Neues Gesicht im Blog

Hallo alle miteinander,

meine Name ist Ole. Ich bin 23 Jahre alt und habe im September vergangenen Jahres meine Tischlerlehre bei den Deutschen Werkstätten Hellerau in Dresden angefangen. Ursprünglich komme ich aus dem schönen Lübeck und bin 2011 nach Dresden gezogen,  um dort zu studieren – aber dazu und zu meinem Weg zur Lehre eventuell an anderer Stelle mehr.

Mein Betrieb hat insgesamt um die 200 Mitarbeiter, davon gut 60 Tischler plus 19 Lehrlinge. Wir sind im hochwertigen Innenausbau unter anderem von privaten Yachten und Häusern tätig. Für mich ausschlaggebend bei der Ausbildungssuche war die Tatsache, dass mein Betrieb über eine Lehrwerkstatt verfügt, in der ich das komplette erste Lehrjahr absolviere, und wir Lehrlinge permanent von unserem Ausbilder betreut werden. Dadurch haben wir viel Zeit, die traditionelle Seite des Handwerks von Grund auf zu lernen und anzuwenden, was nach Erzählungen meiner Berufsschulkollegen in vielen Betrieben heutzutage leider etwas zu kurz kommt, da oft die Zeit fehlt.

Ich möchte auch direkt damit anfangen, euch eins der Projekte aus dem Herbst, und unser aktuellstes Werkstück, mit dem ich heute begonnen habe, kurz vorzustellen.

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Oben seht ihr das Bein eines Hockers aus Sapeli, den ich im Oktober gebaut habe. Dafür musste ich sämtliche Hölzer von Hand auf das richtige Maß hobeln und die Zapfenlöcher und Zapfen ausstemmen beziehungsweise absetzen. Auch die Sitzplatte wurde von Hand gefügt.

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Und hier der fertige Hocker, eins unserer spannendsten Werkstücke bis jetzt, wie ich finde.

Heute habe ich mit dem Bau einer kleinen Truhe aus Koto, einem afrikanischen Laubholz, begonnen. Zunächst musste ich mit Hilfe der Zeichnung, die ihr unten seht, einen Aufriss anfertigen. Da ich ihn auf einer Sperrholzplatte gezeichnet habe, kommt er leider auf Fotos nicht gut zur Geltung, aber die Zeichnung vermittelt schon einen recht guten Eindruck, denke ich. Danach habe ich angefangen, die Hölzer für die Seiten auf das richtige Maß zu hobeln und die entsprechenden Winkel anzuhobeln.

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Wie es mit der Truhe weitergeht, seht ihr am Ende der Woche. Ich hoffe, sie bis dahin weitestgehend fertig zu haben.

In diesem Sinne, euch allen einen schönen Abend. Ich freue mich auf die Zeit hier im Blog, und wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, schießt einfach los.

Euer Ole

2 Gedanken zu „Neues Gesicht im Blog

  1. Hallo Ole!

    Den Abriss hast du, wie man sieht, am PC gemacht. Habt ihr für so etwas ein Büro, also wo machst du so etwas? Und wie geht das dann vor sich? Hast du vorher ein Skizze per Hand gemacht? Und musst du oft mathematische Formeln anwenden?

    Sorry für die vielen Fragen, da ich im Sommer eine Tischlerlehre beginne, interessiere ich mich für viele Details.

    Lieben Gruß

    1. Hi Hatti,
      kein Problem, dafür sind wir ja da. Die Zeichnung auf dem Bild ist nicht von mir, die haben wir vorab als Orientierungshilfe bekommen. Zu den Werkstücken fertigen wir auch immer selber Aufrisse an, die dann aber von Hand und auf einer Sperrholzplatte, wollte das eigentlich auch mit einfügen, aber ist auf den Fotos leider kaum zu erkennen gewesen.
      Mathematische Formeln halten sich in der Regel stark in Grenzen, meist werden Maße einfach gedrittelt oder halbiert um zum Beispiel Stärken für Zapfen zu ermitteln. Auf jeden Fall gilt „je simpler desto besser“, da natürlich die praktische Umsetzbarkeit an der Werkbank im Vordergrund steht. Also keine Angst vor zu viel Mathe, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann zumindest.
      Lieben Gruß

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