Wofür steht eigentlich das Schreiner-/Tischlerhandwerk?

Klar, der Schreiner/Tischler wird meist mit einer Person verbunden, die an der Hobelbank tief in den Spänen steht und vor sich hin werkelt. Doch ist das heute noch so?

Schauen wir uns doch erst mal genauer die Tätigkeiten dieses Handwerksberufs an. Die einen bauen Fenster, die anderen Möbel und wiederum andere sind im Messebau oder Ladenbau tätig. Und viele haben sich auf eine Sache spezialisiert und bieten innerhalb der Spezialisierung mehrere Felder an. Wir beispielsweise haben uns auf den hochwertigen Innenausbau spezialisiert. Das heißt, wir planen und fertigen Räumlichkeiten bis hin zu ganzen Gebäudeabwicklungen. Dabei legen wir großen Wert auf Details und Qualität. So bieten wir etwa auch den Innenausbau von  Villen und Schlössern an und sind im Bereich des hochwertigen Ladenausbaus tätig.

Dabei spielt natürlich nicht nur der Rohstoff Holz eine Rolle, sondern die Kombination aus vielen verschiedenen Rohstoffen. Und genau das ist einer der Bestandteile, die das Leben als Schreiner/Tischler so reizvoll machen. Denn wir dürfen mit den verschiedensten Werkstoffen gestalten, planen und diese nachher sogar verarbeiten. Das ist immer wieder eine neue Herausforderung, die jedoch sehr erfüllend ist.

Ein weiterer Bestandteil unseres Arbeitsalltages sind die Produktionsmöglichkeiten. Abgesehen von den klassischen Handwerkzeugen programmieren, steuern und bedienen wir eine Vielzahl von computergestützten Maschinen.
Das bedeutet natürlich auch, dass man viele Arbeitsstunden am Schreibtisch verbringt. Aber es macht eine Riesenfreude, nachher zu sehen wie beispielsweise die verschieden programmierten Fräser unser Werkstück zu dem formen, was wir am Rechner entwickelt haben. Und genau diese Mischung aus traditionell handwerklichem Arbeiten und dem Arbeiten mithilfe modernster Maschinenanlagen macht mir täglich aufs Neue Freude.

In den folgenden Bildern zeige ich euch Beispielergebnisse, die dieses Zusammenspiel aus Tradition und Technik verdeutlichen:

Intarsienarbeiten auf einer Rahmenfüllung.

Präzisionsgefräste Gitter, die innerhalb einer Rahmenfüllung sitzen.

Zu sehen sind gefräste Mäanderleisten, Lisenen und geschnitzte Elemente.

Viele einzelne Frästeile ergeben nachher ein Gesamtbild, das die Räumlichkeit kunstvoll ausschmückt.

Das ist Spaß, Leidenschaft und Freude an der Arbeit. Das macht unser Job möglich, meine Empfehlung an euch: Tischler/in werden!

Das erste Lehrjahr ist durch!

Es ist so weit, endlich kein Ersti mehr! Am 31. August startete ich mit vielen anderen Auszubildenden in Sachsen in das zweite Lehrjahr. Rückblickend ging alles total schnell und die Vorstellung, dass nun ein Drittel der Ausbildungszeit hinter mir liegt, ist mega komisch 😀

Wenn ich nun durch meine Bilder des letzten Jahres schaue und sehe, wie meine persönliche Entwicklung in Bezug aufs Tischlerhandwerk vorangegangen ist, dann habe ich ein gutes Gefühl, dass ich nach den drei Jahren so ausgebildet bin, dass man mich mit gutem Gewissen auf die Holzbestände dieser Welt loslassen kann.

Der Hocker.
Eines der ersten Werkstücke meiner Ausbildung. Alles in Handarbeit gefertigt, mit groben Verbindungen.

Drei Stifte-Kistchen.
Mit winzigen, zarten Verbindungen und einigen maschinellen Bearbeitungen. Eine meiner letzteren Arbeiten im 1. Lehrjahr.

Auch wenn man als Laie den Unterschied zuerst nicht direkt sieht, kann ich euch sagen, dass zwischen diesen zwei Arbeiten viel Blut, Schweiß und Tränen geflossen sind. Aber es hat sich gelohnt! Und jetzt schaue ich gespannt und mit Vorfreude auf das kommende zweite Ausbildungsjahr.

Designhocker aus Esche

Dieser Hocker entstand in einer unserer überbetrieblichen Ausbildungen. Bei dieser stand der anwendungsbezogene und sichere Umgang mit unterschiedlichen Maschinen im Vordergrund.

Mit der bereits vorhandenen Zeichnung erstellten wir zu Beginn einen entsprechenden Arbeitsablaufplan und eine Holzliste.

Anschließend erfolgte die Bearbeitung der Holzbretter an unterschiedlichen Maschinen. Zunächst wurden hierfür die Bretter mit der Handkettensäge abgelängt und an der Formatkreissäge besäumt. Das Aushobeln auf die entsprechenden Endmaße erfolgte danach an der Dickenhobelmaschine.

Aus den gefertigten Leisten entstanden die Füße, die Querholme und die Sitzleisten für den Hocker. Diese wurden in weiteren Schritten und an unterschiedlichen Maschinen bearbeitet, um die Verbindungen der einzelnen Teile herzustellen. Die Zapfenverbindungen der Füße und Querholme wurden dabei an der Tischfräse gefertigt.

Nach dem Verleimen dieser beiden Teile folgten nochmals einige Bearbeitungsschritte, bevor anschließend der ganze Hocker verleimt werden konnte. Zum Schluss nur noch Ölen und fertigt ist der Designhocker.

CNC gleich CNC?

Wie versprochen folgt nun mein Blogbeitrag zur etwas anderen CNC. Wenn wir über eine CNC reden, dann denken wir direkt über die Anzahl der Achsen nach, ob es eine Nesting Maschine ist, was für Aggregate uns bei der Produktion zur Verfügung stehen oder welche Werkstückbreite wir auf den Tisch spannen können. Klar, die meisten nutzen die klassische CNC ja auch für den Möbelbau oder zum Fräsen von Freiformen.
Doch vor Kurzem bin ich in den Genuss gekommen mit einer CNC Drechselbank zu arbeiten. Das hat mich so beeindruckt, dass ich sofort versucht habe, für euch ein Video zu machen. Im Gegensatz zur klassischen Drechselbank haben wir hier nur ein einziges Werkzeug nötig. Ich finde das Ganze sehr beeindruckend, aber macht euch einfach selbst schnell ein Bild von der Maschine:

Na, wer ist genauso begeistert wie ich?
Habt ihr erkannt, was es geworden ist?
Für alle, die nicht wissen, was es ist, und die Ausbildung als Tischler bzw. Schreiner anstreben, informiert euch mal über den ,,Klüpfel“. Den werdet ihr so einige Male gut gebrauchen können. 😉

Urlaub zu Hause!

Im letzten Jahr hatte ich leider wenig Zeit für meinen Garten und es ist einiges auf der Strecke geblieben. Die vergangenen Urlaubswochen habe ich genutzt, die Steinhütte im Garten zu renovieren und auszubauen. Angefangen habe ich damit, die alte und heruntergekommene Wand- und Deckenverkleidung herauszureißen. Als die Dachbalken freigelegt waren, erkannte man, dass zwei Stück völlig hinüber waren und ausgetauscht werden mussten. Dabei hat mir ein bekannter Zimmermann geholfen, und das Problem war schnell gelöst.

       

Anschließend haben wir die Decke mit lackiertem OSB verkleidet und die Wände mit einem Kalkanstrich versehen, um Feuchtigkeit und Schimmel vorzubeugen. Die Laube besteht aus zwei Etagen, in denen wir Laminat verlegt haben, welches von einer Baustelle übrig geblieben war. 🙂

Ziel für dieses Jahr ist noch die jetzige Treppe, die eher einer Hühnerstallleiter ähnelt, zu erneuern.

 

 

 

 

 

 

 

Nebenbei wachsen wieder zahlreiche Nutzpflanzen und fürs Auge ist natürlich auch was dabei.

 

Liegengebliebene Projekte bearbeiten

Wegen des Meisterstücks musste ich einige Projekte auf die lange Bank schieben. Die letzten Wochen hatte ich nun endlich Zeit, diese abzuarbeiten.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Vitrine, die ich in der Meisterschule entworfen und schon begonnen hatte zu bauen. Sie hat jetzt noch eine Schellackpolitur und schöne alte Scheiben bekommen.

Leider schleift die Tür beim Schließen ein wenig auf dem Unterboden. Grund dafür ist, dass die Scheiben in dieser Größe etwas zu schwer sind. Beim nächsten Mal werde ich die Tür bewusst leicht schief einbauen, um dem Gewicht entgegenzuwirken.

Designerlampe Teil II

Könnt ihr euch noch an meinen letzten Blogeintrag erinnern? Ich hatte die Aufgabe, mehrere verschiedene Designerlampen aus Organoid zu entwerfen und diese anschließend zu produzieren.  Im letzten Arbeitsschritt galt es, die MDF-Ringe zu ölen und die Organoid-Lampenschirme zu verkleben. Und so ging es danach weiter:

Hier verklebe ich gerade die einzelnen Bauteile, also die MDF-Ringe mit dem Lampenschirm. Sobald der Kleber getrocknet ist, geht es an die Elektrik.

Es funktioniert! Die Glühbirne leuchtet.

Hier seht ihr das erste Modell. Dieses wird von der Decke abgehangen und ist von der Form her eher lang gezogen.

Das zweite Modell wird direkt an der Decke befestigt, hebt sich jedoch durch die kleine Schattenfuge jedoch etwas davon ab. Da dieses Modell einen deutlich größeren Radius hat, habe ich hier zwei Glühbirnen verbaut.

In meinem nächsten Beitrag zeige ich euch etwas ganz Interessantes bezüglich der CNC-Technik. Allerdings geht es nicht um eine 3-Achs, 5-Achs oder sonst etwas, sondern um das Thema Drechseln! Also fleißig den Blog lesen, es lohnt sich! 😉

Auf dem Holzweg? Nicht mit uns!

Zu Beginn der Sommerferien fand bei uns dieses Jahr die Spielaktion „Auf dem Holzweg? Nicht mit uns! Nur die richtige Strategie führt ans Ziel!“ statt.

Sechs Kinder bauten gemeinsam mit den Azubis das Spiel „Rush-Hour“. Dabei wird strategisches Denken auf einfache und spielerische Weise trainiert. Das Ziel dabei ist es, sich mit dem Eiswagen einen Weg zur Ausfahrt zu bahnen, um dem Stau zu entkommen. Die Spielklötze dürfen dabei nach vorne, hinten, rechts oder links verschoben werden.

Das Spielbrett wurde vorab programmiert und auf der CNC-Maschine bearbeitet. Am Ferienspieltag durften die Kinder die Kanten des Spielbretts mit der Oberfräse bearbeiten. Mit einer entsprechenden Bohrschablone wurden anschließend Löcher auf der Unterseite des Brettes gebohrt. Diese dienten zur Befestigung von entsprechenden Weichpuffern, die einen guten Halt auf der Unterlage gewährleisten. Der im Brettspiel vorgesehene Ausgang wurde von Hand gesägt und mit dem Stemmeisen ausgearbeitet.

Daraufhin folgte etwas Schleifarbeit an den Klötzen und schließlich das Bemalen mit den unterschiedlich vorgesehenen Farben.