Neues Meisterschulprojekt

Vorbereitend auf das Meisterstück bearbeiten wir in den nächsten Wochen ein selbst ausgedachtes fiktives Kundenprojekt.

Ich konnte es mir nicht verkneifen wieder etwas altes zu bauen, eine Kirschbaumvitrine mit Schnitzereien und Schellackoberfläche.

Damit es nicht zu knapp wird habe ich bereits mit den Schnitzereien begonnen. Die Krone ist bereits fertig jetzt müssen nur noch die Füße gemacht werden.

Auf den Bildern könnt ihr sehen wie ich dabei heran gegangen bin. Zuerst habe ich mir die Konturen 1:1 aufgezeichnet.

Die Zeichnung habe ich dann auf den Holzrohling geklebt. Nun mussten die Ornamente mit verschiedenen Schnitzwerkzeugen heraus gearbeitet werden.

Zum Schluss folgt dann noch ein nicht so toller Schritt, das Schleifen. Das beansprucht auch nochmal viel Zeit und Geduld.

Zu Besuch in der Naturfarbenwerkstatt

Während unseres Oberflächenkurses in der Meisterschule besuchten wir die bei uns in der Nähe ansässige Naturfarbenwerkstatt.

Für mich als Restaurationsfan eine super spannende Sache. Hier finden immer noch viele Materialien Verwendung, die schon vor etlichen von Jahren benutzt wurden. Zum Verkauf stehen verschiedene Öle oder auf Öl basierende Farben, Wachse oder Lacke,  aber auch andere Materialien, wie z. B. Kalkputz, Wandfarben oder Fliesen.

Einige Öle und Farben durfte jeder von uns an einem Probebrett ausprobieren. So konnte man sehr gut die Verarbeitung, Farbe und Oberfläche beurteilen.

Das Gute an den Ölen ist, dass sie nicht komplett spröde, sondern elastisch trocknen. Dadurch werden die Hölzer sehr lange geschützt und können mit einer neuen Lage Öl auch wieder aufgefrischt werden. Im nahe gelegenen Schloss Pillnitz wurden z. B. bei der Restauration noch intakte, originale alte Ölfarben aus dem 18. Jahrhundert gefunden.

Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, kann man mit wenigen Rohstoffen Öle und Lacke für unterschiedlichste Anwendungen herstellen. Zudem sind es natürliche und größtenteils ungefährliche Rohstoffe.

Ich denke, dass ich meine Projekte in Zukunft, soweit es geht, mit solch natürlichen Produkten behandeln werde.

Musterherstellung

Wer einen Schreiner bzw. Tischler beauftragt, der möchte in der Regel ein absolutes Einzelstück haben, das dem Geschmack des Kunden entspricht und in puncto Nutzbarkeit genau dessen Bedürfnisse erfüllt. Hier werden im Vorfeld viele Bemusterungen, 3D-Visualisierungen usw. zu Hilfe genommen. Aber bei vielen Dingen muss man noch selbst Muster anfertigen, damit der Kunde sich ein konkretes Bild machen kann und später mit seinem neuen Möbelauch voll zufrieden ist.
Vor Kurzem haben wir individuelle Rahmenfronten gefertigt, die ich euch hier gern einmal zeigen möchte. Also, seht sie euch an und macht euch ein eigenes Bild. 😉
Das Besondere sind hier die Füllungen:

Das sind die exklusiven Muster.

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Messe Room & Style – ein voller Erfolg

An diesem Wochenende fand auf dem Dresdener Messegelände die Room & Style statt. Bei dieser Messe stellen verschiedene Aussteller aus den Bereichen Fashion, Kunst, Food und auch Wohnen ihre Produkte vor – und das auf einem sehr hohen Niveau.

Dank unserer Tischlerinnung hatten die Teilnehmer des Wettbewerbs „Die Gute Form“ und einige Meisterabsolventen die Möglichkeit, ebenfalls ihre Werke auf der Messe zu präsentieren. Auch ich hatte das Glück, meine Stücke zu diesem Anlass zur Schau zu stellen.

Es war unglaublich, mit wie vielen interessierten und auch interessanten Leuten ich in diesen drei Tagen ins Gespräch kam, und wie viele neue Möglichkeiten und Wege  aufgezeigt und angeboten wurden. Die Teilnahme dort  hat sich also wirklich voll gelohnt.

Gerne hätte ich noch mehr schöne Fotos gemacht, um sie euch zu zeigen, aber an unserem eigenen Messestand war dermaßen viel los, dass ich leider nicht dazu gekommen bin,  mir die Messe in aller Ruhe anzusehen.

DAS sollte im besten Fall nicht passieren!

Eine CNC ist in den meisten modernen Tischlereien nicht mehr wegzudenken – sie vereinfacht und verbessert viele Prozesse wie das Zusägen, Fräsen und Bohren von Werkstücken. Dabei arbeitet sie noch präziser als die meisten Tischler und verursacht weniger Kratzer auf der Unterseite eines Werkstücks, da sie anders als bei der Säge nicht über den Maschinentisch gezogen wird. Doch der Umgang mit der CNC will geübt sein!

Wir haben unsere CNC vor nicht allzu langer Zeit bekommen und es gibt immer noch viel zu lernen. Beim Programmieren sowie beim Festspannen kann es zu Fehlern kommen.  Ich habe neulich selbst vor lauter Stress einen Fehler gemacht, und das kam so: Ich sollte einen Schrank bauen, der ziemlich viele gleich große Einlegeböden hatte, darum habe ich die Sauger, die man in verschiedene Positionen setzen kann, einmal ausgerichtet und dann die Böden der Reihe nach aufgelegt und gefräst. Nach einer Reihe gelungener Böden habe ich dann einen weiteren Boden aufgespannt, der etwas schmaler war als die anderen, ohne darauf zu achten, dass das Ganze genügend Abstand zum Fräser hat. Dadurch ist der Fräser voll durchs Gummi gefahren und hat gleich mehrere davon beschädigt. Es ist zwar kein großer finanzieller Schaden, trotzdem hätte man die Sache leicht vermeiden können.

Wenn das Gummi nur leicht berührt wurde, kann man diesen mit Montagekleber wieder  etwas ausflicken 😉

Fingerzinken

Jeder Auszubildende lernt in kürzester Zeit die verschiedenen Holzverbindungen kennen. Und natürlich nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis. Hier werden die einzelnen klassischen Holzverbindungen mithilfe der Gestellsäge oder der Japansäge und dem Stechbeitel hergestellt und zur Festigung geübt. Denn ein Teil dieser Verbindungen wird mit Sicherheit auch in der späteren Handprobe der Gesellenprüfung vorkommen. Aufpassen lohnt sich also! 😉
Im betrieblichen Alltag ist bei zahlreichen zu fertigenden Schubkästen oder anderen Werkstücken nicht mehr die Zeit da, um sie manuell zu bearbeiten. Heute wird die Hand am Computer zum Programmieren und später an der CNC gebraucht. In dem folgenden Video seht ihr eine Fräsung etwas größerer Fingerzinken.

Erst werden die Taschen ausgefräst und im zweiten Schritt die runden Taschen eckig ausgefräst 🙂

Per Hand hätte das wesentlich länger gedauert.
Dennoch sollte man die Verbindungen auch manuell herstellen können! 😉

Durch die klassische Fingerzinkenverbindung sind die hergestellten Korpen besonders stabil.

Wanduhr Upcycling

Ich bin vor Kurzem in eine neue Wohnung eingezogen und so langsam muss ich mich an die Dekoration machen. Wir haben unlängst für einen Kunden einen Zaun aus Kambala gebaut – das ist ein exotisches Holz mit guten Witterungseigenschaften. Dabei fielen viele Messerreste an. Diese Reste fand ich ziemlich cool, weil sie mich an Treibholz erinnern, das wir hier in Düsseldorf ja leider kaum zu Gesicht kriegen 🙂 . Also habe ich mir überlegt, was ich Schönes daraus basteln könnte.

Ein paar Reste Kambala-Holz

Erst hatte ich überlegt, mir ein einfaches Gardinenbrett mit ein paar Haken zu machen, doch eigentlich habe ich bereits eins, das mir noch gut gefällt. Was ich von meiner günstigen Wanduhr vom gelb-blauen Riesen nicht behaupten kann.

Noch etwas zu schlicht

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Zu Besuch im Furnierwerk

Zum Glück sind nicht alle Inhalte der Meisterschule theoretisch. Oft gibt es auch praktische Übungen oder Exkursionen. So ging es neulich in ein großes Furnierwerk in Tschechien namens Danzer. Dank einem unserer Dozenten bekamen wir eine ausführliche und sehr interessante Führung durch den ganzen Betrieb.

Über das Wetter an diesem Tag ließ sich streiten. Keine Sonne und Nieselregen: für die Stämme auf dem Holzplatz optimal, für unsere Führung eher weniger.

In der warmen Fabrikhalle angekommen war die unangenehme, nasse Kälte jedoch schnell vergessen. Die auf dem Holzplatz sortierten, zugeschnittenen und geschälten Stämme wurden dort teilweise halbiert und anschließend eine ganze Weile in riesigen Behältern gekocht – je nach Holzart und Dicke unterschiedlich lang.

Nach diesem Prozess wurden die Stämme einzeln auf eine Furnierschneidemaschine gespannt. Diese Maschine hat ein extrem großes Messer und funktioniert ähnlich wie ein Hobel. Je nach Verfahren rotiert der Stamm oder bewegt sich auf und ab. Durch diese Bewegung wird er dann Stück für Stück an das Messer herangeführt. Sofort im Anschluss muss das Furnier in einer Trocknungsanlage weiterverarbeitet werden. Am Ende wird es nur noch zugeschnitten, nach Qualität sortiert und abgepackt. So kann es dann gelagert und verkauft werden.