Kategorie-Archiv: Eigene Projekte

In großen Schritten voran!

Seit dem Startschuss für das Meisterstück ist so einiges passiert. Auch wenn die letzten Wochen stressig waren, bin ich mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden.

Im Großen und Ganzen habe ich das Untergestell komplett fertiggebaut und bereits geölt. Das heißt, die Zargen mussten hergestellt und kanneliert, Beine angepasst, Gehrungen gesägt und verleimt werden. Und das alles immer in sechsfacher Ausführung.

Beim Aufsatz konnte ich bereits den unteren Teil fertigen und alles an die Glaskuppel anpassen. Um später das Wasser vom Holz fernzuhalten, habe ich auch noch eine Pflanzschale aus Corian hergestellt, die durch viele kleine Löcher trotzdem eine Belüftung zulässt.

Die Seiten vor dem Ansägen der Gehrungen.

Frisch geölt zeigt der Nussbaum seine schöne Farbe erst so richtig.

Achtzehn Tage: Der Countdown läuft!

Nachdem ich mittlerweile meine technische Zeichnung fertiggestellt, habe wurde sie von meinem betreuenden Meister abgenommen.

Jetzt ist es offiziell so weit und ich kann mit dem Meisterstück beginnen! Dafür stehen uns bis Mitte Juli achtzehn Arbeitstage zur Verfügung und die ersten drei Tage sind schon wieder vorbei.

Zum Anfang habe ich die Werkstatt erst mal so richtig schön eingesaut und die Beine des Unterteils gedrechselt.
Späne über Späne … 😅

Außerdem habe ich begonnen, die drei Löwenköpfe zu schnitzen. Hinter einem davon wird sich später einmal eine Schublade verstecken. Einer davon ist zumindest fertig, die restlichen zwei müssen jetzt „nur“ noch ganz sauber zu Ende geschnitzt werden, denn Schleifpapier wird hier keins benutzt. 🤞

Und schon geht’s wieder los!

Nach langer Zeit des Stillstandes habe ich diese Woche endlich wieder an einem Kundenauftrag gearbeitet. Dabei handelt es sich um einen Massivholztisch aus Eiche, dessen Platte eine Stärke von 50 mm hat.

Der Unterschied zwischen Holz und Tischler? Holz arbeitet! 🙂

Genau dort fängt der Spaß an, vorausgesetzt man beachtet ein paar einfache Regeln. Es empfiehlt sich bereits beim Holzkauf für ein solches Projekt, darauf zu achten, Mittelbretter oder noch besser Kernbretter, also Holz mit stehenden Jahrringen auszusuchen. So kann man sich mit geschultem Blick schon viel Ärger ersparen. Nach dem Grobzuschnitt des Holzes solltet ihr euren Ofen mit Markröhre, Splint und einem 20 cm Anschnitt füttern, sonst könnt ihr eine gerade, rissfreie Platte vergessen. Das Verleimen ist immer ein Knackpunkt! Kern an Kern und Splintseite an Splintseite ist genauso wichtig, wie auf den Wuchs und die Maserung der einzelnen Teile zu achten. Mit ein paar Lamellos zwischen den Stößen spart ihr viel Zeit beim Hobeln und Schleifen.

Wenn sich die Hektik vom Verleimen gelegt hat, ist es noch nicht vorbei. Ich habe die Tischplatte auf der Unterseite, mit der Handkreissäge längs geschlitzt, um der 50 mm Eiche Kraft zu nehmen. Außerdem wurde ein L-Stahl eingelassen und verschraubt, um die Platte gerade zu halten.

Selbst mit all den Maßnahmen lässt es sich nicht zu 100% verhindern, dass das Holz arbeitet, auch wenn wir im Homeoffice sind.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Da unser Betrieb durch die derzeitige Situation kaum Aufträge bekommt, kann ich euch leider wenig Einblick in meinen Berufsalltag geben, dafür umso mehr über eigene Projekte berichten.

In der vergangenen Woche war wieder etwas Zeit, um aus Restholz etwas Schönes zu schaffen. Meiner Wohnung fehlte im Eingangsbereich noch ein Spiegel, den ich beim Glaser in dem von mir benötigten Maß bestellte. Diesen kombinierte ich mit Baumkanten die ich zunächst von der Rinde befreit, danach gefälzt, geschliffen und mit Hartwachsöl versiegelt habe. Anschließend wurde der Spiegel mit entsprechendem Kleber im Falz der Baumkanten fixiert. Das fertige Stück habe ich mit Hängeleisten an der Wand  befestigt.

        

Zusätzlich habe ich noch eine kleine Schuhablage gefertigt, diese besteht aus vier Seiten auf Gehrung und einem Boden aus Siebdruck-Multiplex und wurde mit Quarzsteinen aufgefüllt.

       

DIY-Servierbrett

Wie ihr dieses einfache Servierbrett in wenigen Schritten nachmachen könnt, erkläre ich euch im nachfolgenden Beitrag.

Servierbrett aus amerikanischem Nussbaum

Für das selbst gemachte Brett benötigt ihr einen entsprechenden Massivholzzuschnitt. Verwendet möglichst ein hartes Holz. Hierfür eignen sich Eiche, Kirsche oder auch Nussbaum. Alles findet ihr im Baumarkt als Leimholz. In den meisten Baumärkten könnt ihr dabei auch den Zuschnitt-Service nutzen und euch das Holzbrett auf die gewünschte Länge und Breite zusägen lassen.

Mein Servierbrett hat folgende Maße:

Gesamtlänge    50 cm
Breite                   14,5 cm
Grifflänge           12 cm

Der Griff hat eine Breite von 5 cm und nimmt nach unten hin um 2 cm ab.
Bei den Maßen könnt ihr je nach Nutzen eures Brettes natürlich variieren.

Mit Hilfe eines Lineals zeichnet ihr nun den Griff auf das Holzbrett und sägt diesen anschließend mit einer Stichsäge aus. Das Brett sollte hierfür auf einer geraden Unterlage festgespannt werden. Achtet beim Sägeblatt darauf, dass sich dieses für einen Feinzuschnitt eignet, da die Sägefläche anschließend nur leicht geschliffen wird.

Außer der Sägefläche schleift ihr zusätzlich die Flächen des Brettes und brecht die Kanten.
Um die Oberfläche des Schneidebretts zu schließen, solltet ihr dieses nun noch ölen.
Hierfür benutze ich kaltgepresstes Leinöl. Welche Öle sich für Schneidebretter besonders eignen, könnt ihr in meinem ersten Blogbeitrag nachlesen.

Brotschneidebrett ölen: So wird´s gemacht!

Zu Hause bleiben, leichtgemacht!

Um das Beste aus euren Projekten herauszuholen, ist gutes Werkzeug das A und O. Lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und das Arbeiten fällt viel leichter. Der Plan geht aber nur mit sorgfältiger Pflege, Benutzung und Lagerung auf.

Ich habe die Tage zu Hause genutzt und mein Werkzeug geschärft, dazu gehören alle Stecheisen, Hobelmesser und Anreißwerkzeuge. Dies sollte immer nass und stufenweise durchgeführt werden. Ich beginne bei starker Abnutzung am Tormek, danach folgen drei Steine bis zu einer Körnung von 8000 , mit der man eine perfekte Gebrauchsschärfe erreicht. Außerdem benutze ich eine Schleifhilfe, um die jeweiligen Winkel für verschiedene Arbeiten anzuschleifen. Es empfiehlt sich, alle Schneiden dünn mit Kamelienöl einzustreichen, um Flugrost oder Verschmutzungen zu vermeiden.

Die Metallhobel finden bei mir ihren Platz in Anti-Rost-Socken und Stemmeisen in Lederrolltaschen. Super geeignet wäre auf Ölpapier, obwohl das hin und wieder einreißt.

 

Neues ausprobieren

Durch die ganzen Vorbereitungen für das Meisterstück kommen in letzter Zeit meine privaten Projekte leider ein bisschen zu kurz. Dafür gibt es, wenn es dann richtig damit los geht, viel Spannendes zu sehen.

Eine andere Sache, die mich in letzter Zeit beschäftigt hat, ist die Fotografie. Denn ebenso wichtig, wie eine gute Tischlerleistung zu bringen, ist es, seine Produkte oder Werke hochwertig und gut zu präsentieren. Das ist der Grund, warum ich mir in letzter Zeit öfter mal die Zeit genommen habe, einige neue Dinge mit der Kamera auszuprobieren. Unter anderem haben mich dabei auch die wirklich guten Fotos von Marie-Luise zu einer Verbesserung angeregt.

Natürlich bin ich kein Profi, aber ich sehe auf jeden Fall schon eine Verbesserung, deshalb immer schön weiter probieren und üben. Es ist auch eine tolle Beschäftigung für zu Hause, falls man gerade ein bisschen Langeweile oder mehr Freizeit hat.

Vielleicht kann sich ja auch noch jemand daran erinnern, dass ich mal einen kleinen Artikel zu meinem selbstgebauten Rasiermesser geschrieben habe. Genau jenes Messer habe ich noch einmal fotografiert und bin sehr zufrieden mit der neuen Version.

… das alte Foto aus meinem Post
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… und die neue Version

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Schafft was aus der Resterecke

Mit meinem Umzug habe ich mich einiger „IKEA-Möbel“ entledigt und nun gilt es, neue eigene zu bauen. Ein paar Sachen sind schon fertig und heute zeige ich euch meinen Waschbeckenunterschrank.

Er besteht komplett aus Restplatten und -kanten, die von einem riesigen Auftrag übrig geblieben sind. Bei Möbeln in Feuchträumen ist es wichtig, „wasserfeste“ (grüne) Plattenwerkstoffe zu verwenden. Nach einem kleinen Aufmaß, ein paar Skizzen und ca. drei Tagen Arbeit ist schon das Ergebnis zu sehen.

Da mir modernes Design sehr zusagt, habe ich Eiche mit Grau kombiniert und eine grifflose Möbelfront gewählt. Die Schräge am Schrank ergibt sich durch den Öffnungswinkel der Duschtür. Im Korpus sind Tip-ons (Druckschnäpper) und Topfbänder mit Dämpfung verbaut, damit sich die Türen elegant öffnen und schließen lassen.