Archiv für den Monat: Februar 2018

Es ist soweit!

Die Zeit ist im Flug vergangen und der März ist da!
Was erzählt der Euch eigentlich irgendetwas über den Kalender, fragt ihr euch vielleicht???
Richtig, Euch betrifft das eigentlich (noch) nicht wirklich, aber die angehenden Tischler- und Schreinergesellen müssen bis zum 1. März 2018 ihre fertigen Projektmappen eingereicht haben. Sind diese DIN gerecht und abgesegnet, dürfen wir demnächst endlich mit dem Bau unseres Gesellenstücks beginnen.
Damit Ihr Euch ein besseres Bild machen könnt, was da eventuell noch alles auf Euch zu kommt, zeige ich Euch jetzt exemplarisch meine Unterlagen 🙂

Auch den Umschlag der Projektmappe kann man mal ein bisschen ansehnlicher gestalten 😉
Aber was findet man da drinnen eigentlich so?

Joa, also ich kann da eine noch geschlossene Mappe, eine Mappe mit sämtlichen Papierkram und eine mit Kopien der Zeichnungen vorfinden … Ob ich das wohl richtig verstanden habe???? Denke schon 😉

In der eben noch geschlossenen Mappe, befinden sich alle originalen Zeichnungen des Gesellenstücks mit dem Firmenstempel und der Unterschrift des Chefs. Und rechts daneben seht ihr meine  Materialliste.

Und hinter der Materialliste versteckt sich noch der Arbeitsablaufplan. Hier könnt Ihr einen Teil davon einlesen 😉

Und es darf natürlich nicht die Stückbeschreibung fehlen!

Und hier befindet sich alles rund um meine Berufsschulzeugnisse, Ergebnisse der Zwischenprüfung, Zertifikate der überbetrieblichen Lehrgänge und andere Formalitäten …

Und zu guter Letzt muss natürlich das vollständige Berichtsheft abgegeben werden!

Und zum Schluss noch ein gut gemeinter Rat an alle zukünftigen Gesellen! Fangt rechtzeitig mit den Zeichnungen usw. an! Es gibt leider immer wieder angehende Gesellen, die auf den letzten Drücker versuchen, noch etwas zu reißen. Das sieht man leider den Mappen an und dafür ist die Arbeit und Liebe zu schade, die Ihr hoffentlich alle in Eure Gesellenstücke investieren wollt!

Die Geschichte vom Molch

Manchmal hat man als Blogger beim Bundesinnungsverband für Tischler und Schreiner sogar das Glück, dass man von Firmen eingeladen wird, die in dieser Branche tätig sind.
Die Firma Remmers (welche Partner des jährlich stattfindenden Wettbewerbs „Die Gute Form“ ist) veranstaltete am 22.02.2018 ein Event allein für die aktiven Blogger.
Ziel war es, die Firma und deren Produktion einmal näher kennenzulernen.
Am Ende wurde das Ganze sogar noch mit einem Besuch der Mayer Werft in Papenburg abgerundet.
Es waren sehr viele oft auch schwer vorstellbare Eindrücke, aber alles der Reihe nach …

Die Firma Remmers wurde 1949 von Bernhard Remmers gegründet und ist immer noch ein konzernunabhängiges familiengeführtes Unternehmen.
Die Remmers-Gruppe ist ein führender Anbieter für bauchemische Produkte, sowie für Holzfarben und Lacke mit rund 1.500 Mitarbeitern. Zudem sind sie auch auf dem Gebiet der Baudenkmalpflege und Restauration tätig.
In Deutschland sind sie mit vier Standorten vertreten. Zwei davon, Löningen und Hiddenhausen, haben wir besucht.

Wir begannen das Event am Nachmittag im Technikum im Standort Hiddenhausen mit einer Vorstellung der Firmengeschichte und der verschiedenen Produktsysteme.

Aber was ist eigentlich ein Technikum?
Um eine gute Qualität sicherzustellen und auch neue Verfahren und Produkte zu testen und entwickeln zu können, wird diese eigene Abteilung benötigt. Hier werden Proben mit Maschinen erstellt, die der Kunde eventuell später auch verwenden kann, oder sich dort sogar erst einmal anschauen kann. Somit steht dort ein großer Fuhrpark an unterschiedlichsten Maschinen, um möglichst so viel wie möglich ausprobieren zu können; alles auf dem neusten Stand der Technik.

Schnelles Produzieren per UV-Trocknung.

So gibt es zum Beispiel Spritz-Roboter, Hydrotrockner oder UV-Trockenanlagen und mittlerweile sogar LED Trocknungsanlagen.
Das Technikum war damit perfekt, um einen Überblick über sämtliche Möglichkeiten der Verarbeitung kennenzulernen. Beeindruckend waren hier auch die Möglichkeiten der Imitation von verschiedenen Materialien, wie Holz oder Marmor, mithilfe von verschieden ausgeformten Walzen.

Vom MDF zum Marmor.

Der Lack kann mithilfe von Walzen aufgebracht werden.

Unterschiedlichste Muster.

Automatisches Lackieren mit Spritzroboter.

Im Anschluss folgte noch eine Führung durch die Produktion.
Hier wurden Lacke hergestellt, die viel auf lösemittelhaltiger Basis gefertigt wurden. Dadurch ist es auch erforderlich, hohe Sicherheitsstandards einzuhalten.
Da durchaus Explosionsgefahr besteht, muss durch Belüftungsanlagen dafür gesorgt werden, dass die Lösemittelkonzentration so gering wie möglich gehalten wird.
Außerdem gibt es so genannte Ex-Zonen von 1-3, die die Explosionsgefahr beschreiben, Dabei ist Nr. 1 am gefährlichsten.
Größtenteils herrschte überall in der Produktion EX-Zone 1.
Damit sind natürlich sehr hohe Auflagen verbunden. Alle in den Räumen verbauten Teile und Geräte müssen geprüft und abgenommen werden um eine Funkenbildung, oder Ähnliches zu verhindern.
Bevor wir die Räume betreten durften, mussten wir auch unsere Handys, Kameras, etc. abgeben und bekamen Erdungsstreifen an die Schuhe, um Funken durch statische Aufladung zu verhindern.

Interessant ist auch, wie dafür gesorgt wird, dass nicht für jeden unterschiedlichen Lack eine eigene Rohrleitung benötigt wird. Und hier kommen die Molche ins Spiel.
Das sind kleine Reinigungsgeräte, die mit Lamellen versehen sind, um die Rohre wieder von dem vorherigen Lack zu reinigen.
Dazu werden sie mit dem jeweiligen Lösungsmittel des Lackes durch die Leitungen gesteuert und säubern sie dabei gründlich.
Das Verrückte dabei ist, dass sie wirklich gezielt gesteuert werden können, also auch um 90° Ecken.
An kleinen Bahnhöfen werden sie dann regelmäßig gereinigt und gewartet.

Nach der gelungenen Führung machten wir uns auf den Weg nach Löningen, wo wir erst einmal unser Hotel bezogen.
Als sich alle eingerichtet hatten, machten wir uns auf den Weg in ein nahe gelegenes Restaurant, in dem wir den Abend gemeinsam ausklingen ließen.

Alt heißt nicht gleich Müll

Schon lange suchte ich nach einem größeren Satz ordentlicher Bildhauereisen.
Jedoch war es mir zu teuer, diese neu zu kaufen.
Deshalb schaute ich regelmäßig, ob nicht irgendwo einige gebraucht zu bekommen sind.
Und endlich habe ich welche gefunden, nur gibt es einen kleinen Haken: Denn bevor ich sie benutzen kann, müssen sie erst einmal gründlich vom Rost entfernt und ordentlich geschärft werden, doch das nehme ich gerne in Kauf.
Hier einmal zwei Stücke als Beispiele:

Den Rost habe ich mit der Drahtbürste entfernt, ganz grobe Stellen habe ich mit Schleifpapier bearbeitet. Danach habe ich sie gereinigt und leicht gefettet, damit sie nicht so schnell wieder anfangen zu rosten. Anschließend wurden sie noch einmal auf dem Schleifstein gut geschärft.

Und schon sind sie einsatzbereit.

Das Muster zur grünen Küche

Ich bin momentan in der Schule, da gibt es leider nicht allzu viel Großes zu berichten, deswegen schreibe ich diesmal wieder über den Fortschritt zur grünen Küche. Wir haben uns vor Kurzem dem Muster der Küche mit den Fronten aus dem alten Tor gewidmet. Das Muster brauchen wir, um dem Kunden ein Bild seiner Küche machen zu können. Ohne Muster gibt es immer das Risiko, dass das Endprodukt dem Kunden gar nicht gefällt, weil die Farbe doch anders ist, als er es sich vorgestellt hat!

Wir haben dazu ein paar Bretter geschnitten und gehobelt, diese dann gefast und auf eine Multiplexplatte geleimt. Anschließend haben wir das Stück gefälzt und eine Alukante draufgeklebt. Der Plan ist, die Fronten komplett mit einem Alurahmen zu versehen, aber so kann sich der Kunde ein Bild von der Produktion machen 🙂

Ich finde das Muster gelungen und hoffe, auch bald die Küche sehen zu können!

Vielseitigste Arbeiten bietet das Holz!

Der folgende Blogeintrag betrifft nicht unbedingt das alltägliche Berufsleben eines Schreiners, es kann aber durchaus vorkommen 😉
Bei uns in der Gegend wüteten in letzter Zeit heftige Stürme, die so einige Bäume zu Fall brachten.  Auch bei uns im Garten fielen mehrere Bäume …
Also wurde nach Feierabend die Kettensäge angeworfen und es ging rauf in die Baumkrone. Und dann wurde sie Stückchen für Stückchen abgeschnitten und später entastet. Warum erzähle ich Euch das eigentlich?
Ganz einfach! Auch in der Werkstatt kann es passieren, dass ihr mal mit einer Kettensäge eine Bohle ablängen müsst oder Ähnliches.
Also hier ein paar wichtige Tipps:
– die Kette muss immer gut gespannt sein
– sägt man eine längere Zeit, so muss die Kette nachgespannt werden
– die Kette muss am Ende wieder entspannt werden
– nicht mit der Kette in den Dreck und die Erde gelangen, davon wird die Kette stumpf
– die Kettensäge gut festhalten, aber nicht zu viel Druck auf die Kette geben
– schön geschmeidig in den Stamm eintauchen, den Rest macht die Säge von alleine 😉
Und falls ihr mal selber einen Baum fällen solltet, dann schaut mal, ob ihr was vom Stamm gebrauchen könnt 😉 Wir haben unter anderem einen Flieder in Stücke sägen müssen. Ein paar schöne Stücke haben wir jetzt zum Trocknen bei und in der Halle. Wenn die Stämme mal getrocknet sind, werden sie hoffentlich schöne Stämme zum Drechseln sein 🙂 Aber das wird wohl noch etwas dauern…

Eine der Birken ist auf unser Baumhaus gekippt … Das ist jetzt leider ebenfalls nicht mehr zu gebrauchen :/

Ganz schön hoch … Da geht es jetzt mit der Kettensäge im Gepäck hinauf!

Die Stihl Familie vor den ersten Baumabschnitten… Das wird mal gutes Brennholz, aber Schade ist es trotzdem um die schönen Bäume