Kategorie-Archiv: Paul

Liegengebliebene Projekte bearbeiten

Wegen des Meisterstücks musste ich einige Projekte auf die lange Bank schieben. Die letzten Wochen hatte ich nun endlich Zeit, diese abzuarbeiten.

Vielleicht erinnert ihr euch noch an die Vitrine, die ich in der Meisterschule entworfen und schon begonnen hatte zu bauen. Sie hat jetzt noch eine Schellackpolitur und schöne alte Scheiben bekommen.

Leider schleift die Tür beim Schließen ein wenig auf dem Unterboden. Grund dafür ist, dass die Scheiben in dieser Größe etwas zu schwer sind. Beim nächsten Mal werde ich die Tür bewusst leicht schief einbauen, um dem Gewicht entgegenzuwirken.

Endlich geschafft!!!

Letzte Woche war es endlich so weit, unsere Meisterstücke wurden in der Messe Dresden ausgestellt. Vor der öffentlichen Veranstaltung wurden sie vom Meisterprüfungsausschuss abgenommen und bewertet.

Sehr erleichternd, nach der langen Zeit und viel Arbeit mitgeteilt zu bekommen, dass man bestanden hat. Am Stück hatten die Prüfer glücklicherweise nicht viel auszusetzen, sodass es am Ende sogar für ein „sehr gut“ gereicht hat.

Das Stück an sich ist aus europäischem Nussbaum gefertigt. Glaskuppel, Unterteil, Pflanzschale und Tisch können voneinander getrennt werden. Ebenso können Tisch und Terrarium auch jeweils als einzelnes Möbel genutzt werden.

Im oberen Bereich ist eine Halogenlampe verbaut, die für Beleuchtung und Wärme sorgt. Außerdem befindet sich unter der Pflanzschale ein Ventilator, der durch kleine Löcher in der Schale für gute Belüftung sorgt. Über zwei Zeitschaltuhren in der Schublade können dann Licht und Luft gesteuert werden.

Um die Pflanzen zu versorgen,  gibt es auch eine verschließbare Tür.

Die Zeitschaltuhren sind gut in der Schublade versteckt.

In geschlossenem Zustand ist die Schublade kaum zu bemerken.

An den Füßen befindet sich auch noch eine Schnitzerei.

In großen Schritten voran!

Seit dem Startschuss für das Meisterstück ist so einiges passiert. Auch wenn die letzten Wochen stressig waren, bin ich mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden.

Im Großen und Ganzen habe ich das Untergestell komplett fertiggebaut und bereits geölt. Das heißt, die Zargen mussten hergestellt und kanneliert, Beine angepasst, Gehrungen gesägt und verleimt werden. Und das alles immer in sechsfacher Ausführung.

Beim Aufsatz konnte ich bereits den unteren Teil fertigen und alles an die Glaskuppel anpassen. Um später das Wasser vom Holz fernzuhalten, habe ich auch noch eine Pflanzschale aus Corian hergestellt, die durch viele kleine Löcher trotzdem eine Belüftung zulässt.

Die Seiten vor dem Ansägen der Gehrungen.

Frisch geölt zeigt der Nussbaum seine schöne Farbe erst so richtig.

Achtzehn Tage: Der Countdown läuft!

Nachdem ich mittlerweile meine technische Zeichnung fertiggestellt, habe wurde sie von meinem betreuenden Meister abgenommen.

Jetzt ist es offiziell so weit und ich kann mit dem Meisterstück beginnen! Dafür stehen uns bis Mitte Juli achtzehn Arbeitstage zur Verfügung und die ersten drei Tage sind schon wieder vorbei.

Zum Anfang habe ich die Werkstatt erst mal so richtig schön eingesaut und die Beine des Unterteils gedrechselt.
Späne über Späne … 😅

Außerdem habe ich begonnen, die drei Löwenköpfe zu schnitzen. Hinter einem davon wird sich später einmal eine Schublade verstecken. Einer davon ist zumindest fertig, die restlichen zwei müssen jetzt „nur“ noch ganz sauber zu Ende geschnitzt werden, denn Schleifpapier wird hier keins benutzt. 🤞

Einfach wäre ja langweilig!

Nach langer Planung stand letzte Woche die Vorstellung des Meisterprojektentwurfs in meinem Terminkalender.

Dazu gehört nicht nur das Meisterstück, sondern es muss ebenso der Raum, in dem es später beim Kunden stehen neu gestaltet, renoviert und umgebaut werden. Für diese ganzen Leistungen müssen dann auch Angebote eingeholt werden, um später ein Gesamtangebot machen zu können.

So umfasste die Mappe zur Vorstellung bereits eine räumliche Darstellung des Projektes, einen Grundriss, Angebote verschiedener Gewerke, die Kalkulation für das Meisterstück, das Gesamtangebot, sowie Ansichtszeichnungen und Detailzeichnungen des Meisterstückes.

Was werde ich als Meisterstück bauen?

Als Meisterstück werde ich ein sechseckiges Terrarium bauen, welches wiederum auf einem dreibeinigen Tisch steht. Wie ihr sehen könnt, sind auch viele Schnitzereien und filigrane Details geplant.

Auch ein kleines Muster kommt bei der Präsentation gut an.

Was ihr jedoch nicht seht, ist die Technik, die mit eingebaut ist. Denn unter dem Zierwerk muss noch eine Beleuchtung und eine Belüftung versteckt werden. Gesteuert wird das Ganze dann über eine Zeitschaltuhr, die in einem Schubkasten im Tisch verbaut ist. Außerdem muss eine der sechs Glasflächen als Tür geöffnet werden können.

Beim Holz habe ich mich für einen schönen Nussbaum aus der Region entschieden.

Alles in allem wird es ein straffes Programm bis Mitte Juli fertigzuwerden. Ich bin gespannt ob alles so klappt wie geplant.

Neues ausprobieren

Durch die ganzen Vorbereitungen für das Meisterstück kommen in letzter Zeit meine privaten Projekte leider ein bisschen zu kurz. Dafür gibt es, wenn es dann richtig damit los geht, viel Spannendes zu sehen.

Eine andere Sache, die mich in letzter Zeit beschäftigt hat, ist die Fotografie. Denn ebenso wichtig, wie eine gute Tischlerleistung zu bringen, ist es, seine Produkte oder Werke hochwertig und gut zu präsentieren. Das ist der Grund, warum ich mir in letzter Zeit öfter mal die Zeit genommen habe, einige neue Dinge mit der Kamera auszuprobieren. Unter anderem haben mich dabei auch die wirklich guten Fotos von Marie-Luise zu einer Verbesserung angeregt.

Natürlich bin ich kein Profi, aber ich sehe auf jeden Fall schon eine Verbesserung, deshalb immer schön weiter probieren und üben. Es ist auch eine tolle Beschäftigung für zu Hause, falls man gerade ein bisschen Langeweile oder mehr Freizeit hat.

Vielleicht kann sich ja auch noch jemand daran erinnern, dass ich mal einen kleinen Artikel zu meinem selbstgebauten Rasiermesser geschrieben habe. Genau jenes Messer habe ich noch einmal fotografiert und bin sehr zufrieden mit der neuen Version.

… das alte Foto aus meinem Post
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… und die neue Version

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Neues Meisterschulprojekt

In Vorbereitung auf das Meisterstück bearbeiten wir in den nächsten Wochen ein selbst ausgedachtes, fiktives Kundenprojekt.

Ich konnte es mir nicht verkneifen, wieder etwas Altes zu bauen – eine Kirschbaumvitrine mit Schnitzereien und Schellackoberfläche. Damit die Zeit nicht zu knapp wird, habe ich mit den Schnitzereien bereits begonnen. Die Krone ist schon fertig, jetzt muss ich noch die Füße machen.

Auf den Bildern könnt ihr sehen, wie ich vorgegangen bin:  Zuerst habe ich die Konturen im Maßstab 1:1 aufgezeichnet.

Dann habe ich die Zeichnung auf den Holzrohling geklebt. Nun mussten die Ornamente mit verschiedenen Schnitzwerkzeugen herausgearbeitet werden.

Zum Schluss folgt dann noch ein etwas lästiger Arbeitsschritt – das Schleifen. Das beansprucht auch noch mal jede Menge Zeit und Geduld.

Zu Besuch in der Naturfarbenwerkstatt

Während unseres Oberflächenkurses in der Meisterschule besuchten wir die bei uns in der Nähe ansässige Naturfarbenwerkstatt.

Für mich als Restaurationsfan eine super spannende Sache. Hier finden immer noch viele Materialien Verwendung, die schon vor etlichen von Jahren benutzt wurden. Zum Verkauf stehen verschiedene Öle oder auf Öl basierende Farben, Wachse oder Lacke,  aber auch andere Materialien, wie z. B. Kalkputz, Wandfarben oder Fliesen.

Einige Öle und Farben durfte jeder von uns an einem Probebrett ausprobieren. So konnte man sehr gut die Verarbeitung, Farbe und Oberfläche beurteilen.

Das Gute an den Ölen ist, dass sie nicht komplett spröde, sondern elastisch trocknen. Dadurch werden die Hölzer sehr lange geschützt und können mit einer neuen Lage Öl auch wieder aufgefrischt werden. Im nahe gelegenen Schloss Pillnitz wurden z. B. bei der Restauration noch intakte, originale alte Ölfarben aus dem 18. Jahrhundert gefunden.

Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema auseinandersetzt, kann man mit wenigen Rohstoffen Öle und Lacke für unterschiedlichste Anwendungen herstellen. Zudem sind es natürliche und größtenteils ungefährliche Rohstoffe.

Ich denke, dass ich meine Projekte in Zukunft, soweit es geht, mit solch natürlichen Produkten behandeln werde.