Archiv für den Monat: April 2017

Welche Schraube braucht man wofür?

Es gibt viele Arten von Schrauben – mit Voll- oder Teilgewinde, sowie mit unterschiedlichen Kopf- oder Antriebsformen. Also: Woher weiß ich, welche Schraube ich für mein Werkstück  verwenden soll? Gibt es Unterschiede in der Schraubenhaftung? Was muss ich beim Schrauben alles beachten?

Auf einige Punkte kann ich euch jetzt eine Antwort geben 🙂
Diese Woche haben wir uns nämlich im Berufstheorieunterricht mit Schrauben bzw. Schraubenverbindungen auseinandergesetzt und auch anhand von Versuchen getestet, was bei der Schraubenhaftung und den verschiedenen Verschraubungstechniken alles beachtet werden muss.
Besonders wichtig die sogenannten „Anzieheigenschaften“, denn es gibt Schrauben mit Voll- und Teilgewinde.
Wann nehme ich jetzt was, fragt ihr euch? Wir haben gelernt, dass, wenn man zwei Platten aufeinander schrauben möchte, besser ein Teilgewinde verwendet, denn die obere Platte kann sonst nicht dicht genug an die untere Platte angezogen werden, da das „Gewinde im weg ist“. Mit einem Teilgewinde kann man das vermeiden, da das Gewinde komplett in der unteren Platte ist. ODER: Ihr bohrt einfach vor 🙂 Indem man mit dem Schraubendurchmesser die erste Platte vorbohrt und eine Vollgewindeschraube verwendet, erzielt man denselben Effekt wie mit der Teilgewindeschraube.

Welche Schraubendicke ist nun aber richtig?
Wir haben es getestet! In der Schule haben wir anhand von Versuchen die Spalteigenschaften untersucht und sind zu folgendem Ergebnis gekommen: Je dicker die Schraube und je näher sie sich am Werkstücksrand befindet, desto größer ist die Spaltkraft und desto wahrscheinlicher spalte ich mein Werkstück.
TIPP: Um die Spaltgefahr zu reduzieren, bohrt man mit dem Kerndurchmesser der Schraube vor.

Hier haben wir den Versuch ohne Vorbohren durchgeführt. Links sieht man Ahorn und rechts Eiche, man kann aber nicht pauschal sagen, dass die Spaltkraft bei Eiche geringer ist, denn jedes Stück Holz ist anders.

Die Schraubenhaftung haben mit der Weberpresse getestet. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, hält die Schraube im Hartholz besser als im Weichholz. Bei Hirnholz (hier wird das Holz nicht wie üblich längs zum Stamm, sondern quer zum Stamm geschnitten) schneidet die Schraube die Fasern durch und bei Längsholz reißt es aus. Bei Hirnholz sieht es aus als ob wir vorgebohrt haben, aber bei keinem Versuch haben wir vorgebohrt!
Die Schrauben in Hirnholz halten aber nicht so gut wie im Längsholz.

Unsere Ergebnisse der Schraubenhaftung.

Die linke Schraube war in Hirnholz und die Rechte in Längsholz.

Woher kommt eigentlich das Holz, das wir benutzen?

Die meisten Tischlereien bauen immer seltener Möbel aus massivem Holz, was ich persönlich schade finde. Meist wird eine Spanplatte furniert, dabei kommt auf die Spanplatte eine sehr dünne Schicht Holz drauf, um den Effekt einer massiven Platte zu simulieren.

Ich habe das Glück, in einer Tischlerei zu arbeiten, die häufig mit Massivholz arbeitet! Diese Bohlen kann man vom Lieferanten kaufen und meistens wird es auch bis in die Firma gefahren. Es kann aber auch vorkommen, dass man die Bohlen selbst abholen muss. Das ist natürlich relativ umständlich, da sie oft sehr schwer sind. Heute musste ich mit unserem Lkw ein paar schwere Bohlen abholen und in die Firma fahren. Dabei ist zu achten, das man diese richtig im Lkw sichert, sonst kann es bei einer Kontrolle der Polizei zu Bußgeldern kommen oder im schlimmsten Fall zu einem Unfall, wenn man plötzlich stark bremsen muss.

Ganz schön dreckig.

Die bereits abgeladenen Bohlen: ca. 2m lang und sauschwer!

Wichtig beim Lagern der Bohlen ist, dass man zwischen den einzelnen Bohlen einen Abstandshalter legt, damit sie von allen Seiten Luft bekommen. Und eine davon wird für einen Waschtisch verwendet werden, den seht ihr dann demnächst 🙂

Arbeiten an der Tischfräse

Zu einem hochwertigen Innenausbau gehören auch schon mal speziell angefertigte Fußleisten, die dem Raum den letzten Feinschliff geben. Um ein passendes Profil zu erhalten, habe ich mir die Tischfräse und verschiedene Fräser zu Hilfe genommen. Es waren mehrere Frässchritte bzw. -gänge und ein genaues Einstellen notwendig.

Mit diesem hier wird der erste Fräsgang gestartet.

Viele Möglichkeiten, aber nur wenige, die für diesen Auftrag brauchbar sind.

Genaues Einstellen ist nötig.

So sieht die fertige Leiste dann aus.

Nur noch einen Monat!

Jetzt fängt der Prüfungsdruck an!
Anfang Mai sind die Theorieprüfungen, in denen unser Wissen der letzten drei Jahre abgefragt wird. Hierfür lerne ich jetzt schon seit einigen Wochen fleißig, damit das Ergebnis am Ende auch passt. Naja, soviel zum Theorieteil jetzt aber zum Wichtigstem der Gesellenprüfung: das Gesellenstück.
Wie ich ja schon berichtet habe, werde ich eine Liege anfertigen.
In den letzten Wochen habe ich daher sehr viele neue Zeichnungen, aber auch Modelle angefertigt. Daher möchte ich euch jetzt einmal wieder ein bisschen von meinem Projekt erzählen und mit Bildern verständlicher darstellen 🙂

Einer von vielen Entwürfen meines Gesellenstücks.

Verschiedene Versionen des Seitenteils.

Der Korpus unter der Liege wird nach jetzigem Stand mit Fingerzinken gezinkt , so nehme ich die Lamellen sowie die Zwischenabstände der Liege im Korpus auf.
Somit habe ich das Thema „Zinken“ am Gesellenstück schon abgedeckt, da es ja eines der Voraussetzungen ist.
Im Korpus wird ein Schubkasten aus Massivholz sein, in dem verschiedene Ausfräsungen für Getränke integriert sind. Aber es wird auch eine Klappe darin sein um das Drehteil (auch eine Anforderung an das Gesellenstück) darin unterzubringen. Hier kann man nachher Zeitschriften oder sonstige Utensilien unterbringen.
Als Verschluss werde ich wahrscheinlich einen Druckzylinder verwenden, der zugleich auch als Auszugssicherung dienen soll.

Findet immer mehr eine gute Form oder?

Im Bild sieht man die Liege mit dem Korpus sowie der Schublade.  Also das war es jetzt erstmal von meinem Gesellenstück, aber ich werde euch natürlich noch weiter davon berichten! 🙂

 

Der Deckel wird rund

Aufleimen der Deckelplatte.

Nachdem wir die Bretter gezinkt haben, wird begonnen innen zu schleifen. Endlich können wir verleimen: zuerst den Korpus und dann den Deckel .

Nun folgt der spannende Teil: Die Truhe muss aufgesägt werden, um Deckel und Korpus zu trennen.
Alles gut gegangen…
Der Deckel wird als nächstes rund gehobelt und anschließend auf der Unterseite plan geschliffen (d.h. etwas so schleifen, dass eine gerade, ebene Fläche entsteht).

Rundhobeln des Truhendeckels.

Schnittfläche plan schleifen.

 

TSM 1 – Was ist das?

Diese Woche berichte ich euch über unseren TSM 1 – Maschinenkurs.

Was bedeutet überhaupt TSM 1? TSM bedeutet „Tischler-Schreiner-Maschinenlehrgang“ und die 1 steht einfach dafür, dass es mehrere Teile gibt – 3 Stück insgesamt, die über die 3 Lehrjahre verteilt sind. Wir machen im 1. Lehrjahr den TSM 1 und müssen nach dem Maschinenkurs auch eine Prüfung ablegen, denn unsere Prüfer wollen auch sehen, ob wir die Maschinen bedienen können und ihre Gefahren kennen.

Unser Maschinenkurs besteht teilweise aus Theorie, aber auch aus Praxis. Anhand eines Maschinenkurshefts bekommen wir die Gefahren aufgezeigt, gehen aber dann direkt in die Praxis über. Dabei dürfen natürlich, unter der Aufsicht unseres Lehrers, selbst an die Maschinen. Während des Maschinenkurses stellen wir ein Schlüsselkästchen her, bei dem wir verschiedene Maschinen zum Einsatz bringen, wie zum Beispiel die Formatkreissäge, die Abrichte aber auch viele Handmaschinen, wie die Handkreissäge. Ganz fertig sind wir leider noch nicht. Nächste Woche müssen wir auch noch die Tür machen, die wir uns auf der CNC-Maschine fräsen lassen. Das Programm dazu haben wir uns aber schon geschrieben.

Wie das Schlüsselkästchen fertig aussieht, zeige ich euch beim nächsten Mal! 🙂

Achtung: Die Säge möchte das Werkstück immer vom Anschlag wegziehen. Um einen sauberen Schnitt zu bekommen, muss man das Werkstück fest gegen den Anschlag drücken.

Die Löcher haben wir mit der Ständerbohrmaschine gebohrt und die Ausfräsungen für die Formfedern (auch unter Lamello bekannt) mit der Formfedernutfräsmaschine.

So sieht unsere Tür für das Schlüsselkästchen später aus. Hier haben wir das Programm für die CNC-Maschine geschrieben.