ProHolz NRW – klingt gut! Aber was steckt dahinter?

Vor Kurzem wurde ich als Tischler und Blogger zu einer Veranstaltung von ProHolz NRW eingeladen. Dabei sollte es vorrangig um die Erarbeitung möglicher Lösungsansätze für den aktuellen Fachkräftemangel gehen – und das klang erst mal interessant. Ich beschloss also, mir das Ganze anzusehen, und fuhr in das Bildungszentrum Holz im Sauerland.

Dort erfuhr ich zunächst einmal, was sich hinter ProHolz NRW eigentlich verbirgt. Es ist eine Clusterinitiative, die sich übergreifend mit allen Gewerken befasst, die etwas mit dem Werkstoff Holz zu tun haben. Das geht vom Waldarbeiter, über die Sägewerke bis zum Tischler. Sogar die Holzingenieure gehören dazu.

So waren wir also vor Ort: zahlreiche verschiedenartig ausgebildete Fachkräfte mit unterschiedlichsten Berufshintergründen. Eingangs wurde ein interessanter Vortrag gehalten, und danach ging es an die Arbeit.
In Kleingruppen beschäftigten wir uns mit dem Thema Fachkräftemangel. Gemeinsam überlegten wir, wie es gelingen könnte, bei jungen Menschen mehr Interesse für den Rohstoff Holz und das Arbeiten mit demselben zu erwecken. Aus eigener Erfahrung kann ich nämlich sagen, dass das Arbeiten mit Holz nicht nur vielfältig und interessant, sondern auch sehr zufriedenmachend ist.  Doch oft haben die jungen Leute ganz falsche Vorstellungen davon.

So kamen wir zu dem Ergebnis, dass in einem ersten Schritt die Kommunikation und der Gesamtauftritt der Clusterintiative derart gestaltet werden sollte, dass sich dort alle Gewerke  wiederfinden und man über die Clusterintiative Informationen zu allen Bereichen erhält. Also quasi eine Plattform, die mit sämtlichen Fachverbänden, Gewerken, Handwerkskammern und Schulen gemeinsam an Lösungen arbeitet. Denn gemeinsam ist man stark. An einem Strang zu ziehen, ist wichtig, umso mehr jetzt, wo den Betrieben allmählich die Fachkräfte ausgehen und die inländische Produktion immer weiter zurückgeht. Das Handwerk und der gesamte Mittelstand sind Motor der deutschen Wirtschaft – auch deshalb gilt es, sie zu stärken. Dafür braucht es auch das Zutun der Politik. Zeit zum Handeln also.

Im Tischler- und Schreinerhandwerk leisten dahin gehend der Bundesverband Tischler Schreiner Deutschland sowie die Landesverbände und Innungen schon großartige Arbeit für die Betriebe – dafür an dieser Stelle mal ein Dankeschön! Auch auf die Nachwuchsgewinnung wird hier ein besonders großes Augenmerk gelegt – mit kreativen und öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen.

Aber nun noch mal zurück zu den Fragestellungen, die uns im Rahmen des ProHolz-Treffen beschäftigten. Wie gelingt es, in den Köpfen der Leute wieder ein zeitgemäßes Bild des Handwerks zu schaffen?

In unserer Arbeitsgruppe waren wir uns schnell einig, dass man die Verbindung zum Werkstoff Holz ab dem Kindesalter mehr stärken sollte. Welches Kind spielt nicht gerne mit Holzbauklötzen? Doch im Verlauf der schulischen Ausbildung wird das Arbeiten mit Holz und anderen Werkstoffen eher als Hobby betrachtet und nicht als potenzielle Jobmöglichkeit. Zwar kommen die Kinder und Jugendlichen im Rahmen von Kunst- und Werkunterricht mit verschiedenen Materialien – und eben auch mit Holz – in Berührung, aber halt nur sehr oberflächlich. Des Weiteren wären Betriebsbesichtigungen und konkrete, praktische Einblicke in die modernen Betriebe sinnvoll – auch für die Schüler und Schülerinnen der Gymnasialzweige. So lässt sich am besten ein zeitgemäßes Berufsbild der einzelnen Gewerke vermitteln. Ein Tischler zum Beispiel arbeitet heutzutage überwiegend mit modernsten computergesteuerten Maschinen. Hier programmieren sogar Auszubildende fünfachsige CNC-Maschinen und aus der traditionellen Hobelbank sind längst moderne Arbeitstische mit Vakuumspannvorrichtungen geworden.

Im Zuge dessen sollte man meines Erachtens auch das Ausbildungssystem der Tischler überdenken. Gerade in NRW finde ich das Ausbildungssystem etwas veraltet. Das händische Zeichnen und die Fähigkeit, klassische Holzverbindungen herzustellen, sind wichtig – keine Frage. Aber beinah noch wichtiger sind inzwischen die Bedienung moderner CNC-Maschinen und das Beherrschen von CAD-Programmen und den entsprechenden CAD/CAM Anbindungen. Um all das der jüngeren Generation zu vermitteln bräuchte es am besten junge, engagierte Botschafter des Handwerks, die vor Ort praktische Einblicke geben. Damit wieder mehr junge Menschen Lust bekommen, sich professionell mit dem aus meiner Sicht interessantesten Werkstoff überhaupt zu beschäftigen – mit Holz!

 

Kommt vorbei! ;)

Heute war es endlich so weit, wir durften unsere Gesellenstücke nach Stuttgart ins Haus der Wirtschaft bringen, in dem nur die besten auf Landesebene  ausstellen dürfen, und wo sie auch noch mal bewertet werden.  Bald beginnt die Ausstellung und dann dürfen wir am 3. Dezember unsere Stücke wieder abholen. Ich bin schon sehr gespannt, alle Gesellen der einzelnen Stücke zu sehen und auch kennenzulernen. Heute durfte ich schon ein paar interessante Bekanntschaften machen und finde es spannend zu sehen, dass wir zwar alle mehr oder weniger in der gleichen Situation gesteckt haben, aber jeder etwas anderes, ganz eigenes entwickelt hat. Jedes Stück wirkt für sich und hinter jedem steckte eine eigene Geschichte.

Hier, ein kleiner Vorgeschmack 🙂

Aber ich will nicht die ganze Spannung vorwegnehmen, deshalb gibt es auch erst mal nicht mehr Bilder.
Ich kann euch aber verraten: Es lohnt sich, vorbeizuschauen! Es sind sehr interessante und schöne Sachen. Kommt vorbei und bestaunt, bewundert und genießt unsere mit Mühe und Liebe gefertigten Gesellenstücke.

 

 

Lieblingsfach Kunst

Der erste Teil des Meisterkurses (der Betriebswirt) ist nun schon vorbei. Jetzt geht es mit dem fachbezogenen Teil weiter.

Und so, wie es aussieht, habe ich auch bereits mein Lieblingsfach gefunden. Ähnlich wie damals in der Schule macht mir das Zeichnen  – damals war’s der Kunstunterricht – unglaublich viel Spaß.

Glücklicherweise haben wir einen spitzenmäßigen Dozenten, der mit uns auch schnelles, aber trotzdem ansprechendes Entwerfen und Zeichnen trainieren will. In der ersten Stunde hat er uns jedoch erst einmal Beispielbilder gezeigt und uns verschiedene Materialien vorgestellt. Unter anderem auch Aquarellbuntstifte. Ich muss sagen, die haben es mir schon sehr angetan, und so konnte ich es die letzten Tage nicht lassen, sie in freier Zeit ausgiebig zu testen.

25 Jahre in Holz – ein Grund zum Feiern!

Zuerst einmal möchte ich mich für meine längere Schreibpause entschuldigen – nach der Ausbildung brauchte ich etwas Muße, um mich umzuschauen. In der Zwischenzeit habe ich meinen Ausbildungsbetrieb verlassen, in einem neuen Betrieb angefangen, bin umgezogen um dann letztlich zu meinem Ausbildungsbetrieb zurückzukehren – Stress pur! Aber jetzt ist zum Glück wieder Ruhe eingekehrt.

So, und nun zum eigentlichen Post – mein Ausbildungsbetrieb ist 25 Jahre alt geworden! Angefangen hat der Betrieb in Düsseldorf Oberkassel und ist nach zehn erfolgreichen Jahren dann gezwungenermaßen nach Mönchengladbach gezogen, weil in Oberkassel zu der Zeit viel abgerissen und gebaut worden ist. Die beiden Geschäftsführer Peter Schneider und Norbert Kaumanns sind beide gebürtig aus Mönchengladbach, ihr Arbeitsweg hat sich dadurch natürlich erheblich vereinfacht.

 

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Sind Schrammen und Kratzer immer schlimm?

Zur Aufklärung: die Rede ist von alten Möbeln und Gegenständen. Hat man es einmal mit einem Möbel zu tun, das vielleicht hundert Jahre  oder noch älter ist, stellt sich die Frage, wie man am besten mit der alten Oberfläche umgeht.

Meine persönliche Meinung ist, dass die Oberfläche möglichst immer so bleiben sollte, wie sie über die vielen Jahre gewachsen ist, denn das ist genau das Spannende an den alten Sachen. Sie haben Umzüge, Kriege und andere Ereignisse mitgemacht, welche oft Spuren hinterlassen haben. Meist nehme ich nur eine Reinigung vor und poliere die Fläche ein wenig nach, wenn diese zu sehr angegriffen ist.

Diese Kiste zum Beispiel wurde nur leicht gereinigt.

Natürlich ist das nicht immer möglich. Es gibt auch Fälle, da ist Schleifen der einzige Weg. Doch grundsätzlich alles zu schleifen, damit es wie neu aussieht, trifft nicht meinen Geschmack.

Wandverkleidungen

Als Schreinerei, die sich  auf den hochwertigen Innenausbau spezialisiert hat, dürfen wir individuellste Raumlösungen für Privat- und Geschäftskunden entwickeln. Für einen unserer Geschäftskunden sollen wir zurzeit Wandabwicklungen fertigen. Diese besteht aus einer durchgängig verkleideten Wand sowie einer Medienwand mit integrierten Monitoren etc. Beide Wände sollen schallgeschützt sein. Außerdem müssen alle Bauteile einzeln abgenommen werden können, da hinter den Wandabwicklungen die gesamte Medienanlagen- und  Klimatechnik liegt. Die Schallschutzelemente werden durch eine spezielle Frästechnik hergestellt und mit Nussbaumfurnier belegt. Anschließend werden die Elemente lackiert. Die Maserung läuft selbstverständlich durch 😉

Hier seht ihr die Zeichnung zur Medienwand …

Und so sieht sie zusammengebaut in der Werkstatt aus.

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Sächsische Meisterschaften der Tischlergesellen 2019

Nach dem Ablegen meiner Gesellenprüfung bekam ich einen Brief, in dem stand, dass ich aufgrund meiner guten Leistungen in der Gesellenprüfung zur Teilnahme an den „Sächsischen Meisterschaften der Tischlergesellen“ in Leipzig eingeladen bin.

Dieses Wochenende war es dann endlich so weit. Im Voraus hatte ich mir überlegt, dass es vermutlich schwer werden dürfte, bei den besten Gesellen aus Sachsen mithalten zu können oder vielleicht sogar platziert zu werden.
So viel kann ich schon mal verraten: für eine Platzierung hat es auf jeden Fall gereicht.

Wir starteten also Freitag früh um 8 Uhr mit einer kurzen Belehrung und bekamen anschließend eine Zeichnung vorgelegt. Wie immer braucht es eine Weile, bis man die Fülle an Informationen im Kopf richtig sortiert hat. Doch als es so weit war, konnte es mit Vollgas losgehen.
Wir verbrachten den ganzen Tag damit, möglichst schnell und sauber alle erforderlichen Punkte abzuarbeiten, um am Ende das Stück bestmöglich fertigzustellen.
Da wir uns alle voll aufs Bauen konzentrierten, verflog die Zeit wie nichts und im Nu war es Abend.


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Massivholzfräsung

Vor Kurzem wurden bei uns jede Menge Bankelemente aus Massivholz gefertigt. Nachdem die Bohlen aufgetrennt wurden und die Bearbeitung mit dem Abricht- und Dickenhobel geschafft war, ging es wieder ans Programmieren der CNC-Daten. Hierbei musste vor allem beachtet werden, dass man nicht entgegen der Faser fräst, denn sonst reißen diese aus. Deshalb habe  ich mit einem Aufmaß von 2 mm die komplette Kontur vorerst mit einem Schruppfräser ausgefräst. Danach habe ich die einzelnen Konturteile mit einem scharfen links und rechts laufenden Wendeplattenfräser nachgefräst. Natürlich immer schön mit der Faser!

Das Programm entsteht. Ganz schön viele verschiedene Fräsgänge sind hierzu nötig.

So sieht das Ganze dann außerhalb des Bildschirmes aus 😉

Und hier natürlich noch einmal ein Bild der fertigen Teile 🙂