Ein Klassiker der Tischlerausbildung

Heute geht’s bei mir, wie angekündigt, um Schachbretter!

Beinahe jeder Geselle, mit dem ich die letzten Wochen gesprochen habe, hat während seiner Lehrzeit ein Schachbrett angefertigt und auch wir durften uns daran versuchen. Das letzte Mal, dass ich Schach gespielt habe ist zwar gefühlt zehn Jahre her, trotzdem freut man sich natürlich immer Werkstücke fertigen und mitnehmen zu können, die optisch etwas hermachen und sich dazu auch noch perfekt als Geschenk eignen.

Nachdem man die Holzauswahl (in meinem Fall Ahorn und Nussbaum) getroffen hat, geht es an den Zuschnitt. Das kann man zwar von Hand machen, mit der Furnierschere geht das allerdings schneller. Die Streifen schneidet man direkt auf die Breite, die die Felder des Brettes später haben sollen. Damit auch wirklich alle Streifen gleich breit sind, haben wir sie danach noch zwischen zwei Leisten gespannt und durch die Dickenhobelmaschine geschoben. Das erleichtert später das exakte Auslegen der Felder.

Foto 12.01.16, 07 08 29

Die entstandenen Streifen werden, wie im Bild, mit Furnierklebeband gefügt. Größere Flächen würde man natürlich auch mit einer Maschine fügen, bei solch kleinen Stücken geht das aber nicht.

Anschließend werden quer zur Faser wiederum Streifen geschnitten, diesmal aber von Hand, da die gefügte Fläche dem Druck der Schere nicht standhalten würde.

Foto 12.01.16, 08 00 57

Nun müsst ihr die Streifen versetzt erneut fügen…

Foto 12.01.16, 08 01 08

…und schon erkennt man das typische Schachbrettmuster. Wenn man alle Teile zusammen hat, werden die überstehenden Kästchen abgetrennt.

Danach geht es an die Gestaltung des Rands. Dabei hat man ziemlich freie Hand, eine klare Trennung zum Spielfeld ist allerdings von Vorteil, am Besten durch eine dritte Holzart.

Foto 12.01.16, 11 02 54

Foto 12.01.16, 11 03 09

Foto 12.01.16, 12 01 37

So habe ich das Ganze dann gelöst.

Foto 21.01.16, 06 22 10

Und so sieht es dann nach dem Pressen aus. Das Klebeband wird dabei grundsätzlich nach außen genommen und muss dann runtergeschliffen oder -gekratzt werden.

Wir haben es letzte Woche leider nicht mehr bis zum letzten Schliff und zum Ölen geschafft, aber das wird die Tage nachgeholt.

Jetzt ist erstmal wieder „normaler“ Arbeitsalltag im Projekt angesagt, aber dazu nächstes Mal mehr!

Ein Gedanke zu „Ein Klassiker der Tischlerausbildung

  1. Ein Hallo an die bloggenden (werdenden) Schreiner,

    ich bin am stöbern, weil mich die Frage beschäftigt, ob denn ein Handwerker ein Blog braucht 😉

    Bei eurem Blog würde ich ein (erfrischendes) „Ja“ antworten. Einen kleinen Hinweis noch am Rande: Bilder sollten nicht direkt von der DigiCam verwendet werden. Bei diesem Artikel zeigt beispielsweise GTMetrix eine Gesamtgröße von 10,4 MB an. Das ist viel.

    Wenn Du/Ihr die Bilder auf beispielsweise 760 Pixel Breite verkleinert, dann könnten alleine hier im Artikel etwa 9,1 Megabyte gespart werden. Was dann die Seite wesentlich flotter macht und, beim mobilen Surfen, eine ganze Menge Datenvolumen sparen kann.

    LG
    Waelti

Schreibe einen Kommentar