit Markröhre, Splint und einem 20 cm Anschnitt füttern, sonst könnt ihr eine gerade, rissfreie Platte vergessen. Das Verleimen ist immer ein Knackpunkt! Kern an Kern und Splintseite an Splintseite ist genauso wichtig, wie auf den Wuchs und die Maserung der einzelnen Teile zu achten. Mit ein paar Lamellos zwischen den Stößen spart ihr viel Zeit beim Hobeln und Schleifen.

Wenn sich die Hektik vom Verleimen gelegt hat, ist es noch nicht vorbei. Ich habe die Tischplatte auf der Unterseite, mit der Handkreissäge längs geschlitzt, um der 50 mm Eiche Kraft zu nehmen. Außerdem wurde ein L-Stahl eingelassen und verschraubt, um die Platte gerade zu halten.

Selbst mit all den Maßnahmen lässt es sich nicht zu 100% verhindern, dass das Holz arbeitet, auch wenn wir im Homeoffice sind.