Kombination aus Kork und Esche

Bei uns im Betrieb ist es Teil der Ausbildung, dass jeweils einer ein eigenes Möbelstück entwirft und wir es im Rahmen von zwei Wochen gemeinsam bauen.
Einer unserer Azubis hatte eine Garderobe entworfen, für die wir uns dann auch entschieden haben.
Hier seht ihr sie schon einmal, damit ihr auch eine Vorstellung habt wovon ich rede …

Da die Front mit den Schubkästen geschwungen ist, mussten wir zunächst einmal ein Gesenk bauen (sozusagen die Negativform), um die Schubkastenfronten in den richtigen Radius zu pressen.

Wir teilten uns in Zweiergruppen auf, die jeweils eine Aufgabe übernahmen.
So beschäftigten sich Manche mit dem Rahmen, Andere mit dem Korpus und Einige mit den Schubkästen.
Das schwierige daran war, dass am Ende alles zusammenpassen musste.
Gar nicht so einfach, bei so vielen verschiedenen Leuten.
Am Ende hat dann aber zum Glück alles zusammengepasst.

Ein kurzes Wort noch zu den verwendeten Materialien.
Die benutzte Holzart ist hier die Esche. Beim Korpus lediglich als Furnier, beim Rahmen aber logischerweise als Massivholz.
Auf die Rückwand und auf die Schubkästen wurde Kork angebracht. Dieser hat jedoch nur optische Bedeutung.

Geschäftsräume zum Wohlfühlen

Bei uns werden Geschäftsräume erschaffen, die durch ihre Gestaltung und ihre individuelle Nutzbarkeit begeistern. Dazu können unter anderem auch Aufenthaltsräume, Küchen, etc. gehören. Heute zeige ich Euch einen modernen Aufenthaltsraum, der durch seine Gestaltung eine stimmige Atmosphäre innerhalb des Arbeitsraumes bzw. Arbeitsplatzes schafft. Hier sollte für das Wohl der Angestellten bestens gesorgt sein. Die hochwertige Küche und die dafür speziell hergestellten Sitzgelegenheiten passen nicht nur gut zu dem bestehenden Ambiente, sondern überzeugen vor allem durch Bequemlichkeit und Design. Eine moderne, zeitlose Geschäftsausstattung, die durch Funktion und Optik überzeugt.

Eine moderne Küchenanlage mit LED Beleuchtungen verleiht dem Raum eine sehr Wohlfühl-Athmosphäre.

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Ein Tisch der besonderen Art

Mein Ausbildungsbetrieb ist unter anderem für seine hochwertigen Büromöblierungen und -designs bekannt.

Der aktuelle Auftrag ist sehr exklusiv und definitiv nichts für Anfänger. Es handelt sich hierbei um einen Konferenztisch. Dieser misst eine Länge von 7,2 Metern und eine Breite von 2,3 Metern. Er ist mit geräuchertem Eukalyptus furniert und natur lackiert. Die Mittellage ist hierbei mit Leder in hellem grau bespannt.

Der Wangen-Unterbau ist prismatisch und enthält eine integrierte Kabelführung. Mit seiner Größe und dem besonderen Furnier ist dieser Konferenztisch ein besonderes Exemplar der Büromöblierung.

Kubb-Spiel

Bereits in der ersten Schulwoche überraschte uns unser Lehrer im Fach BPK (Berufspraxiskunde) mit einem kleinen Spaziergang zu einer nahe gelegenen Wiese, um das Kubb-Spiel, auch Wikingerschach genannt, zu spielen. Ich selbst kannte es bis dahin noch nicht, fand aber sehr schnell Gefallen daran. Der Grund für unseren kleinen Ausflug war das Kennenlernen der Spielfiguren, um sie in den nächsten Wochen selbst herzustellen. In einem Kubb-Set sind üblicherweise ein König, 4 Spielfeldbegrenzer, 10 Kubbs und 6 Wurfhölzer. Der erste Schritt bestand aus dem Zersägen und Spalten des Stammes einer Esskastanie. Im Folgenden haben wir mit Hilfe eines Klüpfels (Holzhammers) und eines Hohlbeitels die Oberfläche des unbehandelten Holzes bearbeitet. Im Vordergrund stand hierbei, die Fasrigkeit des Holzes zu erleben, während man gleichzeitig etwas gestaltet.

Meine Klasse mit unseren jeweiligen Kubb-Königen.

Im Anschluss haben wir uns mit den Kubbs beschäftigt. Dafür haben wir zu Beginn passendes Holz ausgewählt. In diesem Fall haben wir uns für Roteiche entschieden. Diese haben wir grob abgelängt und eine Seite mittels einer Hobelmaschine abgerichtet. Danach musste natürlich eine Kante dazu rechtwinklig angefügt werden. Nun haben wir die parallele Breite sowie die Dicke angerissen und ausgehobelt.

Gegen Ende mussten die Kanten mit Fasen von 3 mm in einem Winkel von 45° versehen werden, bevor das Holzstück mit einer japanischen Säge von uns genau abgelängt wurde. Zum Schluss hobelten wir noch das Hirnholz sowie die oberen und unteren Kanten, um auch hier die Fasen anzufertigen.

Hier noch ein kleiner Ausschnitt unserer Arbeitsmaterialien und unserer Werkzeuge.

Arbeit im Urlaub: ein kleines Dankeschön

Ich bin vor kurzem mit ein paar Freunden nach Polen in den Urlaub gefahren. Unser Ziel war ein kleines Dorf in der Nähe von Drawsko Pomorskie bzw. der Ferienhof einer Bekannten. Der Bauernhof ist sehr alt und voller Charme – genau mein Geschmack. Neben unendlich großen Ackern, einem eigenen kleinen „See“ und unzähligen Obstbäumen gab es allerdings auch Einiges an Arbeit. Da wir uns dazu entschlossen hatten, jeden Abend am Lagerfeuer zu sitzen, musste auch dementsprechend viel Holz gehackt werden. Außerdem gab es einen jahrzehntealten Holztisch und zwei Bänke, die schon ausgedient hatten.

So sahen Tisch und Bänke vor einigen Jahren aus, ein aktuelleres Bild habe ich leider vergessen zu machen. Mittlerweile waren Bänke und Platte so gut wie durch. Beim ersten Frühstück wäre sie schon fast ineinander gefallen 😀

Meine Freunde und ich mussten nicht lange überlegen und kamen auf die Idee, die Bohlen, die in der Scheune standen, zu einer neuen Tischplatte zu bauen. Allerdings gab es nur sehr bedingt Werkzeug. Einen Akkuschrauber gab es nicht, ebenso wenig eine Handkreissäge. Alles, was wir finden konnten, waren eine alte Bügelsäge, einen Hammer, einen einzelnen Bock sowie einen alten Schwingschleifer.

Zum Glück waren es nur Fichtenbohlen, diese ließen sich auch ganz gut per Hand sägen.

Einen Zollstock oder ein Maßband konnten wir auch nicht finden, daher haben wir ein Stück Schnur genommen und die Länge der alten Platte markiert. Nicht auf den Millimeter genau, aber nun gut 😀

Die Platte von unten, wie man sieht ist alles weder gerade noch geschliffen. Das passt allerdings zum Rest des Grundstücks und gefiel allen Beteiligten auch so 🙂

Die Beine des alten Tischs haben wir behalten, da diese noch halbwegs akzeptabel waren und weil wir kein Holz mehr übrig hatten.

Nach dem Anbringen der Platte, haben wir uns an die Bänke gemacht, da die Alten komplett morsch waren. Wir haben sie nach demselben Prinzip der Tischplatte gebaut.

Danach musste alles noch mit dem Schwingschleifer geschliffen werden. Das alleine hat sehr lange gedauert, weil die Bohlen sägerau waren. Alle Oberflächen wurden zum Schluss noch mit Öl behandelt, um sie zumindest ein wenig wetterfest zu machen. Mit der Zeit werden wahrscheinlich Risse entstehen, da die Nägel das Arbeiten des Holzes verhindern, aber das schauen wir uns dann beim nächsten Urlaub an 😛

So sah das ganze dann am Ende aus – rustikal und  einfach.

Den Tisch haben wir als Dankeschön gebaut, da unsere Bekannte partout kein Geld für Strom, Wasser und Obdach annehmen wollte! Dieser Beitrag soll euch zeigen, dass es auch mit sehr einfachen Mitteln möglich ist, ein kleines Wochenendprojekt zu zimmern! Wenn ihr also darüber nachdenkt, eine Ausbildung zum Tischler zu machen, fangt am Besten jetzt schon an, euch Projekte auszudenken 🙂

Immer auf dem neusten Stand!

Es ist wichtig, den Betrieb immer auf dem neusten Stand zu halten, egal ob mit Maschinen, mit Werkzeug oder auch einfach nur mit den neusten Ideen oder Techniken.

Hier könnt ihr die neuste Tischfräse der Fa. Hofmann sehen. Hier fehlt es fast an nichts. Sie ist nicht nur einfach zu bedienen, sondern auch unglaublich „schlau“.

Das ist Hightech pur. Ihr habt regelmäßige Arbeitsgänge im Betrieb und müsst ständig die Maschine neu dafür rüsten? Schluss damit! Hiermit geht es viel einfacher und zeitsparender 🙂
Man kann hier jedem Werkzeug oder auch mehreren ein Programm zuweisen. D.h. man muss nur noch das Werkzeug einbauen, das Programm wählen und die Maschine stellt sich selbst darauf ein, sodass man direkt loslegen kann, sogar der Vorschub stellt sich ein!

Für bestimmte Arbeitsgänge wie z. B. Rundungen fräsen, muss man den ganzen oberen Teil, der auf der Maschine sitzt, abnehmen können, daher noch eine Erleichterung:

Der Greifarm (umgedrehtes U) links hinten ermöglicht rückenschonend und ganz leicht und schnell den „Abbau“ bzw. Umrüstvorgang der Maschine.

Mein Ausbildungsbetrieb

„Möbel. Menschen. Miteinander.“  so lautet die Firmenphilosophie meines Ausbildungsbetriebs Becherer Möbelwerkstätte Innenausbau GmbH. Vor über 100 Jahren wurde die Schreinerei als Familienunternehmen gegründet und befindet sich noch heute im Familienbesitz.

Das Leistungsspektrum erstreckt sich auf Arztpraxen, Ladenbau, Gastronomie, Hotels, Wohnen, öffentliche Gebäude, Küchen und Büros. Hierbei arbeiten Designer, Architekten und Schreiner eng zusammen, um dem Kunden ein anspruchsvolles und individuelles Produkt in hoher Qualität präsentieren zu können. Für ein gelungenes Ergebnis arbeiten wir nicht nur mit Holz, sondern verwenden auch andere Materialien und erschaffen mit  Licht und Akustik formschöne Wohlfühlräume.
Um diese Ziele zu erreichen, braucht es ein kreatives und leistungsstarkes Team. In meinem Ausbildungsbetrieb arbeiten rund 60 Mitarbeiter in allen Altersstufen. Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden. Von Montag bis Donnerstag arbeiten wir von 7:00-17:00 Uhr und am Freitag von 7:00-12:15 Uhr. Dabei haben wir von 9:00-9:15 Uhr Vesperpause und von 12:00-13:00 Uhr Mittagspause.

Jeder Handwerker hat hier sein eigenes Schließfach.

Unser Aufenthaltsraum enthält eine Küche, die wir täglich nutzen.

 

Oberflächenvielfalt

In den vergangenen zwei Wochen durften wir im Zuge der Ausbildung an einem Oberflächenlehrgang teilnehmen.
Vor einiger Zeit haben die anderen Blogger schon einmal über ihre Erfahurungen beim Oberflächenlehrgang berichtet, deswegen halte ich mich ein bisschen kurz und zeige euch einfach ein paar Oberflächen, die mir sehr gut gefallen.
Insgesamt haben wir in der Zeit eine ganze Menge an Musterplatten in unterschiedlichten Farben und Ausführungen hergestellt.
Die meisten könnt ihr hier sehen, jedoch sind sie alle auf der Rückseite nocheinmal anders gestaltet.

Eine Fläche, die mir sehr gut gefallen hat, war diese: Dafür wurde Holz gebürstet und anschließend dunkel eingefärbt. Nach einer Trockenzeit wurde noch ein weißer Lack aufgebracht. Nachdem dieser trocken war, durften wir alles wieder kaputt machen. Mit Hammer, Schleifpapier und allem, was man fand, richteten wir das Brett zu, bis es uns optisch gefiel.

Beim diesem Muster wurden Farbige Pigmente in die Holzstrucktur eingearbeitet.

Bei dieser Wassertropfenoptik wurden echte Wassertropfen angesprüht, sodass sich während der Trocknung der Tropfen die Farbe niederlegt und somit diesen Effekt erzeugt.