Zu Hause bleiben, leichtgemacht!

Um das Beste aus euren Projekten herauszuholen, ist gutes Werkzeug das A und O. Lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehmen und das Arbeiten fällt viel leichter. Der Plan geht aber nur mit sorgfältiger Pflege, Benutzung und Lagerung auf.

Ich habe die Tage zu Hause genutzt und mein Werkzeug geschärft, dazu gehören alle Stecheisen, Hobelmesser und Anreißwerkzeuge. Dies sollte immer nass und stufenweise durchgeführt werden. Ich beginne bei starker Abnutzung am Tormek, danach folgen drei Steine bis zu einer Körnung von 8000 , mit der man eine perfekte Gebrauchsschärfe erreicht. Außerdem benutze ich eine Schleifhilfe, um die jeweiligen Winkel für verschiedene Arbeiten anzuschleifen. Es empfiehlt sich, alle Schneiden dünn mit Kamelienöl einzustreichen, um Flugrost oder Verschmutzungen zu vermeiden.

Die Metallhobel finden bei mir ihren Platz in Anti-Rost-Socken und Stemmeisen in Lederrolltaschen. Super geeignet wäre auf Ölpapier, obwohl das hin und wieder einreißt.

 

Ran an die Maschinen!

Vor ein paar Wochen hieß es für mich und die anderen Lehrlinge endlich: „Ran an die Maschinen!“ Der Tischler-/Schreiner Maschinen-Lehrgang stand an.

Seit dem Beginn meiner Ausbildung habe ich fast ausschließlich nur mit Handwerkzeugen gearbeitet und viel über sie und die Techniken gelernt. Nun war es jedoch an der Zeit, in die Welt der großen Maschinen einzutauchen und zu erfahren, was eigentlich alles so möglich ist, wenn Anschlag und Winkelkante zu 99,9% genau sind. Da sämtliche Maschinen aber auch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen, lag das Hauptaugenmerk des Lehrgangs auf der sachgemäßen Anwendung unter Berücksichtigung aller Arbeitsschutzkriterien. Ich kann euch sagen, dass ich trotz der streckenweise zähen Belehrungen heilfroh bin, darüber informiert worden zu sein. Denn wenn man die ersten Male seine Finger unmittelbar neben oder über Messern langschiebt, welche 16 000 mal pro Minute durch die Luft pfeifen, wünscht man sich schon vorher eine Windel angezogen zu haben!

Als eine Art Zertifikat, welches belegt, dass wir an allen vorgeschriebenen Maschinen gearbeitet haben, wurde von uns während des Lehrgangs ein Schlüsselkasten hergestellt, welcher in seiner extravaganten Schönheit nicht zu übertreffen ist! *hust*

Vielleicht erkennt der eine oder andere die Silhouette eines bestimmten Sterns, welche die Form der Front darstellt?

Neues ausprobieren

Durch die ganzen Vorbereitungen für das Meisterstück kommen in letzter Zeit meine privaten Projekte leider ein bisschen zu kurz. Dafür gibt es, wenn es dann richtig damit los geht, viel Spannendes zu sehen.

Eine andere Sache, die mich in letzter Zeit beschäftigt hat, ist die Fotografie. Denn ebenso wichtig, wie eine gute Tischlerleistung zu bringen, ist es, seine Produkte oder Werke hochwertig und gut zu präsentieren. Das ist der Grund, warum ich mir in letzter Zeit öfter mal die Zeit genommen habe, einige neue Dinge mit der Kamera auszuprobieren. Unter anderem haben mich dabei auch die wirklich guten Fotos von Marie-Luise zu einer Verbesserung angeregt.

Natürlich bin ich kein Profi, aber ich sehe auf jeden Fall schon eine Verbesserung, deshalb immer schön weiter probieren und üben. Es ist auch eine tolle Beschäftigung für zu Hause, falls man gerade ein bisschen Langeweile oder mehr Freizeit hat.

Vielleicht kann sich ja auch noch jemand daran erinnern, dass ich mal einen kleinen Artikel zu meinem selbstgebauten Rasiermesser geschrieben habe. Genau jenes Messer habe ich noch einmal fotografiert und bin sehr zufrieden mit der neuen Version.

… das alte Foto aus meinem Post
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… und die neue Version

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Schafft was aus der Resterecke

Mit meinem Umzug habe ich mich einiger „IKEA-Möbel“ entledigt und nun gilt es, neue eigene zu bauen. Ein paar Sachen sind schon fertig und heute zeige ich euch meinen Waschbeckenunterschrank.

Er besteht komplett aus Restplatten und -kanten, die von einem riesigen Auftrag übrig geblieben sind. Bei Möbeln in Feuchträumen ist es wichtig, „wasserfeste“ (grüne) Plattenwerkstoffe zu verwenden. Nach einem kleinen Aufmaß, ein paar Skizzen und ca. drei Tagen Arbeit ist schon das Ergebnis zu sehen.

Da mir modernes Design sehr zusagt, habe ich Eiche mit Grau kombiniert und eine grifflose Möbelfront gewählt. Die Schräge am Schrank ergibt sich durch den Öffnungswinkel der Duschtür. Im Korpus sind Tip-ons (Druckschnäpper) und Topfbänder mit Dämpfung verbaut, damit sich die Türen elegant öffnen und schließen lassen.

Verlass auf das Handwerk

Auch in solchen Zeiten wie der derzeitigen Corona-Krise ist das Handwerk stets für alle da! Zum Beispiel stellen wir zurzeit Desinfektionsschutzhauben her. Diese bestehen komplett aus Plexiglas und verfügen über eine Durchreiche. Mit dem Rundumschutz versuchen wir durch unsere Handwerksleistung das Arbeiten in Apotheken, Arztpraxen und Sanitätshäusern so sicher wie möglich zu gestalten und dabei auch die Gesundheit der Kunden zu schützen.

Ein Rundumschutz, der nicht abschreckend wirken soll.

Sicherheit am Arbeitsplatz und für alle Kunden.

Ein Aufstellbeispiel in einer Apotheke.

An dieser Stelle bedanke ich mich bei allen, die sich in diesen Zeiten für ihre Mitmenschen einsetzen und appelliere an die Vernunft aller, die geltenden Regeln zu beachten und einzuhalten.
In diesem Sinne – bleibt gesund!

„Neu und Alt“ verbinden

„Neu und Alt“ miteinander zu verbinden ist eine übliche Entwurfsaufgabe in der Architektur wie im Design von Möbeln. Genau hiermit dürfen wir uns im Rahmen unserer schulischen Ausbildung bis zum Ende des Schuljahres auseinandersetzen.

Die Aufgabe besteht darin, ein Möbel sowohl zu entwerfen als auch zu fertigen und dieses mit einem gebrauchten Gegenstand zu verbinden. Die Ansichtsfläche sollte dabei nicht größer als 0,5 m² sein.  Eine weitere Voraussetzung ist, dass mindestens ein Drehteil oder ein Schubkasten integriert wird. Bei der Wahl des Schubkastens, sind sowohl mechanische als auch klassische Führungen möglich. Die Schubkastenfertigung muss handwerklich, mit Schwalbenschwanzzinken, ausgeführt werden.

Waschbecken aus Marmor

Ich selbst habe mich für den Entwurf eines Badmöbels entschieden, in dem ich ein gebrauchtes Aufsatzwaschbecken aus Marmor verwenden möchte.Bevor die eigentliche Planung beginnt, habe ich mir zunächst ein Moodboard erstellt. Hier lässt sich durch die Zusammenstellung von Materialien und Farben leicht erkennen, ob diese ein harmonisches Bild ergeben und welchen Stil man bei dem Entwurf einbringen möchte.

Moodboard

Zunächst werde ich nun eine Skizze entwerfen und aus dieser anschließend eine Zeichnung mit allen Details erstellen. Auf dem Blog halte ich euch über die Entstehung des Entwurfs auf dem Laufenden und werde euch auch immer wieder Einblicke in die Fertigung des Möbels geben.

Die Bloggercommunity wächst !

Hallo zusammen,

ich bin Johannes und freue mich, dass ich den Ausbildungsblog von Tischler Schreiner Deutschland mit meinen Beiträgen bereichern kann.

Die ersten Begegnungen und Erfahrungen mit Holz habe ich mit fünf Jahren in der Werkstatt meins Opas gemacht. Schnell wurde mir klar, dass der Beruf des Tischlers genau das Richtige für mich ist. Also entschied ich mich 2015, eine Lehre bei der Firma Inuma in Leipzig zu beginnen. Sie bieten von Messebau bis hochwertigen Innenausbau alles an und sind mit einer eigenen Lehrwerkstatt (8 Lehrlinge und einem Lehrausbilder) ausgestattet.

Im ersten Lehrjahr lernte ich den Umgang mit traditionellen Handwerkzeugen und stellte eine Truhe, einen Spieltisch und einige weitere eigene Projekte her. Mit diesen Fertigkeiten absolvierte ich 2018 meine Ausbildung mit 95 Punkten in beiden praktischen Bereichen (Gesellenstück und Arbeitsprobe).

Daraufhin konnte ich die sächsische Meisterschaft und anschließend die deutsche Meisterschaft für mich entscheiden. Dieser Erfolg sicherte mir ein Flugticket nach Kazan, wo im August letzten Jahres die Berufe-Weltmeisterschaft ausgetragen wurde. Von dreißig Teilnehmern belegte ich den 13. Platz und erreichte eine Exzellenz-Medaille, die mich viel Übung, Schweiß und Nerven gekostet hat. Ein Übungsstück, das in 22 Stunden entstanden ist, möchte ich euch jetzt zeigen:

     

Wie so oft steckt der Teufel im Detail !

Hallihallo!

Seid gegrüßt, werte Tischler-innen und Interessierte!

Ich bin Friedo und werde in Zukunft für euch von meiner Ausbildung zum Tischler bei den Deutschen Werkstätten Hellerau berichten. Ich bin selbst sehr gespannt auf diese beiden neuen Tätigkeiten und bin sicher, dass ich euch mit meinen Erzählungen einen spannenden Einblick verschaffen kann!

Zum Schluss noch eine meiner ersten Zinkenverbindungen, als visuellen Vorgeschmack 😉

Friedo mit Raubank

P. S. Ein kleines Interview und weitere Infos zu mir findet ihr auf meinem Profil.