Alle Artikel von Stefan Ehrler

Das Ziel ist erreicht!

Jetzt bin ich schon drei Wochen ein Schreinergeselle, und meine Lehre ist geschafft!
Viele Vorarbeiten und Planung waren nötig um meine Abschlussarbeit,  das Gesellenstück fertig zustellen. Im Betrieb hatten wir zwei Wochen Zeit, um unsere Teile vorzurichten, was heißt, Holz aushobeln, Teile fräsen, verleimen und noch etliche andere Arbeiten .
Das Finish, wie das Zusammenbauen oder Beschläge einlassen und zinken, wurde dann in der Berufsschule erledigt .
Aber jetzt zu den Bildern:)

Verleimen der Lamellen

Schleifen der Lamellen 😉

Liege Fläche

Gezinkter Korpus

Mein besonderes Gesellenstück

So sieht ein Geselle aus! 🙂

Ich war sehr zufrieden mit der Bewertung meiner Prüfung, für welche ich auch einen Preis bekommen habe. Im Oktober darf ich nach Stuttgart und dort im Haus der Wirtschaft mein Gesellenstück mit drei weiteren Gesellen der Schreiner Innung Hohenlohe vorstellen, worauf ich mich sehr freue.

Es war eine sehr schöne Zeit, in der ich viel erfahren habe und auch viele nette Leute kennen lernen durfte. Danke auch dem Verband für diese Zeit als euer erster Schreiner Blogger, es freut mich sehr, ein Teil des Blogs gewesen zu sein.
Ich möchte mich bei den Lesern des Blogs für das Interesse an  meinen Arbeiten bedanken und den anderen Bloggern viel Glück auf ihrem Weg wünschen.

 

Wie fange ich nur an euch alles zu erzählen?…

Etliche Monate habe ich mich im Hintergrund des Blogs versteckt und die anderen ihre tolle Arbeit machen lassen, die ich sehr loben kann. Warum kamen von mir keine Beiträge? War es Faulheit oder hatte er wirklich keine Zeit, werden sich vielleicht gedacht haben. Wenn es das nur gewesen wäre!!!

Anfang Mai bekam ich einen Brief, in dem mir ein Insolvenzverwalter schrieb, das mein Lehrbetrieb „Schreinerei Wölpert“ Insolvenz sein soll. Als ich diese Schreckensbotschaft bekam, wusste ich zunächst nicht wie es weiter geht …
Was mache ich jetzt?
Wo soll ich meine Ausbildung beenden?
Wer stellt mich bis September noch ein?
Muss ich mein Gesellenstück selber zahlen?

Als wir dann mehrere Infos über den Ablauf der Insolvenz bekamen, machte ich mich mit meinen Kollegen auf den Weg Richtung Arbeitsamt. Hier wurde ich zu einem Ausbildungsberater geschickt, der mich beraten sollte, was aber nicht so gut funktioniert hat. Es war sehr schwer einen Betrieb zu finden, der mich für 4 Monate nimmt und dann noch mein Gesellenstück zahlen muss.
Nach langem Hin und Her entschied ich mich wieder nach Hause zu gehen und dort meine Ausbildung zu beenden.
Wie es lief könnt ihr ja im nächsten Beitrag sehen!

Nur noch einen Monat!

Jetzt fängt der Prüfungsdruck an!
Anfang Mai sind die Theorieprüfungen, in denen unser Wissen der letzten drei Jahre abgefragt wird. Hierfür lerne ich jetzt schon seit einigen Wochen fleißig, damit das Ergebnis am Ende auch passt. Naja, soviel zum Theorieteil jetzt aber zum Wichtigstem der Gesellenprüfung: das Gesellenstück.
Wie ich ja schon berichtet habe, werde ich eine Liege anfertigen.
In den letzten Wochen habe ich daher sehr viele neue Zeichnungen, aber auch Modelle angefertigt. Daher möchte ich euch jetzt einmal wieder ein bisschen von meinem Projekt erzählen und mit Bildern verständlicher darstellen 🙂

Einer von vielen Entwürfen meines Gesellenstücks.

Verschiedene Versionen des Seitenteils.

Der Korpus unter der Liege wird nach jetzigem Stand mit Fingerzinken gezinkt , so nehme ich die Lamellen sowie die Zwischenabstände der Liege im Korpus auf.
Somit habe ich das Thema „Zinken“ am Gesellenstück schon abgedeckt, da es ja eines der Voraussetzungen ist.
Im Korpus wird ein Schubkasten aus Massivholz sein, in dem verschiedene Ausfräsungen für Getränke integriert sind. Aber es wird auch eine Klappe darin sein um das Drehteil (auch eine Anforderung an das Gesellenstück) darin unterzubringen. Hier kann man nachher Zeitschriften oder sonstige Utensilien unterbringen.
Als Verschluss werde ich wahrscheinlich einen Druckzylinder verwenden, der zugleich auch als Auszugssicherung dienen soll.

Findet immer mehr eine gute Form oder?

Im Bild sieht man die Liege mit dem Korpus sowie der Schublade.  Also das war es jetzt erstmal von meinem Gesellenstück, aber ich werde euch natürlich noch weiter davon berichten! 🙂

 

Das Ende rückt immer näher!

Natürlich halte ich euch auch über das Ende meiner Ausbildung weiter auf dem aktuellsten Stand.
Wie ihr schon mitbekommen habt, muss ich ein Möbel selbst entwerfen und planen, das sogenannte Gesellenstück. Jeder Auszubildende kann es nach seinem eigenen Geschmack und Stil planen. Voraussetzung ist, dass es nicht größer als 1,5m² ist und ein Drehteil, einen Verschluss (Schloss) und eine gezinkte Eckverbindung aufweist.

Meine Idee ist ja schon bekannt, ich möchte eine Liege bauen. Hierfür habe ich jetzt schon etliche Schablonen und Versuche gemacht.

Liegenfläche, Formverleimung aus Furnier

Man liegt auf zwei noch nicht so sicher 😉

Am nächsten Tag habe ich dann die Formverleimung (zwei Stück) abgehobelt, damit ich eine saubere Kante habe. Nächster Schritt war es, die Liegefläche ohne großen Materialverbrauch zu konstruieren um einmal Probe zu legen.

Abstandshölzer bohren

Liege verleimen (Prototyp)

In den nächsten Monaten werdet ihr ein wenig mehr etwas über mein Gesellenstück erfahren und hören. Als nächstes werde ich die Seitenteile herstellen und den Korpus konstruieren 😉

 

45° Grad

Diese Woche ging sehr schnell vorbei.
Am Montag hatte ich Theorieunterricht, also Berufsschule. In der Schule haben wir unsere Ideen zum Gesellenstück den Meisterschülern, die uns beraten,  vorgestellt.
Aber dazu berichte ich nächste Woche mehr 🙂 Also schaut vorbei!
Am Dienstag hatte ich dann Urlaub, mittwochs musste ich wieder nach Schwäbisch Hall um am CNC-Unterricht teilzunehmen.

Unterstützung, Durchsprache mit den Meisterschülern

Das heißt ich hatte mit zwei Tagen eine kurze Arbeitswoche im Betrieb.
Donnerstags bekam ich den Auftrag, einen Blendkasten herzustellen.
Dieser soll später bei einer Bank den Briefkasten für die Überweisungen abdecken.
Problem bei uns auf dem Land ist mittlerweile, dass immer mehr kleine Bankfilialen schließen und die Filialen umziehen beziehungsweise umsiedeln.
Naja, nichtsdestotrotz war es ein schöner Auftrag.
Ich bekam vom Büro eine  Skizze sowie eine Materialliste, auf der der Kasten zu sehen war.
Danach konnte ich sofort mit dem Zuschnitt der Platten loslegen .
Als ich dann die Platten geschnitten habe, musste ich die Gehrung (45°Grad Schräge) anschneiden.
Als dann alle Teile zugeschnitten waren, konnte ich diese verleimen.
Nach dem Verleimen habe ich die zwei Kästen geschliffen um die Oberfläche fertig zu machen.

Seitenteil & Deckel

Alle Teile sind perfekt!

Kasten mit Klebeband gespannt zum verleimen

 

Läuft! Aber noch nicht ganz so, wie es soll :)

Ja, wieder ist ein Jahr vergangen und das Ende der Ausbildung rückt immer näher. Nur noch drei Monate , dann stehen auch schon die ersten Prüfungen in der Berufsschule an.
Aber nicht nur die Theorieprüfungen stehen vor der Tür, sondern auch der Bau des Gesellenstücks. Hierfür habe ich mir jetzt, sprich in meiner Urlaubszeit, etliche Gedanken gemacht. Man macht sich sehr viele Gedanken, welches Möbel man herstellen möchte, welche Funktionen oder welchen Zweck es haben soll.

Funktionen sollten in meinem Gesellenstück folgende sein: Pflichtteile, sprich ein Auszug, Verschluss, sowie das Drehteil. Ich möchte daher auch ein Möbel herstellen, das ich auch gebrauchen kann und nach der Gesellenprüfung nicht auf dem Speicher steht. Es sollte ein Möbel sein, an dem man jeden Tag Spaß hat und sich an die Ausbildungszeit zu erinnert.

Als erstes hatte ich die Idee ein Sideboard zu bauen, aber dann dachte ich mir, es kann schon etwas Besonderes werden, eben etwas, das nicht jeder hat. Nach etlichen Stunden Kopfzerbrechen kam ich dann auf die gute Idee, eine Liege zu bauen. Nachdem ich mir Gedanken gemacht habe, sowie unendliche Skizzen hatte, machte ich mich an die Form. Es war wirklich schwer, weil ich mich zunächst sehr an einer Freiform orientiert habe, mit der ich vier Schablonen gebaut hatte. Als die letzte dann passte, musste ich auch einmal einen Prototyp bauen, sprich eine Formverleimung. Hier habe ich mehrere Schichten miteinander verleimt um die Form zu erzeugen, aber das kann man auf den Bildern besser erkennen. 🙂
Der Leim war aufgetragen und musste dann nur noch trocknen!

Am nächsten Tag sah ich auch das Ergebnis, als ich die Liege aus der Form nahm.
Das Ergebnis war…naja …. es wäre eine gute Liege gewesen, die fest ist aber nicht eine zum kippen, dafür war sie einfach zu flach. Deshalb muss ich eine neue Idee bzw. Form finden.
Aber jetzt hab ich schon viel zu viel geschrieben. Es folgen Bilder und Beweise.

Schönen Start ins neue Jahr euch dann noch! 🙂

CnC fräsen

CNC Fräsen

Formeinlage

Formeinlage

Liege

Liege

Leider die falsche Form

Richtige und einzigeste Form

Leider die falsche Form

 

Den Bogen heraus!

So lange musstet ihr auf mich warten: 3 Wochen gab es keinen Bericht. Doch nun erzähle ich euch, wie ich den Bogen wieder hinbekommen habe.
Am vergangen Montag begann ich gleich damit: Zunächst musste ich einen Starkfurnier aus Eschenholz zuschneiden. Als ich dann drei Päckchen mit 6 Streifen hatte, konnte ich mit dem Verleimen der Formteile beginnen. Zwischen den einzelnen Furnierstücken musste ich einen PU-Kleber angeben, um dem Bogen eine garantierte Festigkeit zu geben. Hier, also unten auf dem Bild, könnt ihr die Verleimungen anschauen :).

FormverleimungFertige Verleimungen

Ich musste die Bögen nicht nur verleimen, sondern auch fräsen:)

Anlaufring fräsenSchablone und Profielstab

Auf den  zwei Bildern kann man die Tischfräse sehen, mit der ich einen Profilstab gefräst habe. Dazu habe ich eine Schablone bekommen (dunkle Platte), die mit der CNC-Maschine herausgefräst wurde. Mein Profilstab habe ich von unten angeschraubt, damit dieser mir nicht um die Ohren fliegt. Ja, und dann konnte es mit dem Fräsen der Profile auch losgehen.

Soviel zum Bogen 😉
Euch allen eine schöne Woche!

CAD & CNC ZUKUNFT? ja! :)

Jetzt mal wieder etwas zum Schulunterricht :)!
Bei uns in der Berufsschule haben wir die Chance, eine CNC & CAD Fachkraft zu machen, da wir die Zukunft von morgen sind.
Bei diesem Kurs wird uns alles rund um das Zeichnen und die Übergabe der Zeichnung gezeigt. Es gibt sehr viele Übungen, die wir machen sollen, sowohl in der Schule als auch danach  😉

Je mehr man übt, desto besser klappt es nachher auch: Denn Übung macht den Meister.
Dieser Kurs dauert ein Jahr, also nur das 3. Lehrjahr. Am Ende muss jeder Schüler eine Prüfung ablegen und sein Können beweisen.

Ja, das mal im Groben 😉 Auf manchen Bildern konnte man schon erkennen, mit welcher Software wir zeichnen, Phyta 3D-CAD. Ich persönlich finde, es ist ein sehr gut aufgebautes Programm um das Zeichnen zu lernen. Ein Software-Programm wäre nichts ohne eine Übergabe, wie Phyta sie hat. Dadurch kann man das Gezeichnete auf die CNC-Maschine (WOODWOOP, HOMAG) übertragen und bearbeiten.

Aber jetzt folgen Bilder von einer Übung CAD_CNC .

Gewürzehalter

Gewürzhalter

Der Gewürzhalter war eine vorgegebene Zeichnung, die wir als Hausaufgabe machen sollten.

Hierzu gehörte nicht nur die Zeichnung, sondern auch die Übergabe an die CNC zur Produktion.

Gewürzhalter

Alles auf einen Überblick

Alles auf einem Blick!

Zunächst habe ich den Karniesbogen gezeichnet (Hinterteil) mit dem Aufhängerloch. Danach folgten die Seitenteile und das Vorderstück. Am Ende musste ich nur noch den Boden „einbauen“ und fertig:)

Das sei die Zukunft, meint unser Lehrer. In 10 bis 20 Jahren wird es wahrscheinlich gar keine bemaßten Zeichnungen mehr geben, sondern nur noch diese sogenannten Explosionszeichnungen.

Sorry für die schlechten Bilder, meine Handy gibt langsam den Geist auf.

Also bis dann, die Zukunft ruft! 🙂