Der Klüpfel

In unserem Hauptfach Berufspraxiskunde lernen wir gerade die Herstellung von verschieden Werkzeugen.

Ich möchte Euch von der Produktion des Klüpfels berichten.
Der Klüpfels ist japanisch angelehnt und gestaltet sich als wuchtiger Holzhammer. Dieser wurde von uns hergestellt, indem wir zu Beginn die Stäbe des Griffs aus Eschenholz geformt haben. Hierzu haben wir den Griff in ca. vier Teile eingeteilt. Das 3. Viertel sollte dabei schmäler gehobelt werden, als der Rest des Griffs. Mittels Raspel, Feile und Schleifpapier wurde er dann gerundet und glatt geschliffen. Am unteren Ende haben wir noch ein Loch gebohrt, um ihn nach der Fertigstellung aufhängen zu können.

Im Anschluss haben wir mit der Herstellung des Hammerkopfes begonnen. Dazu haben wir stabiles Akazienholz gewählt. Das hobelten wir von allen Seiten und formten die obere Seite rund. Nun fügten wir an allen Kanten Fasen von 5 Millimetern an.

Um die beiden Teile zusammen zu fügen, bohrten wir in der Mitte des Hammerkopfes ein Loch, das wir im Anschluss mit dem Stämmeisen quadratisch ausstemmten. Das Loch auf der Unterseite ist allerdings kleiner, als das auf der Oberseite. Dieser Hohlraum sollte nun bestenfalls die selbe Größe besitzen wie das schmale Viertel des Griffs.
Somit wurde nun der Griff durch das Loch geführt, bis er fest saß.
Um eine optimale Haptik und Oberfläche zu schaffen wässerten wir die Griffe und schliffen sie nach dem Trocknen erneut.
Zum Schluss stempelte jeder seine Initialen in das Hirnholz, um sie im Nachhinein auseinander halten zu können.

Einige werfen es weg, wir machen es neu

Wahnsinn, was alles möglich ist! Wir haben einer Kundin einen tolles verfrühtes Weihnachtsgeschenk machen dürfen.

Ihr überlegt jetzt, was ist daran so besonders? Könnt ihr euch vorstellen, dass diese Sitzbank bzw. das Sideboard aus alten Eichenbalken gemacht worden sind?

Die Nägel sind alle noch sichtbar und die Risse oder Äste haben wir mit schwarzem Kunstharz ausgeharzt damit die Balken bzw. Bretter ihren Charakter behalten. Wie ihr selbst seht, sind es zwei ganz besondere Hingucker, die man nicht einfach so kaufen kann. Das ist mal etwas ganz Anderes! Hier konnten wir aus etwas Altem, was viele wegwerfen, etwas komplett Anderes und Neues machen. 🙂

 

Nicht nur Praxis

Wie in jeder anderen Berufsausbildung auch, geht es auch in der Schreinerlehre nicht ohne Theorie. In der einjährigen Berufsfachschule für Holztechnik haben wir jede Woche 6 Schulstunden Berufsfachkunde. In diesem Fach schreiben wir regelmäßig Tests und nächste Woche unsere 2. Klausur in diesem  Schulhalbjahr. Die Themen beziehen sich dieses Mal auf das Benennen von Werkstoffplatten und deren Abkürzungen. Außerdem wird das Thema Furnier vertieft. Dabei müssen wir uns sowohl mit der Herstellung als auch mit den Besonderheiten der verschiedenen Furnierarten auseinandersetzen.
Des Weiteren wird es unsere Aufgabe sein, eine dimetrische Zeichnung, also eine dreidimensionale Zeichnung, die in einem bestimmten Winkel zum Betrachter steht, in eine Dreitafelprojektion umzuwandeln und umgekehrt. Die Dreitafelprojektion ist eine Zeichnung, bei der ein Möbelstück von der Vorderansicht, der linken Seitenansicht, sowie der Draufsicht gezeichnet wird.
Für die Klausuren haben wir in der Regel 90 Minuten Zeit, um die gegebenen Aufgaben zu lösen.

Somit verbringt man dann seine Freizeit zwischen Büchern und Zeichnungen 😀

Thekenlösung ganz speziell

Gerade im Gastronomiebereich möchte man gerne mit ganz besonderen Objekten beeindrucken. Und genau dafür ist der Schreiner da! 😉
In den folgenden Bildern seht Ihr eine Theke, die durch ihre spezielle Form den Gast beeindruckt und gleichzeitig die Arbeitsabläufe des Personals deutlich erleichtert. Durch die spezielle Form gibt es keine großen Laufwege mehr hinter der Theke und zugleich sind alle nötigen Arbeitsmittel ordentlich und gut erreichbar verstaut. Ein zusätzliches Highlight dieser Theke ist die besondere Arbeitsplatte bzw. das Thekenbrett. Denn dieses wurde in mehreren aufwendigen Fräsgängen hergestellt. Aber was macht das Thekenbrett aus Vollkern jetzt so besonders?
Es besteht aus einer großen Platte, die eigentlich nicht mehr auf eine Maschine passt. Aber mit Kreativität ist es uns gelungen, eine Arbeitsfläche ohne Stöße, Fugen oder Ähnliches herzustellen.  Aber seht selbst:

Eine interessante, ansprechende und zugleich ruhige Form.

Stimmungsvolle Elemente erzeugen eine ruhige und angenehme Atmosphäre.

Und die Arbeitsplatte ohne Fugen und Stöße.

Ganz besonders und einmalig.

 

Ein Haus im Wald

Die vergangene Woche verbrachten meine Klasse, unsere Lehrer und ich im Waldhaus in Freiburg, genauer gesagt in der dortigen Grünholzwerkstatt. Das Waldhaus Freiburg wurde im November 2008 eröffnet und bietet Weiterbildungen zum Thema Umwelt, Nachhaltigkeit und Forstwirtschaft.

In der Grünholzwerkstatt wird frisch geschlagenes Holz verarbeitet. Es bietet den Vorteil, dass es leichter zu bearbeiten ist als getrocknetes Holz. Um es richtig verarbeiten zu können, eignet sich ein Schneidesel und ein Ziehmesser.

Wir haben an diesen beiden Tagen mit der Herstellung eines Stuhls für jeden Schüler begonnen. Hierfür haben wir zu Beginn Holz gespalten, um es im Folgenden 8-Eckig zu formen. Diese Stäbe bieten Stabilisierung für die Stuhlbeine. Außerdem haben wir die Stäbe für die Ränder der Sitzfläche geformt, an denen Stoff gespannt wird.

Währenddessen haben wir mit der Fertigung von Schlitten angefangen. Dafür haben wir das Holz mittels Wasserdampf erhitzt, um es dann für die Kufen zu runden. Hierbei war sowohl unser Geschick als auch unsere Schnelligkeit gefordert.

Auf diesem Video kann man sehen, wie das Holz mittels Schraubzwingen in seine Form gezwungen wird.

Ein ganz besonderes Projekt

Wir haben unter anderem einen Kunden, der eine alte Wassermühle betreibt. Für diesen haben wir zum Beispiel schon alte Mühlzähne restauriert, Neue hergestellt und einige andere Projekte gefertigt. Doch jetzt hatten wir ein ganz besonderes Teil im Lackraum stehen. Denn unser Kunde hat in ein neues Mühlrad investiert! Doch das Alte sollte schön hergerichtet werden, damit es danach ausgestellt werden kann … Und genau da kamen wir ins Spiel. Denn für exklusive handwerkliche Tätigkeiten sind wir Schreiner ja bekannt. Also haben wir das Jahrhunderte alte Mühlrad komplett sandstrahlen lassen. Danach wurde es von uns in Rostoptik lackiert, aber seht selbst:

Hier kamen die zwei Einzelteile des Mühlrades gerade vom Sandstrahlen zurück …

Und so sehen sie nun nach unseren Lackierkünsten aus.

Alte Geschichte …

… zum Staunen …

… und sogar zum Anfassen!

Das Mühlrad kann demnächst wieder in der Hahnsteiner Mühle Ahr besichtigt werden.
Wir bedanken uns für das Vertrauen, dass wir an diesem tollen Stück Geschichte arbeiten durften!

Unikate – Individuell und Exklusiv für Sie gestaltet!
Schreinerei Klinkenberg

Kreativlehrgang

Ich habe das Glück, dass es mir meine Firma ermöglicht, an einem elf-wöchigem Kreativlehrgang teilzunehmen. In diesem Lehrgang geht es darum, sich mit der Möbelgestaltung/Zeichnung und eigenen Möbelentwürfen auseinanderzusetzen. Das Ziel ist es, zwei selbstentworfene Möbel zu bauen. Ebenso fällt auch das Gesellenstück in diesen Zeitraum. Für die ersten 2 Möbelstücke gibt es jedoch auch ein paar Vorgaben/Einschränkungen: Das erste Stück soll aus Vollholz gebaut werden und steht unter dem Thema „Handtuchhalter“. Das zweite Stück wird durch das Thema „Ecken und Kanten“ beschrieben und soll furniert werden.
In der nun vergangenen ersten Woche wurden zunächst einmal die Themen festgelegt und allerhand Entwürfe erstellt. Die besten drei wurden anschließend vor der Gruppe präsentiert, um Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge zu erhalten.


An einem Tag fuhren wir auch noch in ein Holz- und Furnierhandelgeschäft, um uns ein Bild von den vielen verfügbaren Holzarten machen zu können. Jetzt haben wir bis Februar erstmal Zeit, uns für ein Stück zu entscheiden, dieses fertig zu planen und alle benötigten Materialien zu organisieren und dann wird es spannend, ob alles so wie geplant klappt …