Endlich geschafft!!!

Letzte Woche war es endlich so weit, unsere Meisterstücke wurden in der Messe Dresden ausgestellt. Vor der öffentlichen Veranstaltung wurden sie vom Meisterprüfungsausschuss abgenommen und bewertet.

Sehr erleichternd, nach der langen Zeit und viel Arbeit mitgeteilt zu bekommen, dass man bestanden hat. Am Stück hatten die Prüfer glücklicherweise nicht viel auszusetzen, sodass es am Ende sogar für ein „sehr gut“ gereicht hat.

Das Stück an sich ist aus europäischem Nussbaum gefertigt. Glaskuppel, Unterteil, Pflanzschale und Tisch können voneinander getrennt werden. Ebenso können Tisch und Terrarium auch jeweils als einzelnes Möbel genutzt werden.

Im oberen Bereich ist eine Halogenlampe verbaut, die für Beleuchtung und Wärme sorgt. Außerdem befindet sich unter der Pflanzschale ein Ventilator, der durch kleine Löcher in der Schale für gute Belüftung sorgt. Über zwei Zeitschaltuhren in der Schublade können dann Licht und Luft gesteuert werden.

Um die Pflanzen zu versorgen,  gibt es auch eine verschließbare Tür.

Die Zeitschaltuhren sind gut in der Schublade versteckt.

In geschlossenem Zustand ist die Schublade kaum zu bemerken.

An den Füßen befindet sich auch noch eine Schnitzerei.

Der zweite Maschinenlehrgang

Anfang des Jahres habe ich euch bereits vom ersten Tischler/Schreiner-Maschinenlehrgang berichtet. Damals waren alle großen und kleinen Maschinen neu, interessant und auch zum Teil etwas furchteinflößend. Diesmal waren alle schon etwas bekannter, und es stellte sich allmählich ein Gefühl der Sicherheit ein.

Im zweiten Maschinenlehrgang, welcher obligatorisch in der Ausbildung zum Tischler ist, wird die Bedienung der Maschinen, die man während des ersten Lehrgangs kennengelernt hat, noch mal vertieft. Es wurden diesmal mehrere kleinere Werkstücke hergestellt, welche veranschaulichten, wozu diese Maschinen exemplarisch genutzt werden können. Unter anderem stellten wir massive Kleiderbügel, ergonomische Holzgriffe und Schiebestöcke zur sicheren Werkstückführung her. Neu dazu kamen die Breitflächenschleifmaschine, die Bürstmaschine, die Funierpresse und die Tischfräse.

An Letzterer haben wir die meiste Zeit verbracht und ihre Vorzüge und Gefahren kennengelernt. Die viele Zeit, die wir investierten, ist meiner Meinung nach auch äußerst sinnvoll, denn an keiner Maschine in der Tischlerei passieren so viele Unfälle wie an der Tischfräse. Doch wer einmal gemerkt hat, was dieses geniale Gerät alles möglich macht, der nimmt die Risiken gern in Kauf – denn solange man sich an die Sicherheitsvorschriften der Berufsgenossenschaft hält, kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen.

Ich hoffe, ich werde euch in den nächsten zwei Jahren viele Beispiele zeigen können, wie diese Maschine wunderbar zum Einsatz kommt.

Auch diesem kleinen Gesellen gefiel die Arbeit der Fräse.

Herstellung einer Designerlampe

Vor kurzer Zeit bekam ich einen spannenden Auftrag, an dem ich euch teilhaben lassen haben möchte. Für einen Kunden haben wir kürzlich Möbel mit Organoidbestandteilen gebaut. Organoid? Organoid ist ein österreichischer Hersteller, der wie in unserem Beispiel Heublumen und Gras auf einen Träger presst. Dieses sogenannte Organoid sieht also nicht nur total interessant aus, sondern riecht auch nach den verpressten Materialien. Ich hatte nun den Auftrag, mir eine Designerdeckenlampe auszuknobeln. Seht selbst, was daraus geworden ist:

Zuerst habe ich mir überlegt, wie der Lampenschirm gehalten werden soll. Danach habe ich verschiedene Kreiselemente gefräst …

Jetzt müssen diese nur noch geschliffen und geölt werden.

In der Zwischenzeit schneide ich schon mal das Organoid passgenau zu …

und füge die Stoßkanten sauber aneinander. Mithilfe der Zulagen bleibt der Lampenschirm erst mal ungefähr in der richtigen Form.

Im nächsten Beitrag von mir seht ihr dann alle drei Exemplare 😉
Und gerade an so schönen Aufgaben sieht man wieder mal, dass das Tischlerhandwerk einfach grenzenlos ist hinsichtlich Vielfalt und Kreativität  🙂

Waschtisch aus Wildeiche

In meinem letzten Beitrag habe ich euch bereits über die Planung und Gestaltung des Möbels für unser Schulprojekt erzählt. Nun kann ich euch endlich das fertige Ergebnis zeigen!

Mit einer Zeitvorgabe von 40 Stunden wurde dieses Möbel in den vergangenen Wochen in den einzelnen Betrieben gefertigt.

Zunächst habe ich hier mit dem Zuschnitt der Plattenmaterialien sowie der Massivholzleisten begonnen. Alle Teile habe ich anschließend mit Wildeiche überfurniert, wobei ich auf die sichtbaren Kanten zuvor entsprechende Massivholzleisten aufgeleimt habe.

An der CNC-Maschine wurden dann die entsprechenden Bohrungen und Fräsungen für die Verbindung der einzelnen Teile sowie für die Anbringung der erforderlichen Beschläge programmiert.

Nach viel Maschinenarbeit folgte schließlich der handwerkliche Teil. Ebenfalls aus Eiche wurden die Schubkästen mit Schwalbenschwanzzinkungen gefertigt und anschließend – wie alle weiteren Teile – mit einem Hartwachsöl behandelt.

Nachdem der Korpus verleimt war, konnte ich die einzelnen Teile mit dem Metallgestell verbinden.

Die Möbelstücke aller Schüler wurden dann für eine Woche in der Schule ausgestellt und sowohl von unseren Fachlehrern benotet als auch von den Besuchern bewertet.

Am Ende einer solchen Woche zu sehen, was man in den vergangenen Wochen geplant und gefertigt hat, macht den Schreinerberuf wohl zu einem der schönsten überhaupt!

Werkstatt oder Baustelle ?

Seit drei Wochen bin ich mit zwei weiteren Arbeitskollegen in Österreich auf Montage. Unsere Aufgabe ist hier, ein Showhaus für EGGER (Spanplattenhersteller) ausbauen. Zuvor wurden die Möbel und Verkleidungen von uns in der heimischen Werkstatt gefertigt und so weit es ging vormontiert.

Wir haben in jedem Raum verschiedenes Laminat, Dekor und Plattenwerkstoffe verwendet. So ist zum Beispiel ein Raum mit Vollkern möbeln und -verkleidung versehen, ein anderer wiederum mit MDF-Hochglanz.

Diese Schowküche ist mit motorisierten Möbelbeschlägen ausgestattet, die durch Touch bedient werden und sich von selbst öffnen.

Mir persönlich gefällt die Teamarbeit, ohne die so eine anspruchsvolle Aufgabe nicht zu schaffen wäre. Außerdem kommt man mit anderen Gewerken in Kontakt und gerade als Junggeselle mit wenig Baustellenerfahrung lernt man jeden Tag etwas Neues dazu.

Der etwas bittere Beigeschmack ist die lange, körperlich anstrengende Arbeit und die etwas einseitige Ernährung vom Baustellengrill 😉

Aus Ideen werden Pläne

Bereits vor ein paar Wochen habe ich euch auf dem Blog über unser Schulprojekt berichtet, bei dem ein Möbel sowohl entworfen als auch gefertigt werden soll.

Die genauen Anforderungen könnt ihr hier noch einmal nachlesen:

http://www.blog.born2bschreiner.de/neu-und-alt-verbinden/

Ich habe mich für die Fertigung eines Waschtisches entschieden, bei dem ein gebrauchtes Marmorwaschbecken integriert wird.

Nach der Erstellung mehrerer Skizzen habe ich mit der eigentlichen Zeichnung begonnen. In dieser habe ich zunächst die Vorder- und Seitenansicht des Waschtisches dargestellt. Anschließend werden alle relevanten Schnitte im Maßstab 1:1 ergänzt. Aus diesen Schnitten muss erkennbar sein, wie das Möbel verbunden ist, aus welchen Materialien es besteht und wie die Abmessungen gewählt wurden. Mit diesen Angaben lässt sich anschließend sowohl eine Stückliste als auch eine Bestellliste erstellen.

Der Waschtisch wird von einem filigranen Metallgestell getragen und besteht aus einer 38 mm starken Abdeckplatte sowie einem 38 mm starken Fachboden, der als Ablage von Handtüchern dienen soll. Unter der oberen Platte wird ein Korpus mit zwei Schubkästen und einer Revisionsklappe für den Abfluss befestigt.

Im nächsten Blogbeitrag erfahrt ihr mehr über die Fertigung und auch das fertige Möbel. Bleibt dran! 🙂

In großen Schritten voran!

Seit dem Startschuss für das Meisterstück ist so einiges passiert. Auch wenn die letzten Wochen stressig waren, bin ich mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden.

Im Großen und Ganzen habe ich das Untergestell komplett fertiggebaut und bereits geölt. Das heißt, die Zargen mussten hergestellt und kanneliert, Beine angepasst, Gehrungen gesägt und verleimt werden. Und das alles immer in sechsfacher Ausführung.

Beim Aufsatz konnte ich bereits den unteren Teil fertigen und alles an die Glaskuppel anpassen. Um später das Wasser vom Holz fernzuhalten, habe ich auch noch eine Pflanzschale aus Corian hergestellt, die durch viele kleine Löcher trotzdem eine Belüftung zulässt.

Die Seiten vor dem Ansägen der Gehrungen.

Frisch geölt zeigt der Nussbaum seine schöne Farbe erst so richtig.

Landhausstil

Oft habt ihr schon Beiträge von uns Bloggern über einzelne Möbel gesehen und deren Gestaltungsmöglichkeiten. Doch was wir euch da oft im Kleinen zeigen, das passiert in unseren Betrieben auch in ganz groß. Denn ein Ladenlokal oder ein privater Wohnraum besteht in der Regel aus vielen Möbeln oder Möbelverkettungen. Und diese müssen natürlich zum Rest der Einrichtung passend gestaltet werden, damit ein harmonisches Gesamtbild entsteht.

Viele Leuten kennen aus großen Möbelhäusern nur noch Küchen mit beschichteten Spanplatten-Oberflächen. Doch gerade wir Tischler und Schreiner können so viel mehr! Bei uns ist vor Kurzem wieder eine sehr schöne Küche im Landhausstil entstanden, die ich gerne mit euch teilen möchte. Denn diese Küche zeigt, was wir in unserem Arbeitsalltag aus den verschiedensten Materialien erschaffen können …

Die Küche verfügt über ein offenes Weinregal, bestehend aus massiver Eiche, einen Vitrinenschrank mit Rahmentüren und Glaseinsätzen und noch vieles mehr.

Der Landhausstil wird konsequent bei allen Fronten und auch dem Dunstabzu beibehalten.

Der Kühlschrank und der Backofen sitzen auf der richtigen Arbeitshöhe und ein offenes Regal sorgt für harmonische Ordnung.

Natürlich gehören auch Massivholzschubkästen mit Einteilungen und Fingerzinken dazu 😉