Kategorie-Archiv: Johannes

Und schon geht’s wieder los!

Nach langer Zeit des Stillstandes habe ich diese Woche endlich wieder an einem Kundenauftrag gearbeitet. Dabei handelt es sich um einen Massivholztisch aus Eiche, dessen Platte eine Stärke von 50 mm hat.

Der Unterschied zwischen Holz und Tischler? Holz arbeitet! 🙂

Genau dort fängt der Spaß an, vorausgesetzt man beachtet ein paar einfache Regeln. Es empfiehlt sich bereits beim Holzkauf für ein solches Projekt, darauf zu achten, Mittelbretter oder noch besser Kernbretter, also Holz mit stehenden Jahrringen auszusuchen. So kann man sich mit geschultem Blick schon viel Ärger ersparen. Nach dem Grobzuschnitt des Holzes solltet ihr euren Ofen mit Markröhre, Splint und einem 20 cm Anschnitt füttern, sonst könnt ihr eine gerade, rissfreie Platte vergessen. Das Verleimen ist immer ein Knackpunkt! Kern an Kern und Splintseite an Splintseite ist genauso wichtig, wie auf den Wuchs und die Maserung der einzelnen Teile zu achten. Mit ein paar Lamellos zwischen den Stößen spart ihr viel Zeit beim Hobeln und Schleifen.

Wenn sich die Hektik vom Verleimen gelegt hat, ist es noch nicht vorbei. Ich habe die Tischplatte auf der Unterseite, mit der Handkreissäge längs geschlitzt, um der 50 mm Eiche Kraft zu nehmen. Außerdem wurde ein L-Stahl eingelassen und verschraubt, um die Platte gerade zu halten.

Selbst mit all den Maßnahmen lässt es sich nicht zu 100% verhindern, dass das Holz arbeitet, auch wenn wir im Homeoffice sind.

Spieglein, Spieglein an der Wand

Da unser Betrieb durch die derzeitige Situation kaum Aufträge bekommt, kann ich euch leider wenig Einblick in meinen Berufsalltag geben, dafür umso mehr über eigene Projekte berichten.

In der vergangenen Woche war wieder etwas Zeit, um aus Restholz etwas Schönes zu schaffen. Meiner Wohnung fehlte im Eingangsbereich noch ein Spiegel, den ich beim Glaser in dem von mir benötigten Maß bestellte. Diesen kombinierte ich mit Baumkanten die ich zunächst von der Rinde befreit, danach gefälzt, geschliffen und mit Hartwachsöl versiegelt habe. Anschließend wurde der Spiegel mit entsprechendem Kleber im Falz der Baumkanten fixiert. Das fertige Stück habe ich mit Hängeleisten an der Wand  befestigt.

        

Zusätzlich habe ich noch eine kleine Schuhablage gefertigt, diese besteht aus vier Seiten auf Gehrung und einem Boden aus Siebdruck-Multiplex und wurde mit Quarzsteinen aufgefüllt.

       

Zu Hause bleiben, leichtgemacht!

Um das Beste aus euren Projekten herauszuholen, ist gutes Werkzeug das A und O. Lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und das Arbeiten fällt viel leichter. Der Plan geht aber nur mit sorgfältiger Pflege, Benutzung und Lagerung auf.

Ich habe die Tage zu Hause genutzt und mein Werkzeug geschärft, dazu gehören alle Stecheisen, Hobelmesser und Anreißwerkzeuge. Dies sollte immer nass und stufenweise durchgeführt werden. Ich beginne bei starker Abnutzung am Tormek, danach folgen drei Steine bis zu einer Körnung von 8000 , mit der man eine perfekte Gebrauchsschärfe erreicht. Außerdem benutze ich eine Schleifhilfe, um die jeweiligen Winkel für verschiedene Arbeiten anzuschleifen. Es empfiehlt sich, alle Schneiden dünn mit Kamelienöl einzustreichen, um Flugrost oder Verschmutzungen zu vermeiden.

Die Metallhobel finden bei mir ihren Platz in Anti-Rost-Socken und Stemmeisen in Lederrolltaschen. Super geeignet wäre auf Ölpapier, obwohl das hin und wieder einreißt.

 

Schafft was aus der Resterecke

Mit meinem Umzug habe ich mich einiger „IKEA-Möbel“ entledigt und nun gilt es, neue eigene zu bauen. Ein paar Sachen sind schon fertig und heute zeige ich euch meinen Waschbeckenunterschrank.

Er besteht komplett aus Restplatten und -kanten, die von einem riesigen Auftrag übrig geblieben sind. Bei Möbeln in Feuchträumen ist es wichtig, „wasserfeste“ (grüne) Plattenwerkstoffe zu verwenden. Nach einem kleinen Aufmaß, ein paar Skizzen und ca. drei Tagen Arbeit ist schon das Ergebnis zu sehen.

Da mir modernes Design sehr zusagt, habe ich Eiche mit Grau kombiniert und eine grifflose Möbelfront gewählt. Die Schräge am Schrank ergibt sich durch den Öffnungswinkel der Duschtür. Im Korpus sind Tip-ons (Druckschnäpper) und Topfbänder mit Dämpfung verbaut, damit sich die Türen elegant öffnen und schließen lassen.

Die Bloggercommunity wächst !

Hallo zusammen,

ich bin Johannes und freue mich, dass ich den Ausbildungsblog von Tischler Schreiner Deutschland mit meinen Beiträgen bereichern kann.

Die ersten Begegnungen und Erfahrungen mit Holz habe ich mit fünf Jahren in der Werkstatt meins Opas gemacht. Schnell wurde mir klar, dass der Beruf des Tischlers genau das Richtige für mich ist. Also entschied ich mich 2015, eine Lehre bei der Firma Inuma in Leipzig zu beginnen. Sie bieten von Messebau bis hochwertigen Innenausbau alles an und sind mit einer eigenen Lehrwerkstatt (8 Lehrlinge und einem Lehrausbilder) ausgestattet.

Im ersten Lehrjahr lernte ich den Umgang mit traditionellen Handwerkzeugen und stellte eine Truhe, einen Spieltisch und einige weitere eigene Projekte her. Mit diesen Fertigkeiten absolvierte ich 2018 meine Ausbildung mit 95 Punkten in beiden praktischen Bereichen (Gesellenstück und Arbeitsprobe).

Daraufhin konnte ich die sächsische Meisterschaft und anschließend die deutsche Meisterschaft für mich entscheiden. Dieser Erfolg sicherte mir ein Flugticket nach Kazan, wo im August letzten Jahres die Berufe-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Von dreißig Teilnehmern belegte ich den 13. Platz und erreichte eine Exzellenz-Medaille, die mich viel Übung, Schweiß und Nerven gekostet hat. Ein Übungsstück, das in 22 Stunden entstanden ist, möchte ich euch jetzt zeigen:

     

Wie so oft steckt der Teufel im Detail !