Kategorie-Archiv: Paul

Einfach wäre ja langweilig…

Nach langer Planung stand letzte Woche die Vorstellung des Meisterprojektentwurfs in meinem Terminkalender.

Dazu gehört nicht nur das Meisterstück, sondern es muss ebenso der Raum, in dem es später beim Kunden stehen neu gestaltet, renoviert und umgebaut werden. Für diese ganzen Leistungen müssen dann auch Angebote eingeholt werden, um später ein Gesamtangebot machen zu können.

So umfasste die Mappe zur Vorstellung bereits eine räumliche Darstellung des Projektes, einen Grundriss, Angebote verschiedener Gewerke, die Kalkulation für das Meisterstück, das Gesamtangebot, sowie Ansichtszeichnungen und Detailzeichnungen des Meisterstückes.

Was werde ich als Meisterstück bauen?

Als Meisterstück werde ich ein sechseckiges Terrarium bauen, welches wiederum auf einem dreibeinigen Tisch steht. Wie ihr sehen könnt, sind auch viele Schnitzereien und filigrane Details geplant.

Auch ein kleines Muster kommt bei der Präsentation gut an.

Was ihr jedoch nicht seht, ist die Technik, die mit eingebaut ist. Denn unter dem Zierwerk muss noch eine Beleuchtung und eine Belüftung versteckt werden. Gesteuert wird das Ganze dann über eine Zeitschaltuhr, die in einem Schubkasten im Tisch verbaut ist. Außerdem muss eine der sechs Glasflächen als Tür geöffnet werden können.

Beim Holz habe ich mich für einen schönen Nussbaum aus der Region entschieden.

Alles in allem wird es ein straffes Programm bis Mitte Juli fertigzuwerden. Ich bin gespannt ob alles so klappt wie geplant.

Neues ausprobieren

Durch die ganzen Vorbereitungen für das Meisterstück kommen in letzter Zeit meine privaten Projekte leider ein bisschen zu kurz. Dafür gibt es, wenn es dann richtig damit los geht, viel Spannendes zu sehen.

Eine andere Sache, die mich in letzter Zeit beschäftigt hat, ist die Fotografie. Denn ebenso wichtig, wie eine gute Tischlerleistung zu bringen, ist es, seine Produkte oder Werke hochwertig und gut zu präsentieren. Das ist der Grund, warum ich mir in letzter Zeit öfter mal die Zeit genommen habe, einige neue Dinge mit der Kamera auszuprobieren. Unter anderem haben mich dabei auch die wirklich guten Fotos von Marie-Luise zu einer Verbesserung angeregt.

Natürlich bin ich kein Profi, aber ich sehe auf jeden Fall schon eine Verbesserung, deshalb immer schön weiter probieren und üben. Es ist auch eine tolle Beschäftigung für zu Hause, falls man gerade ein bisschen Langeweile oder mehr Freizeit hat.

Vielleicht kann sich ja auch noch jemand daran erinnern, dass ich mal einen kleinen Artikel zu meinem selbstgebauten Rasiermesser geschrieben habe. Genau jenes Messer habe ich noch einmal fotografiert und bin sehr zufrieden mit der neuen Version.

… das alte Foto aus meinem Post
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… und die neue Version

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Neues Meisterschulprojekt

In Vorbereitung auf das Meisterstück bearbeiten wir in den nächsten Wochen ein selbst ausgedachtes, fiktives Kundenprojekt.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, wieder etwas Altes zu bauen – eine Kirschbaumvitrine mit Schnitzereien und Schellackoberfläche. Damit die Zeit nicht zu knapp wird, habe ich mit den Schnitzereien bereits begonnen. Die Krone ist schon fertig, jetzt muss ich noch die Füße machen.

Auf den Bildern könnt ihr sehen, wie ich vorgegangen bin:  Zuerst habe ich die Konturen im Maßstab 1:1 aufgezeichnet.

Dann habe ich die Zeichnung auf den Holzrohling geklebt. Nun mussten die Ornamente mit verschiedenen Schnitzwerkzeugen herausgearbeitet werden.

Zum Schluss folgt dann noch ein etwas lästiger Arbeitsschritt – das Schleifen. Das beansprucht auch noch mal jede Menge Zeit und Geduld.

Zu Besuch in der Naturfarbenwerkstatt

Während unseres Oberflächenkurses in der Meisterschule besuchten wir die bei uns in der Nähe ansässige Naturfarbenwerkstatt.

Für mich als Restaurationsfan eine super spannende Sache. Hier finden immer noch viele Materialien Verwendung, die schon vor etlichen von Jahren benutzt wurden. Zum Verkauf stehen verschiedene Öle oder auf Öl basierende Farben, Wachse oder Lacke,  aber auch andere Materialien, wie z. B. Kalkputz, Wandfarben oder Fliesen.

Einige Öle und Farben durfte jeder von uns an einem Probebrett ausprobieren. So konnte man sehr gut die Verarbeitung, Farbe und Oberfläche beurteilen.

Das Gute an den Ölen ist, dass sie nicht komplett spröde, sondern elastisch trocknen. Dadurch werden die Hölzer sehr lange geschützt und können mit einer neuen Lage Öl auch wieder aufgefrischt werden. Im nahe gelegenen Schloss Pillnitz wurden z. B. bei der Restauration noch intakte, originale alte Ölfarben aus dem 18. Jahrhundert gefunden.

Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, kann man mit wenigen Rohstoffen Öle und Lacke für unterschiedlichste Anwendungen herstellen. Zudem sind es natürliche und größtenteils ungefährliche Rohstoffe.

Ich denke, dass ich meine Projekte in Zukunft, soweit es geht, mit solch natürlichen Produkten behandeln werde.

Messe Room & Style – ein voller Erfolg

An diesem Wochenende fand auf dem Dresdener Messegelände die Room & Style statt. Bei dieser Messe stellen verschiedene Aussteller aus den Bereichen Fashion, Kunst, Food und auch Wohnen ihre Produkte vor – und das auf einem sehr hohen Niveau.

Dank unserer Tischlerinnung hatten die Teilnehmer des Wettbewerbs „Die Gute Form“ und einige Meisterabsolventen die Möglichkeit, ebenfalls ihre Werke auf der Messe zu präsentieren. Auch ich hatte das Glück, meine Stücke zu diesem Anlass zur Schau zu stellen.

Es war unglaublich, mit wie vielen interessierten und auch interessanten Leuten ich in diesen drei Tagen ins Gespräch kam, und wie viele neue Möglichkeiten und Wege  aufgezeigt und angeboten wurden. Die Teilnahme dort  hat sich also wirklich voll gelohnt.

Gerne hätte ich noch mehr schöne Fotos gemacht, um sie euch zu zeigen, aber an unserem eigenen Messestand war dermaßen viel los, dass ich leider nicht dazu gekommen bin,  mir die Messe in aller Ruhe anzusehen.

Zu Besuch im Furnierwerk

Zum Glück sind nicht alle Inhalte der Meisterschule theoretisch. Oft gibt es auch praktische Übungen oder Exkursionen. So ging es neulich in ein großes Furnierwerk in Tschechien namens Danzer. Dank einem unserer Dozenten bekamen wir eine ausführliche und sehr interessante Führung durch den ganzen Betrieb.

Über das Wetter an diesem Tag ließ sich streiten. Keine Sonne und Nieselregen: für die Stämme auf dem Holzplatz optimal, für unsere Führung eher weniger.

In der warmen Fabrikhalle angekommen war die unangenehme, nasse Kälte jedoch schnell vergessen. Die auf dem Holzplatz sortierten, zugeschnittenen und geschälten Stämme wurden dort teilweise halbiert und anschließend eine ganze Weile in riesigen Behältern gekocht – je nach Holzart und Dicke unterschiedlich lang.

Nach diesem Prozess wurden die Stämme einzeln auf eine Furnierschneidemaschine gespannt. Diese Maschine hat ein extrem großes Messer und funktioniert ähnlich wie ein Hobel. Je nach Verfahren rotiert der Stamm oder bewegt sich auf und ab. Durch diese Bewegung wird er dann Stück für Stück an das Messer herangeführt. Sofort im Anschluss muss das Furnier in einer Trocknungsanlage weiterverarbeitet werden. Am Ende wird es nur noch zugeschnitten, nach Qualität sortiert und abgepackt. So kann es dann gelagert und verkauft werden.

Ziel erreicht!

Am 10.10.2019 war es endlich so weit: Im hessischen Schlüchtern fanden die Deutschen Meisterschaften statt und als Landessieger Sachsen war ich mit dabei – aufregend!
Natürlich hatte ich mir zum Ziel gesetzt, möglichst zu gewinnen, aber dass es am Ende wirklich geklappt hat, ist absolut unglaublich! Vor allem, da es oft nur wenige Punkte Unterschied sind, die letztlich über den Sieg oder eine gute Platzierung entscheiden. Der Zweitplatzierte Sven Schröder aus Bayern lag gerade einmal zwei Punkte hinter mir. Da reicht ein falscher Handgriff …

Die Meisterschaft an sich begann am Sonntagnachmittag mit dem Einlesen in die Zeichnung und der Erstellung eines Aufrisses. Da ahnten wir schon alle, dass es doch nicht ganz so einfach werden würde wie in der Gesellenprüfung. Und so wurde während des Abendbrotes noch hitzig rumdiskutiert, welche Verbindung wie hergestellt werden muss.

Am nächsten Tag musste dann schon mehr geleistet werden. Die Maße vom Aufriss mussten auf die Werkstücke übertragen werden. Wenn man genau arbeiten will, ist das ein recht zeitaufwendiger Arbeitsgang. Danach machten sich alle daran, die Holzverbindungen auszuarbeiten. Das dauerte bei fast allen noch bis zum nächsten Tag.

Nach 11 von insgesamt 18 zur Verfügung stehenden Stunden hatte ich die Verbindungen fertig und machte mich daran, Nuten für die Füllungen zu fräsen, die Querteile auszuarbeiten und zu schleifen.

Das anschließende Verleimen hatte ich mir einfacher vorgestellt. Denn wegen der vielen schrägen Teile gelang es mir nicht, alles so zu spannen, dass die Verbindungen ganz dicht wurden. Das kostete mich viel Zeit.
Danach wurde es ordentlich hektisch und stressig, so dass ich am Ende das letzte Teil sogar mit Sekundenkleber verleimen musste. Letztlich war ich mit meinem Stück trotzdem zufrieden, auch wenn es noch ein bisschen besser hätte sein können.

Die Siegerehrung war dann noch mal Nervenkitzel pur. Als ich schließlich nur noch als einziger Teilnehmer unter den Zuschauern im Publikum saß, konnte ich mir vor lauter Freude das Grinsen nicht mehr verkneifen.
Auch wegen der tollen Preise von Festool und Spax!

Leider war alles viel zu schnell vorbei und man hatte kaum Zeit, um sich mal länger mit allen Teilnehmern, dem Team der Kinzig-Schule, den Jurymitgliedern oder den Sponsoren zu unterhalten. Trotzdem herrschte eine Super-Atmosphäre und jedem, der Hilfe brauchte, wurde diese auch zuteil.
Genauso spitzenmäßig war übrigens auch die Verpflegung: Es gab Frühstücksbuffet im Hotel, Kuchen, Getränke, Wiener und Süßigkeiten während des Wettkampfes, zwischendurch Mittagessen aus der Schulküche und abends unter anderem noch mal ein großes Festmahl in der Stadthalle Schlüchtern.

Zum Schluss noch mal ein großes Dankeschön an alle Sponsoren, an Tischler Schreiner Deutschland, die Stadt Schlüchtern und an das Super-Team der Kinzig Schule für diese unvergessliche Veranstaltung und Erfahrung.

Lieblingsfach Kunst

Der erste Teil des Meisterkurses (der Betriebswirt) ist nun schon vorbei. Jetzt geht es mit dem fachbezogenen Teil weiter.

Und so, wie es aussieht, habe ich auch bereits mein Lieblingsfach gefunden. Ähnlich wie damals in der Schule macht mir das Zeichnen  – damals war’s der Kunstunterricht – unglaublich viel Spaß.

Glücklicherweise haben wir einen spitzenmäßigen Dozenten, der mit uns auch schnelles, aber trotzdem ansprechendes Entwerfen und Zeichnen trainieren will. In der ersten Stunde hat er uns jedoch erst einmal Beispielbilder gezeigt und uns verschiedene Materialien vorgestellt. Unter anderem auch Aquarellbuntstifte. Ich muss sagen, die haben es mir schon sehr angetan, und so konnte ich es die letzten Tage nicht lassen, sie in freier Zeit ausgiebig zu testen.