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Sächsische Meisterschaften der Tischlergesellen 2019

Nach dem Ablegen meiner Gesellenprüfung bekam ich einen Brief, in dem stand, dass ich aufgrund meiner guten Leistungen in der Gesellenprüfung zur Teilnahme an den „Sächsischen Meisterschaften der Tischlergesellen“ in Leipzig eingeladen bin.

Dieses Wochenende war es dann endlich so weit. Im Voraus hatte ich mir überlegt, dass es vermutlich schwer werden dürfte, bei den besten Gesellen aus Sachsen mithalten zu können oder vielleicht sogar platziert zu werden.
So viel kann ich schon mal verraten: für eine Platzierung hat es auf jeden Fall gereicht.

Wir starteten also Freitag früh um 8 Uhr mit einer kurzen Belehrung und bekamen anschließend eine Zeichnung vorgelegt. Wie immer braucht es eine Weile, bis man die Fülle an Informationen im Kopf richtig sortiert hat. Doch als es so weit war, konnte es mit Vollgas losgehen.
Wir verbrachten den ganzen Tag damit, möglichst schnell und sauber alle erforderlichen Punkte abzuarbeiten, um am Ende das Stück bestmöglich fertigzustellen.
Da wir uns alle voll aufs Bauen konzentrierten, verflog die Zeit wie nichts und im Nu war es Abend.


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Trockene Theorie

Endlich hat mein Meisterkurs begonnen!
Der erste Teil, den ich momentan absolviere, nennt sich „Geprüfter Fachmann für kaufmännische Betriebsführung“. Bereits nach den ersten zwei Tagen raucht gehörig der Kopf, vor allem, weil ich gerade erst aus meinem langen, entspannten Urlaub zurück bin.
In den vergangenen zwei Tagen haben wir bereits über zehn Seiten geschrieben und sind in die Welt des Rechts eingetaucht.

Bis jetzt haben wir Themen wie Handels-  und Gewerberecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Geschäftsbriefe, Wettbewerbsrecht, Vergaberecht, Urheberrecht und Preisangabeverordnung behandelt.

Trotz der Flut an Information ist der Kurs sehr interessant. Ich hoffe nur, dass sich mir die ganzen Einzelheiten, Verordnungen und Ähnliches noch ein bisschen besser ins Gehirn einbrennen, denn bereits in zwei Monaten steht die erste Prüfung an.

Wie geht es nun weiter??

Seit ein paar Wochen bin ich nun endlich Geselle, doch was jetzt?

Viele, die sich dafür entscheiden, weiter als Tischler zu arbeiten, haben unter Umständen das Glück in den elterlichen Betrieb einsteigen zu können oder sie suchen sich einen Arbeitgeber, der sie beschäftigt.

Aber wem der Geselle nicht reicht, der kann sich auch noch weiterbilden. Zum Beispiel durch ein Studium.
Da es bei uns inzwischen sogar möglich ist, den Tischlermeister direkt im Anschluss an den Gesellen zu machen und das Ganze auch noch nach dem BAföG gefördert wird, habe ich mich für die Meisterausbildung enschieden.
Da ich mich aber noch nicht festlegen möchte, wo die Reise genau hingehen soll, werde ich es ohne einen Betrieb im Hintergrund in Angriff nehmen, damit mir danach alle Wege offen stehen.

Ab Mitte August ist es so weit und es geht los mit dem ersten Ausbildungsblock.
Darin wird es dann um alle betriebswirtschaftlichen Dinge gehen – eine Materie, die mir leider komplett fremd ist  🙂

Insgesamt wird der Kurs inklusive Meisterstückbau ca. ein knappes Jahr dauern.
Ich bin schon sehr gespannt, welche neuen Perspektiven sich mir in der Zukunft eröffnen.

Austellung der Gesellenstücke

Letztes Wochenende war es so weit, unsere Gesellenstücke und Kreativlehrgangsstücke wurden endlich fertiggestellt und in einem sehr schönen Ambiente ausgestellt.

Am Tag vor der Ausstellung wurde unser Gesellenstück vom Prüfungsausschuss bewertet, und wir musten es verteidigen. Die Gratulation zur bestandenen Prüfung war eine große Erleichterung.

Es waren sehr viele schöne Stücke dabei und am Ende wurde auch eine Platzierung der Kreativlehrgangsstücke festgelegt. Bei mir hat es sogar zum 3. Platz gereicht.

Nun,  da die Gesellenprüfung erfolgreich abgeschlossen ist, steht ab August die Weiterbildung zum Tischlermeister an.
Ich bin schon sehr gespannt, wohin mein Weg danach führt.

Der Gesellenstückbau hat begonnen

Vor einiger Zeit haben wir endlich damit begonnen, unsere Gesellenstücke zu bauen.
Am Wochenende vom 6. – 7. Juli  2019 wird meines zusammen mit meinen beiden anderen Stücken in Pillnitz ausgestellt.
Bis dahin werden noch keine Bilder vom Stück gezeigt.
Na gut, ein paar Detailfotos kann ich als kleine Kostprobe ja schon mal vorab präsentieren.

Zu den Materialien:
Es wurden Zedernholz, Pflaumenholz, Blaues MDF und Messing verwendet.


Bald ist wieder Weihnachten …

Schon vor einer Weile habe ich mir eine eigene Drechselbank zugelegt.
Und da lag es natürlich nahe,  dass ich mich an einem Klassiker der Drechselkunst versuchen wollte.
Die Rede ist von Erzgebirgsfiguren.

Zuerst habe ich den Grundkörper mit verschiedenen Drechselwerkzeugen, wie zum Beispiel der Drehröhre oder dem Drehmeißel, bearbeitet und aus dem Holz-Vierkant herausgearbeitet
Danach mussten noch ein Paar Flügel ausgesägt und angeleimt, sowie die Arme und Füße ausgearbeitet werden.

Schön ist es dann auch,  das Ganze farblich zu gestalten und zu bemalen.
Im Anschluss habe ich meine Figuren auch noch ein bisschen auf alt getrimmt.
Ich finde es wichtig, sich ab und zu auch mal mit Dingen zu beschäftigen, die auf den ersten Blick vielleicht nicht unbedingt üblich sind für einen Tischler.

 

Besuch im Residenzschloss

Zum Ende unserer Berufsschulzeit hatten wir noch einmal das Vergnügen, eine Exkursion in das Residenzschloss in Dresden zu unternehmen.
Hier gibt es verschiedene Sammlungen zu sehen, der Eintritt ist gering – für uns betrug er lediglich 1 Euro pro Person.
Eine der Sammlungen beschäftigt sich zum Beispiel mit alten Münzen, eine andere mit Rüstungen und eine weitere mit dem Osmanischen Reich.

Am interessantesten für mich war jedoch das Grüne Gewölbe. Hier werden alte Kunstgegenstände und Möbel ausgestellt. Die Stücke sind aus den ungewöhnlichsten Materialen gearbeitet, zum Beispiel aus Steinfurnieren, Gold, Elfenbein, Korallen, Schildpatt und vielem mehr. Außerdem sind sie reich an Intarsien und Schnitzereien.
Es ist wirklich sehr beeindruckend, wie fein, genau und kunstfertig diese Stücke damals gefertigt wurden.

Dieser Kamin wurde z.B mit unterschiedlichsten Steinfurnieren bestückt.

Steinintarsien in einer Tischplatte

Schreibpult mit Elfenbeinintarsien

Innenleben eines Kabinettschrankes aus Ebenholz

Metallintarsien mit Gravuren

Vom Weinfass zum Tisch

Vor einiger Zeit habe ich ein Paar alte Weinfässer bekommen, um daraus einen Tisch zu bauen. Mittlerweile sind sie so weit getrocknet, dass ich das Projekt in Angriff nehmen kann.

Da die meisten Stücke nur 900 mm lang sind, habe ich beschlossen, eine Tischplatte mit Rahmen und zwei Füllungen zu bauen.
Erst einmal habe ich alle Teile sorgfältig auf Nägel oder Ähnliches untersucht und im Anschluss die einzelnen Bretter vorsichtig ausgehobelt, um etwas von der alten Optik zu erhalten. Danach habe ich zunächst den Rahmen gebaut und dann die Füllungen eingepasst.
Beim Sägen kann man sogar riechen, dass in den Fässern früher einmal Rotwein gelagert wurde.

Das Ganze habe ich dann verleimt und als Nächstes werde ich noch ein Gestell bauen.

Die Original-Deckel der Weinfässer

Verleimung der Rahmenpresse