Kategorie-Archiv: Eigene Projekte

Spieglein, Spieglein an der Wand

Da unser Betrieb durch die derzeitige Situation kaum Aufträge bekommt, kann ich euch leider wenig Einblick in meinen Berufsalltag geben, dafür umso mehr über eigene Projekte berichten.

In der vergangenen Woche war wieder etwas Zeit, um aus Restholz etwas Schönes zu schaffen. Meiner Wohnung fehlte im Eingangsbereich noch ein Spiegel, den ich beim Glaser in dem von mir benötigten Maß bestellte. Diesen kombinierte ich mit Baumkanten die ich zunächst von der Rinde befreit, danach gefälzt, geschliffen und mit Hartwachsöl versiegelt habe. Anschließend wurde der Spiegel mit entsprechendem Kleber im Falz der Baumkanten fixiert. Das fertige Stück habe ich mit Hängeleisten an der Wand  befestigt.

        

Zusätzlich habe ich noch eine kleine Schuhablage gefertigt, diese besteht aus vier Seiten auf Gehrung und einem Boden aus Siebdruck-Multiplex und wurde mit Quarzsteinen aufgefüllt.

       

DIY-Servierbrett

Wie ihr dieses einfache Servierbrett in wenigen Schritten nachmachen könnt, erkläre ich euch im nachfolgenden Beitrag.

Servierbrett aus amerikanischem Nussbaum

Für das selbst gemachte Brett benötigt ihr einen entsprechenden Massivholzzuschnitt. Verwendet möglichst ein hartes Holz. Hierfür eignen sich Eiche, Kirsche oder auch Nussbaum. Alles findet ihr im Baumarkt als Leimholz. In den meisten Baumärkten könnt ihr dabei auch den Zuschnitt-Service nutzen und euch das Holzbrett auf die gewünschte Länge und Breite zusägen lassen.

Mein Servierbrett hat folgende Maße:

Gesamtlänge    50 cm
Breite                   14,5 cm
Grifflänge           12 cm

Der Griff hat eine Breite von 5 cm und nimmt nach unten hin um 2 cm ab.
Bei den Maßen könnt ihr je nach Nutzen eures Brettes natürlich variieren.

Mit Hilfe eines Lineals zeichnet ihr nun den Griff auf das Holzbrett und sägt diesen anschließend mit einer Stichsäge aus. Das Brett sollte hierfür auf einer geraden Unterlage festgespannt werden. Achtet beim Sägeblatt darauf, dass sich dieses für einen Feinzuschnitt eignet, da die Sägefläche anschließend nur leicht geschliffen wird.

Außer der Sägefläche schleift ihr zusätzlich die Flächen des Brettes und brecht die Kanten.
Um die Oberfläche des Schneidebretts zu schließen, solltet ihr dieses nun noch ölen.
Hierfür benutze ich kaltgepresstes Leinöl. Welche Öle sich für Schneidebretter besonders eignen, könnt ihr in meinem ersten Blogbeitrag nachlesen.

Brotschneidebrett ölen: So wird´s gemacht!

Zu Hause bleiben, leichtgemacht!

Um das Beste aus euren Projekten herauszuholen, ist gutes Werkzeug das A und O. Lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und das Arbeiten fällt viel leichter. Der Plan geht aber nur mit sorgfältiger Pflege, Benutzung und Lagerung auf.

Ich habe die Tage zu Hause genutzt und mein Werkzeug geschärft, dazu gehören alle Stecheisen, Hobelmesser und Anreißwerkzeuge. Dies sollte immer nass und stufenweise durchgeführt werden. Ich beginne bei starker Abnutzung am Tormek, danach folgen drei Steine bis zu einer Körnung von 8000 , mit der man eine perfekte Gebrauchsschärfe erreicht. Außerdem benutze ich eine Schleifhilfe, um die jeweiligen Winkel für verschiedene Arbeiten anzuschleifen. Es empfiehlt sich, alle Schneiden dünn mit Kamelienöl einzustreichen, um Flugrost oder Verschmutzungen zu vermeiden.

Die Metallhobel finden bei mir ihren Platz in Anti-Rost-Socken und Stemmeisen in Lederrolltaschen. Super geeignet wäre auf Ölpapier, obwohl das hin und wieder einreißt.

 

Neues ausprobieren

Durch die ganzen Vorbereitungen für das Meisterstück kommen in letzter Zeit meine privaten Projekte leider ein bisschen zu kurz. Dafür gibt es, wenn es dann richtig damit los geht, viel Spannendes zu sehen.

Eine andere Sache, die mich in letzter Zeit beschäftigt hat, ist die Fotografie. Denn ebenso wichtig, wie eine gute Tischlerleistung zu bringen, ist es, seine Produkte oder Werke hochwertig und gut zu präsentieren. Das ist der Grund, warum ich mir in letzter Zeit öfter mal die Zeit genommen habe, einige neue Dinge mit der Kamera auszuprobieren. Unter anderem haben mich dabei auch die wirklich guten Fotos von Marie-Luise zu einer Verbesserung angeregt.

Natürlich bin ich kein Profi, aber ich sehe auf jeden Fall schon eine Verbesserung, deshalb immer schön weiter probieren und üben. Es ist auch eine tolle Beschäftigung für zu Hause, falls man gerade ein bisschen Langeweile oder mehr Freizeit hat.

Vielleicht kann sich ja auch noch jemand daran erinnern, dass ich mal einen kleinen Artikel zu meinem selbstgebauten Rasiermesser geschrieben habe. Genau jenes Messer habe ich noch einmal fotografiert und bin sehr zufrieden mit der neuen Version.

… das alte Foto aus meinem Post
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… und die neue Version

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Schafft was aus der Resterecke

Mit meinem Umzug habe ich mich einiger „IKEA-Möbel“ entledigt und nun gilt es, neue eigene zu bauen. Ein paar Sachen sind schon fertig und heute zeige ich euch meinen Waschbeckenunterschrank.

Er besteht komplett aus Restplatten und -kanten, die von einem riesigen Auftrag übrig geblieben sind. Bei Möbeln in Feuchträumen ist es wichtig, „wasserfeste“ (grüne) Plattenwerkstoffe zu verwenden. Nach einem kleinen Aufmaß, ein paar Skizzen und ca. drei Tagen Arbeit ist schon das Ergebnis zu sehen.

Da mir modernes Design sehr zusagt, habe ich Eiche mit Grau kombiniert und eine grifflose Möbelfront gewählt. Die Schräge am Schrank ergibt sich durch den Öffnungswinkel der Duschtür. Im Korpus sind Tip-ons (Druckschnäpper) und Topfbänder mit Dämpfung verbaut, damit sich die Türen elegant öffnen und schließen lassen.

Brotschneidebrett ölen: So wird´s gemacht!

Hallo zusammen!

Bevor ich mich dem eigentlichen Thema widme, möchte ich mich euch kurz vorstellen: Ich bin Marie-Luise und blogge seit neuestem hier auf dem TSD-Ausbildungsblog. In Zukunft werde ich wöchentlich meine Erfahrungen und Projekte im Bereich des Schreinerhandwerks mit euch teilen und freue mich sehr darauf! Seit jeher begeistert mich individuelles Design, formschöne Gestaltung und das handwerkliche Arbeiten. So bin ich – nachdem ich zunächst eine kaufmännische Ausbildung absolviert habe – , zum Schreinerhandwerk gekommen. Im September 2019 habe ich meine Ausbildung zur Schreinerin bei der Firma Becherer Möbelwerkstätten in Elzach begonnen; da ich das Abitur gemacht habe, konnte ich gleich ins zweite Lehrjahr einsteigen.

Und jetzt lege ich auch schon los,  euch einen Eindruck zu geben, was im Rahmen der Ausbildung alles so gemacht wird: Das Brotschneidebrett hier entstand in unserer ersten überbetrieblichen Ausbildung. In dieser lernten wir den anwendungsbezogenen und sicheren Umgang mit der Tischfräse.

Um nun zu gewährleisten, dass das Schneidebrett nach der eigentlichen Fertigstellung noch lange schön aussieht, sollte eine nachhaltige Pflege durch regelmäßiges Einölen des Holzes erfolgen. Eine Ölbehandlung sorgt generell dafür, dass Keime nicht zu tief in das Holz eindringen können und sich die Oberfläche des Schneidebretts schließt.Doch welches Öl ist am besten geeignet, um Holzschneidebretter richtig zu pflegen? Denn gerade beim Kontakt mit Lebensmitteln, sollte möglichst ein geruchs- und geschmackneutrales Öl verwendet werden. Hier muss man kein spezielles Holzöl kaufen, sondern kann zu einfachen Speiseölen greifen. Beachtet werden müssen allerdings die Trocknungseigenschaften der Öle.Für das Brotschneidebrett habe ich reines kaltgepresstes Leinöl verwendet. Leinöl gehört hierbei zu den trocknenden Ölen. Das bedeutet, dass das Öl vollständig verharzt und damit sehr gut zur Pflege von Holzbrettern geeignet ist.

Mit einem Tuch wird eine dünne Schicht aufgetragen. Nach etwa fünf Minuten Trocknungszeit sollte überschüssiges Öl entfernt werden. Danach muss das Brett etwa 24 Stunden trocknen. Je nach Bedarf kann dieser Vorgang mehrfach wiederholt werden.

Neues Meisterschulprojekt

In Vorbereitung auf das Meisterstück bearbeiten wir in den nächsten Wochen ein selbst ausgedachtes, fiktives Kundenprojekt.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, wieder etwas Altes zu bauen – eine Kirschbaumvitrine mit Schnitzereien und Schellackoberfläche. Damit die Zeit nicht zu knapp wird, habe ich mit den Schnitzereien bereits begonnen. Die Krone ist schon fertig, jetzt muss ich noch die Füße machen.

Auf den Bildern könnt ihr sehen, wie ich vorgegangen bin:  Zuerst habe ich die Konturen im Maßstab 1:1 aufgezeichnet.

Dann habe ich die Zeichnung auf den Holzrohling geklebt. Nun mussten die Ornamente mit verschiedenen Schnitzwerkzeugen herausgearbeitet werden.

Zum Schluss folgt dann noch ein etwas lästiger Arbeitsschritt – das Schleifen. Das beansprucht auch noch mal jede Menge Zeit und Geduld.

Zu Besuch in der Naturfarbenwerkstatt

Während unseres Oberflächenkurses in der Meisterschule besuchten wir die bei uns in der Nähe ansässige Naturfarbenwerkstatt.

Für mich als Restaurationsfan eine super spannende Sache. Hier finden immer noch viele Materialien Verwendung, die schon vor etlichen von Jahren benutzt wurden. Zum Verkauf stehen verschiedene Öle oder auf Öl basierende Farben, Wachse oder Lacke,  aber auch andere Materialien, wie z. B. Kalkputz, Wandfarben oder Fliesen.

Einige Öle und Farben durfte jeder von uns an einem Probebrett ausprobieren. So konnte man sehr gut die Verarbeitung, Farbe und Oberfläche beurteilen.

Das Gute an den Ölen ist, dass sie nicht komplett spröde, sondern elastisch trocknen. Dadurch werden die Hölzer sehr lange geschützt und können mit einer neuen Lage Öl auch wieder aufgefrischt werden. Im nahe gelegenen Schloss Pillnitz wurden z. B. bei der Restauration noch intakte, originale alte Ölfarben aus dem 18. Jahrhundert gefunden.

Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, kann man mit wenigen Rohstoffen Öle und Lacke für unterschiedlichste Anwendungen herstellen. Zudem sind es natürliche und größtenteils ungefährliche Rohstoffe.

Ich denke, dass ich meine Projekte in Zukunft, soweit es geht, mit solch natürlichen Produkten behandeln werde.