Nützliche Resterverwertung

Immer wieder fallen Reststücke ab, für die man nur schwer Verwendung findet.
Diesmal wren es ein paar Randstücken Esche. Zu schade, um sie wegzuschmeißen, aber zu schmal, um sie aufzuheben.
Was man jedoch immer gebrauchen kann, sind neue Hefte für Stemmeisen, Zwingen, Feilen, etc. Und genau dafür reichten die Reste.
Also sägte ich sie grob zurecht und hobelte sie zu einer quadratischen Leiste aus.
Danach ging ich an die Tischfräse und fräste die Leisten zu regelmäßigen Achtecken.
Der nächste Schritt geschah an der Kreissäge, wo die Hefte abgelängt wurden.
Jetzt musste nur noch ein Loch hineingebohrt und das Ganze noch ein wenig in Form geschliffen werden.

Links die fertig geschliffenen Hefte und rechts die abgelängten Rohlinge.

Ein Schrank zum Stecken

Heute zeige ich euch mal etwas ganz Neues und Spannendes aus unserem Betrieb. In Kooperation mit der Firma Formbar fertigen wir zurzeit Möbel zum Stecken. Der Kunde entwirft im Internet seinen eigenen Schrank in einem speziellen Stecksystem. Dann schreiben wir die CNC-Dateien und fangen mit der Fertigung an. Und so sieht das Ganze dann aus …

Fräsen, Schleifen und Beschriften in einem Arbeitsgang.

Beispiel einer Schrankseite.

Nach dem Zusammenstecken sieht das Ganze dann so aus 🙂

Alles ohne Verbinder, etc. Dieser Schrank hält nur durch seine Überblattungen, die zusammengesteckt werden.

Furnieren eines antiken Tisches

Wir wurden vor Kurzem von einer Kundin damit beauftragt, einen antiken Tisch zu „restaurieren“. Dabei handelte es sich allerdings nur um „halbes“ Restaurieren, da ihr Wunsch war, dass wir lediglich die Tischplatte neu furnieren. Dieser Tisch ist circa hundert Jahre alt und von der Mechanik und Praktikabilität her wirklich klasse, wenn man bedenkt, dass man den Beschlag nicht mal eben aus dem Katalog heraussuchen kann. Damals hat der Tischler selbst noch größere Metallarbeiten gemacht. Dieser Tisch beispielsweise ließ sich auf beiden Seiten noch zweimal erweitern.

Die kleinen Beine klappen sich automatisch aus.

Der Raum, in dem der Tisch stand, war gar nicht groß genug, um alle vier Erweiterungen zu zeigen.

Wir hatten also den Auftrag, die Platte wieder herzurichten. Dabei haben wir uns für ein Furnier entschieden, das von Werk aus auf einer Papierlage geklebt worden ist, um es flexibler und nicht weniger brüchig zu machen. So konnten wir die Form auf der Rückseite aufzeichnen und einfach mit einer Schere ausschneiden.

Die Rückseite des Furniers.

Die Oberfläche, wie wir sie erhalten haben. Die Tischplatte selbst war viel stärker beschädigt, leider habe ich es versäumt, davon ein Foto zu machen.

Die einzelnen Ansteckplatten sowie die Tischplatte haben wir auf dem  Bandschleifer vom Lack befreit und sie so gut, wie es ging, plan geschliffen.

Nach dem Abschleifen des alten Lacks.

Danach haben wir die einzelnen Platten furniert, geschliffen, gebeizt und klar ablackiert. Unsere Kundin war hin und weg, und auch wir alle waren von dem alten Tisch mit den Verlängerungen begeistert 🙂

Der Klüpfel

In unserem Hauptfach „Berufspraxiskunde“ beschäftigen wir uns gerade mit der Herstellung von verschiedenen Werkzeugen.

Im Folgenden möchte ich berichten, wie ein Klüpfel hergestellt wird.
Der Klüpfel ist japanisch angelehnt und gestaltet sich als wuchtiger Holzhammer.  Als Erstes formten wir die Stäbe des Griffs aus Eschenholz. Dazu haben wir den Griff in circa vier Teile eingeteilt. Das dritte Viertel sollte dabei schmaler gehobelt werden als der Rest des Griffs. Mittels Raspel, Feile und Schleifpapier wurde er dann gerundet und glatt geschliffen. Am unteren Ende haben wir noch ein Loch hineingebohrt, um ihn nach der Fertigstellung aufhängen zu können.

Dann machten wir uns an die Herstellung des Hammerkopfs und wählten dafür ein Stück stabiles Akazienholz. Wir hobelten es von allen Seiten und formten die obere Seite rund. Nun fügten wir an alle Kanten Fasen von fünf Millimetern an.

Um die beiden Teile zusammenzufügen, bohrten wir in die Mitte des Hammerkopfs ein Loch, das wir im Anschluss mit dem Stemmeisen quadratisch ausstemmten. Das Loch auf der Unterseite soll jedoch kleiner als das auf der Oberseite. Dieser Hohlraum sollte nun bestenfalls dieselbe Größe haben wie das schmale Viertel des Griffs.
Somit wurde nun der Griff durch das Loch geführt, bis er fest saß.
Um eine optimale Haptik und Oberfläche zu schaffen, wässerten wir die Griffe und schliffen sie nach dem Trocknen erneut.
Zum Schluss stempelte jeder seine Initialen in das Hirnholz.

Einige werfen es weg, wir machen es neu

Wahnsinn, was alles möglich ist! Wir haben einer Kundin ein tolles verfrühtes Weihnachtsgeschenk machen dürfen.

Ihr fragt euch, was daran jetzt so besonders ist? Könnt ihr euch vorstellen, dass diese Sitzbank bzw. das Sideboard aus alten Eichenbalken gemacht worden ist?

Die Nägel sind alle noch sichtbar und die Risse oder Äste haben wir mit schwarzem Kunstharz ausgeharzt, damit die Balken bzw. Bretter ihren Charakter behalten. Wie ihr selbst sehen köönt, ist das fertige Stück auf diese Weise zum besonderen Hingucker geworden. Das ist doch wirklich mal etwas anderes! Hier konnten wir aus etwas Altem, das viele Leute einfach wegwerfen würden, etwas komplett anderes und Neues machen. 🙂

 

Nicht nur Praxis

Wie in jeder Berufsausbildung geht es auch in der Schreinerlehre nicht ohne Theorie. In der einjährigen Berufsfachschule für Holztechnik haben wir jede Woche sechs Unterrichtsstunden in Berufsfachkunde. In diesem Fach schreiben wir regelmäßig Tests und nächste Woche unsere 2. Klausur in diesem Halbjahr. Thematisch geht es diesmal um Werkstoffplatten sowie deren Kurzbezeichnungen. Außerdem wird das Thema Furnier vertieft. Dabei müssen wir uns sowohl mit der Herstellung als auch mit den Besonderheiten der verschiedenen Furnierarten auseinandersetzen.
Eine weitere Aufgabe wird sein, eine dimetrische Zeichnung – also eine dreidimensionale Zeichnung –,  die in einem bestimmten Winkel zum Betrachter steht, in eine Dreitafelprojektion umzuwandeln und umgekehrt. Die Dreitafelprojektion ist eine Zeichnung, bei der ein Möbelstück von der Vorderansicht, der linken Seitenansicht sowie von der Draufsicht gezeichnet wird.
In der Regel haben wir neunzig Minuten Zeit, um die gestellten Klausuraufgaben zu lösen.

Und so verbringt man dann seine Freizeit zwischen Büchern und Zeichnungen. 😀

Thekenlösung ganz speziell

Gerade im Gastronomiebereich möchte man gern mit ganz besonderen Objekten Aufsehen erregen. Und genau dafür ist der Schreiner da! 😉
In den folgenden Bildern zeige ich euch eine Theke, die es einerseits schafftt, den Gast  zu beeindrucken, und andererseits dafür sorgt, dass alle Arbeitsabläufe des Personals deutlich erleichtert werden. Durch ihre spezielle Form gibt es nämlich keine großen Laufwege mehr hinter der Theke und zugleich sind alle nötigen Arbeitsmittel ordentlich und gut erreichbar verstaut. Ein zusätzliches Highlight dieser Theke ist die besondere Arbeitsplatte bzw. das Thekenbrett. Denn dieses wurde in mehreren aufwendigen Fräsgängen hergestellt. Aber was macht das Thekenbrett aus Vollkern jetzt so besonders?
Es besteht aus einer großen Platte, die eigentlich nicht mehr auf eine Maschine passt. Aber mit Kreativität ist es uns gelungen, eine Arbeitsfläche ohne Stöße, Fugen oder Ähnliches herzustellen.  Aber seht selbst:

Eine interessante, ansprechende und zugleich ruhige Form.

Stimmungsvolle Elemente erzeugen eine ruhige und angenehme Atmosphäre.

Und die Arbeitsplatte ohne Fugen und Stöße.

Ganz besonders und einmalig.

 

Ein Haus im Wald

Die vergangene Woche verbrachten meine Klasse, unsere Lehrer und ich im Waldhaus in Freiburg, genauer gesagt in der dortigen Grünholzwerkstatt. Das Waldhaus Freiburg wurde im November 2008 eröffnet und bietet Weiterbildungen zum Thema Umwelt, Nachhaltigkeit und Forstwirtschaft.

In der Grünholzwerkstatt wird frisch geschlagenes Holz verarbeitet. Es bietet den Vorteil, dass es leichter zu bearbeiten ist als getrocknetes Holz. Um es richtig verarbeiten zu können, eignet sich ein Schneidesel und ein Ziehmesser.

Wir haben an diesen beiden Tagen mit der Herstellung eines Stuhls für jeden Schüler begonnen. Hierfür haben wir zu Beginn Holz gespalten, um es im Folgenden 8-Eckig zu formen. Diese Stäbe bieten Stabilisierung für die Stuhlbeine. Außerdem haben wir die Stäbe für die Ränder der Sitzfläche geformt, an denen Stoff gespannt wird.

Währenddessen haben wir mit der Fertigung von Schlitten angefangen. Dafür haben wir das Holz mittels Wasserdampf erhitzt, um es dann für die Kufen zu runden. Hierbei war sowohl unser Geschick als auch unsere Schnelligkeit gefordert.

Auf diesem Video kann man sehen, wie das Holz mittels Schraubzwingen in seine Form gezwungen wird.