DIY – TV Board

Der sogenannte used-Look ist heute im Möbelbau nicht mehr wegzudenken. Vergangene Woche habe ich mich mit einem TV Board beschäftigt, das ich in diesem Stil gestalten wollte. Dafür habe ich in meinem Betrieb zwei Kiefernholzpaletten gekauft.
Zu Beginn habe ich mit einer Handkreissäge einen Teil der Paletten abgesägt.

Danach habe ich von dem abgesägten Teil drei der Zwischenklötze entfernt, um diese zwischen die beiden Paletten zu setzen. Dadurch gewinnt das TV Board an Höhe und an Stauraum.
Bevor es an die Montage gehen konnte, kam erst mal die Oberfläche dran. Ich habe alle Flächen geschliffen und sowohl herausstehende Nägel als auch Thackernadeln entfernt. Im Anschluss wurden alle Teile in einem dunklen Braun lasiert, damit sich das Möbel farblich gut in den Raum einfügt.
Nachdem die Lasur vollständig trocken war, habe ich die Teile mittels Leim und Schrauben aneinander fixiert.
Das fertige TV Board bietet ausreichend Platz für einen Fernseher und zusätzlichen Stauraum.

Vielfalt des Tischlergewerks

Wer einen abwechslungsreichen und kreativen Arbeitsalltag sucht, der sollte sich mal Gedanken über das Tischlergewerk machen. Denn hier löst man täglich neue Problemstellungen durch individuelle und kreative Vorgehensweisen – jeder Kunde hat nun mal ganz eigene Wünsche und Vorstellungen.
Und genau das ist mir bei zwei Montagen in der letzten Woche noch einmal besonders aufgefallen. Aber seht selbst:

Anfang der Woche war das oben zu sehende Schulungsterminal dran. Dieses wurde für eine große Firma entwickelt, die dort ihre eigenen Mitarbeiter schulen möchte. Hier standen vor allem Funktion und Nutzungsdauer im Fokus. Continue reading

Alt ist oft besser als neu

Alte Möbel können auch nach vielen Jahren noch gut erhalten sein.
Häufig ist es nur nötig, sie wieder etwas herzurichten und zu pflegen. Aber was die Substanz und Bauweise angeht, sind sie meist um einiges besser als Möbel, die heutzutage hergestellt werden.

Bei dem schönen Wetter in der letzter Zeit habe ich beschlossen, mich um genau so ein schönes altes Möbel zu kümmern.
Warum bei schönem Wetter?
Nun ja, auf dem Schrank befand sich Farbe, eine alte Holzimitation, die nicht mehr sehr ansehnlich war. Also musste sie herunter.
Und das funktioniert am besten, wenn man die Farbe bei schönem Wetter mit einer Lauge abwäscht, danach mit klarem Wetter abspült und den Schrank dann gut trocknen lässt.
So kommt das rohe Holz wieder zum Vorschein und der Schrank kann altersentsprechend „neu“ lackiert werden oder im rohen Zustand konserviert werden.
Auf den Bildern seht ihr das ganze noch mal Schritt für Schritt.



Holz – mehr als nur Baumaterial

Für uns Schreiner ist Holz selbstverständlich das beste Material, um Möbel zu bauen oder Räume und Außenbereiche zu gestalten.
Aber der vielseitige Werkstoff kann noch viel mehr!
In einer Zeit, in der wir uns um die Klimabilanz Gedanken machen und längst offenbar ist, dass Rohstoffe wie Gas und Erdöl endlich sind, kommt Holz als Energieträger wieder zunehmend eine  größere Bedeutung zu. Denn Holz sieht nicht nur als Möbel verarbeitet gut aus, sondern es kann auch unsere Häuser mit Wärme versorgen. Das Tolle daran: Holz verbrennt klimaneutral und ist somit nicht an der Entstehung des Treibhauseffektes beteiligt. Das beim Verbrennen freigesetzte Kohlenstoffdioxid wird von den Bäumen wieder aufgenommen und mittels Fotosynthese in Sauerstoff umgewandelt. Somit ist das Heizen mit Holz durchaus nachhaltig, vorausgesetzt, dass es nachhaltig gewonnen wurde und wieder nachwachsen kann.

Die Holzgewinnung selbst ist recht schweißtreibend und anstrengend. Natürlich kann man sich fertige Holzscheite liefern lassen, allerdings hat solch ein Service seinen Preis.
Also haben wir letztes Wochenende selbst losgelegt und die gelieferten Baumstämme erst mit der Motorsäge in ein Meter lange Stämme gesägt und sie danach mit einem hydraulischen Holzspalter zerteilt.

Zum Schluss haben wir die Spalten gestapelt. Jetzt muss das Holz noch rund zwei Jahre trocknen, damit ein gutes Brennergebnis erzielt werden kann.

Wo geht die Reise hin im Tischlerhandwerk?

Diese Frage taucht in Bezug auf die Digitalisierung und Vernetzung immer wieder auf. Denn eines ist klar: Wir stehen noch ganz am Anfang dieses Prozesses und jeden Tag kommen neue Firmen mit großartigen Ideen auf den Markt, beispielsweise mit durchdachter und innovativer Zeichensoftware, die speziell für die Bedürfnisse von kleinen und mittelständigen Betrieben entwickelt worden ist.

Die Vorteile eines CAD-Programms: Es liefert dem Tischler beim Zeichnen automatisch die Fertigungsdaten der entworfenen Möbel mit.  Wir sprechen hier von Materiallisten und Produktionsdaten für den Maschinenpark. Das alles entsteht meist vollautomatisch, während wir unsere Möbel zeichnen. Zur LIGNA 2019 stellen sich einige Firmen mit ihren Ideen vor. Bei imos etwa kann der Schreiner unter anderem seine eigenen Möbelkorpusse entwerfen und sie auf seine Website hochladen, während der Kunde das Möbel online  im Rahmen definierter Möglichkeiten (Größe, Korpusmaterial, Beschläge etc.) anpassen oder verändern kann. Sobald der Kunde das Möbel nach seinem Geschmack fertig konfiguriert hat, erhält er direkt ein Angebot und der Schreiner die entsprechenden Fertigungsdaten. Alle Schritte sind aufeinander abgestimmt. Aber Moment mal – mangelt es dem Kunden nicht oft an der nötigen Vorstellungskraft?

Auch hierfür gibt es Lösungen. Mit einer VR-Brille kann der Kunde seine konfigurierten Möbel dreidimensional betrachten und sogar Türen und Schubladen öffnen. Der nächste Schritt wäre dann der Handschuh, mit dem sich Materialien und Oberflächen eines Möbels auch haptisch erfahren lassen.

Wie ihr seht – in der Softwarebranche tut sich wirklich so einiges in puncto Digitalisierung und Vernetzung.  Wer  sich für CAD-/CAM-Programme interessiert, sollte sich also unbedingt auf der LIGNA einmal umschauen. Und wer Freikarten sucht, findet sie hier: www.tischler-schreiner.de/ligna-2019

Super Effekte!

Na, was sagt ihr dazu?

Letzte Woche hatte ich meinen zweiten und letzten Oberflächenkurs, hier durften wir verschiedenste Effektlacke ausprobieren, wie auf dem Bild gut zu erkennen ist. Der lange Streifen rechts wird Reißlack genannt, man spritzt ihn wie normalen Lack auf die Oberfläche und der vorherige Lack und der Reißlack reagieren miteinander, sodass Risse entstehen. Die Punktewirkung (zweites Quadrat von oben) haben wir mit ganz normalem Lack erzielt, indem wir an der Becherpistole den Druck reduziert haben. Die weiße Fläche (zweites Quadrat von unten) zeigt das Ergebnis einer Übung, bei wir den Druck der Lackpistole selbst einstellen durften. Als Letztes (unterstes Quadrat) haben wir einen Wassertropfeneffekt gemacht. Dafür haben wir Wassertropfen auf die Fläche gespritzt und diese über Nacht trocknen lassen. Am nächsten Tag mussten wir die Wassertropfen nur noch fixieren, um sie abriebfest zu machen. Echt toll, welche verschiedenen Effekte man so erreichen kann, oder?

DIY-Buchen-Waldkante

Vor einiger Zeit haben wir ja unter anderem einen Waschtisch aus dem Holz eines Eichenbaums gebaut, den der Kunde vor Jahren selbst auf seinem Grundstück gefällt hat. Nun hatte uns derselbe Kunde mit einem Schreibtisch beauftragt, und auch dieser sollte wieder aus dem Holz eines seiner eigenen Bäume sein. Diesmal jedoch handelte es sich um eine Buche. Er gab uns also die entsprechenden Bohlen zur Weiterverarbeitung, zusammen mit nur groben Maßen für den Tisch. Seine einzige feste Vorgabe war, dass der Tisch eine Waldkante haben sollte, allerdings nicht die echte, weil ihm diese überhaupt nicht gefiel.

Wir haben uns dann darauf geeinigt, einen geraden Schnitt kurz hinter der Waldkante zu machen und diesen dann per Hand so zu bearbeiten, dass es am Ende wie eine echte Waldkante aussieht. Dabei haben wir mit Stecheisen, Stichsäge und Exzenterschleifer gearbeitet.

Es hatte sich etwas seltsam angefühlt, dem schönen Tisch derart zu Leibe zu rücken. Normalerweise versucht man als Tischler ja, gefühlvoll vorzugehen und alles gleichmäßig zu halten. 🙂

Es geht kreativ weiter …

In der letzten Woche haben wir im Kreativlehrgang mit dem zweiten Stück begonnen.
Diesmal stand es unter dem Thema „Ecken und Kanten“ und sollte vorwiegend furniert sein.
Auf dem folgenden Bild ist mein Entwurf für besagtes Stück zu sehen – wie es fertig und im Original aussieht, werde ich allerdings erst im Juli zeigen können.

Für dieses Möbelstück haben wir knapp drei Wochen Zeit. Dafür, dass erst eine Woche um ist, bin ich sehr zufrieden mit dem, was ich schon geschafft habe.
Im Großen und Ganzen ist fast alles fertig, bis auf die Klappe, die Klappenscharniere und die Oberfläche.
Es ist sehr interessant, selbst auszuprobieren und zu erfahren, wie viel Zeit für so ein Möbelstück geplant werden muss und sich gleichzeitig vor Augen zu führen, wie viel es letztlich tatsächlich in der Herstellung kosten müsste.